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Artikel vom 25. 04. 2008

Tarifkommission des Marburger Bundes stimmt Tarifeinigung zu

Kompromiss mit mehr Licht- als Schattenseiten

Pressemitteilung des Marburger Bunds

Die Große Tarifkommission der Ärztegewerkschaft Marburger Bund (MB) hat dem am 8. April 2008 ausgehandelten Tarifvertrag für die rund 55 000 kommunalen Krankenhausärzte zugestimmt.

„Der zweite Tarifvertrag des Marburger Bundes für die kommunalen Klinikärzte ist ein weiterer wichtiger Baustein auf dem Weg zu einheitlichen ärztlichen Arbeitsbedingungen in deutschen Krankenhäusern“, erklärte der 2. Vorsitzende des MB, Dr. Andreas Botzlar. Die Kommunen würden so ihre Chancen im Wettbewerb um ärztliche Mitarbeiter und damit ihre Wettbewerbschancen insgesamt verbessern.

Aus Sicht der Krankenhausärzte bezeichnete Botzlar den Tarifabschluss als schwierigen Kompromiss mit mehr Licht- als Schattenseiten. Erfreulich sei beispielsweise die umgehende Angleichung der Ostgehälter an das Westniveau, was den Ärzten in den neuen Bundesländern zusätzlich drei Prozentpunkte mehr Einkommen beschere. Auch die Beschleunigung der zeitlich gestaffelten Gehaltsaufstiege sei ein Erfolg. Ab dem 1. Januar 2009 würden beispielsweise Fachärzte der vierten Entgeltstufe nicht mehr wie bisher erst nach 60 Monaten, sondern bereits nach 24 Monaten in die nächst höhere Stufe aufsteigen.

„Beim Einkommensplus mussten wir jedoch auf die Zähne beißen und von unseren ursprünglich geforderten rund 10,2 Prozent abrücken“, so Botzlar. Die Einigung sehe nunmehr zum 1. April 2008 eine Gehaltssteigerung von durchschnittlich rund vier Prozent und zum 1. Januar 2009 um weitere 3,8 Prozent vor. „Um die großen Unterschiede zu den im Ausland gezahlten Ärzteeinkommen auch nur annähernd schließen zu können, genügt dieser Abschluss leider nicht“, sagte Botzlar. Er sieht damit die massive Ärzteflucht ins Ausland und in nicht-kurative Berufsfelder noch lange nicht eingedämmt.

Erfreulich sei hingegen, dass der Marburger Bund die Versuche der Arbeitgeber habe abwehren können, die Regel-Arbeitszeit der Ärzte von 40 auf 41,5 Wochenstunden zu erhöhen und zudem eine so genannte „Bezahlung nach Leistung“ einführen zu wollen, ohne dass geklärt sei, von wem und nach welchen Kriterien die Leistung beurteilt werde. Botzlar: „Summa summarum überwiegen die Vorteile dieses Abschlusses, der wohlgemerkt ohne langwierige Streiks und somit im Sinne der Ärzte, Kliniken und Patienten erreicht werden konnte.“


 
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