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Artikel vom 30. 06. 2011

bvmd fordert: Keine Studienplatzzahlerhöhung, mehr gemeinsames Lernen, alternatives Hochschulranking

Tagung der Bundesvertretung der Medizinstudierden in Deutschland e.V. am 19. Juni 2011 in Tübingen

Margarete Naser

Eine belebende Wirkung könnte ein Vorschlag der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland auf den Studiengang Medizin haben. Die Idee ist das Medizinstudium und die Ausbildung anderer medizinischer Berufsgruppen in Zukunft stärker miteinander zu vernetzen. Dagegen sprachen sich die Studierenden ganz entschieden gegen eine Erhöhung der Studienplätze aus. Das bisherige Hochschulranking durch das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) wurde scharf kritisiert.

Übersicht


Mehr Studienplätze gegen Ärztemangel?Nach oben hoch

Die bvmd ist der Ansicht, dass eine höhere Anzahl von Studienplätzen im Fach Humanmedizin keine geeignete Maßnahme gegen einen drohenden Ärztemangel in Deutschland ist. Die angehenden Mediziner begrüßten deshalb die Streichung dieses Vorschlages im aktuellen Referentenentwurf zum Versorgungsgesetz.

Sie befürchten durch eine Erhöhung der Studienplatzanzahl eine deutliche Abnahme der Ausbildungsqualität und wiesen darauf hin, dass mehr Studienplätze keineswegs eine unmittelbare verbesserte Patientenversorgung herbeiführe. Hilfreicher sei eine ehrliche Diskussion über Gründe des geringen Interesses von jungen Ärzten an einer Arbeits- und Lebensperspektive in strukturschwachen Regionen.


Miteinander statt gegeneinanderNach oben hoch

Großen Verbesserungsbedarf sieht die bvmd in der interprofessionellen Zusammenarbeit im Gesundheitswesen.

Um bestehende Vorurteile zwischen den Berufsgruppen so früh wie möglich abzubauen und die Zusammenarbeit von Medizinern und anderen Gesundheitsfachberufen zu verbessern, sei es notwendig, Lehrveranstaltungen schon während der Ausbildung zu vernetzen.

Das Konzept des "cooperative learnings" fördere das Lernen im Team. So könnten angehende Mediziner und Pflegende, beispielsweise, Gips- oder Notfallkurse gemeinsam besuchen.


Ablehnung des CHE-RankingsNach oben hoch

Die bvmd spricht sich entschieden gegen das CHE-Hochschulranking aus und lehnt eine Zusammenarbeit mit dem CHE prinzipiell ab. Damit folgen die Studierenden dem Beispiel der Schweizer Hochschulen, der Österreichischen Qualitätssicherungsagentur und vieler deutscher Hochschulen, die dem CHE die Zusammenarbeit schon aufgekündigt haben.

Seit Jahren steht dieses Rankingsystem wegen methodischen Schwächen in der Kritik. Den Betreibern, CHE, Hochschulrektorenkonferenz und Bertelsmann Stiftung, wird vorgeworfen, dass sie mit diesem Projekt kommerzielle und ideologische Interessen verfolgen.

Die bvmd schlägt vor, eine öffentliche Informationsplattform einzurichten, die objektive Informationen über die verschiedenen Fakultäten einander neutral gegenüberstellt, anstatt sie hierarchisch zu ordnen.

Quelle: Pressemeldung der bvmd

   Externer Link Mehr Informationen über die Tagung der bvmd


 
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