Aktuelles

Medizinstudium

Prüfung

Lernen

Bücher/Medien

Schüler

Arzt im Beruf

Bewerbung

Hippocampus

Mitmachen

Linkliste

Foren

Weblogs

Audio/Video

Newsletter

Kontakt

Shop: Prometheus Welt

Kooperationen



  Home
   
Zuletzt geändert am 28. 11. 2005

Chirurgie-Tertial an der Memorial University Newfoundland Herbst 2002

PJ im Ausland mit eigenen Kindern

Jeannette von Jackowski

Übersicht


AllgemeinNach oben hoch

Wer die Chance wahrnimmt über den "deutschen Tellerrand" hinaus etwas zu sehen, wird reichhaltige Erfahrungen mit nach Hause bringen. Meine Erfahrungen in Kanada waren wahrhaft nur Gute.


Wie bewirbt man sichNach oben hoch

Die Bewerbungsunterlagen sind einfach und können übers Internet heruntergeladen oder per E-Mail ganz problemlos angefordert werden. Ansonsten findet man alles über ein Clerkship, so wird ein PJ-Tertial in Kanada genannt, am besten über die Homepages der Unis. Ich habe mein Clerkship an der Memorial University Newfoundland (MUN) gemacht. Ansprechpartner bei der MUN für ein Clerkship ist derzeit Ruth Amatio. Weitere Infos über die MUN findet ihr im Internet unter www.mun.ca. Insgesamt entstehen an der Uni Kosten für das Clerkship von ca 100 CD. Dieser Betrag beinhaltet die Bearbeitungsgebühr und die Registration Fee, mehr bezahlt man nicht.


Gute Betreuung-vom ersten Tag anNach oben hoch

Der erste Tag begann mit einer Organisation Round. Mit Beginn jeden neuen Clerkships werden die Studenten im Haus herumgeführt und lernen so, sich zurechtzufinden, gleichzeitig erfuhr ich viele interessante Dinge über das Kanadische Gesundheitssystem. Mit mir, als einzige Ausländerin, starteten noch 10 Kanadische Studenten ihr Clerkship.

Computertraining

Nach der Organisation Round fand ein Computertraining statt. Ich wurde in die Technik der Vernetzung der gesamten Health Care Corporation eingearbeitet, erhielt mein eigenes Passwort und bekam alles in Kopie mit (zum Nachschlagen, beispielsweise wie ich beim Diktieren die Codes in welcher Anwendung benutze).

Verhalten im OP

Danach ging die leitende OP-Schwester mit mir durch den OP und erklärte mir die hiesige Händedesinfektion und das Ankleiden nach kanadischem Standard. Es hört sich jetzt an, ob ich das noch nie getan hätte, doch wer woanders hingeht, wird sehen, dass man doch alles auch ganz bzw. sehr viel anders machen kann als in Deutschland. Das Problem des Patienten und das Ergebnis ihn zu heilen ist zwar dasselbe, aber dazwischen lernte ich völlig andere Denk- und Arbeitsweisen kennen, die mich sehr bereichert haben und ich nicht mehr missen möchte.

Teamwork

In kanadischen Krankenhäusern werden eine Gruppe Ärzte und Studenten jeweils zu einem Team zusammengefasst. Alle Clerks werden voll in dieses Team eingegliedert. Man ist dem sogenannten House Staff absolut gleichgestellt. Angefangen vom Assistieren, Konsultieren und dem Einbeziehen meiner Meinung. Ich erhielt wie jedes Teammitglied einen Pieper und war damit ca. jeden zweiten bzw. dritten Tag On Call für den Emergency Room.


Ein Tag in einem Kanadischen KrankenhausNach oben hoch

Auf Station

Der Dienst begann morgens um 7 Uhr mit der Doctors Round. Zunächst wurden die Wunden kontrolliert und deren Verlauf in sogenannten Progress Notes zusammen mit den anstehenden Treatments dokumentiert. Blutabnahmen, Zugänge legen, Verbände wechseln usw. gehören in den Arbeitsbereich der Nurses. Krankenschwestern dürfen in Kanada weit mehr, als in Deutschland. Selbst auffällige Blutwerte werden von ihre überwacht, ebenso macht sie Vorschläge für eventuell zu wechselnde oder neu anzusetzende Medikamente. Es wird kurz abgesprochen und der Arzt muss es oft nur noch abzeichnen. Waren Probleme bei einem Patienten aufgetreten, notierte die Nurse das Problem und der Arzt antworte darauf mit Treatments oder Investigations.

Teachings

Gegen 8 Uhr fand, wie fast jeden Tag, eine Stunde Teaching statt. Die Teachings wurden sehr ernst genommen. Es wurden Fälle mit allen Kollegen aus einem Bereich oder auch interdisziplinär besprochen und darüber diskutiert.

Im OP

Um ca. 8.30 bis 9 Uhr ging ich in den OP, wo ein Senior Resident mit einem Junior Resident und einem Clerk ca. 5 bis 9 Patienten hintereinander operierten. Als Clerk bist du immer mit steril, um besser zu sehen und mehr zu lernen, eben ein aktiver Lernprozess. Danach war es meist 4 p.m. und es ging mit dem Resident zur Ward, um eventuell anliegende Probleme zu checken und Medical Orders etc. zu notieren. Ich war etwa jeden zweiten Tag im OP.

