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Sanfte Darmuntersuchungen mit intelligenten Endoskopen
Operationen im Bauchraum, ohne die Bauchwand zu öffnen
Georg Thieme Verlag
fzm - Neue Untersuchungsgeräte könnten vielen Menschen die Angst vor der Darmspiegelung (Koloskopie) nehmen. Sie könnten den Arzt aber auch befähigen, komplizierte Operationen im Bauchraum durchzuführen, ohne die Bauchwand zu öffnen. Ein Experte stellt die Neuentwicklungen in der Fachzeitschrift "DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift" (Georg Thieme Verlag, Stuttgart. 2007) vor.
Die Koloskopie, die alle Menschen ab dem 55. Lebensjahr durchführen sollten, kann unter Umständen beschwerlich sein. Besonders unangenehm wird es, wenn sich die Spitze des Endoskops nicht problemlos durch die Windungen des Dickdarms vorschieben lässt. Dann wird das Endoskop gestaucht und bildet hinter dem Hindernis eine Schleife. Dies ist laut Dr. Dirk Hartmann vom Klinikum Ludwigshafen die häufigste Ursache für Missempfindungen bei der Koloskopie. Neuere Endoskope sind so konstruiert, dass eine Schleifenbildung weitgehend vermieden wird. Bei einem Modell bewegt sich das Endoskop, nachdem es einmal im After mit einem Ballon fixiert ist, sogar selbstständig im Darm vorwärts. Der Arzt kann sich dann am Bildschirm auf die Suche nach Polypen und anderen Vorstufen des Darmkrebses konzentrieren. Das neueste Modell, das Dr. Hartmann vorstellt, muss gar nicht über den Anus eingeführt werden. Es handelt sich um eine "Pillenkamera": Eine mit zwei Kameras bestückte Kapsel, die bei ihrem Weg durch den Dickdarm 4 Bilder pro Sekunde aufnimmt. Dr. Hartmann: "Erste Ergebnisse sind viel versprechend, aber vor einem breiten Einsatz sind noch zahlreiche Studien notwendig."
Die Pläne der Gastroenterologen, wie die Experten für Magen und Darm genannt werden, gehen aber noch viel weiter. Neue Endoskope sollen mit ihrer Spitze die Wand von Magen und Darm durchdringen und dann kleinere oder größere Operationen in der Bauchhöhle vornehmen. Bei Schweinen wurden auf diese Weise bereits Sterilisationen durchgeführt und Gallenblasen operiert. Sogar die Entfernung von Gebärmutter oder der Eierstöcke ist technisch möglich. Wenn die anfänglichen Schwierigkeiten erst überwunden sind, könnte diese neue Art des Operierens schon in den nächsten Jahren in den Mittelpunkt des Interesses treten, sagt Dr. Hartmann voraus. Wirklichkeit geworden ist das endoskopische Operieren dagegen bereits bei Tumoren in der Speiseröhre. Dieses Organ ist für den Chirurgen von außen schwer zu erreichen. Die Endoskopiker können ohne Operation kleinere Tumoren mit speziellen Instrumenten freilegen und entfernen, ohne dass später eine Operationsnarbe sichtbar ist. Für Dr. Hartmann ist dies einer der wichtigsten Fortschritte der letzten Jahre in seinem Fachbereich.
D. Hartmann, J. F. Riemann:Gastroenterologie 2007DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift 2007 132 (25/26): S. 1388-1391
http://www.thieme.de/dmw/
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