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Artikel vom 31. 01. 2012

MEDI-LEARN - Nah dran am Studi-Leben

Vom Drei-Mann-Unternehmen aus Marburg zum Studentenliebling

Theresa Sturm

Studentennähe, Examensrelevanz und Aktualität. Das beschreibt in drei Worten die Philosophie eines Unternehmens, das trotz durchschlagendem Erfolg und steigender Beliebtheit bodenständig geblieben ist: MEDI-LEARN. Unsere Marburger Lokalredakteurin Theresa Sturm hat sich mit den MEDI-LEARN-Verantwortlichen zum Gespräch getroffen.

Übersicht


MEDI-LEARN exklusivNach oben hoch

Ich hatte die Chance auf ein exklusives Gespräch in gemütlicher Runde in einem Marburger Restaurant mit Dr. med. Dipl. Psych. Bringfried Müller (Mitbegründer und Geschäftsführer, Verantwortlicher für Repetitorien, Lehrbeauftragter für med. Psychologie/Soziologie in Marburg), Christian Weier (Geschäftsführer, Leiter der Redaktion und des Onlinebereichs) und Jens Plasger (zusätzlicher Geschäftsführer und Leiter der Redaktion). Thomas Brockfeld (Geschäftsführer, Verantwortlicher für Repetitorien) konnte bei dem Gespräch leider nicht dabei sein.


Warum MEDI-LEARN?Nach oben hoch

Wie der Name schon vermuten lässt, ist MEDI-LEARN ein Unternehmen "von Medizinern für Mediziner". Die Grundidee ist, Medizinstudierenden das Lernen zu erleichtern. Doch warum braucht es überhaupt jemanden, der einem das Lernen erleichtert? Und wie wird das gemacht?

Wenn Studenten aus diesem durchorganisierten, behüteten und vor allem weichen Nest namens Schule an die Uni kommen, stoßen sie gleich zu Beginn auf einige unerwartete Schwierigkeiten. Stundenplan, Fächer, Bücher, alles hat im schulischen Umfeld seine feste Strukturen, alles ist bis ins letzte Detail geregelt. An der Uni hingegen müssen die Studenten erst mal einen Grundstock an Intelligenz mitbringen, um ihren eigenen Stundenplan zu verstehen. Zudem müssen sie sich durch ein Bündel an neuen Fächern schlagen.

Nichts mehr mit Mathe, Deutsch, Englisch, wie man es so kennt, da lernt man plötzlich Latein, Biochemie und Co. Praktika, Seminare und Vorlesungen geben die Richtung vor, alle Dozenten servieren einem ihr kleines spezielles Stück aus dem riesigen Wissenskuchen der Medizin. Noch dazu gibt es in jedem gut sortierten Buchladen Unmengen an Büchern zu jedem noch so kleinen Randthema. Die Chance, sich dabei für "das Richtige" zu entscheiden, ist aber verschwindend gering. Die einen empfehlen englischsprachige Fachliteratur, die anderen schwören auf Kurzlehrbücher.

Doch welche Ansprüche haben eigentlich die Professoren? Und welches Wissen fordert das Institut für medizinische und pharmazeutische Prüfungsfragen IMPP?

   Externer Link Homepage IMPP

Hier kommt MEDI-LEARN ins Spiel.


Gründung und Geschichte von MEDI-LEARNNach oben hoch

Die beschriebene Problematik betrifft nicht erst die heutige Generation der Jungmediziner, sondern schon frühere. Das erkannten 1988 drei Medizinstudenten aus Marburg an der Lahn: Bringfried Müller, Holger Thiemann und Volker von Zitzewitz . Wie sehr man als Medizinstudent auf den guten Rat von Leuten, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben, angewiesen ist, erfuhren die drei angehenden Ärzte am eigenen Leib. Davon abgesehen sah die Ärztliche Approbationsordnung (ÄAppO) nicht wie heute ein Physikum und ein Hammerexamen vor, sondern ein Physikum und drei Staatsexamen.

Sicherlich spielte auch die Studienfinanzierung eine Rolle, jedoch bot das Trio zunächst vor allem aus "gutem Willen" zum ersten Mal Repetitorien für jüngere Semester an. Ziel des Ganzen: Eine systematische Vermittlung von Prüfungsinhalten und vor allem jede Menge Tipps für die erfolgreiche Teilnahme am Examen. Von Beginn an legten sie den Schwerpunkt auf Prüfungsrelevanz, gedächtnisgerechte Präsentation und Beratung. Dazu gehörten auch "Prüfungsangstgruppen" und Rhetorikkurse. Im Grunde also das, was MEDI-LEARN noch heute anbietet. Die fünfwöchigen Repetitorien standen unter dem Motto "Weg von zu Hause" und fanden deshalb in abgelegenen Kurorten statt, damit die Teilnehmer sich voll und ganz auf den Kurs konzentrieren konnten.

