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Artikel vom 12. 09. 2007

Migräne durch Unterdrückung von Ärger

FZ Med News

(fzm) Allein in Deutschland leiden acht Millionen Menschen unter Migräne. Es handelt sich dabei um primäre Kopfschmerzen, die nicht Symptom einer anderen Grundkrankheit sind. Im Durchschnitt haben Migränepatientinnen sieben mal pro Monat eine Attacke. Sehr pauschal wird Stress als ein wichtiger Auslöser einer Migräneattacke angesehen.

Ganz allgemein kann man davon ausgehen, dass ein Wechselspiel biologischer und psychologischer Faktoren bei der Entstehung der Migräne eine Rolle spielt. Dennoch werden soziale und psychische Aspekte in der Anamnese und Diagnostik in der Praxis meist nur unzureichend berücksichtigt und demzufolge die meist medikamentöse Therapie auf den organisch erkennbaren Symptomkomplex beschränkt.

Eine in der Zeitschrift "PPmP Psychotherapie, Psychosomatik, Medizinische Psychologie" (Georg Thieme Verlag, Stuttgart) wiedergegebene Studie fand heraus, dass von allen untersuchten psychologischen Parametern allein die Neigung, Ärger zu unterdrücken, mit der Migränehäufigkeit im Zusammenhang steht. Demnach geht eine seltene Ärgerunterdrückung mit einer niedrigen Kopfschmerzhäufigkeit einher, eine häufigere Ärgerunterdrückung mit höherer Kopfschmerzhäufigkeit.

Die Autoren sind selbst erstaunt darüber, dass die Strategie der Ärgerverarbeitung allein einen solchen Einfluss ausübt. Diese Erkenntnis hat natürlich Konsequenzen für die Therapie. Da für Patienten mit hoher Ärgerunterdrückung die Themen Affektwahrnehmung und adäquater Affektausdruck sehr relevant sind, sollte eine Psychotherapie darauf gerichtet sein, geeignete Strategien im Ausdruck und Umgang mit ärgerlichen Gefühlen zu vermitteln.

K. Bernardy: Prädiktoren der Anfallshäufigkeit bei Patienten mit Migräne. PPmP Psychotherapie, Psychosomatik, Medizinische Psychologie 2007; 57 (7): S. 281-288


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Literaturtipp aus dem Georg Thieme Verlag
Psychotherapie · Psychosomatik · Medizinische Psychologie
 
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