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	<title>Via medici Blog</title>
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	<pubDate>Thu, 03 May 2012 11:45:47 +0000</pubDate>
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		<title>Ein letztes Mal Vorklinik</title>
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		<pubDate>Thu, 03 May 2012 11:45:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Melanie</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Medizin]]></category>

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		<description><![CDATA[ 
Kaum vier Wochen ist es vorbei, aber mir kommt es vor wie eine Ewigkeit. Das Physikum ist in weite Ferne gerückt, das neue Semester  hat mich voll und ganz eingenommen. Und doch werde ich mich nun noch ein letztes Mal mit der Vorklinik befassen. Hier kommt ein kleiner Rückblick auf die Lernzeit mit den Endspurt-Skripten.

Das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 10pt;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;">Kaum vier Wochen ist es vorbei, aber mir kommt es vor wie eine Ewigkeit. Das Physikum ist in weite Ferne gerückt, das neue Semester<span style="mso-spacerun: yes;">  </span>hat mich voll und ganz eingenommen. Und doch werde ich mich nun noch ein letztes Mal mit der Vorklinik befassen. Hier kommt ein kleiner Rückblick auf die Lernzeit mit den Endspurt-Skripten.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span id="more-2624"></span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;">Das Wichtigste vorneweg: Ich habe das Physikum bestanden und das sogar ziemlich gut. Für den schriftlichen Teil habe ich mich unter anderem mit den neuen Endspurt-Skripten vorbereitet. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;">Im Großen und Ganzen war ich sehr zufrieden damit, auch wenn es Unterschiede zwischen den Fächern gab. Am besten gefallen haben mir die Skripte der „kleinen“ Fächer Biologie, Chemie und Physik. Hier konnte ich wirklich punktgenau das finden, was ich gebraucht habe. Gut erklärte wichtige Fakten, ausreichend, um gut (genau genommen sogar sehr gut) zu kreuzen, aber kein überflüssiges Geschwalle. Diese Hefte fand ich richtig super. Auch das Psychologie/ Soziologie-Skript hat mir gut gefallen. Gute, verständliche Erklärungen, alles Relevante zusammengefasst. Als weiteres Einzelheft gibt es das Histologie-Skript. Auch dieses hat mir gut gefallen, vor allem die tabellarischen Zusammenfassungen und die guten Abbildungen. Bemängeln würde ich dort nur, dass einige Organe nicht behandelt werden, scheinbar waren die Verfasser auch keine Fans von Kopf und Hals.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;">Nun zu den „großen“ Fächern, zu denen es jeweils drei Skripte gibt. Die Biochemie-Skripte habe ich kaum verwendet, da mein biochemisches Wissen so mangelhaft war, dass ich ein etwas ausführlicheres Buch zur Rate ziehen musste. Die Anatomie-Hefte haben mich nicht ganz so begeistert, weil sie sehr textlastig sind, wenige Abbildungen enthalten und die vorhandenen Bilder meist nur mehr oder weniger gute Zeichnungen sind. So bin ich irgendwann dazu übergegangen, fast ausschließlich mit dem Prometheus zu lernen. Der dort enthaltene Text enthält auch alle wichtigen Infos und die schriftlichen Anatomie-Fragen sind sehr häufig auf die Topographie bezogen, so dass man sich auch vor allem auf die Bilder konzentrieren sollte. Komplettiert wird die Endspurt-Reihe durch Physiologie. Diese Hefte haben mir gut gefallen. Die Erklärungen sind schön, auch die beigefügten Rechenbeispiele sind hilfreich.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;">Insgesamt finde ich das Konzept der Endspurt-Skripten sehr gut. Alle Hefte sind so gehalten, dass man genügend Information bekommt, um gut kreuzen zu können, aber nicht überfrachtet wird. Gut gefallen hat mir auch, dass bisher gefragte Fakten gesondert markiert sind. Wie ich bereits in einem anderen Blogbeitrag erwähnt habe, fände ich es aber gut, dort noch einmal zu unterscheiden in „wurde irgendwann einmal gefragt“ und „wird in nahezu jedem Examen gefragt“. Besonders gut finde ich in den Physik-, Chemie-, Bio- und Physio-Skripten, dass gern gefragte Rechenaufgaben vorgestellt werden. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;">Ein kleines Manko ist, dass wie in jeder Erstauflage einige inhaltliche Fehler in den Heften enthalten sind, die einen etwas verunsichern können. Das wird in der nächsten Auflage aber sicher besser.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;">Im Großen und Ganzen denke ich, dass die Endspurt-Skripte für die Physikums-Vorbereitung sehr hilfreich sind, trotz der kleinen Schwächen hier und da. Eine echte Alternative zu den bisher auf dem Markt befindlichen Repetitorien. Würde ich wieder kaufen und kann ich nur empfehlen.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 10pt;"><span style="font-family: Calibri; font-size: small;"> </span></p>
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		<title>Kunst und Gehirn</title>
		<link>http://www.thieme.de/viamedici/blog/?p=2613</link>
		<comments>http://www.thieme.de/viamedici/blog/?p=2613#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 19 Mar 2012 10:05:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Melanie</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Aus der Redaktion]]></category>

		<category><![CDATA[Gastbeitrag]]></category>

		<category><![CDATA[Persönliches]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Gehirn der Kunst
Neurologie ist das Fach der Medizin, das der Kunst am nächsten kommt. Krankheiten, die das Gehirn betreffen, verändern Menschen wie ein Künstler sein Werk verändert. Manchmal genügen einzelne, feine Pinselstriche, die lange unbemerkt bleiben, bevor sich das Gesamtbild verändert.
Ein anderes Mal schlägt die Krankheit plötzlich und eiskalt zu - wie ein Sprayer, der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h4>Das Gehirn der Kunst</h4>
<div id="attachment_2614" class="wp-caption aligncenter" style="width: 130px"><a rel="attachment wp-att-2614" href="http://www.thieme.de/viamedici/blog/?attachment_id=2614"><img class="size-thumbnail wp-image-2614" title="violine" src="http://www.thieme.de/viamedici/blog/wp-content/uploads/2012/03/violine-120x150.jpg" alt="violine" width="120" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Bild: creativ collection</p></div>
<p>Neurologie ist das Fach der Medizin, das der Kunst am nächsten kommt. Krankheiten, die das Gehirn betreffen, verändern Menschen wie ein Künstler sein Werk verändert. Manchmal genügen einzelne, feine Pinselstriche, die lange unbemerkt bleiben, bevor sich das Gesamtbild verändert.</p>
<p><span id="more-2613"></span>Ein anderes Mal schlägt die Krankheit plötzlich und eiskalt zu - wie ein Sprayer, der über eine liebevoll gezeichnete Blumenwiese seinen schwarzen Totenkopf setzt. Viele weltberühmte Künstler litten an neurologischen oder psychiatrischen Erkrankungen. Man denke nur an Mozart, der diversen Untersuchungen zufolge mit dem Tourette-Syndrom zu kämpfen hatte. Neben ordinären Liedtexten wie “Leck mich im Arsch”- ein sechsstimmiger Kanon (KV 231)- schrieb er unzählige Werke von solcher Schönheit, dass sie kein Komponist je zu übertreffen vermag. Noten, die im Ohr zu einem Meer an Harmonie verschmelzen, die dem Zuhörer Sinn und Verstand rauben und mehr noch - die ihn zu vollkommener Hingabe zwingen.</p>
<p>Wozu muss ein Gehirn also fähig sein um solch einzigartige Werke zu vollbringen? Für Wolfgang Amadeus Mozart war es keine Höchstleistung, nein, vielmehr schrieb er seine Musik mit einer Leichtigkeit, von der wir beim Texte schreiben nur träumen können. Noch lange ist nicht geklärt, warum gewisse Gehirne zu solch außerordentlichen Leistungen fähig sind und andere wiederum nicht. Bewiesen ist, dass strukturelle Unterschiede im Gehirn zwischen Musikern und Nicht-Musikern umso größer sind je früher mit dem Üben eines Instruments begonnen wird. Unter anderem erscheint der Balken bei Musikern im vorderen Teil größer. Hier verlaufen die Bahnen zwischen dem rechten und dem linken motorischen Areal, welche besonders wichtig für die Koordination beider Hände sind.</p>
<p>Bei vielen Musikern ist eine gute Koordination Grundvoraussetzung für Erfolg. Beim Spielen einer Gitarre zum Beispiel werden von der linken und rechten Hand vollkommen´unterschiedliche Bewegungen ausgeführt – und dies gleichzeitig. Interessante Ergebnisse lieferte auch eine Studie von Peter Schneider und seiner Arbeitsgruppe von der Universität Heidelberg, in welcher bei Musikern eine Volumenzunahme der grauen Substanz der Gyri temporales transversi der primären Hörrinde - von 130% beschrieben wird. Das bedeutet, dass unser Gehirn deutlich reagiert, sich verändert, Plastizität zeigt, sobald es regelmäßig mit Musik in Verbindung tritt. Dies ist faszinierend und wunderbar zugleich.</p>
<p>Es ist schwierig zu begreifen, welch ausgeklügeltes System einem menschlichen Gehirn zugrunde liegt. Die Ausmaße, die es annimmt, entziehen sich sogar unseren Vorstellungen. Warum konnte Mozart bereits im Alter von nur 5 Jahren sein erstes Stück schreiben? Und warum brachten wir im Alter von 5 Jahren nicht einmal einen einzigen Ton auf der Violine hervor? Lag dies allein an seinem Vater, der ihm bereits im Alter von 4 Jahren Klavier-, Violin- und Kompositionsunterricht erteilte? Vollständig geklärt wird dies nie werden. Es laufen jedoch zahlreiche Untersuchungen an Patienten mit Williams-Beuren-Syndrom, dessen Ursache eine Deletion am Chromosom Nummer 7 ist. Diese Menschen zeigen zwar einen unterdurchschnittlichen IQ-Wert, haben aber meist eine ganz besondere Affinität zu Musik, ein sehr viel stärker ausgeprägtes Rhythmusgefühl und können Melodien, die sie nur ein einziges Mal gehört haben, oft problemlos nachspielen. Durch die Ergebnisse dieser<br />
Untersuchungen hofft man dem Geheimnis der Musikgenies einen Schritt näher zu kommen.</p>
<p>Umgekehrt wiederum vermag Musik von Mozart zu heilen – wie die Sonate für 2 Klaviere in D Major KV 448. Ein festliches Meisterwerk, das vor Lebensfreude nur so sprudelt. Klar und hell schmiegen sich die Töne aneinander. Kraftvoll und doch locker und beschwingt. Dieses Stück lässt einen in Träume versinken und zufrieden lächeln. Eine Studie von Lin und Mitarbeitern aus Taiwan untersuchte den Langzeit-Effekt dieser einzigartigen Sonate an Kindern mit Epilepsie. Alle dieser Kinder waren mit mindestens 2 Antiepileptika therapiert. Zusätzlich dazu wurde den Kindern über einen Zeitraum von 6 Monaten jeweils vor dem zu Bett gehen die Klaviersonate vorgespielt. Dann wurde die Anfallshäufigkeit vor und nach diesen 6 Monaten verglichen. Der Großteil der Probanden sprach überraschenderweise positiv auf die Musiktherapie an und zeigte deutlich weniger Anfälle als zuvor.</p>
<p>Was bewirkt Musik also wirklich? Viele Fragen bleiben offen, doch eines ist klar: Musik macht fröhlich, Musik macht traurig, Musik lässt ungeahnte Emotionen hochkommen&#8230; Musik sagt mehr als tausend Worte&#8230;</p>
<p>Dr.med. Manuela Felizeter</p>
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		<title>Wie Computer vom Hirn lernen</title>
		<link>http://www.thieme.de/viamedici/blog/?p=2605</link>
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		<pubDate>Thu, 08 Mar 2012 08:08:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Melanie</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Aus der Redaktion]]></category>

		<category><![CDATA[Persönliches]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.thieme.de/viamedici/blog/?p=2605</guid>
		<description><![CDATA[In unserer Redaktion arbeitet jeder an seinem eigenen Computer. E-Mails werden verschickt, Texte geschrieben oder bearbeitet, im Internet wird recherchiert. Die Arbeit ohne diese elektronische Hilfe kann ich mir gar nicht mehr vorstellen. Wie genau so ein Rechner aber funktioniert, weiß ich nicht. Ihren Aufbau stelle ich mir extrem komplex vor. Wie wenig ich von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In unserer Redaktion arbeitet jeder an seinem eigenen Computer. E-Mails werden verschickt, Texte geschrieben oder bearbeitet, im Internet wird recherchiert. Die Arbeit ohne diese elektronische Hilfe kann ich mir gar nicht mehr vorstellen. Wie genau so ein Rechner aber funktioniert, weiß ich nicht. Ihren Aufbau stelle ich mir extrem komplex vor. Wie wenig ich von Computern verstehe, merke ich besonders, wenn es mit meinem Exemplar mal Probleme gibt. Dann bin ich ratlos und muss meinen Bruder um Hilfe bitten. Doch es gibt etwas, dass noch viel komplizierter aufgebaut ist, als ein Computer: Unser Gehirn! Unser ZNS ist ein wirkliches Erfolgsmodell: Relativ klein, sehr effizient und mit atemberaubenden Fähigkeiten ausgestattet. Wir können visuelle Eindrücke aufnehmen und daraus Schlüsse ziehen. Wir erkennen Zusammenhänge und leiten daraus unser Handeln ab. Der Mensch kann zahlreiche Anforderungen parallel erkennen und darauf reagieren. So können wir gleichzeitig sehen, riechen, reden, verstehen, interpretieren und handeln – wir sind also Künstler des Multitasking. In diesem Bereich hinkt uns der Computer klar hinterher. Er kann uns zwar im Schach besiegen und ist uns rechnerisch oft weit überlegen, doch viele Informationen parallel zu verarbeiten überfordert ihn. Daher verfolgen Wissenschaftler das Ziel, die Funktionsweise unseres Gehirnes auf den Computer zu übertragen und ihn so breiter einsetzbar zu machen.</p>
<p>Physiker der Universität Bielefeld konnten zeigen, dass ein neues Speicherbauteilchen – ein Memristor – Eigenschaften unserer Nervenzellen nachahmen kann. Der Begriff Memristor kommt von den Worten memory (Speicher) und resistor (elektrischer Widerstand). Memristoren bestehen aus winzigen Drähten, die elektrischen Strom leiten. Sie können ihren Widerstand und somit auch ihre Leitfähigkeit stetig ändern. Werden sie viel gebraucht, senkt sich der Widerstand und die Leitfähigkeit wird verbessert. Schlechter leitet ein Memristor wenn er wenig genutzt wird und sein Widerstand demzufolge steigt. Seine „Einstellungen“ merkt sich das Speicherbauteilchen jederzeit. Genau gleich funktionieren auch die menschlichen Neurone. Wird eine Synapse vermehrt genutzt, wird ihre Effizient gesteigert. Bei verminderter Aktivierung, wird ihre Übertragung abgeschwächt. Lernen verbessert also durch eine wiederholte Aktivierung einer neuronalen Verbindung deren Übertragung. Je öfter wir etwas gelernt haben, umso besser können wir es mit der Zeit auch wieder abrufen.<br />
 <br />
Doch was erhoffen sich die Forscher von den Memristoren? Mit der Hilfe von Memristoren sollen Computer entstehen, die selbstständige Entscheidungen treffen. Die von der eigenen Programmierung abweichen können, wenn sie merken, dass eine neue Verbindung öfter verwendet wird als eine vorherige. Raumfahrtsonden könnten z. B., wenn sie ein fremdes Objekt mehrfach registrieren, selbst „entscheiden“ Daten darüber zu sammeln. Angelernte Computer könnten durch ihre „Erfahrung“ Krankheiten diagnostizieren. Viele Beispiele hätten ihnen beigebracht, welche Krankheiten bei welchen Symptomen wahrscheinlich sind. Mit genügend Erfahrung könnte der Computer forschen indem er Untersuchungen vorschlägt und simuliert. Zudem könnte er  Musik komponieren oder Bücher schreiben.</p>
<p>Da bleibt die Frage: Wozu braucht es da eigentlich noch den Menschen? Vielleicht nur noch, um defekte Computer zu reparieren? Oder könnten sie das auch selbst? Ich bin froh, dass wir von der Entwicklung „menschlicher Computer“ noch ein Stück weit weg sind. Denn ich habe ein besseres Gefühl dabei, ein Buch von einem Menschen mit Erfahrungen, Erlebnissen und Gefühlen zu lesen, als eines, dass von einem Computer geschrieben wurde. Gleich geht es mir beim Hören von Musik. Der Beruf des Arztes würde durch die Superrechner auch überflüssig. Wahrscheinlich auch der eines Medizinredakteurs – und alle anderen Berufe. Was würden die Menschen dann mit der vielen freien Zeit anfangen? Vielleicht noch bessere Computer konstruieren …</p>
<p>Antonia</p>
<p>Quelle:<a href="http://www.n-tv.de/wissen/Memristoren-imitieren-graue-Zellen-article5634036.html">http://www.n-tv.de/wissen/Memristoren-imitieren-graue-Zellen-article5634036.html</a></p>
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		<title>Die Macht der Illusion</title>
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		<comments>http://www.thieme.de/viamedici/blog/?p=2600#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 24 Jan 2012 13:27:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Melanie</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Aus der Redaktion]]></category>

		<category><![CDATA[Gastbeitrag]]></category>

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		<description><![CDATA[Was ist das Wichtigste im Leben? Darauf gibt es verschiedene Antworten: Glaube, Liebe, Reichtum, Glück&#8230; Evolutionsbiologen würden an dieser Stelle einwerfen, dass es in Wahrheit nur um die Erhaltung der Art geht und noch wichtiger: Die großzügige Weitergabe der persönlichen Gene.

