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Artikel vom 20. 12. 2006

Inspektion der Halsvenen statt invasiver Messung des zentralen Venendrucks

Kann das Auge den Katheter ersetzen?

Redaktion Via medici online (nach einer Meldung der DMW)

Normalerweise wird der zentralvenöse Druck invasiv mithilfe eines zentralen Venenkatheters gemessen. Möglicherweise kann man den Patienten diese invasive Maßnahme ersparen. Viayak et al untersuchten in einer prospektiven klinischen Studie, ob Ärzte durch Inspektion der Halsvenen den zentralvenösen Druck hinreichend abschätzen können. (Veröffentlichung: Arch Intern Med. 20036; 166: 2132-2137)

Intensivmediziner unterschiedlichen Ausbildungsstands inspizierten zunächst die Halsvenen (Vena jugularis externa) von insgesamt 35 Intensivpatienten. Grobquantitativ sollten sie dann anhand des Füllungszustands schätzen, ob der zentralvenöse Druck erniedrigt (ZVD=5cm H2O), erhöht (ZVD= 10 cm H2O) oder normal ist. Die Ärzte maßen anschließend den ZVD an Ihren Patienten selbst mittels zentralen Venenkatheter. Es wurde dann untersucht, inwiefern die geschätzten Werte mit dem invasiv gemessenen Wert übereinstimmten.

Erhöhte oder erniedrigte ZVD-Werte erkannten die Ärzte mit großer Sicherheit. Allerdings gab es Unterschiede zwischen den erfahrenen Ärzten und Berufsanfängern. Die Berufsanfänger erkannten mit einer Sensitivität von 47% niedrige, und mit einer Sensitivität von 61% hohe ZVD-Werte. Bei den erfahrenen Ärzte war die Sensitivität höher. Hier wurde mit einer Sicherheit von 90% ein niedriger, und mit einer Sicherheit von 71% ein hocher Venendruck allein durch Inspektion der Halsvene diagnostiziert.

Die Forscher schlussfolgern, dass der Füllungszustand der Vena jugularis externa ein relativ zuverlässiger klinischer Parameter für den zentralvenösen Druck ist, wobei die Sicherheit der Aussage über den Venendruck von der Berufserfahrung des Arztes abhängig ist.

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