Outpatient Clinic

In den Tagen zwischen den OP s war ich in der Outpatient Clinic (OC), die täglich von zwei Seniors abgehalten wurde. Jeder Senior hat seinen bestimmten OP Tag und einen festgelegten Tag, an dem er nur in der OC tätig ist. Der Patient wurde vom Family Doctor zum Spezialisten in die OC überwiesen oder er kam zur postoperativen Kontrolle.

Wenn ich in der OC Dienst hatte, sah ich den Patienten zuerst, befragte, untersuchte ihn und ging danach zum Senior. Der Senior betreute immer drei Untersuchungsräume gleichzeitig. Die Räume teilten wir meist so auf, dass in einem Raum der Senior selbst arbeitete, im zweiten Raum der Junior Resident und im dritten Raum der Clerk. Nachdem ich meinen Patienten befragt und untersucht hatte, schilderte ich dem Senior kurz zusammengefasst den Fall und meinen Befund. Danach gingen wir gemeinsam zu dem Patienten, den er manchmal bereits kannte. Er untersuchte den Patienten und wir besprachen die folgenden Schritte.

Im Anschluss diktierte ich den Befund für die Unterlagen und für den Hausarzt. In der Zwischenzeit hatte die Schwester den Raum aufgeräumt, die Liege neu abgedeckt und den nächsten Patienten hereingeführt. Ich ging wieder in den Untersuchungsraum und so weiter.


ArbeitszeitenNach oben hoch

Von 9 Uhr morgens bis Noon wurde durchgearbeitet, dann war Lunchtime. Anschließend wurde dann noch einmal bis ca. 4 oder auch mal 6 p.m weitergemacht. Im Durchschnitt hatte ich allein 15 bis 20 Patienten pro Tag betreut. So verbrachte ich abwechselnd einen Tag im OP und einen Tag in der Klinik. Wie gesagt jeden zweiten Tag war ich zusätzlich On Call, ohne dass ich danach einen freien Tag hatte.


UnterkunftNach oben hoch

Im Sommer kann man in den Studentenwohnheimen wohnen, weil die Studenten Semesterferien haben, zu meiner Zeit haben wir uns übers Internet eine Unterkunft für 700 CD pro Monat genommen, die aktuellsten Unterkunftsmöglichkeiten schickt einem die Universität zu, wenn sie einen Platz für dich haben. Sie sind wirklich sehr kooperativ und schicken sehr viel Informationsmaterial.


Auslandstertial mit KindernNach oben hoch

Ich möchte allen Studenten Mut machen ihr PJ im Ausland zu verbringen. Besonders aber den Studenten mit Kindern, möchte ich zeigen, dass es möglich ist auch mit Familie ins Ausland zu gehen. Im ersten Moment mag man zwar denken: "Oh Gott soviel ist zu organisieren", aber es ist insgesamt gar nicht so viel! Wenn ich noch einmal die Chance hätte, dann würde ich alle drei Tertiale im Ausland machen, auch mit Kindern.

Kindergarten

Die Kinder gingen in den Universitätskindergarten was absolut unproblematisch war. Die Kanadier sind ausgesprochen freundliche Menschen und sehr verständnisvoll. Wir gingen am ersten Tag hin und fragten, ob es eine Möglichkeit der Unterbringung für unsere Kinder gibt und sie sagten, dass ich ihnen nur nachweisen muss, das ich Undergraduate Student bin. Im Nachhinein klingt es einfach, man muss nur Mut haben und persönlich fragen. Wir hatten vorher per Internet nach einem Kindergartenplatz gefragt, da aber eine Absage bekommen. Vor Ort war es aber dann kein Problem mehr.

Die Kinder gingen also acht Wochen in den kanadischen Uni-Kindergarten. Unsere damals noch Dreijährige passte gut in die Pre- School, denn alle Kinder waren so zwischen zwei und vier Jahren alt. Für die Kinder haben wir ca. 300 Kanad. Dollar (CD) pro Monat bezahlt.


FazitNach oben hoch

Die Kanadier sind sehr fleißig, aber ausgesprochen nett und freundlich. Sie arbeiten noch mehr als die Deutschen, aber man kommst zufriedener und nicht so gestresst nach Hause nach einem durchaus 12 stündigem Arbeitstag. Es hat mir sehr gut gefallen und ich kann es nur jedem empfehlen.


ÜbersetzungenNach oben hoch
Registration Fee  Einschreibegebühr 
Clerkship  PJ-Tertial 
Clerk  PJ-Student 
Organisation Round  Orientierungsrundgang 
Health Care Cooperation  Kanadisches Gesundheitswesen 
On Call  Rufdienst 
House Staff  Assistenten und Oberärzte 
Emergency Room  Notaufnahme 
Resident  Assistenzarzt 
Doctors Round  Visite 
Teaching  Unterricht 
Investigation  Untersuchung 
Treatment  Behandlung 
Progress Note  Verlaufsbemerkung 
pm.  Nach 12 Uhr Mittags 
am.  Vor 12 Uhr Mittags 
Medical Orders  Verordnungen 
Outpatient Clinic  Ambulanz 
Family Doctor  Hausarzt 
Noon  Mittagszeit 
Lunchtime  Mittagessen 
Ward  Station 
Pre-School  Vorschule 
Undergraduate Student  Student ohne Abschluss 
 
Land auswählen

Neue Auslandsberichte
 
Via Newsletter