Die erfolgreichen Arten der Gegenwart haben vielfältige Strategien entwickelt, damit dem Wichtigsten im Leben nichts [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was ist das Wichtigste im Leben? Darauf gibt es verschiedene Antworten: Glaube, Liebe, Reichtum, Glück&#8230; Evolutionsbiologen würden an dieser Stelle einwerfen, dass es in Wahrheit nur um die Erhaltung der Art geht und noch wichtiger: Die großzügige Weitergabe der persönlichen Gene.</p>
<p><span id="more-2600"></span><br />
Die erfolgreichen Arten der Gegenwart haben vielfältige Strategien entwickelt, damit dem Wichtigsten im Leben nichts im Wege steht. Für viele Arten ist es eine gute Lösung, zunächst mit allen Mitteln die Aufmerksamkeit eines potenziellen Partners zu gewinnen. Das kann durch ein besonders auffälliges Verhalten erreicht werden wie Flattern, Hin- und Herspringen oder Tanzen. Besitzt man erst einmal Aufmerksamkeit des Objekts der Begierde, ist das die wichtigste Grundlage für den nächsten Schritt: Man muss das Gegenüber überzeugen, dass man auch <strong>WIRKLICH</strong> die beste Wahl für die Reproduktion ist. Oft reicht es schon, wenn man groß und stark ist oder besonders gesund wirkt. Ist das im Einzelfall nicht offensichtlich genug, muss eben etwas nachgeholfen werden: Accessoires wie bunten Federn oder dichtes Fell, Miniröcke oder ein geräumiges Haus können dagegen beim Menschen sehr hilfreich sein. Aber nicht immer ist alles ganz so einfach. Die Wege der Evolution sind unergründlich und oft sind ein paar Tricks nötig, um ans Ziel zu gelangen.</p>
<p>Der australische Laubenvogel hat zu seinem Leidwesen keine bunten Federn. Deshalb begeistert seine Zukünftige mit einem besonders schönen Nest. Erst baut er ihr eine Laube und anschließend dekoriert er diese mit allen möglichen Dingen aus der Umgebung, z.B. Knochen, Steine oder Schalen. Aber auch menschliche Abfälle wie Stofffetzen, Haargummies oder Strohhalme werden mit verbaut. Die Dekoration allein genügt ihm aber noch nicht. Der Vogel möchte sichergehen, dass seine Laube auch wirklich bleibenden Eindruck hinterlässt. Deshalb ordnet er die Dekoration auf dem Platz vor dem Haus so an, dass eine optische Illusion entsteht. Die großen Gegenstände kommen nach hinten und kleinere nach vorne. So entsteht eine Verkürzung des Raumes, und alle Objekte haben scheinbar die gleiche Größe.  Über den Sinn dieses Nestbaus haben sich australische Forscher Gedanken gemacht. Vielleicht erscheinen die „<em>künstlerisch</em>“ begabten Männchen dem Weibchen einfach besonders attraktiv. Oder das Weibchen ist von dem Blick aus dem Fenster so abgelenkt, dass sie vergisst, dass sie sich ja eigentlich noch nach einem anderen Vogelmännchen umsehen wollte… Wer könnte die Bemühungen des Laubenvogels nicht verstehen.</p>
<p>Es gibt Theorien, dass sich unsere eigene sogenannte Kultur deshalb entwickelt hat, weil die Leute, die künstlerisch veranlagt sind, dem Geschlechtspartner besonders attraktiv erscheinen. Zum Glück haben sich aber die Hausbaukünste des Laubenvogels nicht auch beim Menschen durchgesetzt&#8230;</p>
<p>Ewelina</p>
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		<title>Weihnachtsblog</title>
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		<pubDate>Thu, 22 Dec 2011 08:08:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Melanie</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>

		<category><![CDATA[Aus der Redaktion]]></category>

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		<description><![CDATA[Weihnachtsblog
Jetzt ist es da – das große Fest. Es weihnachtet von allen Seiten. Wirklich allen. Meine Frage an euch Leser: Hat euch der Advents-Wahn auch angesteckt oder seid ihr resistent? Hier eine kurze kommentierte Auflistung des Angebots, das seit einigen Wochen auf uns einprasselt – ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

TV
Selbst das systematische Nutzen ausschließlich öffentlich-rechtlicher Kanäle kann [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h4>Weihnachtsblog</h4>
<p>Jetzt ist es da – das große Fest. Es weihnachtet von allen Seiten. Wirklich allen. Meine Frage an euch Leser: Hat euch der Advents-Wahn auch angesteckt oder seid ihr resistent? Hier eine kurze kommentierte Auflistung des Angebots, das seit einigen Wochen auf uns einprasselt – ohne Anspruch auf Vollständigkeit:</p>
<p><span id="more-2566"></span></p>
<div id="attachment_2567" class="wp-caption aligncenter" style="width: 106px"><a rel="attachment wp-att-2567" href="http://www.thieme.de/viamedici/blog/?attachment_id=2567"><img class="size-thumbnail wp-image-2567   " title="weihnachtsengel" src="http://www.thieme.de/viamedici/blog/wp-content/uploads/2011/12/weihnachtsengel-150x150.jpg" alt="Bild: Renate Stockinger" width="96" height="96" /></a><p class="wp-caption-text">Bild: R. Stockinger</p></div>
<p><strong>TV</strong></p>
<p>Selbst das systematische Nutzen ausschließlich öffentlich-rechtlicher Kanäle kann nicht verhindern, dass man spätestens beim ersten Werbespot auf Arte (gibt&#8217;s wirklich!) dann doch mal kurz auf die dummdreisten Privatsender rüberzappt. Quasi aus Versehen. So kriegt man dann leider auch mit, dass der schwule Bauer Veit jetzt glücklich mit einem Pferdebesitzer liiert ist und dass Dieter Bohlens vernarbtes Braunleder mit Sprechluke immer noch über die Mattscheibe flimmert. Überall werden noch schnell vor Jahresende Superstars, die Stimme Deutschlands, Deutsche Super Deppen oder sonst welche Opfer gesucht, die bereit sind, sich für wenig Geld ordentlich zum Hampelmann zu machen. Für das abendliche Rest-Angebot scheuen die Programmplaner keine Kosten und Mühen und schicken den Redaktionspraktikanten in die Asservatenkammern der Advents-Klassiker. Zutage gefördert werden dann „Filme“ wie Santa Clause, Santa Clause 2, Bad Santa oder die 180. Wiederholung von Kevin allein zu Haus. Für die ganz harten Romantiker läuft dann Stirb langsam 2 in der Spätvorstellung. Endlich ein Film, den ich mir zur Weihnachtszeit sehr gerne ansehe. Yippikayeh…</p>
<p><strong>Geschenke</strong></p>
<p>Klassiker wie Parfüm-Sets für die Dame, den edlen Kaschmir-Pullover für den Herrn von Welt, schmale blonde Puppen mit wechselbarem Kleiderangebot nebst Miniaturautos für die Kinder und die edel verpackte Pralinenauswahl namhafter Chocolatiers für Omma und Oppa stehen allerorten zum Kauf bereit. Wer etwas kreativer beim Beschenken sein möchte, kann sich vom Angebot zahlreicher Versandhäuser inspirieren lassen: Dort finden sich pfiffige Last-Minute-Geschenkideen wie ein Plüsch-Wookie oder der Jedi-Gedächtnis-Morgenmantel für den ganz harten Star-Wars-Fan. Aber auch Fernbedienungen im Zauberstabformat, selbstrührende Tassen (??) oder albern bedrucktes Klopapier (welch Verschwendung) sind im Angebot der individuellen Geschenke-Anbieter. Wobei ich mich frage, wer sich ernsthaft über solche Geschenke freut. Derjenige, der den Tag gerne damit beginnt, seinen Frust am Wecker auszulassen, wird sich über einen wegrollenden Klingelapparat sicher nicht freuen. Erst kürzlich las ich einen Bericht darüber, dass Schenken auch eine Form der Kommunikation darstellt, und je unpersönlicher ein Geschenk, desto desolater der Dialog. Quasi fürs Hinterteil. Wo wir wieder beim Klopapier wären.</p>
<p><a href="http://www.otz.de/startseite/detail/-/specific/Tipps-vor-Weihnachten-Wie-man-Freude-schenkt-51578504">http://www.otz.de/startseite/detail/-/specific/Tipps-vor-Weihnachten-Wie-man-Freude-schenkt-51578504</a></p>
<p><strong>Wetter</strong></p>
<p>Wetter? Was für Wetter? Hat’s diesen Winter überhaupt schon mal geschneit? Nächstes Thema.</p>
<p><strong>Essen und Trinken</strong></p>
<p>Jawoll. Spätestens seit die Sommersonne die Umgebung nicht mehr auf 25 Grad Dauertemperatur erwärmt, sind die Discounter mit Lebkuchen, Christstollen, Dominosteinen  und Schokomännern ausgestattet. Wer die Wahl hat, hat die Qual. Schließlich müssen bis zum Weihnachtsabend noch die durchschnittlichen 8 Pfund Lebendgewicht auf die Hüften, bevor dann ab Januar der Run auf neu eröffnete Fitnessstudios herrscht. Gut, dass bei uns um die Ecke kürzlich auch eins aufgemacht hat…</p>
<p>Seit Anfang Dezember locken dann endlich die Weihnachtsmärkte mit gebrannten Mandeln, Schmuck aus Halb-Edelsteinen oder Glas (kaum zu merken der Unterschied. Gewieft!) und Kerzen in allen Formen und Farben. Auch Anhänger der Onkelz oder Metallica finden beim Stand mit den detailgetreu gearbeiteten Totenschädeln oder Pentagrammanhängern das Richtige für die Schwiegereltern. Die ältere Generation wird ebenfalls bedient, dort wo sich auf dem Marktplatz die Menge fluchtartig zurückzieht, geht’s in Richtung Hauswaren-Abteilung. Hier findet die rüstige Hausfrau Teppichklopfer, rostfreie Pfannenwender und aparte Twin-Sets in den gedeckten Farben beige und khaki oder auch schon mal gewagter in sanftrosé. Damit auch der Göttergatte was zu Freuen hat unterm Weihnachtsbaum, wird noch schnell die 10er-Vorratspackung Baumwollsocken zum Preis von 11 ergattert.</p>
<p>Dort, wo die Menge der Weihnachtsmarktbesucher sich wieder hortet, schart, prügelt und schlägt man sich durch zu den Glühweinständen, die praktischerweise auch noch die fettreiche 1-m-Bockwurst im Angebot haben. Schließlich muss man sich für die zahlreichen lokalen Glühwein-Variationen auch magentechnisch rüsten. Doch hier bahnen sich ungeahnte Gefahren ihren Weg, warnen Verbraucherschützer. Finden sich, neben undefinierten Promille-Zahlen doch häufig auch krebserregende Zuckerabbauprodukte und Fuselöle im angewärmten Getränk! Diese Fuselöle führen dann zum ungeliebten Kater nach durchzechter Nacht. Auch das Gefäß selbst birgt drastische Gefahren. Können sich dort, am feucht-warmen Rand doch zahlreiche Herpesviren nach Lust und Lauen tummeln und beim nächsten Weihnachtsmarkbesucher für unfeine Bläschen am Mundwinkel sorgen.</p>
<p><a href="http://www.focus.de/gesundheit/ernaehrung/geniessen/tid-24314/alkoholisches-warmgetraenk-fuenf-fakten-zum-gluehwein_aid_688702.html">http://www.focus.de/gesundheit/ernaehrung/geniessen/tid-24314/alkoholisches-warmgetraenk-fuenf-fakten-zum-gluehwein_aid_688702.html</a></p>
<p>Doch trotz erhobenem Zeigefinger lasse ich mir das leckere Heißgetränk schmecken. Auf den ernst gemeinten Rat aus Verbraucherforen, doch den Tassenrand mit geschmacks- und hautneutralen Reinigungstüchern abzuwischen, verzichte ich gerne. Trotz Trinkproben durch den überregionalen Glühweinbestand bin ich bis heute Herpes-frei, und dank Schokofrüchten habe ich auch meinen Vitamin-C -Bedarf mehr als ausreichend gedeckt. Bei diesem überschäumenden Angebot ist es fast unmöglich, keine Weihnachtsstimmung zu entwickeln. Daher habe ich auch schon seit geraumer Zeit meine Geschenke fertig verpackt in der Wohnung liegen. Allerdings keinen Wookie. Der Adventskranz steht mit mittlerweile vier angebrannten Kerzen auf dem Tisch. Lametta und Engelshaar flittern durch die Wohnung. Ich bin gerüstet. Weihnachten kann kommen. Irgendwo hab ich sogar ein Sagrotan-Tüchlein, falls die Spülmaschine ausfällt.</p>
<p><strong>Und, weihnachtet’s auch bei euch?</strong></p>
<p><em>Fröhliche Weihnachten aus der Via medici Redaktion!</em></p>
<p>Christine</p>
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		<title>Maggie träumt&#8230;</title>
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		<pubDate>Mon, 21 Nov 2011 12:46:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Melanie</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>

