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| Wo genau? |
Im Internet versuchte ich alle Erfahrungsberichte über Brasilien aufzutreiben. Ich wurde nur für drei Städte fündig: Fortaleza, Florianopolis und Rio de Janeiro.
| Fortaleza |
Von Fortaleza aus erhielt ich die erste Zusage für einen zweimonatigen Aufenthalt. Offizieller Kontakt ist Frau Prof. Yacy - Koordinatorin des Kurses Medizin und das International Office der UFC.
E-Mail-Adresse von Prof. Yacy:
Das Krankenhaus Instituto Jose Frota ist eines der größten Traumakrankenhäuser des Nordostens von Brasilien. Im Krankenhaus konnte ich spontan in die Rettungsstelle und auf Station gehen. Die Rettungsstelle ist für den Beginn, mit noch eher rudimentär vorhandenen Portugiesisch-Kenntnissen, perfekt. Die Patienten werden kostenlos behandelt. Fast die Hälfte von ihnen werden nach einem Motorradunfall mit Schädelhirntrauma und größeren Platzwunden oder Brüchen eingeliefert. Die andere Hälfte kommt wegen Schuss- und Stichverletzungen. Zu Nähen gab es also genügend und auch die Wundversorgung konnte ich gut üben.
Von vielen Ärzten werden die Patienten, die doch oft im Drogenhandel tätig sind, als Tiger bezeichnet, da sie teilweise mit mehreren Schussverletzungen in Abdomen und Thorax in die Klinik kommen. Die Mediziner meinten, ein normaler Mensch wäre in der gleichen Situation sicher schon gestorben.
Die Ärzte treten den Patienten oft mit wenig Respekt gegenüber, dementsprechend sind Gespräche fast nicht vorhanden und man kommt auch mit sehr banalen Sprachkenntnissen ganz gut über die Runden. Auf der anderen Seite sind fast alle Brasilianer des Nordostens sehr herzlich und gut gelaunt. Die Arbeitsatmosphäre ist dadurch immer sehr angenehm gewesen.
Auf Station konnte ich einen normalen Stationsalltag erleben. Blut abnehmen durfte ich aber leider nicht. Ich führte zusammen mit anderen brasilianischen Studenten die Visite durch und besprach die Fälle danach mit den Stationsärzten. Hierfür ist ein stabiler Wortschatz erforderlich.
Untergebracht war ich in der Zeit in einem Hostel, von dem aus ich ins Krankenhaus laufen konnte.
Das Hostel ist mit folgendem Link zu finden:
Es war günstig und für die abendlichen Partys war gesorgt. Nur leider kam ich dann abends nicht mehr zum Portugiesisch üben.
Direkt gegenüber dem Hostel ist ein Kulturzentrum, in dem man an kostenlosen Caipoera Kursen teilnehmen, oder günstig ins Kino oder in Kunstausstellungen gehen kann. Mit kurzem Weg zum Strand ist Fortaleza ein wundervoller Ort - vor allem zur Karnevalsaison!
Nur zwei Monate in Fortaleza zu verbringen barg allerdings einige organisatorische Komplikationen. Es hiess, ich bräuchte für den Erhalt des Stempels zur Bestätigung des Tertials am Krankenhaus, ein Studentenvisum. Für 90Tage Aufenthalt in Brasilien benötigt man jedoch kein Studentenvisum und somit hat mir die Botschaft auch keines ausgestellt. Da meine Bestätigung für die zweite Hälfte des Tertials noch nicht vorlag, bin ich ohne Studentenvisum als Tourist nach Brasilien eingereist. Es ging dann doch irgendwie gut und die Studienkoordinatorin hat alles unterschrieben. So wie es letztendlich immer ist. Vor Ort wird es schon funktionieren!
| Florianopolis |
Den zweiten Teil meines Tertials verbrachte ich im Hospital Infantil Joana de Gusmão in der Kinderchirurgie. Bei Interesse sollte man sich sowohl bei der Studienkoordinatorin des Krankenhauses, Frau Angela Alves, als auch bei dem Koordinator der medizinischen Fakultät, Prof. Carlos Pinheiro, melden.
Studienkoordinatorin Angela Alves :
Koordinator der medizinischen Fakultät:
Prof. Carlos Pinheiro
Coordenador do Curso de Medicna
Centro de Ciências da Saúde
Universidade Federal de Santa Catarina
Campus da Trindade
CEP: 88040-900 - Florianópolis - SC - Brasil
Im Krankenhaus gibt es ein Zimmer, in dem man kostenlos wohnen kann. Es ist jedoch ziemlich trostlos und ich empfehle, sich eine andere Unterkunft zu suchen. Es gibt nur ein Hostel in der Nähe, das auch noch sehr teuer ist. Die Hostels im Osten der Halbinsel sind günstiger und viel schöner, doch der Anfahrtsweg ins Krankenhaus gestaltet sich kompliziert. Ich war über Couchsurfing bei jemandem zu Hause untergebracht.
In der Klinik habe ich viele interessante Operationen gesehen. Die Chirurgen sind allerdings sehr kühl und distanziert. Niemand wollte mir von sich aus was erzählen. Die Pädiater hingegen waren sehr offen und haben mich mehrmals gefragt, ob ich an ihrem Studentenunterricht teilnehmen möchte.
Die Halbinsel ist sehr schön. Hier ist alles viel komfortabler, sauberer und edler als im Nordosten Brasiliens. Dementsprechend ist die Mentalität der Menschen dort auch viel europäischer. Die Anzahl der warmherzigen und glücklichen Menschen ist im Nordosten jedoch viel höher.
| Rio de Janeiro |
Bei meiner Google-Recherche bin ich auch auf Rio de Janeiro gestoßen. Lange Zeit erhielt ich von dort jedoch keine Antwort. Wenn die Heimat-Universität keine Austauschvereinbarung hat, stehen die Chancen auf eine erfolgreiche Bewerbung eben schlecht. Kurz vor meinem Abflug erhielt ich dann überraschend doch noch eine Zusage von der Universidade Federal de Santa Catarina. Aber diese kam leider zu spät und ich hatte mich schon für die anderen beiden Krankenhäuser entschieden. Trotzdem als Tipp: Bei den Krankenhäusern immer hartnäckig bleiben, dann klappt es auch mit der Famulatur oder dem PJ-Tertial. Die nötigen Bewerbungsunterlagen sind gut geordnet online zu finden.
Hier der E-Mail Ansprechpartner Herr Silvino Santos:
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