Protest der Mainzer Medizinstudenten
Revisionsbeschluss zur PJ-Aufwandsentschädigung nur Teilerfolg auf dem Weg zum Ziel
Hartmannbund
Im Vorfeld der Kundgebung der Mainzer Medizinstudenten am morgigen Donnerstag forderten die Hartmannbund-Vertreterinnen der Johannes-Gutenberg-Universität gemeinsam mit den Medizinstudenten des 10. Semesters die Rücknahme der Einschränkungen zu PJ-Leistungen.
Unter dem Motto: "Mussten Sie schon mal ein Jahr lang gratis arbeiten? - Wir schon!" appellierten sie an eine höhere Wertschätzung der Medizinstudenten im Praktischen Jahr. "Die Zuwendungen für PJ-Studenten müssen über die fixierte Kostenübernahme von Verpflegung und Unterkunft hinausgehen. Im Sinne eines echten Wettbewerbs sollten die Einrichtungen dem medizinischen Nachwuchs auch weitere Leistungen anbieten können. Alles andere wäre in Anbetracht der bundesweit eher PJ-freundlichen Entwicklung ein Rückschritt", sagten Isabel Heinz und Anne Lamers.

Poster: PJ-Aktion Mainz
Hintergrund des Protestes ist die im Juli von der Universitätsmedizin Mainz und den 23 Lehrkrankenhäusern veröffentlichte Einigung, nach welcher die Ausbildungsinstitutionen den PJ-Studenten Leistungen im Wert von maximal 1.000 Euro pro Tertial anbieten dürfen. Zwar sei die Revision dieses Beschlusses Anfang November, die die Preisgrenze für Kost und Logis aufhebt und den Studierenden optional weitere Sachleistungen von bis zu 250 Euro Gegenwert zugesteht, ein Teilerfolg für die Medizinstudenten, das eigentliche Problem aber damit nicht aus dem Wege.
Rückendeckung für die Forderungen nach besseren Bedingungen im Praktischen Jahr erhalten die beiden Univertreterinnen auch vom Vorstand des Hartmannbund-Landesverbandes Rheinland-Pfalz. "In der Sache sind wir uns absolut einig. Was uns aber ganz besonders freut, ist das immense Engagement, mit dem sich unsere beiden Studentinnen für die Ziele der Mainzer Kommilitonen einsetzen - und das neben ihrem normalen Stundenplan", sagte der Vorsitzende Karl Baum.
Neben der hundertprozentigen Unterstützung der allgemeinen Forderungen der Mainzer Medizinstudenten (siehe unten) kündigte Baum gemeinsam mit Heinz und Lamers an, Bildungsministerin Doris Ahnen um eine Stellungnahme insbesondere zum Thema "Lehrmittelkürzung in Mainz?" zu bitten. Ein entsprechendes Schreiben gehe in den kommenden Tagen heraus.
Homepage von hartmannbund.de
Mainzer Medizinstudenten wehren sich gegen Kürzungen
Morgen, den 19.11.2009 findet um 10 Uhr eine Kundgebung der Mainzer Medizinstudenten an der Uniklinik statt.
Dies geschieht aus zweierlei Gründen:
| | 1. Das Lehrbudget wurde um 2,3 Millionen Euro gekürzt. |
| | 2. Zum anderen beklagen die Studierenden die schlechten Bedingungen
im Praktischen Jahr (PJ). |
Die Forderungen der Mainzer Medizinstudenten sind demnach folgende:
| | » | Mehr Gelder für die Lehre – keine Budgetkürzungen |
| | » | Freie Kost und Logis oder adäquate Kompensation für Medizinstudenten im PJ |
| | » | Indirekte Zuwendungen bis 250 Euro pro Monat müssen zulässig sein |

Postkarte: PJ-Aktion Mainz
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