		<category><![CDATA[Arztberuf]]></category>

		<category><![CDATA[Aus der Redaktion]]></category>

		<category><![CDATA[Die erste Stelle]]></category>

		<category><![CDATA[Persönliches]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich habe einen Traum. Ich sehe Menschen in hellen und weiten Räumen, die miteinander sprechen. Nicht gehetzt, sondern so lange wie es Zeit braucht und empathisch zugewandt. Ich sehe junge Ärzte - Anfänger - die nachts ruhig schlafen, weil auf Station ein Mentor auf sie wartet, der zeigt, &#8220;So wirds gemacht!&#8221;. Ich sehe Patienten, die sich in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Ich habe einen Traum. Ich sehe Menschen in hellen und weiten Räumen, die miteinander sprechen. Nicht gehetzt, sondern so lange wie es Zeit braucht und empathisch zugewandt. Ich sehe junge Ärzte - Anfänger - die nachts ruhig schlafen, weil auf Station ein Mentor auf sie wartet, der zeigt, &#8220;So wirds gemacht!&#8221;. Ich sehe Patienten, die sich in guter Obhut wissen, zufrieden sind und nicht ständig meckern müssen. Ich sehe ein Team - vollbesetzt - aus Schwestern, Ärzten und Pflegern, die miteinander Kaffee trinken und sich keiner von ihnen ständig am Ego kratzt. Ich sehe eine Klinikleitung, die lieber in Personal statt in den Eingangsbereich investiert und eine Krankenhauskantine mit Essen, das schmeckt, auch ohne vier Sterne&#8230;</em></p>
<p><span id="more-2542"></span><em></em></p>
<p>&#8220;<em>Nächster Halt Hauptbahnhof Stuttgart</em>!&#8221;, ich schrecke auf und mache mich zum Aussteigen bereit, gehe zum S-Bahnhof und hechte in die Linie 5, um mich ein letztes Mal nach Feuerbach bringen zu lassen. Jeder Schritt trägt mich ein Stück näher zur Klinik, auch wenn sich heute noch einmal die Türen des Georg Thieme Verlags für mich öffnen werden, denn heute ist mein <strong>letzter Praktikumstag</strong>.</p>
<p>Ich schweife mit meinen Gedanken wieder ab. Damals im<strong> ersten Semester</strong> musste jeder das Wahlfach <em>Klinik für Einsteiger</em> belegen, ich wählte Kardioanästhesie. Richtig aufgeregt war ich davor, denn endlich sollte ich Unterricht von richtigen Ärzten haben und nicht nur von Anatomie- oder Physikprofessoren! Denn hatten wir nicht alle deswegen das Medizinstudium begonnen, um von den großen Heilern zu lernen, wie man Menschen rettet?</p>
<p>Doch meine <strong>Enttäuschung</strong> war groß gewesen. Alle Dozenten in diesem Seminar - bis auf einen einzigen - schienen mir  sarkastisch, fertig mit dem Leben, mit Augenringen behaftet oder verzweifelt gleichgültig. Einer von ihnen schleppte uns sogar über die Intensivstation und blieb immer vor den Betten mit den kränkesten Patienten darin stehen. Er kam mir wie ein <strong>leibhaftiger Buddha in Intensiv-Klamotten</strong> vor: &#8220;<em>Sehen Sie her! Alles Leben ist Leiden und als Arzt werden Sie ganz besonders leiden und Leiden verursachen. Je früher Sie das einsehen, desto eher werden Sie die Welt mit einem traurigen Dackelblick wie ich sehen können, weil Sie Erleuchtung über ihr ärztliches Dasein gefunden haben</em>.&#8221;  Während seiner Ausführungen über die <strong>Rolle des Arztes</strong> und der Medizin in unserer Gesellschaft breitete er seine Arme wie große Schwingen aus und erinnerte mich an eine schlechte Jesus-Imitation.</p>
<p>Nach diesem Nachmittag schwor ich mir: Ich wollte mir meine  Begeisterung für die Medizin durch solche Miesepeter nicht klauen lassen und nach dem Studium emotional auch nicht wie ein ausgetrockneter Baggersee aussehen.</p>
<p> Ein Semester nach dem anderen arbeite ich ab und das PJ verging wie im Flug. Und nun ist es soweit, <strong>ich bin Ärztin</strong>! Und manchmal frage ich mich, was aus dem Ersti &#8220;Maggie&#8221; und ihren Ambitionen geworden ist. Doch das wird sich erst im Laufe der Jahre zeigen. Im Moment freue ich mich auf meinen zukünftigen Job - gerade auf die Arbeit mit den Patienten. Obwohl der Gedanke demnächst auf einer 20-Betten-Station alleine zu stehen, auch gehörig Respekt einjagt, je näher es rückt. Schon im PJ gehörte ich nicht zu diesen Weißkittel-Orgasmus-Typen, die beschwingt ihre flatternden Kittel siegesgewiss und mit verklärtem Blick in der Kantine zur Schau tragen. Und mit ihrer Art den Kopf nach hinten zu werfen, zu verstehen geben, jede Viggo mit einem Fingerschnippen butterweich durchs Fettgewebe hindurch in einem venösen Blutgefäß zu platzieren und sowieso über allen Schwierigkeiten zu schweben.</p>
<p>Doch nicht jeder von uns Ärzten muss ja schon zu Beginn eine <strong>perfekt ausgelernte Elliot Reid</strong> oder ein Dr. John Carter in seinen besten Jahren sein, um erfolgreich zu sein, nicht wahr?! Ich wünsche mir natürlich gut in meinem Job als Ärztin zu sein, und ich hoffe, dabei auch immer ein fühlender Mensch zu sein - ohne sarkastisch oder verzweifelt gleichgültig zu werden!</p>
<p>Allen Ärzte-Erstis wünsche ich einen gelingenden Start ins Arbeitsleben!</p>
<p>Eure Maggi</p>
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		<title>Ein Zahni beim perfekten Dinner</title>
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		<pubDate>Mon, 24 Oct 2011 09:23:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Melanie</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>

