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Artikel vom 18. 01. 2008

Hyposensibilisierung hilft Insektengiftallergikern

Spritzen gegen den drohenden Schock

Dr. Felicitas Witte

Insektengiftallergikern stellen sich die Nackenhaare auf, wenn sie von einer Wespe oder Biene umsurrt werden. Denn bei einem Stich drohen ihnen unter Umständen lebensbedrohliche Symptome. Mit einer Systemischen Immuntherapie (SIT) lässt sich dieses Risiko effektiv senken. Wer eine SIT durchführen sollte, welche Verfahren und Nebenwirkungen es gibt und wie sich der Erfolg der SIT messen lässt, erfahren Sie hier.

Das Risiko steigt

Mediziner, die zum ersten Mal systemisch auf einen Wespenstich reagieren, empfinden dies oft als "aha-Erlebnis". Endlich versteht man, was der Patient bei einem allergischen Schock oder Prä-Schock empfindet. Etwa fünf Prozent der Kinder und zehn Prozent der Erwachsenen, bei denen einmal ein Wespenstich eine starke Lokalreaktion hervorgerufen hatte, reagieren bei einem nächsten Stich systemisch: Sie entwickeln eine Urticaria, bekommen Juckreiz am ganzen Körper, der Blutdruck fällt und die Herzfrequenz steigt. Im schlimmsten Fall kommt es zum allergischen Schock.

Hat ein Mensch schon einmal systemisch auf einen Wespenstich reagiert, ist das Risiko deutlich höher, dass er bei einem nächsten Wespenstich wieder so reagiert: Bei Kindern steigt das Risiko auf 30 Prozent und bei Erwachsenen auf 70. Die Allergie wird durch spezifische IgE-Antikörper vermittelt. Bei etwas 25 Prozent der Deutschen lassen sich IgE-Antikörper gegen Wespen- oder Bienengift im Blut nachweisen. Eine klinisch manifeste Allergie liegt dabei allerdings selten vor.

Ob ein Mensch tatsächlich eine Allergie hat, lässt sich mit verschiedenen Tests nachweisen: In der Allergologie werden die spezifischen IgE-Antikörper im Serum bestimmt. Das Gift wird dann in steigenden Konzentrationen unter die Haut gespritzt um zu sehen, ab welcher Dosis der Patient reagiert. Dies erfolgt unter Aufsicht, denn jederzeit könnte der Patient allergisch reagieren. Vor der Testung legt der Allergologe deshalb einen Zugang, um im Notfall sofort Antihistaminika, Cortison oder Adrenalin spritzen zu können. Bei fraglichen Befunden werden noch zusätzliche Tests durchgeführt:

 Das Ausmaß der Histaminfreisetzung,
 die Menge an produzierten Leukotrienen oder
 die Aktivierung der Basophilen können bestimmt werden.
 Zusätzlich kann ein Immunoblot, RAST- oder FEIA-Inhibitionstest durchgeführt werden.

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