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Krebszellen für die Ewigkeit
Neues Institut erforscht wie Leukämiezellen dem Tod entgehen
Pressemitteilung dkfz/Universität Ulm
Zelltod auf Druckknopf - die Garantie für die Gesundheit unseres Körpers. Bei maligne entarteten Zellen versagt dieser Schutzmechanismus des Körpers häufig und ein Tumor entsteht. Das soll sich jetzt ändern. Das Deutsche Krebsforschungszentrum (dkfz) und die Universität Ulm wollen gemeinsam den Überlebensmechanismus der Tumorzellen untersuchen.
Übersicht
In einem neuen "Virtuellen Institut" des Helmholtz-Gemeinschaftsforschungszentrum untersuchen Wissenschaftler wie Leukämiezellen gegen den programmierten Zelltod und gegen Chemotherapie resistent werden. Ziel ist es, herauszufinden, wie sich diese Resistenz durchbrechen lässt, um Krebs besser behandeln zu können. Das Projekt koordiniert das dkfz und die Uni Ulm. Daneben sind Wissenschaftler aus dem Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg, den Universitäten Duisburg, Essen und Würzburg sowie aus England und Dänemark am neuen Virtuellen Institut beteiligt.
| Chemie des Todes | hoch |
Der programmierte Zelltod schützt den Körper davor, dass Zellen mit geschädigtem Erbgut zur Gefahr für den gesamten Organismus werden. Bei Krebszellen versagt dieser als Apoptose bezeichnete Schutz jedoch häufig, sie werden resistent gegenüber Signalen, die ihnen den Befehl zur Selbsttötung geben. Das ist besonders fatal, da die Wirkungsweise vieler Chemotherapien darauf beruht, Apoptose auszulösen. Daher untersuchen die Forscher, wie sich die Apoptoseresistenz im Zuge der Krebsentstehung entwickelt und wie sie sich durchbrechen lässt.
| Leukämiezellen unter der Lupe | hoch |
Die beteiligten Wissenschaftler haben die Chronisch Lymphatische Leukämie (CLL), den häufigsten Blutkrebs bei Erwachsenen, als Modellsystem ausgewählt. "Unsere Kooperationspartner haben sehr viel Erfahrung mit dieser Erkrankung. Außerdem gehen wir davon aus, dass sich die an der CLL gewonnenen Ergebnisse auch auf andere Krebsarten übertragen lassen", erklärt Privatdozent Dr. Daniel Mertens von der Universität Ulm. In dem neuen Virtuellen Institut erforschen Wissenschaftler zum einen die Signale, die Krebszellen mit den Geweben ihrer Umgebung austauschen. Zum anderen durchsuchen die Forscher das gesamte Erbgut der Leukämiezellen nach Sequenzveränderungen der Gene und nach chemischen Modifikationen einzelner Genbausteine, die die Genaktivität verändern. Mit diesen Forschungsansätzen wollen sie neue Zielmoleküle identifizieren, die für die Apoptoseresistenz charakteristisch sind und sich als Angriffspunkte für verbesserte Medikamente eignen. Gleichzeitig werden die Forscher große Substanzbibliotheken nach Wirkstoffen durchsuchen, die die neu entdeckten Zielmoleküle spezifisch blockieren können.

Leukämiezellen mit Verlust von Chromosom 17 (roter Kern) führt zur Resistenz gegen Apoptose und Chemotherapie. Foto: D. Mertens, Uni Ulm, dkfz
Pressemitteilung
Den Leukämiezellen auf der Spur
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