		<category><![CDATA[Das schreiben andere]]></category>

		<category><![CDATA[Gastbeitrag]]></category>

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		<description><![CDATA[
Freitag, Finale oh-oh&#8230;
„Ich bin Flo und fluoridiere alle Frauen.“
Wenn du den Satz bringst, geb&#8217; ich dir &#8216;nen Burger aus!
*am Arm kratz*
Irgendwas juckt mich am Arm&#8230;
Krieg ich zwei Burger, wenn ich dazu noch sag&#8217;, dass meine Syphilis am Arm so schrecklich nervt?
*Gelächter* JA!
Jaja, da spaßen wir noch nachmittags während unserer Zeit im Labor, bevor der tote [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"><strong></strong></span></p>
<h4>Freitag, Finale oh-oh&#8230;</h4>
<p>„Ich bin Flo und fluoridiere alle Frauen.“</p>
<p>Wenn du den Satz bringst, geb&#8217; ich dir &#8216;nen Burger aus!</p>
<p><em>*am Arm kratz*</em></p>
<p>Irgendwas juckt mich am Arm&#8230;</p>
<p>Krieg ich zwei Burger, wenn ich dazu noch sag&#8217;, dass meine Syphilis am Arm so schrecklich nervt?</p>
<p><em>*Gelächter*</em> JA!<span id="more-2520"></span></p>
<p>Jaja, da spaßen wir noch nachmittags während unserer Zeit im Labor, bevor der tote Ernst wieder beginnt.</p>
<p>Übrigens wirft einen Tag Pause einen ganz schön nach hinten mit der Arbeit. (Hab&#8217; ich durch aufwendige Studien selbst belegen können.)</p>
<p>Carmen wartet schon in &#8216;ner Vinothek auf mich (das Kamerateam übrigens auch).</p>
<p>Bei der Begrüßung verkneife ich mir einen Jiu Jitsu-Griff, um ein Mitglied nicht direkt zu Boden zu ringen, welches sich für Freitagabend mit meiner Freundin zum „Würzburg-anschauen“ verabredet hat.</p>
<p><strong>Gestern</strong></p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Szenen die rausgeschnitten wurden:</span></p>
<p>Mir ist Essen auf den Boden gefallen.</p>
<p>An der Kasse des Supermarktes hat mich eine alte Frau bedrängt, die auch in&#8217;s Fernsehen wollte. Und die Unterhaltung mit der Bio-Denns-Kassiererin war dem TV anscheinend auch nicht interessant genug.</p>
<p>Ich hab ein paar Knochen an Rüdiger erklärt.</p>
<p>Ich hab ein&#8217; Haufen Werbung für meine Band EVIL BIRD CONSPIRACY gemacht!! Und NIX davon kam in der Sendung vor!</p>
<p>Und meine Erklärung: Ich würde Medizin nur zum Wohle der Menschheit und zur Befriedigung meines „Helf-Dranges“ ausüben, wurde auch nicht zu meiner Geld-Geilheit ergänzt.</p>
<p>An der Bar haben wir ewigst gestanden, und Daniel (der andere Barmann neben mir) hat noch coole Zeichen in&#8217;ne Cappucinotasse gezaubert.</p>
<p>Auch die Gastgeschenke wurden fast die ganze Woche nicht gezeigt.</p>
<p>Dem Rüdiger wollte ich eigentlich zum Essen ein Jacket anziehen, aber Granada wollte mir anhand des Bildungsniveaus der Zuschauer erklären, dass diese nicht verstehen würden, weshalb auf einmal das Skelett keine Lederjacke mehr trägt.</p>
<p>Die Vinothek sieht zumindest sehr langweilig aus, ich wär&#8217; lieber in den Stachel am Marktplatz gegangen.</p>
<p>Ich kipp ein Glas Tabasco nach dem anderen und freue mich auf ein scharfes Essen, schließlich haben wir ihr die ganze Woche mitgeteilt, dass wir es scharf lieben, und Gestern nochmal nach meiner Suppe ganz klar verdeutlicht.</p>
<p>Die ganze Zeit fahren draußen dicke Busse vorbei, und wir müssen fast jeden Take doppelt machen.</p>
<p>Auf die Frage: „Was macht Claudia morgens vor ihrem Haus?“</p>
<p>Antworten wir verdutzt mit „Eh, Rasen mähen“?</p>
<p>Realisator: „Aber sie bumst dabei.“</p>
<p>Nach ein paar Minuten und weiterem Hin und Her und dem Zunicken des Realisators, reimen wir uns die Geschichte selbst zusammen:</p>
<p>→ Wahrscheinlich weckt also Claudia ihr gesamtes Dorf jeden Morgen mit einem rituellen Kanonenschuss.</p>
<p>→ Was für Blödsinn man nicht alles aus Nasen herausbekommen kann.</p>
<p>Zusammen fährt uns Matthias schließlich zum letzten Abendschmaus nach Roden. Unterwegs kommen wir an einem Maisfeld vorbei, und finden es sehr lustig, unsere Gastgeschenke mit dem amerikanisch importierten Unkraut aufzupeppen.</p>
<p>Vor dem Haus angekommen, begrüßen uns Menschen in ihren Trachten.</p>
<p>Hinterm Haus angekommen, werden wir gefragt, ob wir die Überraschung schon gesehen haben.</p>
<p>Der Realisator ist ein bisschen stinkig, dass die Trachtenträger nicht mit uns verstecken gespielt haben.</p>
<p>Zur Begrüßung zaubert Gerd eine Rose für unsere Ur-bayrische-Claudia und ich überreiche Zahnpasta. Matthias schenkt ihr ein Bild-Wörter-Buch, weil sie ja die ganze Woche so still war. Was Carmen verschenkt weiß ich gar nicht mehr, kann nichts großartiges gewesen sein, sonst könnte ich mich noch dran erinnern.</p>
<p>Der Aperitif ist so sauer, dass meine Geschmacksknospen schon vor der ersten festen Nahrungsaufnahme in die Necrose getrieben werden.</p>
<p>Die zwei Blues-Brothers werden zusammen interviewet, und wir tun voll überrascht, als hätten wir die Trachtenträger vorher noch nie gesehen.</p>
<p>Außerdem bauen wir noch eins, zwei Gags ein. (Die allerdings gar nicht gesendet werden. Was uns während der Ausstrahlung weinen lässt, weil wir sie sehr lustig fanden.)</p>
<p>Zur Vorspeise gibt es warme Geschmacklosigkeit. Wo bleibt denn die Schärfe? Wo sind denn die Gewürze hin?</p>
<p>Also Spaß bei Seite, das Zeug konnte man schon gut essen, aber was macht man denn, bei einem Wettbewerb, wenn man weiß, was die Gäste haben möchten?</p>
<p>→ In Roden: Am Besten das Gegenteil.</p>
<p>Wir fangen an uns draußen auf der geilen Terrasse zuzukippen. Claudia wohnt echt schön. Aber dafür das Stadtleben einzutauschen?</p>
<p>→ Ich verfrachte einfach meine Eltern aufs Land, dann kann ich das im Urlaub immer genießen!</p>
<p>Gerd is&#8217; gelangweilt und schreit: Shotgun-auf-Flo, wir räumen die Bar aus!</p>
<p>Die Realisatoren haben jedoch andere Pläne&#8230;</p>
<p>Ich werde mit Carmen in&#8217;s Schlafzimmer gesteckt, mit der hoffnungsvollen Erwartung, dass wir eine wilde Orgie im Ehebett der Katholikin feiern.</p>
<p>Als wir die Lackstiefel von Claudia wieder zurückgelegt haben (und das ist wirklich kein Scherz, diese schüchterne Frau hat Stiefel, da ist Carmens-Bett-Hubschrauber nix dagegen) meinte der Realisator: „<em>Mh, das hab&#8217; ich mir ein bisschen spannender vorgestellt</em>.“</p>
<p>Darauf der Kameramann ganz kühl: „Was hast du denn erwartet, was die jetzt hier großartig feiern soll&#8217;n?“</p>
<p><strong>Das kommt davon, wenn man Erwartungen zu hoch schraubt.</strong></p>
<p>Vor unserem Schlafzimmerbesuch haben Gerd und Matthias mit der gleichen Kameracrew noch die Bar ausgeräumt&#8230; Gerd war &#8216;n bisschen stinkig, dass sein geliebter Schwiegersohn nicht mit dabei ist. - Ich wollte auch die ganze Zeit einfach mal spontan mit Carmen das Terrain stürmen, professionell wie das Kamerateam sein sollte, hätte sie es einfach weiter filmen müssen/sollen.</p>
<p>Aber Carmen war zu scheu, so etwas macht eine Frau ohne Anstand nicht – einfach so spontan den Dreh stören.</p>
<p>Zur Hauptspeise gibt es u.a. Maiskuchen, das was mir so richtig im Kopf geblieben ist. Maiskuchen, da kann man sich doch nix drunter vorstellen. Habt ihr schonmal Maiskuchen gegessen? (Rhetorische Frage)</p>
<p>Es schmeckt wie Mais. Was ja an sich sehr geil ist. Aber zusätzlich schmeckt es noch nach Kuchen. Was an sich ja auch ganz geil ist.</p>
<p>Das war aber wirklich ein Maiskuchen. Ein Kuchen aus Kuchen und Mais!</p>
<p>Ich nehme einen Bissen von dem Ding in&#8217;n Mund. *Totenstille*</p>
<p>Schaue nach vorne, sehe Carmen&#8230;</p>
<p>Und wir beide wussten, wenn wir nicht sofort wieder weggucken, dann wird’s hier gleich sehr peinlich.</p>
<p>Die nächsten fünf Minuten verbring ich damit, mir auf die Backe zu beißen, um meine Selbstbeherrschung zu wahren.</p>
<p>Bei dem folgenden <strong>Interview</strong> mit Matthias rede ich so gut ich kann über das Essen - hab ich ja bisher immer gemacht: Man beleuchtet nur das Gute.</p>
<p>Alle wissen, dass es nicht so gut ankam, wie ich hier die ganze Zeit zu verkaufen versuche.</p>
<p>Deswegen probiert auch der Realisator <strong>alles</strong>, wirklich alles, damit ich die Fresse mal aufreiße. Auch Matthias kann seinen Ohren nicht glauben, und stimmt mir einfach erbarmungslos zu.</p>
<p>„Jungs, wir müssen das Band wechseln!“</p>
<p>→ Ich raste aus, und alles angestaute in mir platzt, ich entleere und erkläre mich vor Matthias:</p>
<p><em>Dieser Maiskuchen! Oh, mein Gott. <strong>Was</strong> ist das?</em></p>
<p>(Dann merke ich, dass das Mikro ja immer noch an sein könnte.)</p>
<p>Dabei schlage ich mir auf mein Mikro, um alles abzudunkeln.</p>
<p>Während ich weiter aushole, und Matthias schön mitlacht, stöpsel ich mir mein Mikro vorsichtshalber noch aus. (Das arme teure Ding&#8230;)</p>
<p>Dann mein ich zu ihm, dass auch er seins aus machen muss, sonst nehmen die am Ende noch meine Aussagen von seiner Tonbandspur und hinterlegen es auf irgendwelche Bilder.</p>
<p>Als das Band (hektisch!) gewechselt wurde, stöpsel ich mich wieder ein.</p>
<p>„So, Flo. Sag nochmal, wie genau fandest du das Essen?“</p>
<p>Ich wieder völlig beherrscht: Ja&#8230; Es war&#8230; interessant&#8230; Also das Fleisch zum Beispiel war richtig gut.</p>
<p>Sie merken, dass sie so nich&#8217; mehr aus mir herausbekommen, und fragen Matthias aus, wie er das Essen so fand&#8230;</p>
<p>(Geile Aktion; Und ich hab Paras (Abkürzung für Paranoia), dass doch irgendwas auf den Mikros hängen geblieben ist.)</p>
<p>Hoch zum Interview sind wir übrigens mit einer fast vollen Schnapsflasche&#8230; Runter war sie ziemlich leer&#8230;</p>
<p>(Natürlich nur, weil das Kamerateam alles weggesoffen hat.)</p>
<p>Zur <strong>Nachspeise</strong> gibt’s <em>Terrakotta</em>.</p>
<p>Claudia hat wirklich den Running-Gag aufgegriffen und mir zur Nachspeise eine Fließe Terrakotta hingelegt. Soviel Spontanität hätten wir nicht erwartet. Kam sehr witzig an.</p>
<p>Ich hab dann auch mal probiert, wie so ne Fließe schmeckt&#8230; Nicht empfehlenswert.</p>
<p>Zum Glück bekomm ich dann doch noch richtigen Nachtisch.</p>
<p>Zur Erklärung: Wir haben ja schon den ganzen Abend hinter der Kamera angestoßen (und eigentlich auch die ganze Woche schon), Gerd hat immer darauf bestanden, dass man ihm beim Anstoßen in die Augen guckt, sonst gibt’s sieben Jahre schlechten Sex.</p>
<p>Beim Anstoßen vor der Kamera hat ER mir aber nicht in die Augen geschaut. Also meinte ich natürlich, dass wir beide nun schlechten Sex haben werden.</p>
<p>Seine gelassene Antwort dazu nur: Nein.</p>
<p>Irgendwas muss dieses gelassene „nein“ bei mir ausgelöst haben, auf jeden Fall habe ich ungelogen über zehn Minuten einfach nur gelacht und mich nicht mehr einkriegen können. (Selbst wenn ich jetzt daran denke, muss ich schon wieder lachen.) Ich hatte richtige Tränen in den Augen. Und nach &#8216;ner Weile wurd&#8217;s mir sogar peinlich, weil ich mich gefühlt habe, als halte ich den Dreh auf.</p>
<p>An die Punktevergabe hat keiner von uns gedacht, bis einer aus dem Team meinte:</p>
<p>Freitags ist oft eine kleine Anspannung zu erleben, weil es auf die Punktevergabe zu geht.</p>
<p>Ja, danke. Ich hab mich nicht angespannt gefühlt, und auch nicht unwohl. <em>Bis jetzt&#8230;</em></p>
<p>Ich bin sogar am überlegen, ob ich der Gastgeberin zehn Punkte vergebe, einfach weil es so nett bei ihr ist, und ich mit Gewissheit wusste, dass es nichts an der Erstplatzierung ändern wird.</p>
<p>Aber dann wollte ich auch ein wenig fair den andern gegenüber sein.</p>
<p>Während wir sonst immer die Punkte rechtfertigen mussten, geben wir nun einfach unsere Bewertung ab.</p>
<p>Zum Schluss geben wir uns wieder so, als würden wir nicht auf die Punkte warten, sondern als feierten wir ein wenig.</p>
<p>Ich wusste nix von meinem Ergebnis, hab&#8217; auch bis zum Ende niemanden meiner Mitstreiter gefragt, was sie mir gegeben haben. Konnte also alles von vier bis vierzig Punkte sein. Also nich&#8217; wirklich, aber gespannt war ich schon, was raus kommt.</p>
<p>Auch, wenn sicher kaum jemand wirklich mitgemacht hat, nur um zu gewinnen, ist es am Ende doch eine große Preisfrage. Vor allem weil hier einer mit <strong>1.500€</strong> mehr <em>zu versteuerndes Geld</em> mit nach Hause geht.</p>
<p>Jeder, der den alten Kalauer nicht versteht:</p>
<p>Es gab&#8217; mal (<em>und mir wurde das auch erst während der Drehwoche erklärt</em>) einen Kerl in Paris, der wohl ziemlich schlecht gekocht habe, selbst von sich überzeugt war, und seinen Mitstreitern wirklich schlechte Bewertungen gegeben hat.</p>
<p>Am Schluss wurde er Zweiter, und im Interview wurde er gezeigt, wie er tot ernst meinte „ich spüre nur noch Wut“. Seitdem ist das &#8216;n Running-Gag im DPD-Jargon.</p>
<p><strong>Schlussinterview</strong> (Carmen + Flo)</p>
<p>Wie verbleibt ihr zwei eigentlich?</p>
<p>Wir gehen einen Schritt auseinander: „Ja, seitdem sich mit Gerd was anbandelt ist es zwischen uns aus.“</p>
<p>Vielen Dank auch, für diesen Story-Close.</p>
<p>- Ich frage mich im Nachhinein, hätten wir eine eigene Sendung bekommen, wenn wir gesagt hätten, dass wir nun zusammen sind?</p>
<p><strong>Rückblick</strong></p>
<p>Ohne Witz – ich hab mir die Brustenthaarung wirklich peinlicher vorgestellt.</p>
<p>Auch wenn „Scham“ ein kleines Fremdwort für mich ist&#8230; Muss man nüchtern betrachtet doch mal hinterfragen: „Was zum Teufel hat sich das Kamerateam dabei nur gedacht..?“ Naja, unschuldig bin ich dabei auch nicht. Aber das stempeln wir trotzdem mal unter Jugendsünden ab, bis zu meiner wichtigen Karriere is&#8217; ja noch &#8216;n Weilchen.</p>
<p>Und wie feddich das Ethanol uns gemacht hat, konnte man vllt auch daran merken, dass ich im Interview sogar angefangen hab&#8217; H2O zu konsumieren.</p>
<h4>Donnerstag, auf los geht’s (f)los</h4>
<p>Um kurz vor sieben klingelt die Haustür, und es klopft an der Türklingel:</p>
<p>Hallo! Wir haben keine Brötchen für dich mitgebracht. (Danke)</p>
<p>Man möchte mit mir besprechen, was nun den Vormittag lang gemacht wird, und was man sich so wünscht von mir. Is&#8217; zwar von der wirklich coolen Vormittags-Crew nett gemeint, &#8216;bin aber schon wieder sprachlos, dass die am vorletzten Tag immer noch nicht gecheckt haben, dass sie bei mir da offene Türen einrennen.</p>
<p>(Jungs, ich hab doch schon alles für euch geplant..!)</p>
<p>Also: sieben mal die Türe aufmachen, bis der richtige Take gefunden wird; So tun als ob man mitten in der Nacht geweckt wurde, und ganz Studenten-like auf der-frühe-Wurm-kann-mich-mal machen. Und verpeilt in der Wohnung herum irren, und Interviews geben. (<strong>Auch an dieser Stelle nochmal lieben Dank an meine Freundin, welche die gesamte Woche neben der Arbeit noch die Wohnung zu Tode aufgeräumt hat</strong>.)</p>
<p>Da ich der einzige beim Dinner mit Grips bin, hab ich mich gleich von mehreren Verkäufern schön schmieren lassen, und NIX, absolut nix für mein Essen bezahlt.</p>
<p>Die Schleichwerbung für BIO-Denn&#8217;s sollte genug Entlohnung sein, bin sogar singend mit deren Einkaufstaschen durch Würzburg geradelt.</p>
<p>Und auch mein Putenfleisch hab ich aus Würzburgs ältester Metzgerei in der Semmelstraße besorgt. Denen war das sogar egal, dass ich nicht mit dem Kamerateam vorbeigekommen bin. &#8216;Nen kleinen Flyer hab ich trotzdem von der Metzgerei an mein Gewürzregal ge-magnetet. (Waren sehr nette Leute, und vor allem die weibliche Belegschaft hat sich wie auf &#8216;nem Kindergeburtstag gefreut.)</p>
<p>Auch hab&#8217; ich freundlicher Weise für meine Musiker-Kollegen-Freunde „Cray Fish“ ihr Promo-Plakat in mein Schlafzimmer gehängt, damit es abgefilmt wird. (Und deren CDs in der Wohnung verteilt und am Mittwoch dem Matthias als Gastgeschenk eine mitgebracht – was allerdings nicht gezeigt wurde.)</p>
<p>Nach dem Einkauf mit der Crew im Bio-Denn&#8217;s Laden, sang ich noch ein wenig auf dem Rad über die Gruppe. Meine Befürchtung: Dass bei meiner Gruppendichtung wieder nur Carmens und ggf. Claudias Strophe geschnitten wird, damit ich weiterhin als Lust-Hengst rüberkomme.</p>
<p>Im BIO-Denn&#8217;s Laden war übrigens noch eine süße, kleine Praktikantin von der MainPost dabei, die &#8216;nen Artikel über uns Fünfe schreiben wollte. Hab&#8217; das Schneggle direkt auch zum Abend im Café mit eingeladen.</p>
<p>Nach der Einkaufssession im Bio-Denn&#8217;s Laden, besorgte ich mir noch schnell die ergaunerte Pute und freute mich, dass ich von den 800€, die man als Mitwirkender erhält, lediglich das neue Tischtuch und die Deko-Steine bezahlt hab. (Die wurden mir leider nicht durch Schleichwerbung finanziert, so wie beim Bio-Denn&#8217;s Laden.)</p>
<p><strong>Mittagspause von 13:05 – 13:55</strong></p>
<p>In dieser versuche ich das erste Mal in meinem Leben „Kuchen“ alleine zu backen. (Bisher hab ich lediglich bei Oma immer den Teig geknetet und gerollt&#8230; und vor allem gegessen..)</p>
<p>Die angegebene Menge reicht nicht aus, und ich notiere mir:</p>
<p>„Zutaten verdreifachen, damit es für die Gäste langt.“</p>
<p>→ Also schonmal ein Übel für den Abend abgewendet.</p>
<p>Wir fangen irgendwann gegen halb drei an zu drehen.</p>
<p>Ari sollte mir ja helfen.</p>
<p>Meiner Aufgedrehtheit setzt sie erstmal einen Dämpfer, und ich frage mich, wie sie so verdammt ernst vor der Kamera sein kann. Das bildet zwar &#8216;nen krassen Kontrast zu mir, lässt mich aber als richtiges Arschloch dastehen.</p>
<p>Wie man es sicher merken wird, versuche ich aus der Situation für mich noch das Beste zu machen, bin aber innerlich richtig, richtig angefressen.</p>
<p>→ Alle Gags, die sie sich ausgedacht hatte noch vor zwei Monaten – wie weggeblasen. Keine Ironie, es wird nicht so getan, als hätte ich panische Angst vor ihr&#8230; Keine Schlägerei in der Küche&#8230; Keine von Zetteln abgelesenen Sprüche&#8230; Jetzt bin ich das respektlose Arschloch aus Würzburg.</p>
<p>Ich entschuldige mich jetzt schonmal für folgendes:</p>
<p><strong>Alanin</strong> kann man unter Hektik gut und gerne mal mit <strong>Isoalliin</strong> verwechseln! Und auf das Wort <strong>Propanthial-S-Oxid</strong> konnte ich mich einfach nicht mehr erinnern&#8230;</p>
<p>→ Ergebnis: So sieht es aus, wenn eine Klugscheißer Aktion in die Hose geht.</p>
<p>Ca. (circa, nicht Calcium) vier Uhr: Ari tut so, als ginge sie zu irgendwelchen Freunden an den Main, bleibt aber da, und passt auf, dass die Kamerateams nix klauen.</p>
<p>Ich soll mich umziehen; Dann is&#8217; fünf Uhr:</p>
<p>- <em>Jetzt aber flo(tt).</em></p>
<p>Ich geselle mich derweil in&#8217;s Café nach unten, über dem ich wohne, und bereite die Cocktails für den Abend vor.</p>
<p><strong>Hintergrundgeschichte</strong>:</p>
<p>Mein Bruder war lange Zeit Barkeeper in meiner Heimatmetropole, und hat mir an &#8216;nem gemütlichen Abend einen eigenen Drink kreiert. Getauft auf „<em><strong>Can-U-Flow“.</strong></em></p>
<p>Schmeckt geil. Hat auch jedem gefallen – selbst Carmen, und die mag keine Bananen&#8230; Eben nur meine.</p>
<p>Die Begrüßung wird die geschmackloseste von allen:</p>
<p>Ich sehe die Leute etwa 18 Minuten draußen rumstehen, während ihre Ankunft akribisch genau gefilmt wird. Dann soll ich sie „von hinten erschrecken“&#8230; Naja.</p>
<p>Übrigens habe ich natürlich genug Stühle bei mir rumstehen; Die sind nur einfach hässlich, weil sie nicht zu dem Tisch passen. Am Dienstag kam der Aufnahmeleiter auf die fixe Idee, doch auch daraus eine Story zu bauen (<em>ja, davon hat unsere Gruppe wirklich nicht genug).</em></p>
<p>Auf Matthias bin ich stolz, der hat wirklich als <em>einziger</em> &#8216;nen Stuhl mitgebracht.</p>
<p>Während die anderen interviewet werden, geselle ich mich nach oben: Die Vorspeise ist zwar schon fertig, ich soll aber trotzdem so tun, als ob ich voll aufgeregt bin und pseudomäßig ein bisschen den Kochlöffel schwingen. (Wobei - ich glaub - die Croûtons hab ich wirklich erst kurz davor noch gebraten.)</p>
<p>Kurz vorm Auftritt treffen meine Überraschungs-Diener noch bei mir ein, und die Idee meines Kumpels sich als <strong>Sado-Maso-Sklave</strong> (ja, ich habe nur <em>durchgeknallte</em> Freunde) wird (zwar nicht von der Produktionsfirma <em>Granada</em>, aber) von VOX <em>entschieden</em> abgelehnt: „<em>das ist denen zu hart.“</em></p>
