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Artikel vom 02. 11. 2010

Welcher Wohntyp sind Sie?

Tipps für die Wohnungssuche

Sandra Hoffmann

Aus welchem Grund Sie auch von zuhause ausziehen möchten, sei es weil Sie unabhängig von den Eltern sein möchten, zum Studieren in eine anderen Stadt ziehen oder ein Praktikum beginnen: Es stellt sich immer die Frage, wo und wie Sie in Zukunft wohnen möchten.

Übersicht


WohnformenNach oben hoch

Lassen Sie sich gern von einem kleinen Schwatz mit Bekannten aufhalten? Diskutieren Sie aufgebracht mit Mitbewohnern darüber, wer das letzte Mal das Bad geputzt hat? Oder möchten Sie zuhause lieber Ihre Ruhe haben? Diese Fragen sollten vor der Wohnungssuche beantwortet werden, damit in der neuen Wohnung kein böses Erwachen folgt.


Die WohngemeinschaftNach oben hoch

Zum einen gibt es die sagenumwobene Studenten-WG. Sie wird meist, ganz dem Klischee entsprechend, als chaotisch, unsauber und improvisationskünstlerisch eingerichtet beschrieben. Die Wohngemeinschaft ist in den Varianten Wohnheim und Privatvermieter zu haben.

Natürlich muss sie nicht nur zwingend aus Studenten bestehen, oft finden sich auch einige andere gesellige Menschen unter den Mietern.

Ob zu zweit, zu dritt, zu viert oder zu noch mehr, der größte Vor- und unglaublicherweise gleichzeitig auch Nachteil dieser Wohnform ist: Es ist immer jemand zum Reden da. Ohne Rücksicht darauf, ob Sie sich gerade unterhalten möchten oder nicht.

Falls Sie dem weitverbreiteten Menschentypus angehören, der sich gerne mal zurückzieht oder in seinem Zimmer lernt - machen Sie sich darauf gefasst, dass das nicht immer einfach ist.

Es kommt schon mal vor, dass Pflichtpraktika verpasst werden, weil Anne gerade tränenertränkt und frisch vom Freund verlassen in der Küche sitzt. Und auch nachts um drei Uhr kann es zum netten Gespräch mit einem schlafbedürftigen, gestressten Klaus kommen, der sich schon immer einmal lautstark darüber unterhalten wollte, warum er die laufende Musik furchtbar findet.

Genauso kann es aber auch gut passieren, sich wartend auf Michaels berühmte Spaghetti Bolognese, in kleinem Kreise mit einem Bier auf der Wohnzimmercouch wiederzufinden.

Auch sollten Sie konfliktfreudig sein. Gerade das Thema Putzen ist äußerst beliebt bei derart netten, energetischen, impulsiv emotionalen oder auch bierernst, rational gestalteten Konversationen: "War ich etwa das letzte Mal dran?" Auch die ewige Unsicherheit, wer nun für die Ecken und hintersten Winkel zuständig ist, sorgt immer wieder für Verwirrung unter den Wohnzimmer-,Flur-und Bad-Teilenden.

Geschickt ist: Oft können Sie die Suche in Mamas altem Geschirr oder Papas Werkzeugkiste auf ein Minimum reduzieren oder sich sogar ganz sparen, den sperrigen Wasserkocher mitzunehmen - denn, wer braucht in einer Wohnung schon drei, vier Wasserkocher? Ja, wer sich auf die Expedition in ein derartiges Biotop begibt, muss mit einem stetigen Geben und Nehmen rechnen.


Die SinglewohnungNach oben hoch

Wenn Sie keine Lust auf einen ewig währenden Rummel haben, die Ruhe lieben sowie einen ausgeprägten Sauberkeits- oder Ordnungsdrang pflegen, sind Sie vermutlich als Einzelmieter ganz gut in Ihrer eigenen Wohnung aufgehoben.

Gerade wenn Sie nach einem langen, stressigen Arbeitstag nach Hause kommen und am liebsten sofort ins Bett fallen, den Abwasch aus eben diesem Grund stehen lassen möchten und auch noch drei Staubflocken mehr auf dem Teppich ertragen können, sollten Sie diese Möglichkeit der Wohnform in Betracht ziehen.

