Aktuelles

Medizinstudium

Prüfung

Lernen

Bücher/Medien

Schüler

Arzt im Beruf

Bewerbung

Hippocampus

Mitmachen

Linkliste

Foren

Weblogs

Audio/Video

Newsletter

Kontakt

Shop: Prometheus Welt

Kooperationen



  Home
   
Artikel vom 29. 01. 2010

QuickStart Naturheilverfahren - Kongress für Medizinstudierende

Bericht von der Medizinischen Woche in Baden-Baden

Elena Schnabel (Medizinstudentin im 3. Semester in Heidelberg)

Die Medizinische Woche - Europas größter Ärztekongress für Komplementärmedizin fand vom 30.10. bis 04.11.2009 in Baden-Baden statt. Mit dem "QuickStart Naturheilverfahren" gibt es auch für Studierende seit 2008 ein spezielles Angebot, welches einen ersten Einblick in die verschiedenen Bereiche der Naturheilverfahren ermöglicht. Medizinstudentin Elena Schnabel hat sich im letzten Herbst die Vorträge des Kongresses angehört und einen Praxis-Workshop besucht.

Übersicht


Wozu ein Kongress zum Thema Naturheilverfahren?Nach oben hoch

Akupunktur, Homöopathie, Blutegel, Schröpfen, Gua sha, Kneipptherapie. Diese Liste ließe sich unendlich fortführen angesichts immer neuer komplementärmedizinischer Verfahren, vor denen sich heute kein Schulmediziner mehr verschließen kann.

Doch was bedeuten diese Begriffe eigentlich? Wie wirksam sind die Methoden, die sich dahinter verbergen, wann werden sie angewendet und warum wirken sie?

Jeder Medizinstudent, der während seines Studiums oder auch im späteren Berufsalltag Antworten auf diese Fragen will, muss nach wie vor Bücher wälzen, Fachartikel heraussuchen oder bis zur Famulatur warten. Zwar gibt es im Medizinstudium inzwischen einen Bereich "Rehabilitation, Physikalische Medizin und Naturheilverfahren", der komplementärmedizinische Verfahren in die Lehre integrieren soll, jedoch gibt es weiterhin nur zehn Lehrstühle für komplementärmedizinische Methoden in Deutschland.


Workshop Naturheilverfahren in Baden-BadenNach oben hoch

Thomas Rampp und Felix Joyonto-Saha aus Essen leiteten den Workshop, der verschiedene Methoden der europäischen Naturheilkunde sowie der Traditionellen Heilverfahren vorstellte.

Nach einer kleinen Einführung durften wir in kleinen Gruppen die einzelnen Methoden ausprobieren:

Schröpfen: Dabei werden kleine Gläser auf die Haut aufgesetzt und darin ein Unterdruck erzeugt - entweder durch eine Saugglocke oder durch Erzeugung eines kleinen Feuers mit Hilfe von Watte in dem Glas. Schröpfen ist eine unblutige Methode.

Schröpfen - davor und danach; Foto: Gabriele Müller, Thieme-Verlag
Schröpfen - davor und danach; Foto: Gabriele Müller, Thieme-Verlag

 »Durch Schröpfen der Bindegewebszone am M. trapezius sollen beispielsweise Symptome des Karpaltunnelsyndroms gelindert werden.
 »Nachdem die Symptome gelindert sind, bleiben ein paar rote Flecken zurück - entstanden durch den Unterdruck in den Gläsern.

Asiatische Münzmassage "Gua Sha": Dabei wird mit einer abgerundeten Kante, beispielsweise eines Porzellanlöffels, einer Münze oder auch eines Joghurtglasdeckels entlang der Muskeln oder Meridiane auf dem Rücken gerieben.

 »Gua Sha wird eingesetzt, um Verspannungen zu lösen oder Schmerzen zu lindern.
 »Nach Anwendung dieser Methode bleiben roten Streifen zurück - entstanden durch das Reiben.

Abschließend erhielten wir eine kleine Einführung in die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM). Wir konnten uns freiwillig nadeln lassen und so einmal selbst spüren, wie sich das anfühlt.

Der praktische Teil des Workshops war sehr gelungen und ermöglichte einen direkten Zugang zur Komplementärmedizin praxisorientiert und hautnah. Leider fehlte uns zum Zeitpunkt des Workshops noch das nötige Hintergrundwissen und die Einführungen im Workshop waren, aufgrund des dichten Terminplans nur sehr kurz und oberflächlich gehalten.

Am zweiten Tag des Workshops folgten dann acht Vorträge zu komplementärmedizinischen Verfahren, die unsere Wissenslücken stopften. Wir lernten sehr viel zum Thema:

 Naturheilkunde generell
 Ernährung
 TCM/Akupunktur
 Homöopathie
 Schmerzpatient-Behandlung
 onkologische Begleittherapie
 Behandlungsoptionen des Reizdarms

Die Vorträge waren sehr informativ, da sich die Referenten bemühten, die Themen interessant und lebendig zu präsentieren. Schade war, dass es keinen "Roten Faden" gab - die Vorträge behandelten alle unterschiedliche Themen. So erhielten wir zwar jede Menge detaillierter Informationen zu den einzelnen Behandlungsmethoden, vielleicht wäre hier aber weniger mehr gewesen.

Wem die Vorträge und der Praxis-Workshop noch nicht genügten, der konnte sich zusätzlich in der angeschlossenen Fachausstellung die neuesten Methoden der Komplementärmedizin anschauen und ausprobieren.


FazitNach oben hoch

Am Ende des Wochenendes verließ ich Baden-Baden mit einem rauchenden Kopf, aber auch mit sehr viel neuem Wissen und verstärkten Interesse für die Komplementärmedizin.

Ich empfehle jedem Studenten schon während des Studiums an einem Kongress dieser Art teilzunehmen. Zum einen, weil Studenten auch diese Kongresse zu sehr stark vergünstigten Preisen besuchen können und zum anderen, weil das Interesse von Patienten an alternativen Heilmethoden immer stärker wird.

Die Veranstalter haben die Anregungen der Teilnehmer übrigens schon aufgenommen und werden den Theorie- und Praxisteil des "QuickStart Naturheilverfahren" auf der Medizinischen Woche 2010 stärker miteinander verknüpfen.

Die 44. Medizinische Woche 2010 findet vom 29. Oktober bis 3. November 2010 im Kongresshaus Baden-Baden statt.


Medizinische WocheNach oben hoch

Seit nun mehr 43 Jahren kommt ein internationales Publikum zur Medizinischen Woche nach Baden-Baden. Rund 4.000 Ärzte treffen sich jedes Jahr, um an zahlreichen Vorträgen, Seminaren und Kursen teilzunehmen sowie die angeschlossene Fachausstellung zu besuchen und sich auszutauschen.

 
Mein Studienort

Via Newsletter