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Famulatur in Sabah (Borneo)

Im Queen-Elizabeth-Hospital, Kota Kinabalu im Bundesland Sabah

Thomas Braun

Übersicht


Das KrankenhausNach oben hoch

Das Queen-Elizabeth-Hospital (QEH) ist das größte Krankenhaus Sabahs mit ca. 900 Betten. Es liegt ungefähr 3,5 km vom Stadtzentrum Kota Kinabalus (KK) entfernt und ist von dort aus leicht zu erreichen. Es verfügt prinzipiell über alle Stationen, die wir auch von Deutschland kennen, wobei manche Stationen in andere eingegliedert sind (z. B. Neurologie in Innere Medizin). Der Famulant hat eigentlich freie Auswahl, wo er sich hinpostieren lassen will. Insgesamt sind ungefähr 150 Ärzte dort beschäftigt (65 Housemen (HO), entspricht ungefähr dem AiPler, 50 Medical Officers (MO) = Assistensarzt, und der Rest Specialists =Ober- und Chefärzte). Das Krankenhaus ist in einen stationären- und einen ambulanten Teil aufgeteilt. Die technische Ausstattung ist ausreichend, jedoch bestehen - speziell bei dringenden Untersuchungen - Engpässe. Die Ärztedichte ist ungefähr sieben mal geringer als in Deutschland.


Der KlinikalltagNach oben hoch

Die Arbeitszeiten sind offiziell von 8.00 bis 16.00, wobei - wie eigentlich alles - viel von der Eigeninitiative abhängt, d.h. es wird nicht so genau genommen. Viele Famulanten der Vergangenheit sind oft nur morgens zu den Visiten gekommen und haben auch ihre Bestätigung bekommen. Es gibt zwei große Visiten. Morgens gegen 8 Uhr und Nachmittags gegen 15 Uhr. Bei diesen ist immer ein Specialist, ein MO und minestens ein HO anwesend, wobei der HO sonst für die Station verantwortlich ist. Wenn man will und Interesse zeigt, kann man dort fast alles machen (z.B. auf der Inneren: Pleura- und Liquorpunktionen, Peritonealdialysen, Knochenmarkspunktionen ... im Kreißsaal: Geburten mitleiten und Episiotomien ...). Als Unterstützung ist meistens nur der HO da.

Das Krankheitsspektrum ist sehr weit gefächert mit vielen Infektionskrankheiten, aber auch Tumoren und Herzfehler.


Sprache und KleidungNach oben hoch

Mit den Ärzten unterhält man sich grundsätzlich in englisch und auch die Krankenakten werden darin abgefasst. Mit den meisten Patienten ist eine Verständigung in Englisch jedoch schwierig.

Es gibt drei Gesundheitsklassen, wobei die dritte Klasse die große Mehrheit stellt und die dritte Klasse Stationen sehr elementar ausgestattet sind. Die hygienischen Zustände sind gewöhnungsbedürftig, wobei schon versucht wird auf Sauberkeit zu achten. Das Wort Desinfektion ist jedoch weitgehend unbekannt.

Die Kleidungsordnung für Ärzte ist lange Hose und Hemd, sowie Krawatte für Männer; für Frauen: Rock und Bluse, sowie Kittel. Zeichen der Ärzte ist das umhängende Stetoskop.


OrganisatorischesNach oben hoch

Einen Famulaturplatz zu bekommen ist generell eigentlich kein Problem, es wird einem aber nichts gestellt oder bezahlt. Es besteht aber die Möglichkeit, im Schwesternwohnheim zu wohnen (Preis weiß ich nicht). Essen kann man im relativ günstig in der Krankenhauskantine (Qualität: gut, aber malaysisch, was am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig ist). Anfragen sollten mindestens ein halbes Jahr vorher gestellt werden, da a) die Post nach Malaysia relativ lange braucht und b) die Malaysier nicht unbedingt immer die Schnellsten im Antworten sind. Flüge nach Malaysia sind kein Problem (in meinem Fall 1150 DM). Wegen Impfungen noch einmal euren Tropenmediziner fragen (wobei da auch jeder etwas anderes sagt).


Land und LeuteNach oben hoch

Malaysia ist ein Land mit ungefähr 22 Millionen Einwohnern und liegt knapp nördlich des Äquators. In Sabah, der östlichsten Provinz, leben ca. 2 Millionen Menschen. Sabah liegt auf Borneo. Die Hauptstadt ist Kota Kinabalu (200.000 Einwohner). Die Bevölkerung setzt sich aus Malayen, Chinesen, Indern und (speziell in Sabah) anderen Stämmen zusammen (Kadazan, Dusun, Bajau, Iban ...). Dementsprechend ist das Sprachengewirr babylonisch, wobei aber fast jeder die Landessprache Bahasa Malayu sprechen kann (sehr einfach). Das politische System nennt sich Demokratie, wobei es schlecht mit unserem Demokratieverständnis in Einklang zu bringen ist - Kritik sollte aber sehr vorsichtig angebracht werden. Das Klima ist tropisch, die Regenzeit hauptsächlich im Oktober bis November, aber auch sonst regnet es regelmäßig. Die Temperatur bewegt sich tagsüber zwischen 28 und 35 Grad und nachts zwischen 22 und 26 Grad. Essen ist sehr variabel und wegen der vielen Volksgruppen auch sehr unterschiedlich. Reis ist grundsätzlich die Basis, die Dazugaben meist sehr scharf. Die Menschen sind zumeist sehr offen und freundlich, jedoch ist ein Nahekommen relativ schwierig. An Natur- und Reisemöglichkeiten bietet Sabah genug, um sich ein Jahr zu beschäftigen: Hauptattraktionen sind der Mount Kinabalu (4.100 m), Tauchen (einige der besten Tauchplätze der Welt) und Dschungeltrekking (sehr viele Pflanzen und Tiere - ich sah Orang Utans, Nasenaffen, Vögel, Nashörner, Krokodile und Schildkröten).


AdresseNach oben hoch
    Queen Elizabeth Hospital
    Kota Kinabalu
    Sabah
    Malaysia

 
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