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Artikel vom 13. 01. 2011

bvmd zu Haiti: Konsequentes Handeln erforderlich

Medizinstudierende in Deutschland zeigen sich besorgt über Ausbildungssituation in Haiti

Pressemitteilung der bvmd vom 12.01.2011

Die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland zeigt sich besorgt über die schleppende Wiederaufnahme der medizinischen Ausbildung in Haiti und fordert ein konsequentes Handeln der haitianischen Regierung sowie eine Verstärkung der internationalen Bemühungen um die Wiederherstellung des Gesundheits- und Bildungssystems Haitis und eine raschere Freigabe bereits zugesagter Hilfen.

Übersicht


Kein Wiederaufbau von UnterrichtsgebäudenNach oben hoch

Studierende der staatlichen medizinischen Fakultät der Université d’Etat d’Haiti stehen in engem Kontakt mit bvmd-Vertretern und berichten, dass ein Jahr nach dem verheerenden Erdbeben vom 12. Januar 2010, dem über 230 000 Menschen zum Opfer fielen [1] und das weite Teile der Hauptstadt Port-au-Prince verwüstete, noch nicht mit dem Wiederaufbau der durch das Beben zerstörten Unterrichtsgebäude begonnen wurde. Dies trifft in ähnlicher Weise auch auf zwei der drei anderen medizinischen Fakultäten des Landes zu. Von den 600 Studierenden der staatlichen medizinischen Fakultät sind 500 unmittelbar durch Unterrichtsausfälle betroffen.


Forcierte Ausbildung notwendigNach oben hoch

Ohne das Ergreifen entsprechender Maßnahmen, werden 2011 voraussichtlich mehr als 100 junge Ärztinnen und Ärzte ihre Ausbildung nicht rechtzeitig abschließen können und so dem Gesundheitssystem fehlen, berichtet Valéry Moise, Verantwortlicher für Öffentlichkeitsarbeit der Studierendenvertretung der staatlichen medizinischen Fakultät von Haiti. Dies zeigt in drastischer Weise, wie dringlich eine forcierte Ausbildung in den Gesundheitsberufen in dem von Krisen geschüttelten Karibikstaat ist, unterstreicht Georg Beyer, Koordinator der Haiti-Initiative „Lehre ohne Grenzen“ der bvmd.


Schwierige Lage noch verschlimmertNach oben hoch

Das haitianische Gesundheitssystem hatte bereits vor den Katastrophen des Jahres 2010 mit enormen Problemen u.a. in Form von Fachkräftemangel durch unzureichende Ausbildung und Abwanderung zu kämpfen [2-4]. Durch das Beben habe sich die ohnehin schwierige Lage noch verschlimmert [5]. Die enormen Probleme im Gesundheitswesen Haitis sind mittel- und langfristig nur durch eine suffiziente Ausbildung eigenen Fachpersonals zu bewältigen.


AutorenNach oben hoch

bvmd, AG für Public Health und Entwicklungszusammenarbeit/Standing Committee on Public Health
Anne-Christine Buteau, Presidente de la Association Haitienne d'Etudiants en Medecine
Valery Moise, Responsable des Relations Publiques de la Association Haitienne d'Etudiants en Medecine


Quellen/ReferenzenNach oben hoch

1.) AP. „Haiti raises earthquake toll to 230 000“ The Washington Post. Feb-10-2010
Zu finden unter: http://www.washingtonpost.com/wpdyn/
content/article/2010/02/09/AR2010020904447.html
2.) World Bank (2008) Haiti Conutry Data Profile. Zu finden unter: http://ddpext.worldbank.org
3.) Jadotte, Evans. “International Migration, Remittances, and Labor Supply: The
Case of the Republic of Haiti.” United Nations University World Institute for
Development Economics Research. Research Paper 2009/28 (May 2009)
4.) Ivers, Louise C. „Increasing Access to Surgical Services for the Poor in Rural
Haiti: Surgery as a Public Good for Public Health” World J Surg (2008) 32:537–
542
5.) Sullivan, Theresa. „The Aftermath of Haiti’s Earthquake and its Tie to Haiti’s
“Brain Drain” WPHR online (2010). Zu finden unter:
http://wphr.org/2010/theresa-sullivan/the-aftermath-of-haiti%E2%80%99searthquake-and-its-tie-to-haiti%E2%80%99s-%E2%80%9Cbrain-drain
%E2%80%9D/

 
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