Für ein besseres PJ: Mehr Bildung, weniger Hakenhalten
Marburger Bund und bvmd starten bundesweite Aktion
Silja Schwencke
Die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (bvmd) startet zusammen mit der Ärztegewerkschaft Marburger Bund eine Kampagne für ein besseres Praktisches Jahr. Wie Vertreter der Organisationen jetzt auf einer Pressekonferenz in Berlin bekannt gaben, hatten sich in der letzten Zeit vermehrt Studierende über ihre Ausbildung im PJ beschwert.
Übersicht
Viele PJler hätten das Gefühl, vor allem als Lückenfüller auf unterbesetzten Stationen zu dienen. Hauptsächlich würden sie dort lernen, wie man Akten oder Röntgenbilder sucht, Infusionen anhängt und Blut abnimmt - andere Lerninhalte kämen viel zu kurz.
Ein weiteres Problem: "Etliche Studenten nehmen alle ihre Fehltage am Schluss des PJs, um sich vernünftig auf das Staatsexamen vorbereiten zu können", sagte Dominique Ouart, Präsident der bvmd. "Durch das Jahr schleppen sie sich dafür krank in die Klinik."
| Lösungsvorschläge von MB und bvmd | hoch |
Damit das Praktische Jahr besser wird, fordern Marburger Bund und bvmd: Medizinstudierende sollen bundesweit frei wählen können, an welchem Lehrkrankenhaus sie ihr PJ ableisten. Welche Klinik Akademisches Lehrkrankenhaus wird, sollen nicht mehr nur die Universitäten allein bestimmen. Denn diese würden vor allem danach entscheiden, ob die Klinik ein "strategisch günstiger Partner sei", so Dominique Ouart, und nicht nach der Qualität der Ausbildung an den Häusern gehen. Ein freierer Wettbewerb um die Studierenden würde die Kliniken zwingen, das PJ attraktiver zu gestalten.
Außerdem solle bundeseinheitlich definiert werden, welche praktischen Fertigkeiten und welche theoretischen Inhalte die Studierenden im Praktischen Jahr genau erlernen sollen. Bisher erläutert die Approbationsordnung nur den Zweck des PJs.
| Aufmerksamkeit schon bei jungen Semestern | hoch |
Um die Politik und vor allem auch Medizinstudierende aus jüngeren Semestern auf die Probleme aufmerksam zu machen, planen die beiden Organisationen eine Poster- und eine Postkartenaktion. Außerdem haben sie eine Wanderausstellung ins Leben gerufen, die Skelette in typischen "PJler-Posen" zeigt, zum Beispiel Akten tragend oder Haken haltend. Die Wanderausstellung wird demnächst in Hamburg starten und von dort aus weiter durch die Medizinischen Fachschaften ziehen.
Bei Via medici online finden Sie zahlreiche Informationen zum PJ. Unter anderem aufgeführt sind hier auch die Ergenisse unserer PJ-Umfragen, die schon in den vergangen Jahren die Unzufriedenheit der Studentinnen und Studenten mit dem PJ belegen.
Nähere Informationen zur aktuellen Aktion finden Sie hier:
http://www.marburger-bund.de/pj
http://www.bvmd.de/pj
|