<p>Mein Kumpel is&#8217;n bissl stinkig, weil er eigentlich nicht erkannt werden möchte (<em>seine Henkermaske wurde gestrichen</em>), schließlich hat auch er irgendwann mal noch (<em>hoffentlich</em>) &#8216;ne Karriere vor sich.</p>
<p>Wir versuchen die Chose mit einem Schal von Ari und der Sonnenbrille von <strong>Rüdiger</strong> (dem geliehenen Skelett) zu lösen, außerdem wird er noch von meiner zweiten Dienerin im Gesicht angemalt (auch wenn ich nicht denke, dass man das irgendwie erkennen wird).</p>
<p>Wir sitzen eigentlich alle schon am Tisch, während sich das Kamerateam für den „Eintritt in meine Wohnung“ bereit macht, und alle nochmal „offiziell“ rein kommen dürfen.</p>
<p>Ich muss dabei beiläufig erwähnen, dass ich entgegen den Gerüchten der letzten drei Tage sehr gut mit dem Kamerateam klar komme.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Möglichkeit eins:</span> Carmen meinte, ihre „Planung“ wurde durch die Wusel durcheinander gebracht, und da ich keinen Plan hab&#8217;, relativ spontan koche, wird mir einfach nicht klar, dass dies eine Stress-Situation sein könnte.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Möglichkeit zwei:</span> Der Crew wurde Gestern noch so in den Arsch von irgendwelchen Verantwortlichen geblasen (zB der Vormittags-Crew) oder hatten einfach nur Angst um ihren Ruf und Job, so dass sie sich bei mir nun endlich besser benehmen.</p>
<p>Ein bisher unauffälliges Teammitglied wollte bei dem Tag nochmal kurz bei/vor mir aufmucken. Ich hab&#8217; dann seinen verbalen Ausrutscher an meiner Derma Vorbeigleiten lassen, um die Stimmung nicht zu gefährden. Die andere Möglichkeit wäre gewesen, ihm zu einem Fecht-Duell herauszufordern, wobei ich wahrscheinlich verloren hätte, weil ich gar nicht richtig fechten kann.</p>
<p><strong>Vorspeise</strong></p>
<p>Die brodelt bereits seit 30 Minuten fröhlich vor sich hin, und wartet darauf, dass die Kameras für&#8217;s Servieren bereit sind.</p>
<p>Das erste mal heute Essen:</p>
<p>Sehr, sehr, sehr <strong>scharf</strong>.</p>
<p>Es war wahrscheinlich der heißeste Tag des Jahres, plus Scheinwerfer, plus scharfes Essen. Wir haben alle geschwitzt wie die Dönertiere.</p>
<p>Alle loben das Essen in den Himmel, und ich frage mich, ob das nur gemacht wird, um nett zu mir vor der Kamera zu sein, oder ob es wirklich so genial gut ankam.</p>
<p><strong>Hauptspeise</strong></p>
<p>Bisher hab&#8217; ich immer Putengeschnetzeltes gemacht.</p>
<p>&#8216;N Koch-Freund von mir meinte, dass man diese Trivialität auch etwas auflockern könne, durch ein Aufrollen der Pute-Hälften, mit Speck ummantelt und einer Feta-Tomaten-Füllung.</p>
<p>Leider hatte ich das bis dato noch nicht schonmal probe-gekocht, sonst hätte ich gewusst, dass dies &#8216;ne blöde Idee war (zumindest für einen Dilettanten wie mich).</p>
<p>Einfach Geschnetzeltes oder weg lassen!! Dieser rießen Fleischklumpen war einfach nur ein trockener, gebratener/gebackener-Protein-Haufen.</p>
<p>Beim Kochen und wuseln fällt mir sogar Essen auf den Boden. Und die kleine Küche sieht immer mehr aus, wie ein Schlachtfeld „<em>Nahrungsmittel vs. Ordnung</em>“, und die Entropie scheint zu gewinnen.</p>
<p>Man merkte schon beim Essen, dass die trockene Pute nicht gut ankam, und die meisten dieser (<em>eigentlich NUR</em>) einzelnen Teil-Beilage mehr Aufmerksamkeit schenkten, als auf meine persönlichen Highlights: Der <span style="text-decoration: underline;">Lauch-Eintopf</span> und die <span style="text-decoration: underline;">Thunfisch+Gemüse-Pfanne</span>, von welchen sich bis auf Claudia jeder noch Nachschlag geholt hat. (Aber solche Refill-Teller, werden im TV nicht gesendet.)</p>
<p>Weil wir nun schon Mitternacht hatten, und Gestern jemandem der Kragen geplatzt ist&#8230; werde ich ein wenig auf Schnelligkeit gedrängt.</p>
<p>Zum einen versaue ich mir meine Nudeln, die durch das Warten einfach austrockneten.</p>
<p><strong>Nachspeise</strong></p>
<p>Zum anderen musste, ich hurtig die Nachspeise in den Ofen schieben. Also werden meine Sklaven von der Regie in die Küche beordert um die kleinen Töpfchen zu füllen. (Matthias bekommt das mit, und ich bitte die Organisatoren später nochmal bei der Punktevergabe daran zu erinnern, dass die Mithilfe nicht meine Idee war.)</p>
<p>Im Ofen sollte der Spaß eigentlich nur 20 Minuten bleiben, reingestellt hab ich die <em>Küchelchen</em> schon bevor wir die Hauptspeise anfingen zu verdauen (für alle Laien-Leser: <em>Verdauung fängt im Mund an</em>). (Aus zuverlässigen Quellen weiß ich, dass die ganze Zeit aber komische Sachen mit meinem Ofen angestellt wurden, und die <em>Küchelchen</em> somit mindestens 30 min im Ofen rumlungerten → was ihm eine brotige Konsistenz verlieh, die nich&#8217; so gut ankam.)</p>
<p>Meine Joke-Nachspeise, mit der verhunzten Vanillesoße kam sehr gut an, also eigentlich hat es scheiße geschmeckt, aber das sollte es ja auch, und das kam gut an.</p>
<p>Die anderen Fragen mich am Tisch noch mit vorgefertigten Fragen aus, wie ich heiße, warum ich Medizin, oh, sorry, <strong>Zahnmedizin</strong> studiere. Wie ich auf die Musik komme&#8230; Und dann sollte ich direkt auch nochmal was vorträllern. Was liegt da näher, als das allseits gehasste <em>Wonderwall</em>. (Auf unspezifische Songwünsche reagiere ich immer mit leichtem Juckreiz.)</p>
<p>Zum Drehschluss muss meine Lebens-Abschnitts-Gefährtin (dämliches Wort für Freundin) noch so tun, als käme sie zurück von ihren Freundinnen.</p>
<p>Von 2 bis 3 Uhr nachts lassen wir den Abend im Mozart Café ausklingen, die mir nicht nur ihre Gläser gestellt haben, sondern mir auch noch die gesamte alkoholische Verpflegung meiner Gäste abnahmen. Und auch das ohne meine Unkosten. Man bin ich gewieft. (An dieser Stelle nochmal Danke und ein bisschen Schleichwerbung für das Café Mozart in Würzburg, im schönen Franken.)</p>
<p>Alle gehen mit meiner kurvigen Dienerin noch feiern, ist ja fast das Ende des Woche, und man will sich genauer kennen lernen. (Hat natürlich nix mit ihren Brüsten zu tun, und dass sie &#8216;nen Uterus besitzt; Nach ihren Angaben, habe sie sogar mit irgendeinem Crew-Mitglied zusammen am Main übernachtet&#8230; Warum auch immer.)</p>
<p>Meine Gäste erklären mir, dass die Punktevergabe noch nie so schwer war, weil es der geilste Abend bisher war, aber eben ein paar Zubereitungen gar nicht so perfekt waren.</p>
<p><strong>Egal, wenn es weniger als zehn Punkte pro Nase gab, kündige ich euch die Freundschaft.</strong></p>
<p>Heidewitzka, Morgen darf ich im Phantom Zeit aufholen&#8230;</p>
<p>UND DIE KÜCHE SIEHT AUS WIE EIN SAUSTALL!!</p>
<p><strong>Reflektion über Mittwoch</strong></p>
<p>Hass-Tiraden überströmen mich von tausenden Humanmedizinern, die sich in ihrer Würde (von einem Studenten der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde) beschnitten fühlen.<br />
Schließlich ist „die Lehre der Vorbeugung, Erkennung und Behandlung von Krankheiten und Verletzungen“, oder auch (aus dem alten Italienisch) „ die Heilkunde“ oder auch „ärztliche Kunst“ nicht das Professionsfeld eines einfachen Zahn-Hoblers.<br />
Ein HUMANmediziner ist schließlich die Krönung der Naturwissenschaftler und ein ZAHNmediziner lediglich ein sadistischer Handwerker. Viele Kommentare in digitaler Form, aber auch als SMS erreichten mich, um meine geistige Umnachtung zu lichten:<br />
- Ich studier ja gar kein Medizin, und wie ich darauf kommen würde, das zu behaupten. Vielen Dank an dieser Stelle noch mal, an diese unheimlich produktiven Kommentare meiner Halb-Kommilitonen – ohne euch hätte ich diese Anmaßung vielleicht sogar bis ins Grab genommen.<br />
(Wo diese wichtigen Vorklinker ihr Selbstbewusstsein bei der Immatrikulation gelassen haben ist mir an dieser Stelle leider untersagt zu berichten.)<br />
Aber ihr könnt mich ja beim nächsten gemeinsamen Suff mal richtig aufklären, was ein Halbgott so alles genau braucht.</p>
<p><!--more--><br />
<strong>Die Dienstags-Sendung:</strong></p>
<p>Eigentlich gab es zu der Story noch &#8216;ne geile Po-Ente bei Carmens Verabschiedung, die nicht gesendet wurde:<br />
Carmen holt ein kleines Bild unter der Nachttisch-Lampe hervor und sagt: „Gute Nacht mein Schatz.“</p>
<p>Gewieft, wie die das mit der Bilder-Love-Story noch geregelt haben – einfach wegschneiden, und trotzdem sagen, dass ich voll auf Carmen abfahre.</p>
<p>Das (eigentlich) lustigste an der ganzen Geschichte ist, dass jeder meine Freundin bemitleidet, was sie doch für einen Gluteus maximus zum Freund hätte.<br />
Ari sieht das Ganze ziemlich gelassen. Man, als ob meine Freundin nicht wüsste, wen sie sich da als Haustier, Koch und Privatunterhalter in der Wohnung hält.<br />
Der Kommentar ihrer Mutter: „Das war noch nicht alles?! […] Ich würde mich nach einem neuen Freund umschauen.“ Dies lässt uns zwar laut lachen; Mich aber auch überdenken, ob sie an Weihnachten wieder so tolle Ohrringe von mir bekommen soll oder nicht.<br />
(Lieber nicht - sie hat ja jetzt schon welche.)</p>
<p>Carmens Mann is&#8217; übrigens &#8216;n geiler Typ, mit dem ich bei Gerd &#8216;ne Runde Billard gegen Matthias halb- gewonnen habe. Aber auch gestandene Männer, bekommen gelegentlich weise Fragen von ihren Kumpels: Ob er mich denn noch verprügeln würde&#8230;<br />
- Wie schön zu merken, dass Jungs eben Jungs bleiben.<br />
Ein Hoch auf das Androgen, was sich seit Anbeginn der Zeit selbst überschätzen lässt:</p>
<p>17-β-Hydroxyandrost-4-en-3-on</p>
<p>(Für den gemeinen Laien auch unter dem Trivialnamen „Testosteron“ bekannt.)</p>
<h4>Mittwoch</h4>
<p>Mein Zahntechniklabor wird instruiert, was eine Kamera so alles benötigt. Ich soll mal zeigen, wie man ganz gekonnt aufwachst, und eine Prothese NICHT ausarbeitet.<br />
(Diesen Technik-Insider werden auch nur die Hälfte der TPK-Absolventen verstehen, weil die das sicher auch nicht wissen.)</p>
<p>Egal, ich erzähl Mario ein wenig von der Rasselbande, und ich frage mich, wem es wohl im TV auffallen wird, dass ich jeden Tag &#8216;nen anderen Bart trage&#8230; (Und [ACHTUNG SPOILER] am Freitag sogar nur &#8216;nen halben.)</p>
<p>Ich find&#8217;s schade, dass die Vormittags-Crew nicht auch abends dabei ist – dann wäre die ganze Geschichte wohl ein wenig entspannter zugegangen.<br />
(Den ganzen Abend gesagt zu bekommen, welche Themen man ansprechen soll, nervt nach &#8216;ner Weile; Als ob wir ohne Regieanweisungen langweilige Menschen wären&#8230; Bei diesem Gedanken versinke ich ein wenig in traurige Melancholie.)</p>
<p>Matthias&#8217; Menu ist unaussprechlich, was mich des weiteren Tages auf &#8216;ne super Idee bringt. (ICH, werde meine Menubezeichnung ein wenig umwerfen&#8230; Dann haben die mittags auch ein bisschen mehr Spaß bei ihren Interviews.)</p>
<p>Die Uni endet kurz nach fünf&#8230; Wir ham nämlich noch Gipsraumdienst.<br />
Momentan bin ich noch echt verdammt gut in der Zeit, und meine Modelle sehen soweit richtig gut aus, also brauch ich für Morgen auch kein (sehr) schlechtes Gewissen haben. (Keinen Dank an dieser Stelle an meinen Kommilitonen, der mir keine fünfzehn Minuten schenken konnte, indem er mir mein blödes Sägemodell sockelt.)</p>
<p>Zusätzlich trägt der Schlafmangel langsam Früchte, und ich komm erst 18:10 bei Matthias außerhalb Würzburgs an. Pädagogisch wertvoll werde ich vom Teamleiter gerügt. Carmen nimmt mich aber mütterlich in Schutz und beichtet - sie haben sowieso noch nicht angefangen.<br />
(Wem meine unkorrekte Verwendung des Konjuktives auf den Senkel geht&#8230; - Der hat vollkommen recht, und darf sich bei meinem ADS beschweren. - Briefe und vor allem Geschenke hierfür nimmt meine Sekretärin gerne entgegen. Hass-Tiraden bitte an meinen alten Deutschlehrer.)</p>
<p>Szenenplanung: Claudia und ich kommen gemeinsam bei Matthias an. (Wie wir den Weg entlanglaufen, wird exakt fünf mal gedreht, und jedes mal versuchen wir in etwa die gleichen Bewegungen zu machen, damit der Mann im Schnitt nich&#8217; so viele Probleme mit uns hat.)<br />
Ganz spontan treffen wir Gerd und Carmen an der Haustür, die uns beim Klingeln erwischen (is&#8217; ja auch logisch, wenn ich zehn Meter vor mir Freunde laufen sehe, dann mache ich mich auch erst am Ende der Reise bemerkbar.)<br />
Es folgt eine fröhliche Begrüßung untereinander, man hat sich ja Gestern das letzte Mal vor der Punktevergabe gesehen&#8230;</p>
<p>Überraschung: Matthias hat auch einen kleinen Glücksdrachen, der is&#8217; aber zwei Nummern größer und kann sogar mehr als nur zittern und nicht auf fremde Befehle hören (die gute Hundeschule hat also einen ganzen halben Hund aus der Kläffer-Dame gemacht).</p>
<p>Man versucht sich mir anzupassen, und stößt nicht mehr „zum Wohl“ an, sondern sagt nur noch „Prost“, so fühle ich mich nicht gezwungen alles direkt wegzukippen.<br />
→ Hilft nix.<br />
Achtung, Klugscheißerei:<br />
Ethanol wird bekanntlich schneller mit durchblutungssteigernden Mitteln aufgenommen (also z.B. süße Saccharide, Energie in Form von Wärme, Kohlendioxid (für den Leihen: Kohlensäure), etc&#8230;) auf leeren, unverfetteten Magen (Lipide senken übrigens die Durchblutung), plus angeregtem Sympathikus (wegen Kameras und schönen Frauen) → ergibt:<br />
Ein, zwei Gläser, (auch wenn das Gesöff schön kühl ist&#8230;) und die Betäubungsmittel entfalten ihre volle Wirkung.</p>
<p>Ich möchte mich anterior schon mal vor jeglicher Verantwortung der gezeigten Szenen drücken, und schiebe alles auf Co-Faktoren, auf die ich keinen Einfluss hatte. Nicht nur meine Neuronen müssen frühzeitig ihre Apoptose eingeleitet haben.<br />
Na, mal gucken, wie das im TV zusammengeschnitten werden kann, ohne, dass wir als Vollpfosten dastehen&#8230;</p>
<p>Um uns das warten zu versüßen, schenkten wir uns gegenseitig (sehr) gut ein.<br />
Endlich hat mal einer Mitgedacht, und uns Essen und Getränke für die langwierigen Pausen hingestellt.</p>
<p>Das Essen war vorzüglich und dekadent.<br />
Man warf mir sogar vor, ich mache vielleicht nur mit, um &#8216;ne Woche lang gut essen zu können.</p>
<p>Als wir auf die Hauptspeise warten, hören wir übelsten Stunk aus der Küche grölen. Anscheinend verursachte das gut durchgeplante Kamerateam einen (von seinen Freunden berühmt-berüchtigten) Wutausbruch beim Gastgeber.<br />
Dem notorischen DPD-Zuschauer wird bereits aufgefallen sein, dass viele Gäste die Gänge als kalt oder verkocht beschimpfen. Wenn man mal dabei war, kann jeder nachvollziehen, dass es nicht so einfach ist, auf die absurden Wünsche des Kamerateams einzugehen und mit dem Anrichten zu warten oder irgendwas vier mal irgendwo hin zu stellen. (Die Kamera läuft schließlich nicht permanent durch, und aufs Anschalten und Satteln dieses Monster-Dings muss ja auch Rücksicht genommen werden.)</p>
<p>Zum Wohnzimmer wurden die Türen geschlossen und uns bat man mal grad in den Garten zu ziehen. Wir spekulierten derweil draußen über die Auseinandersetzung, und ob irgendwer uns neugierig abhört – hatten schließlich alle so &#8216;n Mirko im Dekolleté hängen.</p>
<p>Überraschenderweise (inklusive der Androhung und folgender Durchführung(!), Teile des Kamerateams rauszuschmeißen) merkte man unserem Gastgeber am Esstisch und vor der Kamera nix von all dem Trubel an.<br />
- Selbstbeherrschung zur richtigen Zeit -</p>
<p>Wenn ich mich zurück an die Interviews mit Claudia erinnern möchte, sehe ich neben schwankenden Wänden und Möbeln, auch meinen Enthusiasmus irgendwelche lustigen Aktionen aus ihr herauskitzeln zu wollen. (Was echt nich&#8217; immer einfach war. - Ob es nötig war, is&#8217;ne andere Frage.)</p>
<p>Es ranken sich heute noch Legenden darüber, weshalb mein Angebot - mir das HAUPTHAAR abzurasieren - anders beim Realisator ankam.<br />
Mit abgestorbenen Neuronen lässt sich schwer schnell umschalten.<br />
Egal, das misslungene Herz und der leere Akku haben mir - dank präventiven Betäubungsmitteln - auch nicht sonderlich weh getan.</p>
<p>Die beste Nachspeise gab&#8217;s übrigens bei Matthias, selbstgemachtes Eis ist der Hammer!<br />
(Auch wenn <em>der Gerät</em> für einen armen Studenten noch zu unerschwinglich ist.)</p>
<p>Nach einem philosophischen Gespräch über Perfektionismus und meine Punktevergabe durfte ich beim neugierigen Taxifahrer dann, mein Ethanol in halber Ruhe oxidieren lassen.</p>
<p>Glücks(drachiger) Weise blieb die befürchtete männliche Katze am nächsten Tag aus.<br />
3 Uhr nachts: weckt mich bloß nicht vor Mittag!<br />
(Vernudelt! Phantom wartet in vier Stunden.<br />
NE! ICH bin ja Morgen dran&#8230; Auweia&#8230;)</p>
<p>Flo, Würzburg (nur physisch) </p>
<h4>Dienstag</h4>
<p><strong>Rückblick</strong><br />
Es war leider nicht schlimmer als erwartet. Gemeinsam haben wir die Montagssendung bei Gerd und seiner Family angeschaut, und mussten mit Bedauern feststellen, dass Gerd doch nicht komplett überzogen über den Tisch geschliffen wird, wie er es doch die GESAMTEN LETZTEN ZWEI MONATE befürchtet hatte.</p>
<p>Auch Sinas Bruder ist cooler, als man von den Fotos des Nick Carters-Fan erwartet hätte.</p>
<p>Am geilsten fanden wir alle Claudia, die total quietschig und fröhlich rüberkam, leider wurde diese zum Ende der Woche immer stiller (schien uns zumindest so).<!--more--></p>
<p>Und wir alle haben uns gefragt, weshalb einige der lustigsten Szenen einfach nicht mit reingeschnitten wurden:<br />
Zum Beispiel hat Carmen ALLEINE FÜR DIE VORSPEISE ALLE Utensilien auf ihrem Platz, die ihr zur abendlichen Nahrungsaufnahme zur Verfügung gestellt wurden, verwendet.<br />
Da ich gelernt hatte, dass man von außen nach innen isst, hab&#8217; ich erstmal die Gambas mit den Löffeln versucht zu verspeisen, bis mir Gerd großzügiger Weise die Erlaubnis erteilte das Zeug auch mit der Gabel anzupacken (auch, wenn die Gabel weiter drinnen lag).</p>
<p>Meine Ausziehaktion vorm Pool wurde auch zwei bis drei mal gefilmt, weil Claudia bei den ersten zwei Takes zu still war und beim and&#8217;ren mal mein Mikro an den Klamotten zu laut geraschelt hatte.</p>
<p>Ich selbst habe im TV das erste mal Gerds „Hall of (own) fame“ gesehen – durften ja beim Dreh das Haus komplett nicht unbeaufsichtigt betreten.</p>
<p>Egal&#8230;<br />
Gerd ist also doch nicht vor Scham in der Erde versunken, fand&#8217;s aber nich&#8217; so geil von uns, dass Matthias und ich während der Show die ganze Zeit online Kommentare zur Sendung begutachteten.</p>
<p>Außerdem wurde mit viel Kohle und Aufwand mein Waschbrettbauch digital verarbeitet, um mich nicht als vollkommen perfekt darzustellen, und das Selbstbewusstsein sämtlicher männlichen Zuschauer zu zerstören.</p>
<p>Dienstag!</p>
<p>Ich wache auf, geh zur Uni&#8230; blablabla.</p>
<p>So, im Ringpark angekommen wird mir klar, dass ich nun wohl jeden Tag diese Woche zwei Stunden Mittagspause machen darf.<br />
Unter den schattigen Bäumen wartet auch schon mein Guter Freund „Atilla“, um sich von mir reichlich vor der Kamera verprügeln zu lassen – ich soll schließlich geil rüberkommen.</p>
<p>Nachdem ich Atilla mehr als ein Dutzend mal den Arm verrenkt habe, müssten die Cutter genug Material haben, um das dämlichste Take nehmen zu können.</p>
<p>Kühl, Atilla muss noch schnell alle Rechte (und seine Seele) an den Teufel, eh&#8230; Granada verkaufen und ich kann mich umziehen gehen, und weiter im Labor aufwachsen.<br />
– Ne, doch nich, muss ja noch &#8216;n Interview geben.</p>
<p>Ok, sagen wir mal was zu Carmen – die heutige Gastgeberin.<br />
*denk* *denk* *denk* *nasepopeln* *cool ausschau&#8217;n*<br />
– sie is&#8217; lieb<br />
– nett<br />
– lacht gern<br />
– extrovertiert<br />
– sympathisch<br />
– macht bestimmt gern Sport?<br />
– Welchen?<br />
– Ehm&#8230; Tanzen, Klettern, Joggen -  am liebsten natürlich mit mir<br />
&#8212;&gt; Carmen hat Bilder von mir in ihrem Nachtschränkchen<br />
– klar man, Carmen steht auf mich<br />
– wie die hat &#8216;nen Freund? Wat?! Die is&#8217; schon verheiratet?<br />
– Egal: Steht trotzdem auf mich</p>
<p>Ein gefundenes Fressen:<br />
Aus einem beiläufigem Satz, schafft der Realisator es, mir die intelligentesten Kommentare zu entlocken.<br />
