Rückblick Diskussionsforum Market Access 2011
Im Oktober 2011 haben wir zum zweiten Mal das Diskussionsforum Market Access & Health Economics durchgeführt. Nach einem Jahr mit den neuen rechtlichen Rahmenbedingungen erfolgte eine erste Besandsaufnahme - die AMNOG-Bilanz 2011. Zu diesem Zweck trafen sich am 19. Oktober 2011 in Berlin namhafte Experten aus Industrie und Gesundheitspolitik beim vom Georg Thieme Verlag veranstalteten Diskussionsforum „Market Access & Health Economics“ unter Leitung von Prof. Dr. Dr. Reinhard Rychlik.

Während Dr. iur. Rainer Hess, Vorsitzender des Gemeinsamen Bundesausschusses, und Prof. Dr. Jürgen Windeler, Institutsleiter des IQWiG, sich vor allem mit Verfahrensaspekten befassten, warnte BPI-Geschäftsführer Henning Fahrenkamp vor den negativen Konsequenzen: „Die Refinanzierung von Forschungskosten ist mit dem AMNOG nicht mehr gewährleistet“.
In den Zeiten des AMNOG bestehe für pharmazeutische Unternehmen keine Planungssicherheit mehr, klagte Fahrenkamp, und erläuterte dies an einigen Beispielen. So sei bei Pitavastatin kein Beleg für einen Zusatznutzen gefunden worden, das Arzneimittel werde also in eine Festbetragsgruppe eingruppiert. Bei Ticagrelor sei hingegen nur für ein Indikationsgebiet ein Zusatznutzen ermittelt worden – mit entsprechenden Schwierigkeiten für die Preisbildung. Beim Antidiabetikum Linagliptin sei die Auswahl der Vergleichstherapie – des sog. Komparators – aus Sicht der pharmazeutischen Industrie fragwürdig gewesen.
„Wie wählt der G-BA die Vergleichstherapie aus“, fragte sich Fahrenkamp. „Wählt der G-BA die billigste Therapie?“ Sein Fazit: „Die Wahl des Komparators durch den G-BA droht weniger eine wissenschaftliche, als ein (kosten-)politische Entscheidung zu werden.“ Fahrenkamp befürchtet negative Konsequenzen für die Versorgung der Patienten und für Innovationen der pharmazeutischen Industrie.
Den vollständigen Beitrag und weitere Meinungen von Prof. Dr. Walter Schwerdtfeger, Präsident des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), Birgit Fischer, Hauptgeschäftsführerin des Verbands forschender Arzneimittelhersteller e. V. (vfa), Han Steutel, Geschäftsführer der Bristol-Myers Squibb GmbH & CoKGaA, und Prof. Dr. Thorsten Strohmeyer, Leiter Forschung und Entwicklung bei der GlaxoSmithKline GmbH & Co KG. lesen Sie in "Erste Erfahrungen mit AMNOG" aus der Zeitschrift Gesundheitsökonomie & Qualitätsmanagement (2011; 16).
- Hier können Sie den Artikel als pdf-Datei runterladen (
pdf 1081,59 KB )
