Mein Famulaturtagebuch Luleå
Einleitung - Wie alles begann
Kathleen Reuter
Kathleen Reuter studiert in Ulm Medizin und steht kurz vor dem 2. Staatsexamen. Bevor sie ihre Nase für mehrere Monate in die Lehrbücher vertieft, macht sie eine Famulatur in Luleå (Schweden). Sie führt ein Famulaturtagebuch und berichtet aktuell jeden Tag von ihren Erlebnissen.
Übersicht
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In einer ruhigen Minute stöberte ich durch die Auslandsberichte bei Via medici online und fand einen Bericht über Medizin am Nordpol im modernsten Krankenhaus Europas. Das war ein Unterschied zu meiner Vorjahresfamulatur in Kamerun! Neugierig geworden begann ich, Informationen zu sammeln. Mit dem Stichwort "modernstes KH Europas" kommt man bei www.google.de schon recht weit. Ich entschloss mich schon früh, eine Famulatur dort zu machen und setzte mich mit dem ehemaligen Famulus in Verbindung. Er gab mir einige Emailadressen.
Während meines Stockholm-Aufenthaltes im Juni 2002 versuchte ich, jemanden im Krankenhaus zu erreichen. Das sollte sich auch im Laufe der nächsten Monate noch als recht schwierig erweisen. Das ist umso mehr verwunderlich, da die Schweden absolut high tech vernetzt und ausgerüstet sind. Antwort bekam ich schließlich von dem Leiter der Allgemeinchirurgie, Dr. Michael Dahlberg. Er ist wohl auch der beste Ansprechpartner.
Michael.Dahlberg@nll.se
Hilfreicher Link
Luleå im Internet
Von ihm bekam ich im August die Zusage. Dann tat sich lange nichts. Irgendwann wurde ich doch nervös und mailte ihm ein paar mal, ob ich nun kommen könne, wie das mit der Unterkunft sei, etc. Keine Reaktion, wochenlang. Ich bekam den Tipp, im Krankenhaus anzurufen, da die Schweden soviel Engagement von Studenten nicht gewohnt wären. Gesagt, getan. Mit einer günstigen Vorwahl (für 3,2 cent/min) rief ich den ganzen Tag dort an, ohne Dr. Dahlberg zu erreichen. Dennoch erzählte ich jeder Sekretärin mein Anliegen. Es funktionierte. Er schrieb mir abends eine Mail. Um die Zimmerreservierung kümmerte sich Gun-Britt Bäcklund aus der Verwaltung. Von da an klappte alles wunderbar.
Gun-Britt.Backlund@nll.se
Das Krankenhaus kümmert sich um die Unterkunft der Studenten und trägt die Kosten. Das sind sie so von ihren eigenen gewohnt, die von der Universität Umeå (200 km entfernt) kommen. Ich wurde in der folkhögskola (Volkshochschule) in Sunderby untergebracht. Die Nähe zum Krankenhaus (ca. 2 km) hat den Vorteil, dass man auf lange Busfahrten verzichten kann. Zunächst bewohne ich ein Zimmer im "klostret" mit Gemeinschaftsduschen und Küche. Ein über 100 Jahre altes Gebäude. Ich hoffe aber bald ins Hotel der folkhögskola umzuziehen. Hier werde ich nicht so richtig warm und ich hätte auch gerne einen Fernseher. Zum Krankenhaus kann ich laufen. Wird man auswärts untergebracht, bezahlt das Krankenhaus die Bustickets.
Ich wählte die günstige ryanair Variante und flog von Frankfurt-Hahn nach Göteborg. Von da geht es mit SAS weiter nach Stockholm und von da weiter mit SAS nach Luleå. Man kann natürlich auch direkt nach Stockholm fliegen. Für Frankfurt-Hahn - Göteborg und zurück zahlte ich 81 Euro, für die insgesamt 4 Inlandsflüge 200 Euro. Man muss bei SAS unbedingt den Studententarif verlangen und am besten von Deutschland aus buchen, da man in Schweden einen speziellen SASA-Studentenausweis braucht und jünger als 26 Jahre sein muss. Ich hatte weder das eine noch war ich das andere. Mit kompetenter Beratung durch die Hotline und einem deutschen Reisebüro ging es schließlich doch. Durch meine vielen warmen Sachen hatte ich 15 Kilo Übergepäck, wofür ryanair viel Gebühren verlangt. Noch am Flughafen musste ich 90 Euro (!) nachzahlen, bei SAS nur noch 28 Kronen (3 Euro).
In Schweden braucht man schwedische Kronen, die man zu einem Kurs von 1:9 tauschen kann. In großen Städten kann man oft mit Euro zahlen. Kreditkarten werden überall und gerne akzeptiert.
Im Sprachenzentrum unserer Uni wurde kein Schwedisch angeboten, so belegte ich einen Anfängerkurs an der Ulmer Volkshochschule. Kosten: 66 Euro ermäßigte Gebühr + 30 Euro für Lehrbücher. Für Schweden brauch man kein spezielles Visum. Reisepass genügt. Ganz wichtig ist ein internationaler Studentenausweis, der viel Ersparnis bringt!
Im Internet gibt es einen Sprachführer über den man schnell einen Einstieg in diese Sprache findet.
zum Sprachführer
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