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Ärztebewertung im Internet: Warum die Aufregung?

Zunächst ein Nachtrag von mir zu der fiktiven Ärztebwertung:

Besonders der Eintrag zum Thema Artz-Patientengespräch kommt mir sehr bekannt vor. “Von den zwei Minuten Gesprächszeit, die mir zustehen, jammert er mir eine Minute und 50 Sekunden vor, wie wenig er verdient und dass er lieber Straßenfeger geworden wäre anstatt Arzt. In den letzten 10 Sekunden fragt er, weshalb ich da bin / Note 6″

Gerade wenn der Arzt/die Ärztin erfährt, dass er/sie eine “Kollegin” vor sich sitzen hat, ist das Gespräch i.d.R. so gut wie gelaufen. Dass er genauso wie ich die Möglichkeit hat, den Beruf zu wechseln, scheint dem “Kollegen” dabei nicht in den Sinn zu kommen. Scheint also doch was zu haben, der Arztberuf.

Doch nun noch ein Wort zur Ärztebewertung im Internet an sich:
Ich verstehe die ganze Diskussion und erst Recht die Aufregung nicht.  Ärztebewertungen im Netz gibt es doch schon seit Jahren. Ich kann mich gut erinnern, dass vor ein oder zwei Jahren genau die gegenwärtige Diskussion schon einmal geführt wurde. Hier mal ein Arikel bei Stern online von 2007:
http://www.stern.de/computer-technik/internet/:%C4rztebewertung-Internet-Wo-Doktoren/602081.html

Bereits lange bestehende Ärztebewertungen findet man zum Beispiel hier:
http://www.stern.de/computer-technik/internet/:%C4rztebewertung-Internet-%DCbersicht-Patientenportale/601849.html?backref=%2Fcomputer-technik%2Finternet%2F%3A%25C4rztebewertung-Internet-Wo-Doktoren%2F602081.html
Stern-Redakteur Ralf Sander schrieb damals gar: “Bereits 2001 startete “checkthedoc.de” einen Versuch.”

Es ist schon komisch, welch Aufruhr nun um das AOK-Vorhaben entsteht - bis zum Sommerloch ist es doch eigentlich noch ein Weilchen hin…

Ich habe übrigens die Erfahrung gemacht, dass das Interesse der Patienten, ihre Ärzte im Internet zu beurteilen, extrem gering ist:
Nachdem meine langjährige Hausärztin beschlossen hat, Ihre berufliche Zukunft in einer Rehaklinik zu gestalten, war ich in den letzten Wochen auf der Suche nach einer neuen “Lotsin durch das Gesundheitssystem”. Auf den diversen (bereits bestehenden) Bewertungsportalen habe ich zu den meisten Ärzten je höchstens eine Bewertung gefunden - wahrscheinlich jeweils vom Gatten oder dem Schwippschwager eingetragen

Naja, mal sehen, wie sich die “neue” Ärztebewertung entwickelt.

(Melanie)

3 Reaktionen zu “Ärztebewertung im Internet: Warum die Aufregung?”

  1. [Michael]

    stimmt, da hast du Recht, Ärztebewertungen gibt’s schon länger. Nur sind sie jetzt quasi “offiziell” und haben damit ggfs. eine ganz andere Bedeutung. Und das Internet ist nun wirklich nicht der passende Raum für Qualitätsmanagement - sondern allenfalls ein müder Ersatz für eigentlich Notwendiges, aber nie wirklich in Angriff genommenes.

    Und wer weiss, demnächst werden die Honorare ja von den erreichten Bewertungspunkten abhängig… ;-)

  2. Melanie

    …mmmh, ist das Internet tatsächlich nicht der passende Raum für Qualitätsmanagement? Wo sonst haben Patienten die Chance, erstens öffentlich Lob oder Kritik zu äußern, zweitens zu erfahren, was andere “Kunden” von einem Produkt oder Dienstleister halten?

    Ich denke, es kommt auch immer darauf an, wie ein solches Bewertungsportal aufgebaut ist. Gibt es eine Blacklist, kann der Bewertete sich zu negativer Kritik äußern und rechtfertigen, und ganz wichtig: Welche Kriterien werden bewertet?

    Natürlich kann nicht jeder Patient beurteilen, ob nun ein Betablocker, ein ACE-Hemmer oder vielleicht doch ein Diuretikum die beste Therapie für seine Beschwerden darstellen. Aber er kann sehr wohl beurteilen, wie lange er auf einen Termin gewartet hat, wie lange er im Wartezimmer herumsaß, wie freundlich das Personal war, ob die Privatsphäre respektiert wurde und wieviel Zeit sich der Arzt oder die Ärtzin genommen hat.

    Hier findet Ihr ein interessantes Interview mit dem Chef von docinsider: “”Patienten wissen mehr als viele glauben”.
    http://meedia.de/nc/details/article/patienten-wissen-mehr-als-viele-glauben_100021147.html

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