Zu diesem Heft

Liebe Leserinnen und Leser,
1 + 1 = 3 . . .
In der Mathematik ergibt die Addition zweier Zahlen immer die gleiche Summe. Doch im Leben und so auch in der Medizin ist „das Ganze mehr als die Summe seiner Teile“ (Aristoteles).
Ein Beispiel aus diesem Heft (S. 1092): Eine Patientin mit Leukämie erleidet einen Herzinfarkt. Der Verschluss des Ramus circumflexus wird mit einem Stent behandelt. Gleichzeitig liegt eine substitutionsbedürftige Thrombozytopenie vor. Die beiden Erkrankungen können nicht separat für sich behandelt werden. Denn: Bei Thrombozytengabe – notwendig zur Behandlung der durch die Chemotherapie induzierten Thrombozytopenie – wurden bereits akute Stentthrombosen beschrieben. Thrombozytenaggregationshemmer wiederum können bei Thrombozytopenie mit einem erhöhten Blutungsrisiko assoziiert sein. Thrombozytentransfusion und Antikoagulation müssen also individuell abgestimmt werden.
Dieser Fall zeigt: Die Medizin ist mehr als Algebra.
Ihre
Daniela Umbreit
Buchempfehlung
Gefäßmedizin in Klinik und Praxis
Leitlinienorientierte Angiologie, Gefäßchirurgie und interventionelle Radiologie
Muskelverletzungen im Sport
Die erste umfangreiche Monografie über Muskelverletzungen in der internationalen Literatur

