Oberärzte werden zu einfachen Fachärzten degradiert
Was ist ein Funktionsbereich und was heißt übertragen?
Der Spiegel widmet sich in seiner Ausgabe vom 02. April 2007 den Ärzten, genauer gesagt: den Oberärzten. Auch diese haben 2006 gestreikt, für bessere Arbeitsbedingungen aber auch für mehr Gehalt, nachdem sie sich "in den vergangenen Jahren als Verlierer des deutschen Krankenhaussystems erwiesen haben." Nun hatten sie sich 15% mehr Gehalt erstritten. Doch die Oberärzte haben die Rechnung ohne die Krankenhäuser und Kliniken gemacht.
Der Spiegel schildert den Fall des Oberarztes Udo B., 40 Jahre. Laut Vorlesungsverzeichnis der Uni Düsseldorf und Internetseite der Uni-Klinik ist er Oberarzt. Er erstreitet nun vor Gericht, dass er diesen Titel nicht nur führen darf, sondern dass er auch entsprechend bezahlt wird. Momentan erhält er das Gehalt eines einfachen Facharztes, zum Oberarzt macht das laut Spiegel eine Differenz von 1185 Euro.
"Vom rätselhaften Schwund der nach den Chefärzten bestbezahlten Ärztegruppe werden derzeit Kliniken in ganz Deutschland heimgesucht." Fachärzte sollen nach Recherchen des Spiegel nur noch in Ausnahmefällen als "echte" Oberärzte beschäftigt werden.
Die Uniklinik Düsseldorf rechtfertigt sich, eine Bezahlung der Oberärzte als Oberärzte werde "noch einmal 1,2 Millionen Euro im Jahr mehr kosten". Die Uni Düsseldorf machte zuletzt 12,9 Millionen Euro Verlust.
Das Uniklinikum Ulm wird von der Landesärztekammer Baden-Württemberg gerügt, weil es Fachärzte sogar nur als Assistenzärzte honoriert.
Fünf Anästhesisten der Uniklinik Düsseldorf, so der Spiegel, habe schon Konsequenzen gezogen. Sie haben zeitgleich gekündigt und sind ins benachbarte Holland gegangen.
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