(Der Mensch hätte es übrigens geschafft, dich deine eigene Oma als Schlampe betiteln zu lassen, und du hättest es ihm noch nicht einem übel genommen.)<br />
Ich denk mir, ok, machste mit, die wollen schließlich &#8216;n bissl Material zusammen schneiden können.</p>
<p>–&gt; Also meine Idee: Ich bring heut Abend einfach &#8216;n paar Bilder von mir mit, und leg sie in ihr Nachtschränkchen.</p>
<p>Außerdem wäre es doch cool, mich beim radeln zu filmen&#8230;<br />
„Sing doch mal &#8216;n bissl was&#8230; Kennst du die Oper ,Carmen&#8217;“?<br />
– Ehm, ja&#8230; Sing mal vor!<br />
„Ok, sing einfach irgendwas anderes mit ihrem Namen&#8230;“</p>
<p><strong>Abends</strong><br />
Kurz bevor mich Matthias mit seinem Oldtimer abholt, verunstalte ich mir noch geschickt-gekonnt meine Haare.</p>
<p>Vor Ort werden wir wieder verkabelt (natürlichen fassen wir keine Mikros selbst an, sind ja mittlerweile Vollprofis). Gemeinsam drehen wir etliche Takes, wie wir in ihren Garten hinein stolzieren (verfolgt von einer kleinen Katze, die sich als Attention-Ho&#8217; entpuppt).</p>
<p>Mein Gastgeschenk: Mundspülung<br />
Reaktion: negativ</p>
<p>Da will man mal was gutes für den Prachtkörper einer schönen Frau tun, und direkt erntet man Kritik, als würde einem solch ein gut gepflegtes Modell nicht gefallen.<br />
Prävention, statt Krone sag ich nur dazu. Man kann nur pflegen, wieder aufbauen tut sich Zahnschmelz nicht mehr. (Also eigentlich schon, aber nicht gut&#8230; also nich&#8217; in dem Maße&#8230; also, ohne Fleiß keinen Preis&#8230; ich mein nich&#8217; überall&#8230; ehm, das eigene Gewebe is&#8217; immer besser als Prothesen? Ach, ich will keinen verwirren, mit meinem hoch-intellektuell-akademischen-Nonsense..) → Putzt euch eure Zähne, verdammt! Und dazu gehört nicht nur die länge der Zahnbürste, die Technik macht&#8217;s..! (nicht mit mehr als zwei Newton drücken) Und die Hilfsmittel&#8230; Also Zahnseide nich&#8217; vergessen! Und Mundspülung is&#8217; auch nich&#8217; verkehrt.)<br />
– Im Nachhinein ärgere ich mich, dass ich nich&#8217; früher auf die Idee gekommen bin Schleichwerbung für irgendeine medizinische Marke zu machen. (Kommt davon, wenn man die Show vorher nich&#8217; geguckt hat, in der man nun mitspielt.)</p>
<p>Der Abend wird sehr käsig. Und die Warterei im Garten zwischen den Menüs geht mir jetzt schon auf die gebündelten, parallel verlaufenden Neurofibrillen, hätte sie nich&#8217; &#8216;ne heiße Freundin zu unserer Belustigung einstellen können? Gerd hat schließlich auch seine Tochter an uns prostituiert (falls du aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen auf diese Seite kommen solltest, Gerd: Die haben meinen Artikel verfälscht, das stand vorher nich&#8217; drin).<br />
→ Memo an mich: Großbusige Freundin finden, die an meinem Gastgebertag die Gäste bespaßt.</p>
<p>Mit Claudia, der heißen Biene, durfte ich in Carmens Schlafgemacht herumstöbern (hier beschränkt sich wohl auch alles aufs wesentliche → Inhalt: lediglich ein Bett plus Nachtschränkchen):<br />
Zeit für meine Aktion → schnell meine Bilder so auffällig wie möglich vor der Kamera in das Nachtschränkchen legen, und meine Mit-Bestöberin drauf aufmerksam machen → die wird mich ja schließlich auf dem Bild schon erkennen!!!</p>
<p>„Claudia, was is&#8217;n das?!“ *in die Schublade zeig&#8217;*<br />
„Och, Bilder&#8230;“<br />
„Ja, wer is&#8217;n das?“<br />
„Keine Ahnung&#8230;“<br />
„Claudia, kennste den etwa nich?!“<br />
„Ne.“ (und sie meinte es einfach tot-ernst)<br />
*etwas eindringlicher auf sie einred&#8217;* „Claudia, schau doch nochmal genau hin, erkennst du die Person wirklich nicht?!?“ *mir das PASSFOTO direkt neben mein eigenes Gesicht halt*<br />
„Nö, wer is&#8217;n das?“</p>
<p>Der Realisator bricht den Kack ab, und meint, wir schneiden das so, als ob du die Bilder von dir, doch nicht in ihrem Nachtschränkchen findest&#8230;</p>
<p>… aha&#8230; wie lustig&#8230;</p>
<p>(Diese grandiose Idee des Realisators ist natürlich um LÄNGEN besser als die Foto-Love-Story&#8230; Aber das konnte ich als Dilletant natürlich nicht sofort wissen&#8230;)</p>
<p>Gefunden hamm&#8217;er dann noch &#8216;nen Hubschrauber&#8230;<br />
(Was auch immer (!) dieses Ding im Schlafzimmer zu suchen hat, wissen wir alle bis heute nicht.)<br />
Nachdem ich diesen „kaputt“ gemacht hab&#8217;, drängt mich Claudia dazu mein Vergehen an Carmen zu beichten.</p>
<p>Auf dem Weg nach draußen mein ich noch zu Klau-Dia: „Wuat?! Ich sag doch auch keinem Patienten, dass ich seine Zähne verpräppt habe!“<br />
(Dem aufmerksamen Zuschauer sollte nicht entfallen, dass im TV dieser Kommentar rausgeschnitten wurde. Könnte möglicherweise daran liegen, dass ich im Nachhinein darauf drängte, diesen Gehirn-Furz von mir doch lieber nicht in die Sendung mit aufzunehmen. - Irgendwann hat man ja hoffentlich noch &#8216;ne Karriere vor sich.)</p>
<p>Bei Carmen ist es wirklich sehr angenehm, man fühlt sich als Gast mehr als willkommen, sie schaut nicht verschwitzt aus, fertigt keinen zur Begrüßung ab, duftet gut, fasst einen immer ganz niedlich am Arm an, wenn sie redet (als ob sie ohne Körperkontakt einfach nicht reden könnte – sau stark und sympathisch).</p>
<p>Matthias und ich verstehen uns super in ihrem wohlriechenden Kleiderschrank. Wir greifen die Bilder-Love-Story auf, und meinen, dass die doch bestimmt irgendwo hier versteckt sein müssen → kurzer Hand verwühlen wir den halben Kleiderschrank.<br />
(Was Carmen veranlasst uns am nächsten Tag ein Geständnis entlocken zu wollen, weshalb sie nach dem anstrengenden Dreh noch ihre Kleider unter Yannics Unterhosen gefunden hat&#8230;)</p>
<p>Gerüchte verhärten sich, dass das abendliche Kamerateam irgendwie komisch sei. Zumindest war auch Carmen nicht sehr angetan von deren Verhalten und Kommentaren in ihrem Zuhause.</p>
<p>Egal, ich hab ihr keine Anspannung angemerkt, und gebe meinem Schnuckelchen eine top Bewertung.</p>
<p>Zum Drehschluss um zwei Uhr nachts fährt mich Gerd ein Stückchen zurück in die Stadt, und will mir entlocken, welche Punktzahl ich ihm gegeben habe. - Is&#8217; aber alles Top Secret bei mir.<br />
Den Rest turkle ich im Scrubs-Style nach Hause und freue mich über weitere vier Stunden Schlaf.</p>
<p>Na, dann - Gute Nacht!</p>
<p>Flow, Würzburg</p>
<h4>Montag:</h4>
<p>Wunderbar! Nich‘ nur Studenten, auch die Arbeitswelt macht alles auf den letzten Drücker;<br />
Zehn Tage vor Drehbeginn erfahre ich, dass ich während meines Ferienkurses „Phantom II“ nebenbei noch „schön schlemmen“ kann.<br />
- Ach, was. Kein Problem, muss ja nur essen gehen und an meinem Gastgebertag kann ich sicher frei nehmen.</p>
<p>So einfach war‘s dann doch nich‘, aber wir wollen mal nich‘ so viel vorweg nehmen.</p>
<p>Frag ich den Prof.? Frag ich ihn nich‘? Vielleicht will er ja auch ins Fernsehen? Oder hat er kein Verständnis?<br />
- Bist du bescheuert? Meld‘ dich einfach krank!<br />
Mh, ok&#8230; Der Tutor wird schon wissen, was er sagt.</p>
<p><strong>7:00 aufstehen<br />
</strong>(war zumindest geplant)<br />
8:00 Zähne präpen</p>
<p>Ok, es wird 11:00 Ich muss dann mal früher Mittagspause machen.<br />
Aufgenommen in der heißesten Woche des Jahres, gesendet in der Zeit des Blätterfalls.</p>
<p>(Das Aufnahme-Team kommt verspätet an, die Hälfte is‘ nett, die andere apathisch.)</p>
<p>Man erklärt mir, was ich tun soll:<br />
„Nicht in die Kamera gucken &#8230; ganz locker sein &#8230; immer pünktlich am Drehort erscheinen &#8230; Mittags was anderes als abends anziehen &#8230; nicht das Mikro anfassen, und die Kamera kostet auch etliche tausend Euro (also darf ich noch nicht mal das von Mami beigebrachte Benehmen zur Schau stellen und was tragen helfen) &#8230; nichts kleinkariertes anziehen, nix weißes anziehen &#8230; nichts eng-fein gestreiftes anziehen - das flimmert &#8230; sag nix aktuelles - wird ja erst später gesendet.“</p>
<p>„Erzähl mir mal was über dich &#8230; ach, das machst du toll &#8230; Naturtalent(!) &#8230; wir schießen das noch mal &#8230; und noch mal von ‘ner anderen Perspektive &#8230; und jetzt sagst du mal das &#8230;. ne, sach lieber was anderes &#8230; ne, hinsetzen darfste nich‘ - Warum? - Gibt keinen Grund &#8230; erzähl mal was du dir von der Woche erhoffst &#8230; und die anderen Kandidaten sind &#8230; was und wie wirst du kochen &#8230; was für ‘n Koch bist‘n du&#8230;?“</p>
<p>Nachdem ich mir die dümmsten Antworten auf die Schnelle aus den Fingern saugte, zwei Hektoliter Körperflüssigkeiten durch mein Hemd sickerten, mir einen Swimming-Pool für heute Abend gewünscht hatte, wartete bereits eine weitere Person auf das Kamerateam, welche ich allerdings ignorieren sollte - er sei nur Statist und für die Kameraeinstellungen da.<br />
Die Blitzlichter, die verwunderten Blicke der aufgewühlten Würzburger und die Prokonsumer-Asiaten schenkten mir genug Aufmerksamkeit für die nächsten zwei Monate, somit beschloss ich frohen, verwirrten und erwartungsvollen Herzens meine zusätzlich geschwänzte Laborstunde bis heute Abend aufzuarbeiten.</p>
<p><strong>17:00 Unischluss</strong></p>
<p>Treffpunkt: Kleinrinderfeld, 17:45 Uhr<br />
- an dieser Stelle noch mal danke an meine Fahrerin und Freundin -</p>
<p><strong>17:45, Ankunft<br />
</strong>Nich‘ nur ich bin da. - Auch Claudia, Matthias (der Statist von heute Mittag) und Carmen, natürlich auch ein neues Kamerateam.</p>
<p>Ein Kamerateam besteht übrigens aus mindestens vier Leuten:<br />
* Ein Kameramann - ganz logisch, sonst gibt‘s kein Bildmaterial<br />
* Ein Tonmann - der die ganze Zeit hört, ob auch kein Flugzeug zu nah an meinem Kragen vorbeifliegt (aber selbst wenn, dann drehen wir einfach alles noch mal spontan nach)<br />
* Ein „Realisator“ - der versucht, möglichst blödsinnige Antworten aus mir rauszulocken, was vor allem der Vormittags-Realisator ganz gut schafft: Indem er aufgeregt, wie ein kleines Kind, Einen hinter seinem Klemmbrett verschmitzt angrinst, und somit dem Deppen vor der Kamera das Gefühl gibt, super toll zu sein - mit dem, was er von sich gibt<br />
* Und ein Praktikant - „das Mädchen für alles“: Mal Licht irgendwohin reflektieren, Getränke verteilen und Bericht erstatten, wenn ein Kinderwagen wieder mit mir kollidieren möchte<br />
  (soweit die Theorie)</p>
<p>Wichtigste Anweisung für heute Abend:<br />
„Wenn die Kamera aus ist, dürft ihr nicht miteinander reden, es soll vor der Kamera schließlich authentisch rüberkommen, wenn ihr euch gegenseitig ausfragt. Der Zuschauer soll das Gefühl bekommen, live dabei zu sein.“</p>
<p>Für alle, denen das relativ sinnig erscheint:<br />
- Das TV hat uns schon aus einem bestimmten Grund ausgesucht, wir waren vier Sanguiniker, die solch starre Vorgaben natürlich total verwirrten, und unser System mit SYNTAX ERROR beantworten musste.</p>
<p>Außerdem kannten sich Matthias und Carmen bereits.</p>
<p>„Hi, ich bin Carmen&#8230; ach, wir dürfen uns ja noch gar nicht vorstellen&#8230; Und wie oft guckst du das Dinner? - Was?! Gar nicht??“</p>
<p>Große Preisfrage für Psychologen:</p>
<p>Über was soll man sich unterhalten, wenn man sich nicht kennen lernen darf?</p>
<p>Wir haben zwar versucht, das Thema „schönes, heißes Wetter“ tot zu reden, mussten dann aber doch feststellen, dass wir den Befehl „Schnauze-Halten“ nicht gut genug von unserer parentalen Generation eingeprügelt bekommen haben.</p>
<p>Standen dann so ‘ne Stunde, und haben gequatscht und zugeschaut, wie jede „Gast-Ankunft“ mindestens  drei mal gedreht wurde.</p>
<p>(Wer sich erinnert: Ein Kamerateam besitzt eine Kamera;<br />
Ein Blickwinkel (von einem Gang aus z.B.) ist im TV viel zu trivial,<br />
da schaltet nach ‘ner Weile das Gehirn des Konsumenten aus Langeweile ab.<br />
(Oder „zappen“ wird das heutzutage genannt.)</p>
<p>„Was, ihr habt alle Gastgeschenke dabei? ‘Ne Freundin meinte, das machen nur Schleimer&#8230;“</p>
<p>Kurzerhand borgte mir Claudia ein halbes Ticktackpäckchen. Da fällt mir ein, ich schulde Claudia noch ein halbes Ticktackpäckchen…</p>
<p>Irgendwas ging auch drinnen bei Gerd schief, zumindest mussten wir weitere 30 Zeitminuten draußen rumlungern.<br />
Wie ich später erfuhr, wurden meine Zeit-totschlage-Techniken (wie Handstand und Rumtänzeln) zu den wildesten Theorien über mich missbraucht.</p>
<p>Nacheinander wurden wir reingeschickt<br />
Als erste: Carmen<br />
&#8230; oh, da kommt sie wieder &#8230; ok &#8230; jetzt geht sie in den Garten &#8230; ah, da wird sie wieder zurückgeschickt &#8230; na, jetzt geht sie rein &#8230; nein, doch nicht, darf‘se noch nich.</p>
<p>Sicher nur ein gewiefter Schachzug unserer studierten Medienexperten, die sich aus den sportlichen Betätigung unserer Carmen wohl eine höheren Opioidpeptid-Ausschüttung erplanten.</p>
<p>Man glaubt es kaum: Im TV ist die Ankunft zwei Minuten lang, bei uns ging‘s ‘ne Stunde.</p>
<p>Noch vor Matthias, unserem Verkaufsexperten und Hobby-Statisten, durfte ich dann auch unseren braungebrannten Rivalen Gerd treffen.<br />
- Vollprofi wie er ist, bekam ich erstmal einen feuchten Händedruck, den mir auch seine Haare hätten geben können. So durchgeplant wie er mich abfertigte, musste er bereits ein Gott der Medienwelt sein.<br />
- deus ex machina -<br />
Matthias und Carmen müssen so tun, als ob sie sich vor der Kamera das erste Mal heute sehen, und voll spontan überrascht sein. Nachdem wir uns begrüßten, stehen alle starr und steif vor den Kameras und präsentieren ihre Bäuche, keiner wollte oder wusste was zu sagen. -Endlich, anstoßen! (Das hab ich als Medizinstudent schon gelernt.)<br />
&#8211;&gt; Und hau weg die Schei&#8230; Soll ja n toller Abend werden!<br />
Da Gerd nicht nur Vater, Architekt, der Bruder des Ex-Fußballnationaltrainer und super Ehemann ist, sondern auch Magier, ließ er direkt beim Aperitif mal gekonnt ‘ne Getränkeflasche verschwinden.<br />
 - Was ein Mann!</p>
<p><strong>Cut!!</strong></p>
<p>Ha-ha, Pustekuchen wer denkt, dass es nach dem Aperitif schon die Vorspeise gibt:<br />
„Wir sind hier schließlich nicht zum Abendessen.“</p>
<p>[Bei der Begrüßung waren übrigens zwei Kamerateams dabei, weil der Gastgeber stets dekadent mit seinem eigenen Team durch die Küche geistert.]</p>
<p>Kühl (ich versuch mal die Anglizismen weg zu lassen), wir dürfen uns wieder nicht unterhalten.</p>
<p>Wenigstens hat Gerd ‘ne super nette Frau geheiratet, und die Tochter zu unserer Belustigung für den Abend da gelassen. (Darf die Kamera aber alles nich‘ zeigen, offiziel sind die ja weg.)<br />
Geil, außerdem gibt‘s ‘nen Pool, hatte ich mir mittags ja auch so gewünscht. Vielleicht sollte ich doch mein Atheisten-Dasein überdenken.</p>
<p>Jeder wird einzeln zu Gerds Zaubertrick befragt, in des Realisators Hoffnung, dass irgendwer was möglichst Verwertbares von sich gibt, im (äußersten) Notfall auch Gemeines.<br />
Ich finde die Rasselbande ganz niedlich, und versuche mich in Ataraxie, um erstmal ein wenig mehr über die ganze Veranstaltung zu requirieren.</p>
<p><strong>Vorspeise:<br />
</strong>Das Essen is‘ sau lecker, und ich fange an, mir ein wenig dilettantisch vorzukommen, und glaube, dass ich hier nich‘ mit Koch-Können punkten kann. Gerd merkt man seine Anspannung an&#8230; oder er ist einfach komisch.<br />
Matthias lässt mich mit meinem Halbwissen und seinen Geschmacksnerven alt aussehen, auch wenn ich der Jüngste (und Schönste) der Runde bin. Carmen hat ein unglaublich großes Lachen, und ich bilde mir ein, dass lediglich ein Zahnarzt mehr von ihrem Lächeln zu sehen bekommt, als die Kamera.<br />
Claudia macht mir die ganze Zeit schöne Augen, und ich frage mich, warum es immer drei Typen und nur zwei Frauen gibt. (Ich glaube, den gleichen Gedanken haben auch noch mindestens zwei weitere Leute an diesem Tisch.)</p>
<p>Still stehen für die Kamera!<br />
Die leeren Teller müssen abgeflammt werden!<br />
(*abgefilmt, Schei&#8230; Rechtschreibkorrektur)</p>
<p>Ein Realisator meint zu mir:<br />
*tief und mutig Luft hohl* „Du meintest doch vorhin, dass du in den Pool springen möchtest?! Frag mal (ein hin und her über zehn Sekunden, wer denn die bessere Wahl für diese Szene wäre) einfach eine der  beiden Damen, ob sie mit dir raus gehen möchte!“</p>
<p>Gesagt - getan. Aus meinem Wunsch einfach nur abgekühlt zu werden, und mal ‘nen geilen Pool in Deutschland zu benutzen, wird eine Geschichte par excellence gestrickt. Man muss ja die folgenden Tage, und den Abend lang irgendwas zum „drüber reden“ haben. Sonst fühlt sich die Hausfrau 2.0 von heute um ihre GEZ-Gebühren betrogen.</p>
<p>Ich freu mich nach der geilen Vorspeise auf das Hauptgericht. Zwei Stunden warten. Mit der Tochter flirten, den Hund begutachten (der einem kleinem chinesichen Glücksdrachen zum verwechseln ähnlich sieht), Claudia besser kennen lernen, obwohl wir ja gar nicht reden dürfen.</p>
<p>Gechillt wurde erstmal in Pool, Claudia wollte ja leider nicht mit rein springen. Aber zum Glück(sdrachen) reicht mir Gerds Gattin - gekonnt wie eine Kieferorthopäden-Assistentin - mir ein Handtuch zum Abtrocknen.<br />
- Annehmen darf ich es aber nich‘, da muss ja noch ne Story drum gestrickt werden, ich muss erst die Wohnung nochmal nass machen.</p>
<p><strong>Hauptgericht:<br />
</strong>Geil thailändisch! ‘N bissl viel Salz, aber hey - schmeckt schon übelst geil. Mein Gaumen freut sich auf diese Woche!</p>
<p>Wirklich normal reden, können wir erst, wenn die Kameras aus sind. Wir bekommen von den Realisatoren glücklicher(drachen)weise „Stichwörter“, über die wir reden können&#8230; Und wenn wir mal zu viel oder zu lange vom Essen geschwärmt haben, dann wird uns das zum Glück(sdrachen) auch gesagt - man muss ja nicht unnötig Bandmaterial verschwenden.</p>
<p>Die Teller sind am Ende übrigens nur so leer, weil ich das alles aufgefuttert hab.</p>
<p>Während Matthias mit Claudia im Bette von Gerds Tochter interviewt werden, dürfen wir nicht das Haus erkunden, dafür aber auf der kühlen Terrasse miteinander quatschen (also eigentlich natürlich nicht, aber wir tun‘s trotzdem). Aber nicht zu laut, das könnte ja dann auf den andern Bändern drauf sein - das wär ja doof, und so unauthentisch. „Damit zerstören wir die Illusion des Zuschauers, dass er direkt dabei ist.“</p>
<p><strong>Nachspeise:<br />
</strong>Auf die Nachspeise wird wieder zwei weitere Stunden gewartet, so hält man seine Gäste gezielt hungrig, damit auch alles vom Tisch geputzt wird. (Die Taktik klappt zumindest bei mir.)</p>
<p>Ich wüsste nicht, dass ich in meinem bisherigen Leben bereits Terrakotta konsumiert hätte - wie auch - is‘ schließlich ‘n Stein.<br />
Aber auch Panna cotta, rüttelt in meinem Gedächtnis keine Erinnerungen wach. Ein Mundorgasmus wie zur Vorspeise bleibt leider aus.</p>
<p>Die Interviews mit Claudia versucht ich von 1 Uhr nachts eine Stunde lang so belustigend wie möglich zu gestalten, wobei Claudia da nicht so ganz mitmachen wollte&#8230;</p>
<p>Gegen 2:00 nachts gebe ich noch meine Bewertung für diesen gelungenen Abend ab, und werde dann von der genervten (einzigen) Realisatorin ins Taxi geschickt, um am nächsten Tag wieder fit zu sein.<br />
 - How caring&#8230;<br />
(Damn! Doch was Englisches entfleucht.)</p>
<p>Vom Abend lernen wir<br />
* Gerd fand‘s nich‘ so geil, und fühlte sich sehr überrumpelt, und war richtig vom Team angepisst<br />
* für ihn war‘s Stress, und man könne sich auf was gefasst machen<br />
* die Abende sind länger als man denkt<br />
* Hunger hat man permanent, weil die Gänge so weit auseinander liegen<br />
* dem ersten eine Messlatte für die Woche zu legen ist richtig hart<br />
* die Woche wird lang</p>
<p>Isch froi misch druauf!</p>
<p>Flo, Würzburg</p>
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		<title>Robotnik, MD</title>
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		<comments>http://www.thieme.de/viamedici/blog/?p=2513#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 24 Oct 2011 07:37:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Melanie</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Das schreiben andere]]></category>

