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Famulatur in der Landesklinik für Neurologie in Salzburg
Sommer 2004
Christiane Höff
Übersicht
Nach meiner ersten Famulatur in der Rechtsmedizin sollte im Sommer eine klinische Famulatur in der Neurologie folgen. Schon bald fiel meine Wahl auf Salzburg, da mich die Stadt schon früher bei einem kurzen Besuch fasziniert hatte. So bewarb ich mit einer kurzen Email in der Neurologischen Abteilung der Christian-Doppler-Klinik. Schon einen Tag später hatte ich die Zusage; ich sollte nur kurz vorher nochmal den Termin bestätigen. Nun brauchte ich nur noch den Schein von der Krankenkasse, auch in Österreich versichert zu sein.
Die Organisation einer Unterkunft stellte sich als nicht ganz so einfach heraus. Zwar hatte mir die Sekretärin Frau Jamnig die Mailadresse des Wohnheimbeauftragten Herrn Außerleitner gegeben, aber leider wurde das Personalhaus gerade umgebaut. Über eine Freundin habe ich dann aber ein WG-Zimmer vermittelt bekommen. Es wäre allerdings auch möglich gewesen, in einem der Studentenwohnheime unterzukommen.
Am ersten Tag meldete ich mich wie besprochen um 8.00 Uhr im Sekretariat der Neurologie, wo erst mal die Formalitäten erledigt wurden. Dann ging es zur Wäschekammer, zum Personalbüro und schließlich zur Essenmarkenverkaufsstelle. Pro Marke zahlt man ca. 2 Euro, dafür bekommt man am Ende der Famulatur eine Aufwandsentschädigung von 35 Euro für zwei oder 70 Euro für vier Wochen.
Eingekleidet mit Hose, Polo und Kittel ging es dann auf die Frauenstation, wo mir die Turnunsärztin gleich zeigte, wo ich was finde und was in den nächsten zwei Wochen meine Aufgaben sein würden - Venflons (Braunüle) legen, Infusionen anhägen und Blut abnehemen. Da ich noch nie Blut abgenommen oder einen Venflon gelegt hatte, konnte ich erst mal an ihr üben und dann ging's auch schon zu den Patienten. Wenn es mit dem Stechen mal nicht klappte, war es auch kein Problem, den Turnusarzt oder einen der Assistenzärzte zu fragen. Wenn ich meine Aufgaben erledigt hatte, blieb mir oft viel Zeit, mich in der Ambulanz nützlich zu machen, bei den Aufnahmen mitzumachen, Medikamente im Computer nachzuschlagen, die Akten zu lesen, beim Gefäßdoppler sowie im EEG zuzuschauen, bei den Visiten mitzugehen oder auch auf Station interessante Patienten zu untersuchen. So konnte ich mir einen guten Überblick über die Neurologie und ihre Untersuchungsmethoden verschaffen. Einen Tag verbrachte ich dann auch im OP der Neurochirurgie, an einem anderen Tag konnte ich bis um 23.00 Uhr einen Arzt beim Dienst begleiten. Bis auf den Oberarzt der Station (für den ich die erste Woche gar nicht existierte) konnte ich bei Fragen jeden ansprechen und konnte überall zuschauen. Man muss allerdings viel Eigeninitiative zeigen, sonst würde man den ganzen Tag dumm auf Station rumstehen. Dies hat allerdings den Vorteil, dass man sich frei durchs Haus bewegen kann und wirklich alles, was interessant ist, machen kann. Die meisten sind gern bereit, etwas zu erklären oder selbst machen zu lassen.
Meistens konnte ich auch so gegen 14.30 Uhr meinen Kittel an den Nagel hängen, nur selten blieb ich länger als 16.00 Uhr im Krankenhaus.
Salzburg ist neben Wien die Kulturhochburg Österreichs, so dass die Nachmittage nie langweilig wurden. So machte ich viele Touren durch die Stadt, bei denen es jede Menge zu entdecken gab – Mozarts Geburts- und Wohnhaus, den Dom und viele andere barocke Bauwerke, die Festung, die verschiedenen Theather, die Uni, die verschiedenen Schlösser... Wenn es zu warm war, genoß ich mit einem Buch an der Salzach die Sonne oder spazierte durch die Wälder in und um Salzburg. Abends waren wir dann mal im Kino, im Marionettentheather, in der Oper oder einfach nur was trinken.
Ich bin immer noch ganz begeistert von den zwei Wochen in Salzburg. So war die Zeit eine gelungene Mischung aus Arbeiten und Lernen auf der einen Seite und Urlaub auf der anderen Seite. Auch wenn ich anfangs etwas skeptisch war, ob ich was lernen würde, da meine Hauptaufgabe Zugänge legen und Infusionen legen war, hab ich doch einen guten Überblick erhalten und viel gelernt. So hab ich in diesem Semester meine Neuroklausur ohne viel lernen bestanden, da mir viele Krankheitsbilder, die Diagnostik und Therapie in der Famulatur vermittelt wurden. Wenn man sich nicht davor scheut, selbst die Initiative zu ergreifen, ist die Doppler-Klinik genau die richtige Adresse, um viel zu sehen und zu lernen.
Landesklinik für Neurologie
Christian-Doppler-Klinik
Ignaz-Harrer-Str. 79
5020 Salzburg
Tel: (+43) 66244833000
Christian-Doppler-Klinik
E-Mail der Sekretärin:
e.jamnig@lks.at
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