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Artikel vom 17. 02. 2010

Häufung von Vorhofflimmern bei hochtrainierten Langlaufsportlern

Studie der European Society of Cardiology zeigt Risiko für Ausdauersportler

Pressemitteilung European Society of Cardiology

Ergebnisse einer Studie der European Society of Cardiology zeigen, dass Marathon-Skilangläufer, aber auch andere Ausdauersportler ein ungewöhnlich hohes Risiko für Vorhofflimmern aufweisen. In der Studie, welche die Daten der letzten dreißig Jahre berücksichtigt, betrug die Prävalenz von Vorhofflimmern, der häufigsten Herzrhythmus-
störung, bei den regelmäßig untersuchten Athleten 12,8 Prozent. Zum Vergleich: in der Allgemeinbevölkerung liegt die Häufigkeit bei 0,5 Prozent, erst ab 75 Jahren steigt die Rate auf circa 15 Prozent an.

Übersicht


Birkebeiner StudieNach oben hoch

Die Studie wurde an Skilangläufern durchgeführt, die regelmäßig am Birkebeiner querfeldein Ski Marathon teilnahmen, und wird im European Journal of Cardiovascular Prevention and Rehabilitation, einem Journal der European Society of Cardiology (ESC), veröffentlicht. Das Birkebeiner Rennen geht von Rena nach Lillehammer, die Teilnehmer tragen ein Rucksackgewicht von wenigstens 3,5 kg. Gemessen wurden die Herzgrößen mit Ultraschall sowie das EKG in Ruhe und unter Belastung.

Die Untersuchungen fanden 1976, 1981 und 2004 bis 2006 statt, zum letzten Zeitpunkt standen von den ursprünglich 150 Studienteilnehmern nur noch 78 für Untersuchungen und Befragungen zur Verfügung, die meisten waren verstorben.

Die Analyse der Daten zeigt, dass 13 der 78 Athleten (16,7 Prozent) Vorhofflimmern zu wenigstens einem Zeitpunkt innerhalb der 28-30 jährigen Beobachtungszeit erlitten hatten. Die mittlere Prävalenz betrug 12,8 Prozent ohne sonstige erkennbare Herzerkrankung. Das mittlere Alter bei Auftreten von Vorhofflimmern lag bei 58 Jahren.

Prädiktoren für das Auftreten von Vorhofflimmern in dem Studienkollektiv waren langsame Herzfrequenz in Ruhe und ein vergrößerter linker Vorhof. In manchen Studien werden bei 20 Prozent der jungen Wettkampfathleten vergrößerte linke Vorhöfe beschrieben, bemerkte Prof. Rainer Hambrecht von der Bremer Herzklinik, der große Erfahrung mit Bewegungstraining auch bei Herzkranken hat.

Beide Befunde sind auch sonst häufig beschriebene Charakteristika bei Ausdauersportlern. Die Vergrößerung des linken Vorhofs bei ansonsten herzgesunden Personen stellt eine Anpassung an das Ausdauertraining dar und ist offenbar zusammen mit der trainingsbedingten langsamen Herzfrequenz in Ruhe ein Risikofaktor für das Auftreten von Vorhofflimmern bei Marathon Skilangläufern.

 "Eine so hohe Rate an Vorhofflimmern war bislang noch nie bei Athleten oder normalen Personen im Alter unter 75 Jahren gezeigt worden", kommentiert Dr. Jostein Grimsmo von der Feiring Herz Klinik in Norwegen, der Studienleiter der Birkebeiner Studie.
 "Obwohl kein sicherer Hinweis darauf gefunden wurde, welche Athleten eher zu Rhythmusstörungen neigen könnten, sollte man darauf hinweisen, dass anhaltendes Ausdauertraining über viele Jahre für das Herz nicht unbedingt förderlich sein muss."

Kontakt Nach oben hoch

ESC Press Office, European Society of Cardiology

   E-Mail press@escardio.org

DGK Pressebüro, Deutsche Gesellschaft für Kardiologie

   E-Mail presse@dgk.org


Information zur ESC und DGKNach oben hoch

Die European Society of Cardiology (ESC) vertritt über 62.000 Kardiologen aus ganz Europa und dem Mittelmeerraum. Ihre Zielsetzung ist eine Senkung der Auswirkungen kardiovaskulärer Erkrankungen in Europa.

Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz und Kreislaufforschung e.V. (DGK) ist eine wissenschaftlich medizinische Fachgesellschaft mit heute mehr als 7.000 Mitgliedern. Ihr Ziel ist die Förderung der Wissenschaft auf dem Gebiet der kardiovaskulären Erkrankungen, die Ausrichtung von Tagungen und die Aus-, Weiter- und Fortbildung ihrer Mitglieder.

 
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