Anschließend kamen als Schulungsorte im Jahr 1998 der "Elisabethbrunnen" in Marburg und 2008 ein Zentrum in Oberweimar dazu.


Wie "knackt" man IMPP-Fragen?Nach oben hoch

Bringfried Müller hatte sich während des vorausgegangenen Studiums der Psychologie bereits intensiv mit Lernstrategien und Prüfungstechniken beschäftigt. Er hatte Fakten über das Lernverhalten und die Examensvorbereitung erarbeitet und diese regelmäßig in Kursen, wie zum Beispiel "MC-Techniken" (Multiple Choice-Techniken) preisgegeben, die bis heute Gültigkeit besitzen. Ich selbst habe den Kurs im Vorfeld des Physikums besucht und konnte einige wirklich hilfreiche Tipps mitnehmen, wie etwa die Wichtigkeit des "genauen" Lesens der Fragen oder, dass Falschantworten mit einem Kreuz, Richtigantworten mit einem Haken gekennzeichnet werden sollten. Mit diesen Techniken ist die Gefahr geringer, bei "Welche Aussage ist falsch"-Aufgaben Fehler zu machen. Außerdem sollte auf die sogenannte "Trennschärfe" der Antwortmöglichkeiten geachtet werden: Von zwei ähnlichen Antworten ist oft eine richtig. Außerdem sind Wörter wie "immer" und "nie" sehr auffallend und meist ein Zeichen einer Falschantwort, da es in der Medizin nahezu nichts gibt, was immer oder nie gilt. Lange Antworten sind außerdem oftmals richtige Antworten, da sich das IMPP gegen alle möglichen Revidierungen absichern will.

Auch Tipps zur gezielten Entspannung waren Teil des Kursinhalts. Regelmäßig Pausen einzulegen oder sich einfach etwas Schönes zu gönnen empfand ich persönlich als den wertvollsten Ratschlag, an den ich mich auch hielt. Ebenso sollte man Ablenkung vermeiden, körperlichen Ausgleich zum Lernen schaffen und wenn man am Tag vor dem Examen nicht schlafen kann: Einfach mal kalt duschen. Das Skript "Lernstrategien" von MEDI-LEARN mit diesen wichtigen Ratschlägen für das richtige Lernen ist im Handel erhältlich und erleichtert definitiv die Prüfungszeit.


Service für PrüfungsabsolventenNach oben hoch

Nur einige Zeit nach der Etablierung der MEDI-LEARN-Kurse wurde ein weiterer, außergewöhnlicher Service von MEDI-LEARN eingeführt: der Examensservice. Die Zeit zwischen dem Tag des Examens und der Zusendung des persönlichen Ergebnisses kann für den einen oder anderen Studierenden zur Qual werden. Deshalb begann MEDI-LEARN, die Ergebnisse des IMPP nach kurzer Zeit per Fax an die Buchhandlungen der Unistädte zu senden, die dann für die Studierenden aushängt wurden. 1995 veröffentlichte Dr. med. Andreas Jerrentrup die Ergebnisse für MEDI-LEARN erstmals im Internet. Dr. Jerrentrup ist Internist an der Uniklinik Marburg und auch in der Lehre tätig.


Heimat im NetzNach oben hoch

Eine große Sparte des Unternehmens ist heute MEDI-LEARN Online, entstanden aus der Fusion mit der Website "Medizinstudent2000". Diese wurde von Christian Weier in Magdeburg ins Leben gerufen und diente einst als Verteiler für Altklausuren und sonstige für das Studium relevanten Unterlagen. Die Homepage erlangte schnell Beliebtheit bei den Studenten und auch MEDI-LEARN wurde darauf aufmerksam. Kurzerhand fragte das Unternehmen Christian Weier, ob er nicht zu MEDI-LEARN dazugehören möchte. Daraufhin wurde dieser MEDI-LEARN-Partner und Geschäftsführer. Erster Mitarbeiter des Online-Bereichs wurde Jens Plasger, der heute mit Christian Weier den Verlags- und Onlinebereich in Kiel mit 27 Mitarbeitern leitet.