		<category><![CDATA[Medizin]]></category>

		<category><![CDATA[Medizinstudium]]></category>

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		<description><![CDATA[Dr. Med or How I Learned to Stop Worrying and Love the Studies of Medicine, Teil I
06:00 Morgens, müde, aufgeregt
Vor einer Woche dachte ich noch, ich hätte noch mindestens drei Wochen frei. Oooops. Nun heißt es -für mich völlig unerwartet- um sechs Uhr morgens aufstehen, um meine morgendliche Routine -Frühstücken, Duschen, Anziehen- zeitig zu beenden, um [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h4>Dr. Med or How I Learned to Stop Worrying and Love the Studies of Medicine, Teil I</h4>
<p><strong>06:00 Morgens, müde, aufgeregt</strong></p>
<p>Vor einer Woche dachte ich noch, ich hätte noch mindestens drei Wochen frei. Oooops. Nun heißt es -für mich völlig unerwartet- um sechs Uhr morgens aufstehen, um meine morgendliche Routine -Frühstücken, Duschen, Anziehen- zeitig zu beenden, um mich dann ohne Zeitdruck auf mein Fahrrad schwingen zu können und zur Uni zu fahren. Den Puffer von 20 Minuten kann ich nutzen, um mich zu verfahren. Frisch gewaschen stehe ich draußen vor meinem Rad, den Sonnenaufgang (!) beobachtend. Auf zur ersten Vorlesung des Klinischen Abschnitts des Studiums der Humanmedizin!</p>
<p><span id="more-2513"></span><strong>08:00 morgens ist wirklich pathologisch</strong></p>
<p>Jetzt heißt es erstmal, das neue Gebäude zu finden. Das Pathologische Institut nämlich, wo man eigentlich wirklich ungern hin will. Ich bin mit zwei Kolleginnen unterwegs, und mit vereinten staatsexaminierten Gehirnen schaffen wir es, die Pathologie zu finden. Direkt gegenüber vom Friedhof. Hurra&#8230;? Wir treten ein und bemerken, dass der Hörsaal &#8220;Erstsemester&#8221;-freundlich ausgeschildert ist. Prompt sind wir in unserem neuen, zweiten Zuhause.</p>
<p>Da sitze ich nun, neben meinen engsten Freunden, und lasse meinen Blick über die Runde schweifen. Viele alte Bekannte, mit denen ich zwar sehr wenig zu tun habe, aber deren Anblick mich trotzdem erfreut. Da ich doch noch recht müde bin, frage ich die freundliche Dame, die gerade am Computer am Pult handwerkt, wo der Kaffeeautomat sei. Es gäbe hier keinen! Ob sie denn wenigstens eine Toilette im Institut haben, frage ich daraufhin schockiert. Durch die Tür, links. Geht klar!</p>
<p>Nachdem ich mich in der Toilette über den Mangel eines Kaffeeautomaten ausgeheult habe, beziehe ich wieder meinen Platz. Ein älterer Herr in weißem Kittel betritt den Saal, alles wird still, der Raum wird dunkel. Es geht los!</p>
<p><strong>Das ist Pathologie!</strong></p>
<p>Jetzt wird uns Neuklinikern bewusst, dass das Studium wieder losgeht! Wir werden begrüßt, uns wird zum bestandenen Physikum gratuliert. Doch das war’s dann auch wieder mit dem freundlichen Geplänkel, es gibt immerhin ein riesiges Fach, das hier abgehandelt werden muss! Doch zunächst einmal: Medizingeschichte! Am Eingang des Instituts blicken nämlich ein paar steinerne Büsten von steinernen Säulen auf die versteinerten Medizinstudenten herab. Wenn besagte Büsten nicht aus Stein wären, würden sie wahrscheinlich zueinander sagen:</p>
<p><em>&#8220;Hey Leute, schaut euch die da unten mal an. Ach, wie nett, diese Anfänger!&#8221;</em></p>
<p>Obwohl es recht interessant war zu hören, wer da so &#8220;hängt&#8221;, blieb nur der Name &#8220;Mogagni&#8221; hängen, der einen Paradigmenwechsel in der Pathologie hervorgerufen haben soll. Für nähere Informationen wenden Sie sich bitte an die dazugehörige Wikipediaseite.<br />
Was ist nun Pathologie? Die genaue Definition ist mir entfallen, denn Auswendiglernen ist nicht gerade mein Forté (Hinweis: ich gehe trotzdem als Medizinstudent durch). Was ich dennoch aus den Kursen und Praktika mitgenommen habe ist:</p>
<p>Man nehme die Anatomie und die Histologie. Man füge ein bisschen Biochemie und Physiolgie hinzu, einen Esslöffel Biologie, und voilà: Pathologie! Die Lehre von allem, was wir in der Vorklinik gelernt haben, nun mit extra klinischen Bezügen! Sehr genießbar!</p>
<p><strong>Premiere: Ich sehe etwas im Mikroskop</strong></p>
<p>Ich habe Histologie nie gemocht. Für mich sahen alle Zellen gleich aus, ich kann bis heute nicht serös von mukös unterscheiden, und was zum Geier sind jetzt Arteriolen und was Venolen.</p>
<p>Dann habe ich für mein Physikum gelernt und festgestellt, dass alles, was ich so im ersten Semester mitnehmen sollte (Hinweis: Ich studiere an einem Ort, an dem man glaubt, Histo und Anatomie im ersten Semester würde abhärten), nach zwei Jahren gar nicht so tragisch sei.</p>
<p>Jetzt sitze ich im Pathohistologiekurs vor meinem Mikroskop. Ich stelle fest, dass man mit diesem Werkzeug tatsächlich das erkennen kann, wovon der Kursleiter die ganze Zeit redet und es nicht nur als Kopfstütze geeignet ist, wenn man mal unauffällig ein Nickerchen machen will. Da ist ein zu Grunde gegangener Glomerulus. Da ist die Media der Aorta zerrissen, eine Aortendissektion! Guck mal, Atheroskleroseplaques! Ich lerne sehr viel in diesen eineinhalb Stunden, die dann doch im Flug vergehen.</p>
<p><strong>14:30: immer noch müde, aber motiviert!</strong></p>
<p>Der erste Tag ist vorbei. Ich freue mich darauf, wieder nach Hause zu fahren und meinen (noch) freien Nachmittag zu genießen. Das Studium geht weiter, ich muss mich wieder an den täglichen Trott gewöhnen. Doch anders als in meinem anderen &#8220;ersten Semester&#8221; (sprich das erste vorklinische Semester) freue ich mich richtig auf den nächsten Tag.</p>
<p>Bis bald in Teil II, in dem ich erkläre, warum der &#8220;neue&#8221; Makrokurs einfach toll und   Psychosomatik ein sehr erschreckendes Fach ist. Und warum ich unbedingt ein Cryospray haben will.</p>
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		<title>Schnipp Schnapp im Intimbereich</title>
		<link>http://www.thieme.de/viamedici/blog/?p=2489</link>
		<comments>http://www.thieme.de/viamedici/blog/?p=2489#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 26 Sep 2011 11:34:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Melanie</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Aus der Redaktion]]></category>

