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Artikel vom 21. 09. 2010

Junge Medizinergeneration von heute: selbstbewusst, flexibel, gefragt

Über 12.000 Medizinstudierende äußerten in einer Umfrage, was sie vom Arztberuf erwarten.

PM der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV)

„Die jungen angehenden Ärztinnen und Ärzte wissen, dass ihre Arbeit gefragt ist. Sie haben das Privileg, sich später aussuchen zu können, ob sie in einer Klinik oder in einer Praxis arbeiten. Sie sind selbstbewusst und flexibel“, lautet das Fazit von Dr. Carl-Heinz Müller, Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV).

Übersicht


Berufsmonitoring unter 12.000 MedizinstudierendenNach oben hoch

Über 12.000 Medizinstudenten fast aller Universitäten hatten sich an der bislang größten derartigen Befragung beteiligt. Die Ergebnisse des Berufsmonitorings Medizinstudenten stellte Müller gemeinsam mit Dr. Volker Hildebrandt, Generalsekretär des Medizinischen Fakultätentags (MFT), sowie Privatdozent Dr. Rüdiger Jacob, Akademischer Direktor im Fach Soziologie der Universität Trier, am Montag in Berlin vor.


Niederlassung als Hausarzt wenig attraktivNach oben hoch

„Die Umfrage belegt aber auch, welche Tätigkeiten für Deutschlands Nachwuchsärzte wenig attraktiv sind: Die Bereitschaft für eine Niederlassung als Hausarzt ist relativ gering. Lediglich 38 Prozent der nächsten Medizinergeneration können sich dies vorstellen. Attraktiver ist hingegen eine Niederlassung als Facharzt. 75 Prozent der Studenten gaben an, sich vorstellen zu können, später eine eigene Praxis zu eröffnen“, erläuterte Jacob, der die Befragung durchgeführt hatte.

50 Prozent der angehenden Ärztinnen und Ärzte erklärten, dass drohende Regressforderungen von Krankenkassen die Niederlassung unattraktiv machen. „Die KBV fordert schon lange, dass Regresse wegfallen müssen. Es darf nicht sein, dass das finanzielle Risiko von Arzneimittelverschreibungen Medizinstudenten von vornherein von der Niederlassung abhält“, betonte KBV-Vize Müller. Darüber hinaus mahnte er weitere Maßnahmen an: „Wir müssen die Tätigkeit als Vertragsarzt auf allen Ebenen für den Nachwuchs wieder attraktiver gestalten. Das ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.“


Vereinbarkeit von Beruf und Familie gewünschtNach oben hoch

„Die Ergebnisse zeigen uns, dass der Nachwuchs hoch motiviert von den Universitäten entlassen wird, aber im niedergelassenen Bereich oftmals die gewünschte Teamarbeit nicht möglich ist“, führte Volker Hildebrandt vom MFT aus. „Es gilt, den besonderen Vorstellungen von Frauen zu Arbeitsstrukturen besser zu entsprechen, denn sie stellen bald zwei Drittel der Absolventen“, so Hildebrandt weiter. In der Umfrage gaben 96 Prozent der Studierenden an, dass sie sich eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie wünschen.

Später in einer ländlichen Region zu arbeiten, können sich die wenigsten vorstellen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Honorierung der Leistungen den Studierenden zwar wichtig ist. Andere Maßstäbe wie die Work-Life-Balance und der Standortfaktor spielen für sie bei der Berufsausübung aber eine sehr viel größere Rolle.


Informationen zur UmfrageNach oben hoch

Das Berufsmonitoring Medizinstudenten wurde im Sommersemester 2010 mit Unterstützung des MFT durchgeführt. 64 Prozent der Befragten waren weiblich, 36 Prozent männlich. Dies spiegelt zugleich die Anteile der Studierenden im Fach Medizin insgesamt wider. Der Fragebogen umfasste insgesamt 30 Punkte, zu denen die Studenten Stellung bezogen. Die Befragung soll in zwei Jahren wiederholt werden.

 
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