Medizinstudium
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Arzt im Beruf
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| Motivation für den Arztberuf |
Mit 7,2 auf einer Skala von 1 (sehr gering) - 10 (sehr hoch) liegt die Motivation für den Arztberuf bei den Medizinstudierenden im oberen Bereich und zeigt keinen Unterschied zwischen Männern und Frauen.

Betrachtet man jedoch die Motivation in Abhängigkeit vom Ausbildungsstand, zeigt sich, dass die Motivation langsam aber deutlich abnimmt. Liegt sie bei den Vorklinikern im Schnitt noch bei 7,8, sinkt sie bei Studenten im Praktischen Jahr auf 7,0 herunter. Nach Abschluss des Praktischen Jahres, wenn die Absolventen endlich ärztlich arbeiten dürfen und sich eigenverantwortlich in den Arztberuf "stürzen" können, rutscht die Motivation noch einmal um 0,5 Prozentpunkte auf 6,5 hinunter. Interessant ist, dass sich bezüglich der Motivation und ihrer Veränderung - vor und nach dem PJ - seit 2004 nichts geändert hat - die Motivation Teilnehmer der aktuellen Umfrage liegen bei denselben Werten wie die ihrer Kommilitonen vor 2 Jahren!

| Patienten im Studium und im Praktischen Jahr |
Mit der neuen Approbationsordnung in Deutschland sollten klinisch-praktische Tätigkeiten bereits während des Studiums ein deutlich stärkereres Gewicht bekommen. 69 Prozent der Medizinstudierenden halten das auch für sehr wichtig. Doch scheinen die Lehrpläne der Universitäten dieser Vorgabe noch nicht ausreichend nachzukommen, denn 32 Prozent der Studenten sehen hier noch sehr große Defizite! Ähnlich verhält es sich mit der Patientennähe im Studium: 60 Prozent halten Patientenkontakt im Studium für sehr wichtig, 33 Prozent für wichtig, zufrieden mit der bestehenden Situation sind 14 Prozent. Für 22 Prozent der Medizinstudenten gibt es hier noch dringenden Handlungsbedarf.

An vielen Krankenhäusern ist es bereits Usus, dass die PJ-Studenten ihre "eigenen" Patienten zugewiesen bekommen, die sie von der Aufnahme bis zur Entlassung unter Aufsicht selbstständig betreuen. Ziel ist es, den Patienten führen zu lernen, ein Gespür für den Krankheitsverlauf zu bekommen, den kürzesten und sinnvollsten Weg zur Diagnose zu finden und die Therapie festzulegen und zu überwachen. Das Votum der Medizinstudenten für diese Art Verantwortung zu übernehmen verteilt sich gleichermaßen: 45 Prozent erachten eigene Patienten bereits während der Famulatur oder des PJs als sehr wichtig, immer noch wichtig erscheint es 46 Prozent. Dennoch sehen 50 Prozent Defizite in diesem Bereich. 13 Prozent waren diesbezüglich mit der Situation an den Kliniken zufrieden.

| Engagierte Chefs und Oberärzte |
In der Aus- und Weiterbildung engagierte Chef- und Oberärzte sind 64% der Teilnehmer sehr wichtig, glücklicherweise sagen nur 14 Prozent, dass die Defizite diesbezüglich in den Kliniken sehr groß seien. Dennoch konstatieren 51 Prozent, dass sich die Chef- und Oberärzte stärker engagieren müssten.

Noch wichtiger ist den Medizinstudenten die Anleitung durch den Stationsarzt oder die Stationsärztin. 81 Prozent stufen die Betreuung als sehr wichtig ein, die Defizite liegen auf einem ähnlichen Niveau wie bei den Chef- und Oberärzten: 15 Prozent halten sie für sehr groß, 48 Prozent sehen Verbesserungsbedarf. Lediglich 8 Prozent der Medizinstudenten waren bisher mit der Betreuung durch ihre Stationsärzte zufrieden.

| Die Zusammenarbeit auf Station |
Teamarbeit ist für die meisten ein entscheidender Faktor, ob die Arbeit Spaß macht und reibungslos funktioniert. 71 Prozent halten die Zusammenarbeit der Ärzte untereinander für sehr wichtig, 88 Prozent sehen hier noch Spielraum für Änderungen. Glücklicherweise stufen nur 10 Prozent die Defizite als sehr groß ein.