		<category><![CDATA[Das regt uns auf]]></category>

		<category><![CDATA[Medizin]]></category>

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		<description><![CDATA[Schnipp-Schnapp im Intimbereich
Der OP-Wahn kennt keine Grenzen.
Nach Meldungen zu „Aufspritzungen des G-Punkts“ und „Verkleinerung der Schamlippen“ bei den Damen der Welt kommt schon der nächste Gipfel des Absurden: Immer mehr Männer lassen sich ihren Penis verlängern, wie zum Beispiel dieser Artikel auf Focus online
zu berichten weiß:
http://www.focus.de/gesundheit/gesundleben/antiaging/news/penisverlaengerung-mehr-maenner-waehlen-intimchirurgie_aid_667525.html
Und nun ist es wieder soweit, ich frage mich: in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h4>Schnipp-Schnapp im Intimbereich<a rel="attachment wp-att-2495" href="http://www.thieme.de/viamedici/blog/?attachment_id=2495"><img class="size-thumbnail wp-image-2495 " title="Bild: justimagine" src="http://www.thieme.de/viamedici/blog/wp-content/uploads/2011/09/preview-150x150.jpg" alt="preview" width="67" height="67" /></a></h4>
<p><strong>Der OP-Wahn kennt keine Grenzen.</strong></p>
<p>Nach Meldungen zu „Aufspritzungen des G-Punkts“ und „Verkleinerung der Schamlippen“ bei den Damen der Welt kommt schon der nächste Gipfel des Absurden: Immer mehr Männer lassen sich ihren Penis verlängern, wie zum Beispiel dieser Artikel auf Focus online<br />
zu berichten weiß:<br />
<a href="http://www.focus.de/gesundheit/gesundleben/antiaging/news/penisverlaengerung-mehr-maenner-waehlen-intimchirurgie_aid_667525.html">http://www.focus.de/gesundheit/gesundleben/antiaging/news/penisverlaengerung-mehr-maenner-waehlen-intimchirurgie_aid_667525.html</a></p>
<p>Und nun ist es wieder soweit, ich frage mich: in welcher Welt leben wir eigentlich?</p>
<p><span id="more-2489"></span>Jetzt mal ehrlich: welche grotesken Formen kann die menschliche Eitelkeit eigentlich noch annehmen? Wieso lässt sich ein Mensch seine Geschlechtsteile aus ästhetischen Gründen operieren? Versteht mich nicht falsch, bei Transgender-Patienten, biologischen Zwittern oder aus anderen nachvollziehbaren Gründen verstehe ich den Wunsch nach dem operativen Eingriff „da unten“. Aber unter welchem Komplex muss man eigentlich leiden bzw. wie viele Sexualpartner muss man haben, um sich ernsthaft die Mühe zu machen, sich vaginal oder penistechnisch aufpimpen zu lassen? Oder sehe ich das Ganze aus dem falschen Gesichtspunkt und die Genital-Patienten sind allesamt Angehörige der Erotikbranche und müssen dank hochauflösendem TV nun nicht nur Brust und Lippen, sondern auch die Körpermitte optimieren? Was ist aus der guten alten Zeit geworden, in der man noch herumlief, wie Gott einen geschaffen hat. Gut, die Geschichte mit dem Achselhaare-Rasieren und Deo-Benutzen ist mir natürlich mehr als recht. Schließlich fahre ich auch Bahn im Sommer. Aber bei Lippen, die aussehen wir aufgeplatzte Würstchen und Brüsten, für die die Trägerin schon eine eigene Sackkarre braucht, hört der Spaß für mich auf. Und wie angenehm ist es bitte schön, jemandem mit festgezurrten Gesicht vom letzten, schönen Sommerurlaub zu erzählen und derjenige schaut einen an, als würde man ihm von einer Massenkarambolage auf der A8 erzählen?</p>
<p>Und jetzt auch noch der XXL-Penis. Kurze Zwischenfrage: Braucht die Herrenwelt jetzt eigentlich auch neue Hosen? Oder gehen die Operierten (Betroffenen) gleich nackig auf die Straße, damit man das teuer investierte Geld auch sehen kann? So ein Eingriff soll ja immerhin bis zu 7500 Euro kosten. Gut, weniger als ein Porsche…</p>
<p>Aber was ich mich vor allem frage: Wohin soll dieser Weg durch Absurdistan noch führen? Ist jetzt endlich das Ende der Schönheitschirurgie erreicht? Oder was kommt als nächstes? Ästhetische Rektalchirurgie? Hilfe!!!</p>
<p>Grüße von Christine aus der Via medici R<a rel="attachment wp-att-2490" href="http://www.thieme.de/viamedici/blog/?attachment_id=2490"></a>edaktion</p>
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		<title>&#8220;Thank you for traveling with Deutsche Bahn!&#8221;</title>
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		<pubDate>Fri, 23 Sep 2011 14:31:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Melanie</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>

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		<category><![CDATA[Kuriositäten]]></category>

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 Ich konnte es nicht fassen! Eigentlich wollte ich schon um 15.30 Uhr das Verlagsgebäude verlassen und im Zug nach Hause sitzen. Aber jetzt war es 17.58 Uhr und ich saß weder im Zug nach Hause, noch hatte ich Aussicht in absehbarer Zeit dort anzukommen.
 Ich war am Morgen extra eine Stunde früher losgefahren - um sechs statt um sieben Uhr [...]]]></description>
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<p> Ich konnte es nicht fassen! Eigentlich wollte ich schon um 15.30 Uhr das Verlagsgebäude verlassen und im Zug nach Hause sitzen. Aber jetzt war es 17.58 Uhr und ich saß weder im Zug nach Hause, noch hatte ich Aussicht in absehbarer Zeit dort anzukommen.</p>
<p> Ich war am Morgen extra eine Stunde früher losgefahren - um sechs statt um sieben Uhr - um früher den Schreibtisch verlassen zu können. Ich musste am Nachmittag dringend ein Hochzeitsgeschenk im Fotoladen abholen, doch ich hatte eines nicht eingeplant: Die Jahresheftplanung&#8230;</p>
<p> </p>
<p> </p>
<p><span id="more-2448"></span>Nachdem ich mich mit meinem Schicksal - dem nicht früher Feierabend haben - abgefunden hatte, arbeitete ich konstruktiv beim Vorschläge Sammeln mit und verließ pünktlich um halb sechs das Büro.  </p>
<p>Am Bahnhof suchte ich gleich die Anzeigetafel ab: &#8220;IC nach Ulm 17.53 Uhr von Gleis 14 heute ungefähr 40 Minuten Verspätung&#8221;, lautete der Fließtext. Na toll! Da hätte ich auch noch im Büro bleiben können&#8230;. Aber vielleicht hatte ich noch Glück im Unglück. Fuhr um 17.58 Uhr nicht immer auch ein EC nach Ulm?! Den würde ich nehmen! Mit dem Handy am Ohr marschierte ich triumphierend zu Gleis 12. Während ich mich bei der Dame an der Strippe erkundigte, wie lange das Fotogeschäft heute geöffnet hatte, checkte ich am Bahnsteig nochmal die Daten: 17.58 Uhr, EC - das passt! Und stieg ein. Wenn dieser Zug während der Fahrt keine Verspätung bekommen würde, könnte ich es gerade noch zum Fotoladen schaffen.</p>
<p>Zufrieden  - trotz Sitzplatz gegen die Fahrtrichtung - blickte ich aus dem Fenster: &#8220;Man das klappt doch alles wie am Schnürchen.&#8221;  Das rückwärts fahren soviel ausmacht, hätte ich nicht erwartet, die ganze Perspektive und die Umweltwahrnehmung ändert sich auf einmal. Denn dass man vom Zug aus das Verlagsgebäude und unser Büro sehen konnte, war mir bisher noch nie aufgefallen. Egal, aber irgendwie sah die ganze Strecke heute ganz anders aus. Dann ertönte die Stimme, die wirklich alles veränderte: &#8220;Nächster Halt: Vaihingen/Enz. Ausstieg in Fahrtrichtung links.&#8221; Was? Vaihingen/Enz? Hier lief etwas ganz entscheidend schief, ich musste im falschen Zug sitzen! Schnell aus dem Zug, bevor der Schaffner kommt und die Fahrkarte kontrolliert.</p>
<p>Vom Bahnsteig rannte ich gleich zum nächsten Fahrplan. Na super, der nächste Zug Richtung Stuttgart fuhr erst in 40 Minuten, aber ich würde damit gerade noch den nächsten IC-Anschluss nach Ulm ab Stuttgart bekommen. Den Fotoladen konnte ich aber schon mal knicken.  Da entdeckte ich auf einer Anzeigentafel: &#8220;IC nach Stuttgart Hauptbahnhof - ca. 10 Minuten Verspätung.&#8221; Ich witterte meine Chance und sprintete zum Fahrkartenautomat. Dort angekommen, tippte ich wild darauf ein, bis ich endlich die Fahrkarte in meinen Händen hielt. Dann rannte ich zurück auf den Bahnsteig, von der Zeit musste es gerade passen. Aber erstaunlich, auf dem Gleis waren ziemlich wenig Reisende, die auch auf den Zug warteten. Nach weiteren fünf Minuten war mir klar: Der Zug war früher gekommen und die Anzeige nicht mehr aktuell. Na toll, also musste ich doch auf den RE zurück nach Stuttgart warten.</p>
<p>Mein Magen knurrte, es war jetzt halb sieben und ich hatte seit 12 Uhr mittags nichts mehr gegessen. Frustriert suchte ich das Gelände nach einem Süßigkeitenautomat ab und zog mir zwei Schokoriegel für einen Euro. Diese Investition  lohnte sich für meine Nerven spätestens, als auf der Anzeigetafel erschien: &#8221; RE ca. 5 Minuten Verspätung&#8221;. Jetzt würde es knapp für den IC um 18.53 Uhr werden. Aber vielleicht hatte der ja auch Verspätung! Hoffnung keimte in mir auf. Dann endlich kam der Zug. Ich blickte nochmals auf die Anzeigetafel: Jip, der RE fuhr wirklich Richtung Stuttgart. Der Zug hielt und Menschentrauben bildeten sich vor den Türen, aber die Türen öffneten sich nicht! Ich stand völlig apathisch davor, nicht nur aus Frustration, sondern auch wegen den Zuckermolekülen, die mittlerweile aus meinem - vor den Schokoriegeln völlig leeren Verdauungstrakt - in mein Blut schossen. Der Schaffner zerrte von Innen an der Tür, die ersten Leute im Zug bekamen einen panischen Gesichtsausdruck, dann ging die eine Tür bis zur Hälfte auf. Ich überlegte mir kurz- wie ein paar andere Leute auch- ob ich wirklich in diesen Zug steigen wollte. Ich stieg ein. </p>
<p>Einige Minuten später fuhren wir im Hbf Stuttgart  ein. Ich stand zum Spurt zu Gleis 14 bereit vor der Tür, für den Fall, dass sie sich wirklich öffnen sollte. Sie öffnete sich und ich spurtete los, immer noch in der Hoffnung meinen Zug nach Ulm zu bekommen. Nach der Hälfte der Strecke stellte ich fest: Ich konnte aufhören, denn wir standen als zweiter Zug hinter einem anderen ziemlich weit hinten auf dem Gleis und ich würde es nie pünktlich schaffen. Irgendwann kam ich dann an Gleis 14 an.  Der IC war weg. Der nächste Zug - ein RE- fuhr natürlich erst in 40 Minuten. Eine Hoffnung gab es aber noch: der ICE auf Gleis 16! Die entscheidende Frage, an der alles hing, war: Wieviel kostete der Aufpreis? Mit dem Mut  der Verzweiflung - und des Hungers, der sich schon wieder einstellte, aufgrund der Hypoglykämie, die sich aufgrund der übermäßigen postprandialen Insulinausschüttung eingestellt hatte- ging ich zu einem Schaffner. Ich fragte ihn - er gerade seine Freundin am Bahnsteig zum Abschiedskuss umschlingend -, ob er für den Zug verantwortlich sei. Er meinte, für den Zug sei er nicht verantwortlich, aber für diesen Waggon hinter ihm. Ich versicherte ihm, das würde mir erstmal ausreichen und fragte ihn, ob er wisse, wieviel der Aufschlag koste? Er wüsste es nicht, aber er könne in seinem schicken um den Hals hängenden Mini-Computer nachschauen. Während er nachschaute, gackerte ich auf ihn ein: dass ich meinen Zug verpasst hätte und nun erst in 40 Minuten mit dem RE fahren könnte und dass ich, wenn der Aufpreis nicht mehr, als 4, 10 Euro kostetete ,  denn soviel hatte ich gerade noch im Portemonnaie, einfach mit dem ICE fahren würde. Der ICE-Aufpreis kostete 5, 50 Euro. Ich dachte mir: &#8220;Was für ein Glück, die Schokoriegel sind nicht Schuld daran!&#8221; Er sah mich an und meinte nur: &#8220;Steigen Sie ein, aber bleiben Sie in diesem Waggon!&#8221;  </p>
<p>Gegen halb neun stieg ich aus dem selben Waggon wieder aus - in Ulm. Ich reise gerne mit der deutschen Bahn. Ehrlich, ich mag sie.</p>
<p>Grüsse von Maggi</p>
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