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| Eichhörnchen am Davoser See |
Übersicht
| Motivation und Organisation |
Die Adressen und Telefonnummern aller Krankenhäuser in Davos suchte ich aus dem Internet. Nach etlichen Telefonanfragen war ich sehr enttäuscht, da alle Sekretärinnen gleich am Telefon sagten, dass sie die nächsten ein bis zwei Jahre keine Plätze mehr frei hätten. Nur bei der Hochgebirgsklinik in Davos-Wolfgang hatte ich Erfolg. Der Sekretärin schickte ich meine Bewerbung und meinen Lebenslauf per Email und kurz darauf bekam ich schon die Zusage für eine vierwöchige Famulatur.

Man benötigt für die Famulatur in der Schweiz eine Auslandskrankenversicherung. Die anderen Formalitäten erledigte bei mir die Klinik. Ein Visum oder besondere Impfungen sind nicht erforderlich. Zur fachlichen Vorbereitung empfehle ich das Kapitel "Asthma" aus dem Herold. Es ist aber auch nicht schlimm, wenn Ihr noch nicht in das Thema eingearbeitet seid, da die Ärzte sehr nett sind und gerne Fragen beantworten.
| Anreise und Unterkunft |
Angereist bin ich mit dem Auto, was sicherlich die praktischste und vor allem bequemste Alternative ist. Es gibt zwar auch einen Bahnhof, doch von hier aus benötigt man anschließend den Bus, um zur Klinik zu kommen. Wegen des Schnees und der zahlreichen Touristen ist es nicht immer einfach einen Parkplatz zu finden, aber schließlich hat man dann doch immer Glück. Eine Parkkarte gibt es übrigens kostenlos an der Rezeption.

Ich hatte bereits die Hauswirtin telefonisch informiert, wann ich voraussichtlich ankomme. So waren meine Schlüssel für die Unterkunft an der Rezeption hinterlegt und ich konnte Problemlos in mein Zimmer einziehen. Das Personalwohnheim liegt auf dem Klinikgelände. Für die ganze Etage gibt es nur ein Badezimmer und eine Küche, dafür hängt in jedem Zimmer ein Waschbecken. Die Zimmer, egal ob Einzel- oder Doppelzimmer kosten 50 ChF in der Woche. Sie haben manchmal einen Balkon und jedes einen TV- Anschluss (Fernseher kann man in der Klinik mieten). Die Bettwäsche bekommt man vom Haus gestellt, Handtücher muss man allerdings selbst mitbringen. Im Keller stehen Waschmaschinen. Einen Steckdosenadapter benötigt man an allen Steckdosen, kann ihn aber auch an der Rezeption gegen Pfand ausleihen.
Falls man Besuch zum Übernachten bekommt, muss man diesen anmelden. Essen gibt es kostenlos dreimal täglich am Buffet. Es schmeckt super und man kann sich nehmen was und soviel man will. Besucher müssen sich Essenmarken kaufen.
| Das Krankenhaus |

Die Hochgebirgsklinik Davos-Wolfgang ist eine deutsche Akut- und Rehabilitationsklinik. Es gibt 192 Betten für erwachsene Patienten und 165 Betten für Kinder/Mutter-Kind/Jugendliche. Die meisten Ärzte und Patienten sind aus Deutschland, wodurch man keine Verständigungsprobleme hat. Die Ärzte und das Personal ist im Durchschnitt sehr jung, da es üblich ist, nach ungefähr zwei Jahren den Arbeitsplatz zu wechseln bzw. da dann die Verträge auslaufen. Durch das junge Team ist auch das Arbeitsklima toll und man ist mit den Stationsärzten per du. Abends gehen die Ärzte oft mit in die Bars oder nachmittags mit auf die Piste.
Es gibt pneumologische und dermatologische Stationen, eine Privatstation, eine Augenklinik und eine Kinderklinik. Die Patienten auf den pneumologischen Stationen leiden zumeist an Asthma, Atemwegsleiden, Bronchitiden, Allergien, allergischen bronchopulmonalen Aspergillosen. Auf den dermatologischen Stationen gibt es viele Neurodermitiker und Psoriatiker. Die Kinderstationen sind ebenfalls in Haut- und Lungenkrankheiten aufgeteilt. Durch das Hochgebirgsreizklima von Davos lassen sich chronifizierte Erkrankungen der Lunge, Haut und Augen erfolgreich behandeln.
| Die Arbeit |
Man darf sehr viel selbstständig machen, wenn man möchte, andererseits ist man immer mit eingebunden. Alle bemühen sich sehr und versuchen einem etwas beizubringen, zu erklären oder zu zeigen. Ich habe Patienten aufgenommen, untersucht und dazu den Aufnahmebefund diktiert. Bei der Visite ist man natürlich auch dabei.
Mitnehmen sollte man auf jeden fall einen Arztkittel und ein Stethoskop. Reflexhammer und Leuchte sind bei den Patientenaufnahmen hilfreich.
Die Arbeitszeiten sind für Famulanten sehr angenehm: Montags bis Freitags von morgens von 8 bis 12 Uhr und nachmittags von 16 bis 18 Uhr, so dass man sich bei schönem Wetter schon mal eine Nachmittagskarte kaufen kann und auf die Piste gehen kann.
Zum Abschluss durfte ich sogar noch an einem Davoser Ärztekongress kostenlos teilnehmen. Dort konnten ich gleich mein neu erlerntes Wissen testen und sogar praktisch ausprobieren.
| Freizeit |
In der Freizeit kann man im Winter Ski fahren, Snowboard fahren oder auch langlaufen, Schlitten fahren und schwimmen gehen, auch saunieren ist möglich. Das Skigebiet ist schön (Parsenn, Jakobshorn, Rinerhorn, Pischa, Klosters) und mit dem Bus erreichbar, bzw. gibt es sogar eine Abfahrt vom Parsenn-Gebiet, die direkt am Personalwohnheim endet, wenn genügend Schnee liegt.
Es gibt viele Cafes, Bars und Kneipen in Davos, wovon viele im Sommer schließen. Wenn man möchte kann man auch in der Klinik umsonst Billardspielen.

Nachmittags bietet sich ein Spaziergang um den Davoser See an oder ein Ausflug ins Dorf. Es gibt viele Lokalitäten, die allerdings nicht billig sind. Außerdem gibt es das bekannte Käse- Fondue in vielen Restaurants. Man lernt schnell viele Leute kennen, da alle im selben Personalwohnheim wohnen und man auch zusammen im Personalraum isst.
Im Sommer ist kann man wandern, im Davoser See schwimmen und Rad fahren.
| Fazit |
Mir hat es in Davos super gefallen, es war ein rundum perfekter Aufenthalt. Alle waren sehr hilfsbereit und freundlich.
Ich habe fachlich viel gelernt, Verantwortung übernommen und neue Erfahrungen und Eindrücke gesammelt.
| Kontaktadresse der HGK |
Ansprechpartnerin: Frau Garrido
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