Das Schöne am alleine wohnen ist, dass Sie alle Entscheidungen, von dem Entschluss Klopapier kaufen zu gehen, bis zur Auswahl des Personenkreises, dem es erlaubt ist einen Fuß über die Türschwelle zu setzen, selber treffen. Und das, ohne auf jegliche Form von Demokratie Rücksicht nehmen zu müssen.

Sollten Sie dann abends noch den Drang verspüren unter Leute zu kommen, müssten Sie sich allerdings wieder aufraffen und bis zur nächsten Kneipe, Freunden oder zur Nachbar-WG durchkämpfen. Dabei ist jedoch die Motivation gerade im Winter meist im Keller.

In WG's gibt es dafür oft nette Mitbewohner, die zum Beispiel für ihre Zimmernachbarn einkaufen. In den Genuss kommen Sie als Einzelmieter vermutlich nicht. Das heißt im Klartext: Wenn Sie mal wieder einen Feiertag verschlafen haben - das kann in Süddeutschland schon mal vorkommen - und im Kühlschrank gähnende Leere herrscht, ist nichts mit: "Kann ich mir ein Stück Wurst von Dir klauen?" da muss dann eben der Pizzadienst her.


Das WohnheimNach oben hoch

Eine günstige Alternative ist das Wohnen im Wohnheim. Da viele Wohnheime sowohl über Einzelzimmer als auch über WG-Komplexe verfügen, finden Sie dort die gerade beschriebenen Wohnformen in leicht abgewandelter Form unter einem Dach wieder.

Die häufigste Wohnform besteht aus einem langen Flur, von dem viele, meist kleine Zimmer abgehen. Eine riesige Gemeinschaftsküche sowie ein Gemeinschaftsbad gehören auch dazu.

Der typische Student schlurft hier morgens über den Flur, um sich in der Gemeinschaftsküche einen Kaffee zu kochen oder sich, um die Lebensgeister zu wecken, in der Gemeinschaftsdusche zu erfrischen. Oft ist er nach einer durchzechten Nacht leicht desorientiert, morgenmufflig, verkatert oder furchtbar redselig.

Da in diesem Lebensraum ein Kommen und Gehen herrscht, ein- und ausgezogen, neu eingerichtete, renoviert und saniert wird, ist nicht davon auszugehen, dass die Einrichtung in Topzustand ist. Wenn Sie also bereit sind, in Kauf zu nehmen, dass der von zwölf Leuten benutzte Herd nicht immer das sauberste und neuste Modell ist und Sie gerne mit Waschmaschinen experimentieren, in die Sie zur Programmwahl Lochkarten schieben müssen, sind Sie hier an der richtigen Adresse. Den Waschraum finden Sie übrigens, wenn Sie der Karavane von Wäschekorb-tragenden Leuten in den tiefsten Keller folgen.

Diverse andere Einrichtungen wie eine Heimkneipe, einen Musikraum, eine Werkstatt oder Ähnliches sind meist auf dem Campus. Um diese Einrichtungen kümmern sich die meisten Studenten spätestens, wenn Ihre Wohnzeit abgelaufen ist, sie aber ihre Abschlussarbeit lieber doch erst morgen anfangen wollen.

Möchten Sie also schnell neue Leute kennenlernen, die sich gerne in Wohnheimen tummeln, wäre ein Zimmer im Wohnheim bestimmt eine Option für Sie.


FazitNach oben hoch

Wenn es auch nicht immer leicht ist: Das Wohnen mit anderen Menschen macht viel Spaß. Und wenn es Ihnen doch einmal zu stressig wird oder Sie eine Auszeit brauchen, gibt es immer noch Hotel Mama. Ob das Zusammenleben mit anderen Menschen funktioniert, hängt stark von Ihnen selbst und den Leuten ab, mit welchen Sie unter einem Dach landen.

Aber auch die Singlewohnung bringt Vorteile, vor allem für Studenten, die gerne in Ruhe lernen und schlafen wollen.

Natürlich müssen Sie auch verschiedene weitere Faktoren wie Kosten, Infrastruktur der Stadt und mehr beachten. Dabei ist es nützlich, sich vorher gut über die Wohnsituation in der jeweiligen Stadt zu informieren.

 
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