Im Jahr 2003 wurde MEDI-LEARN auf die Homepage Rippenspreizer.com aufmerksam, auf der Daniel Lüdeling, ein Arzt aus Essen, Cartoons mit medizinischem Hintergrund veröffentlichte. Rippenspreizer.de ist seit 2010 als MEDI-LEARN Cartoons ebenfalls Teil der "MEDI-LEARN-Familie".

MEDI-LEARN Cartoon (www.rippenspreizer.de)
MEDI-LEARN Cartoon (www.rippenspreizer.de)

Nun fehlt noch eine Sparte der Familie - die Skriptenreihe. Das erste Skript erschien 2006, nachdem die beliebten Repetitorienskripte nicht nur unter Studenten weitergegeben und verkauft, sondern zunehmend bei Ebay eingestellt wurden. Vor diesem Hintergrund beschloss MEDI-LEARN, die Skripte mit den prüfungsrelevanten Inhalten selbst zu vermarkten.

Im Folgenden werden alle MEDI-LEARN-Bereiche noch einmal genauer erklärt:

MEDI-LEARN Repetitorien

Die Repetitorien sind umfassende Intensivkurse für Physikum und Hammerexamen, in denen strukturiert und examensnah Inhalte vermittelt werden, sowie die nötige Rhetorik, um in der mündlichen Prüfung zu punkten. Dabei achten die Dozenten auf einen roten Faden. Das Konzept wurde von Ärzten, Psychologen und Pädagogen erarbeitet und hat nachweisbaren Erfolg. Aus 25% Durchfallquote beim Physikum ohne ein Repetitorium werden etwa 10-12%. Die Universität Göttingen hat MEDI-LEARN 2007 beauftragt, für alle ihre Examensstudenten ein Repetitorium anzubieten, 2008 kamen auch Tübingen und 2010 Essen dazu. Das Vertrauen der Unis in das Konzept beweist die Nachhaltigkeit der Kurse.

Für die Dozenten gibt es spezielle MEDI-LEARN Richtlinien, damit jeder Kurs ein Erfolg wird. Sie müssen dafür eine Dozentenschulung besuchen und zur Probe eine Unterrichtseinheit abhalten. Die vorklinischen Fächer können auch Studierende aus höheren Semestern unterrichten, da diese noch die frischesten Erinnerungen ans Examen und somit den ein oder anderen hilfreichen Tipp parat haben. Alles in einem bleibt MEDI-LEARN auch hier wieder dem Motto "Von Medizinern für Mediziner" treu, da es keine fachfremden Dozenten gibt.


MEDI-LEARN VerlagNach oben hoch

Seit dem ersten Skript "Lernstrategien" sind einige weitere hinzugekommen. Es gibt nun für alle vorklinischen Fächer zwischen einem und sechs Skripten im handlichen Taschenformat. Sogar ein Matheskript ist seit April 2011 auf dem Markt. Im Juli 2011 erschien die 4. Auflage der Reihe.

Die Skripten werden von den Dozenten der Repetitorien geschrieben und von einer Lektorin auf Einheitlichkeit und Sprache überprüft. Ein Dozent schreibt jeweils ein Skript, das bei der Erstauflage von Professoren Korrektur gelesen wird. Wenn ein anderer Dozent die letzte Auflage überarbeitet, stehen bei der nächsten Auflage immer beide Autoren mit auf dem Skript.

In den Skripten wird spezifisch darauf eingegangen, was vom IMPP in den letzten Jahren an Wissen verlangt wurde. An jedes Kapitel schließt sich ein "Das bringt Punkte"-Teil an, den es auch als kleines Booklet im Handel gibt. Das sind Fakten, die gerne in schriftlichen Prüfungen abgefragt werden und mit denen die Medizinstudenten wirklich bei den Profs "punkten" können. Darüber hinaus folgt ebenfalls am Ende jedes Kapitels der "Basics fürs Mündliche"-Teil: In diesem lernt der Leser typische Fragen der mündlichen Prüfung und deren Antworten.


MEDI-LEARN ClubNach oben hoch

Der MEDI-LEARN Club bietet seinen Mitgliedern viele innovative Leistungen, wie etwa den Examensservice per SMS. Bis jetzt einmalig, werten etwa 25 MEDI-LEARN Profis jeweils am Examenstag die Prüfungsfragen von Physikum und Hammerexamen aus und stellen etwa alle 30 Minuten ein Update davon online. Als Clubmitglied können Studenten sich die Ergebnisse auch per SMS zuschicken lassen. Die Trefferquote der Experten liegt bei fast 100%, sodass die Prüflinge schon sehr früh wissen, woran sie sind. Der Examensknacker schlechthin ist wohl einer der vier Geschäftsführer selbst, Thomas Brockfeld, der schon an die 20.000 Examensfragen gesehen und gelöst hat. Zusätzlich können die Studierenden ihre eigenen Ergebnisse hochladen, sodass schon eine Stunde nach dem Examen eine statistische Auswertung möglich ist. Diese weicht aber vom Endergebnis noch um wenige Prozent ab.

