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Übersicht
| Wenig Probleme bei der Vorbereitung des Aufenthalts |
In der Schweiz kann man viel lernen, viel sehen und vor allem viel Spass haben. Diese Erfahrung habe ich während meiner ersten beiden PJ-Tertiale in Basel (04/05-07/05) und Burderholz (08/05-11/05) gemacht. Ich hatte mich ca. eineinhalb Jahre vorher beworben. Unter www.kliniken.ch kann man sich die Spitäler anschauen und direkt eine Bewerbungsmail schicken. Meistens kommt innerhalb einer Woche eine Antwort: entweder eine Absage oder der Bescheid, dass die Anfrage um eine UHU-Stelle bearbeitet wird.
Nach einigen Tagen hatte ich dann die Zusage vom Universitätsspital in Basel für die Innere Medizin. Ich habe mich riesig darüber gefreut, denn so war es mir möglich, mit Hilfe des UHU-Gehaltes meinen Aufenthalt in der Schweiz zu finanzieren.
Mit der schriftlichen Zusage sind gleich der Arbeitsvertrag und ein Anmeldungsbogen für das Hostel, dem Studentenwohnheim, mitgeschickt worden. Ich habe mich privat um eine WG gekümmert, was im Endeffekt etwas billiger gewesen ist. Schaut einfach unter www.students.ch nach. Die Aufenthaltsbewilligung für diese 4 Monate habe ich an meinem ersten Arbeitstag bekommen. Das einzige, was ich noch selbst erledigen musste, war die Organisation eines Kontos. Wer träumt nicht von seinem eigenen Nummernkonto in der Schweiz? Für den Anfang reicht auch ein normales Girokonto bei der Postbank oder den jeweiligen Kantonalbanken, wo dann in meinem Fall einmal im Monat ein UHU-Gehalt von ca. 800CHF verbucht wurde.
| Die erste Zeit und ein Überblick über die Fortbildungsveranstaltungen |
Mit Vorfreude auf das Neue, ein bisschen Heimweh und natürlich viel Sehnsucht nach den Freunden habe ich meine erste PJ-Tag begonnen. Schon nach sehr kurzer Zeit waren alle Ängste verflogen - ich habe mich praktisch vom ersten Moment an wohlgefühlt. Die anderen Unterassistenten waren sehr freundlich und hilfsbereit. Sie haben mich an die Hand genommen und mir den Ablauf erklärt. In meiner ersten Rotation bin ich einem Schweizer Assistenzarzt zugeteilt worden. Ich war ihm überaus dankbar, dass er in den ersten Tagen noch Schriftdeutsch statt Schwiizer Dütsch mit mir geredet hat. Im Laufe meiner Schweiz-Zeit habe ich aber das Schwiizer Dütsch lieben gelernt.
Pro Monat ist das Arbeiten an einem Wochenende obligatorisch. Dafür hat man einen freien Tag zur Kompensation bekommen. In den vier Monaten stehen einem insgesamt sechs freie Tage zur Verfügung.
Jeden Mittwoch hat Prof. Jürg Schifferli, Chefarzt der Inneren Medizin, eine fakultative Fortbildungsstunde für Studenten durchgeführt, die sehr lehrreich gewesen ist. Ein UHU musste sich auf einen Fall vorbereiten und dann den Patienten spielen. Es war eine sehr angenehme Runde, und man braucht überhaupt keine Angst haben, etwas Falsches zu sagen. Am Donnerstag gab es dann noch eine obligatorische Fortbildung, wo gewisse Krankheitsschwerpunkte besprochen worden sind. Nebenher gab es vor allem für die Assistenzärzte viele Weiterbildungsveranstaltungen, wo wir UHUs mitgehen konnten.
| Der Klinikalltag |
In dem Unispital rotiert man nach 4 Wochen, so dass fast alle Bereiche (Pulmo/Kardio, Hämatologie, Onkologie/Gastroenterologie, Notfallmedizin und Kurzabklärung) abgedeckt werden. Mir persönlich hat die Zeit in der Notfallmedizin am meisten gefallen, weil ich dort ziemlich eigenständig arbeiten konnte. Es war zwar nicht soviel Action wie bei "Emergeny Room", aber einige spannende Fälle gab es durchaus zu sehen. Auch wenn ich mir manchmal wie bei einer Massenabfertigung oder Fließbandarbeit vorgekommen bin, es hat überwiegend Spaß gemacht und ich habe unheimlich viel gelernt. Neben dem fachlichen Wissen konnte ich vor allem zwischenmenschliche Erfahrungen sammeln, die einem besonders in stressigen Zeiten motiviert haben.