Die Zusammenarbeit mit den Pflegekräften wird stärker beanstandet, 19 Prozent der Medizinstudierenden finden, dass die Teamarbeit zwischen Ärzten und Pflegekräften sehr zu wünschen übrig lässt. Weitere 25 Prozent sehen hier große Lücken. Allerdings wird diese interdisziplinäre Zusammenarbeit nicht ganz so hoch eingestuft wie die ärztliche Zusammenarbeit: 55 Prozent erachten sie als sehr wichtig.

Eine angstfreie Arbeitsumgebung ist 69 Prozent der Medizinstudenten und jungen Ärzten sehr wichtig, lediglich 6 Prozent messen diesem Faktor kaum bis keinen Stellenwert ein. 16 Prozent empfinden hier noch sehr große Defizite, 25 Prozent große. 13 Prozent waren mit der derzeitigen Situation zufrieden.

| Der Berufseinstieg |
Deutlich bemängelt wurde die fehlende strukturierte Einlernphase zum Berufseinstieg. Wer sich innerhalb einer gewissen Schonfrist an die Stationsroutine gewöhnen und die Abläufe in Ruhe kennen lernen darf, wird deutlich stressfreier seinen Arbeitsalltag beginnen können als derjenige, der ins kalte Wasser geworfen wird und am besten schon vom ersten Tag an den Vorgänger perfekt ersetzen soll. 63 Prozent sehen die Einlernphase als sehr wichtig an, immer noch wichtig stufen sie 31 Prozent ein. Die Defizite sind für 38 Prozent sehr groß, für 30 Prozent groß. Nur 3 Prozent sehen keinen Handlungsbedarf!

Für 75 Prozent sind ärztliche Vorbilder sehr wichtig bzw. wichtig, für ein Viertel der Teilnehmer hat dieser Faktor weniger bis keine Relevanz. So fehlt 27 Prozent der Medizinstudierenden in diesem Bereich nichts. Die anderen wünschen sich mehr Vorbilder in ihrem Berufsleben, an denen sie sich orientieren können.

Einen Mentor während der Weiterbildungszeit halten 38 Prozent für sehr wichtig, 43 für wichtig. Üblich sind Mentoren in Deutschland nicht, im Gegensatz zu Schweden, wo der Weiterbildungsassistent seinen beruflichen Werdegang mit seinem Mentor plant und bespricht. So sehen 33 Prozent der Studierenden und jungen Ärzte hier sehr große, 26 Prozent große Defizite.

Die ärztliche Tätigkeit soll spannend und abwechslungsreich sein! Für 80 Prozent der Medizinstudierenden und jungen Ärzten ist dies wichtig bzw. sehr wichtig. Immerhin haben 26 Prozent dies auch so erlebt. Nur 6 Prozent sehen sehr große Defizite, 16 Prozent sehen großen Änderungsbedarf, für 52 Prozent sind Defizite vorhanden.
| Faktoren, die sich auf die Motivation auswirken |
Deutlich wichtiger als die Bezahlung ist künftigen Ärzten ein gutes Betriebsklima, weniger Verwaltungstätigkeit und Familien- bzw. Freizeitfreundliche Arbeitszeiten. Beruhigend, dass nur 13 Prozent das Betriebsklima an Krankenhäusern für stark verbesserungswürdig halten. Dagegen führen die Verwaltungstätigkeit und die Arbeitszeiten mit deutlichem Abstand die Liste mit den sehr großen Defiziten an.
Sehr große Bedeutung haben die folgenden Kategorien in absteigender Priorität:
| Gutes Betriebsklima | 80 Prozent |
| Verminderung von Verwaltungstätigkeit | 63 Prozent |
| Familien- und freizeitfreundliche Arbeitszeiten | 62 Prozent |
| Gute Bezahlung | 33 Prozent |
| Möglichkeit zur Teilzeitarbeit | 33 Prozent |
| Flache Hierarchien | 27 Prozent |
| Forschung während der Arbeitszeit | 11 Prozent |
Sortiert nach den größten Defiziten zeigt ergibt sich folgendes Bild:
| Verminderung von Verwaltungstätigkeit | 69 Prozent |
| Familien- und freizeitfreundliche Arbeitszeiten | 67 Prozent |
| Möglichkeit zur Teilzeitarbeit | 40 Prozent |
| Gute Bezahlung | 51 Prozent |
| Flache Hierarchien | 33 Prozent |
| Forschung während der Arbeitszeit | 24 Prozent |
| Gutes Betriebsklima | 13 Prozent |
| Teil 2: Ausland, Facharztausbildung |
| Weiter zu Teil 2 |
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