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Artikel vom 19. 08. 2009

Ein Leben im weißen Kittel: Kindertraum oder späte Berufung?

Miniumfrage der Leseprobe 3/09

Die einen wissen schon im Kindergarten, dass sie später Menschenleben retten, Kranke heilen oder Babys auf die Welt bringen möchten. Diesen Traum verfolgen sie dann auch konsequent bis zum Studium.

Übersicht

Andere entdecken diese Möglichkeit erst später für sich, wenn sie etwa im Abi gut abschneiden, die Eltern einem dazu raten oder weil ein Schlüsselerlebnis ihnen den unbedingten Willen einimpft, künftig Menschen, die in Not sind, helfen zu wollen. Wie sieht es bei Ihnen aus? Wussten Sie schon immer, dass Sie Arzt werden möchten und konnten sich nie etwas anderes vorstellen? Oder haben Sie sich eher spontan dafür entschieden?

"...schon als Baby auf Mediziner geeicht...?"Foto: stockbyte
"...schon als Baby auf Mediziner geeicht...?"
Foto: stockbyte

Sie konnen abstimmen und uns Ihre Meinung sagen. Unsere Miniumfrage für die Leseprobe 3/09 lautete:


Geht mit dem Medizinstudium für Sie ein Kindheitstraum in Erfüllung?


ErgebnisNach oben hoch


Von 243 Teilnehmern sagten 152 (62,5%), mit dem Medizinstudium gehe ein Kindheitstraum in Erfüllung, 86 Teilnehmer (35%) haben sich erst später für den Beruf des Arztes entschieden.


Leserkommentare dazuNach oben hoch

Ja, mein Kindheitstraum ist in Erfüllung gegangen:

 Ich habe zwar zunächst eine Ausbildung zur Automobilkauffrau gemacht und einige Zeit gearbeitet. Meinen Kindheitswunsch habe ich aber immer im Hinterkopf gehabt. Jetzt mit 28 (spät, aber besser als nie) beginne ich das Medizinstudium.
 Da sich meine Eltern früh trennten und ich als kleines Kind oft krank war, wollte ich meinen Papa immer mit meiner Kinderärztin verkuppeln. Ich habe schon immer zu Ärzten aufgesehen. Für mich war also klar, ich werde mal Ärztin.
 Habe meinen Kuscheltieren schon Spritzen gegeben.
 Schlüsselerlebnis: als Vorschulkindern wurde uns das Krankenhaus gezeigt. Wer arbeitet dort? Was machen die Leute? Wie helfen sie uns? Was sind Krankheiten? Hat mich so beeindruckt, dass von da an mein Ziel fest stand!
 Habe mir schon im Kindergarten gewünscht einmal Ärztin zu werden - und jeder hat mich ausgelacht.
 Seit ich "Emergency Room" mit 12 Jahren im Fernsehen gesehen habe, wollte ich doch lieber Arzt und nicht mehr Tierarzt werden.
 Ich habe als Kind schon Krankenhaus- und Arzt-Bilderbücher geliebt und mit meinen Geschwistern und Freunden sehr gerne Arzt gespielt (z.B. habe ich mit meinen Geschwistern Puppen operiert). Ausserdem fand ich Krankenhäuser immer sehr faszinierend! Auch als ich älter wurde, ließ die Begeisterung für die Medizin nicht nach, sondern nahm zu.
 Ja, aber wie "steinig" dieser Weg manchmal sein kann, hätte ich mir damals nicht gedacht ...
 Ich wollte Medizin studieren, seitdem ich acht Jahre alt war. In den alten Freundschaftsbücher meiner Freunde habe ich auch schonn immer den Berufswunsch Arzt angegeben. Ich habe auch meine Leistungskurse und Grundkurse so gewählt, dass ich möglichst viel für das Studium mitnehmen konnte. Jetzt hab ich es nach drei Wartesemester geschafft einen Platz zu bekommen. Auch wenn es manchmal hart ist: Nachdem immer die Prüfungen um sind, weiß ich, dass es das Richtige für mich ist.
 Ich will schon seit ich denken kann Medizin studieren; es ist für mich der wundervollste Beruf, den man überhaupt ausführen kann!

Nein, Arzt zu werden ist nicht mein Kindheitstraum:

 Ich wollte NIE medizin studieren, niemand aus meiner Familie ist Arzt. Ich bin da eher reingerutscht, gehe aber jetzt vollkommen darin auf.
 Ich wollte immer Wissenschaftsjournalistin werden. Aber schon in der ersten Studienwoche ist mir klar geworden, dass der Arztberuf das Richtige für mich ist.
 Ich habe mich erst nach meinem Abitur für den Arztberuf entschieden. Habe mein Examen jetzt in der Tasche und würde immer wieder Medizin studieren.
 Nach dem Abitur wusste ich nicht, was ich machen wollte und absolvierte zunächst meinen Zivildienst im Krankenhaus (Pflegehelfer Psychiatrie). Die Tätigkeit der Ärzte dort hat mir sehr gefallen, und ich habe mir auch arzliche Tätigkeiten über die Psychiatrie hinaus angesehen. Irgendwann dachte ich: Das ist es!
 Ein richtiger Berufswunsch hatte sich bei mir im Kindheitsalter nicht entwickelt. Durch mein gutes Abi standen mir aber vielen Türen offen. Für die Medizin habe ich mich entschieden, weil es vielseitig, interessant und spannend ist, aber der Mensch immer im Mittelpunkt steht.
 Ich wollte während meiner Kindheit zur Bundeswehr gehen und später, kurz vor dem Abitur, noch als Polizeibeamter arbeiten - nicht so viel lernen, mehr Aktion... Naja, nun habe ich die Aktion als Chirurg im OP!
 Eigentlich wollte ich Postbotin werden. Nach dem Abi hatte ich schon meine Zulassung zum Studium Deutsch und Englisch auf Gymnasiallehramt, aber dann kam die Zulassung zum Medizinstudium und ich habe mich spontan umentschieden. Bis jetzt habe ich es nicht bereut.
 Wenn man mich als Kind gefragt hat, was ich werden will, dann war meine Antwort in etwa diese: "Alles nur nicht Ärztin". Ich bin erst über Umwege zu diesem Beruf gekommen, doch heute ist es mein Traumjob. Meinen kindlichen Argwohn gegenüber Ärzten habe ich allerdings behalten und versuche nun Positives daraus zu ziehen, indem ich mich bemühe, mehr auf die Privatsphäre und Persönlichkeit meiner Patienten zu achten als viele andere es tun. Es ist traurig zu sehen, dass es viele Ärzte gibt, die nicht einmal nachvollziehen können, dass einige medizinische Untersuchungen für den Patienten entwürdigend sein können, auch wenn diese für den Arzt selbst Routine sind.


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