Man sollte es jedoch nicht wie ich anstellen: Ich brachte einen Dreher in meine Ergebnisse, sodass ich plötzlich nur 17% am ersten Tag gekreuzt hatte, was sogar schlechter war, als die Rate-Quote. Die Erleichterung kam dann übrigens abends, als ich meine Ergebnisse noch mal neu eingab. Der MEDI-LEARN-Server wird an einem Examenstag bis zu 500.000-mal aufgerufen.

Außerdem gibt es eine Studienplatz-Tauschbörse, Prüfungsprotokolle, eine Berufs- und private Haftpflichtversicherung in Kooperation mit dem Hartmannbund, Seminare, die halbjährlich erscheinende MEDI-LEARN-Printzeitung, die in Via medici mitgeliefert wird, sowie einen Newsletter und einiges mehr. Alle genannten Leistungen werden in enger und langjähriger Zusammenarbeit mit der Deutschen Ärzte Finanz angeboten, die nicht zuletzt die Finanzierung der Premiumangebote im Club sicherstellt.


MEDI-LEARN CartoonsNach oben hoch

Die frühere Homepage Rippenspreizer.com bietet nun auf MEDI-LEARN viele Cartoons mit rettungsdienstlichem und klinischem Hintergrund. Bis jetzt sind schon zwei Cartoonbücher erschienen, ein Drittes folgt im Frühjahr 2012.
Hier noch mal eine kleine Kostprobe:

MEDI-LEARN Cartoons (www.rippenspreizer.de)
MEDI-LEARN Cartoons (www.rippenspreizer.de)


MEDI-LEARN ForenNach oben hoch

Innerhalb der Community sind dem Austausch zwischen den Studenten keine Grenzen gesetzt. Es wird in Foren diskutiert, man berichtet über Auslandsaufenthalte, Prüfungssituationen, bietet Bücher, Tipps und Tricks. Die Foren werden von 25-30 Moderatoren betreut. Pro Monat werden ungefähr 1.000 Beiträge eingestellt. Unterteilt sind die Foren in Studienbewerber, Vorkliniker, Kliniker, Ärzte und sogar die "Rettungsdienstler" werden nicht vergessen.


Was gibt es Neues bei MEDI-LEARN?Nach oben hoch

Seit diesem Jahr gibt es die iPhysikum App, mit der die Medizinstudenten auf ihren iPhones Examen kreuzen können. Sie wird durch Werbung finanziert und ist daher kostenlos und eine gute Ergänzung zu Examen Online von Thieme.

Im ersten Quartal 2012 wird es neben dem "Abenteuer Medizinstudium" auch noch das Buch "Abenteuer Klinik" geben. Ebenfalls erscheinen im Jahr 2012 erstmals zwei Skripte für die Klinik: Augenheilkunde und Intensivmedizin. Weitere Ausgaben sind für 2013 geplant.
Ein aktuelles Projekt von MEDI-LEARN ist das "Wünsch dir was", bei dem pro Examen 300-400 junge Absolventen des Hammerexamens an ihre Wunschkliniken vermittelt werden. Präferenzen wie etwa Ort, Gehalt und Arbeitszeiten werden berücksichtigt.


FazitNach oben hoch

Alles in allem kann MEDI-LEARN als definitiv empfehlenswert für die Prüfungsvorbereitung eingestuft werden. Vom Ersti, der zunächst ob der Unmengen an Literatur abgeschreckt wird, bis hin zum alten Hasen: Jeder stößt bei MEDI-LEARN auf offene Ohren. Mit ihrer Studentennähe und Praxiserfahrung helfen die Macher von MEDI-LEARN jedes Jahr unzähligen künftigen Medizinern, den Lernstress zu bewältigen. Meine persönliche Ansicht: Die "MEDI-LEARN-Familie" ist aus dem studentischen Alltag ebenso wenig mehr wegzudenken wie Via medici und die anderen Angebote des Georg Thieme Verlags.

Alle Infos zu MEDI-LEARN:

   Externer Link Homepage MEDI-LEARN

Infos über die Angebote von Thieme zur Prüfungsvorbereitung:

   Externer Link Prüfungsvorbereitung bei Thieme


 
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