Die Stationsarbeit war demgegenüber etwas ruhiger, aber durchaus auch anstrengend. Morgens um 8 Uhr wurden die Unterlagen für die Austritte vorbereitet und anschließend ging es zusammen mit "Rolli" und Schwester zur Visite. Bis zum Mittag standen dann Weiterbildungen, Röntgen-Rapporte und die Aufnahme der Eintritte auf dem Plan. Am Nachmittag haben wir dann die liegengebliebene Arbeit vom Vormittag erledigt und die Eintritte mit dem Oberarzt besprochen. In der Regel hatten wir zwischen 16 und 19.30 Uhr unsere Arbeit erledigt und konnten nach Hause gehen.
| Land, Leute und das Leben der Schweizer |

Neben der Arbeit blieb noch genügend Zeit das Land, die Leute und das Leben der Schweizer kennenzulernen. Basel hat ca. 180.000 Einwohner und ist das Zentrum der Nordwestschweiz. Die vorteilhafte Lage im Dreiländereck haben wir genutzt und sind ziemlich regelmäßig in Deutschland einkaufen gewesen, was uns unser Portemonnaie das ein oder andere Mal sicherlich gedankt hat.
Die Stadt Basel selbst ist multikulturell geprägt und die zahlreichen internationalen Messen, Kongresse und Großveranstaltungen ziehen pro Jahr über eine Million Besucher an.
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Eines der schönsten Events ist die Basler Fasnacht im Februar/März. Montag morgens um 4 Uhr gehen die Lichter der Stadt zum Morgenstreich aus, sodass nur noch die Lichter der Laternen die Innenstadt erleuchten. Drei Tage lang steht die Stadt Kopf, ist getragen vom Klang Tausender Piccolos und Trommeln. Im Sommer gibt es zahlreiche Festivals in den einzelnen Stadteilen, wie z.B. das Klosterbergfest oder das Jazz Festival "Em Bebbi sy Jazz". Sie sind auf alle Fälle einen Besuch wert.
Wir UHUs haben uns oft zum gemeinsamen Plaudern in einem Café in der Stadt oder am Rhein getroffen. Ich habe es sehr genossen neue Menschen kennenzulernen, und ich habe immer wieder festgestellt, dass die so Welt klein ist, dass man irgendwie über Ecken und Kanten gemeinsame Bekannte hat.
Ich als Flachlandtiroler habe die Zeit im Süden genutzt um ein bisschen die Gegend zu erkunden. Freiburg im Breisgau, Zürich und Luzern sind in jedem Fall einen Besuch wert. Wer eher sportlich aktiv ist, kann die diversen Berge erklimmen und am Ende des Ausflugs die schöne Aussicht genießen oder aber mit dem Velo die schöne Natur durchradeln. Was ich jedem nur empfehlen kann: einen Sprung in den Rhein. Es ist einfach fantastisch sich von der Strömung mitreißen zu lassen und das Gefühl dabei zu genießen. Anschließend sollte man sich den tollen Sonnenuntergang bei einem Panaché anschauen - das ist Balsam für die Seele.
| Fazit |
Es ist einer tollstem Sommer in meinem Leben gewesen. Ich habe so viele neue und vor allem nette Leute aus der ganzen Welt kennengelernt. Ich habe das Land, die Leute und vor allen das Arbeiten lieben gelernt und freue mich, nächstes Jahr meine erste Stelle in der Schweiz antreten zu können. Ich kann jedem nur empfehlen, ein Tertial in der Schweiz zu absolvieren, denn Ihr werdecht echt etwas geboten bekommen... Insbesondere die Zufriedenheit der Schweizer ist bewundernswert.
| Erfahrungen vererben sich nicht, man muss sie alleine machen. |
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