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Interdisziplinäre Sommer-Seminar-Woche - der Name war Programm: Neben dem allmorgendlichen Seminar "Differentialdiagnose Innerer Erkrankungen" und Vorträgen zu aktuellen Entwicklungen der molekularen Medizin sah das Programm auch neurologische, gynäkologische, orthopädische sowie urologische Seminare vor.

Innerhalb einer Woche bekamen wir einen guten Einblick in wichtige Themen wie diabethische Nephropathie, Nephrolithiasis, Kristallarthropathien, Extrauteringravidität und Epilepsie. Die Referenten gestalteten ihre Vorträge durchweg praxisnah und zugleich orientiert an neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Beispielsweise waren die Therapie und die Nachsorge beim Mammakarzinom und die moderne Insulintherapie bei Diabetes mellitus Typ I Themen der Veranstaltung.
| So lernten wir im Seminar "Ischämische EKG-Veränderungen": ST-Hebung heißt nicht zwingend, dass der Patient einen Myokardinfarkt hat. |
Nur die wenigsten medizinischen Veranstaltungen sind so überschaubar wie die Seminar-Woche in Davos. Denn gerade als Student fühlt man sich auf einem größeren Kongress meist verloren und vom Kongressprogramm überwältigt.
Nicht so in Davos: Das Programm war übersichtlich, es gab keine Parallelveranstaltungen. Die Seminare selbst waren sehr an der Praxis orientiert und daher gleichermaßen interessant für uns Studenten wie auch für die teilnehmenden - vorwiegend niedergelassenen - Ärzte.
Regelmäßige Pausen zwischen den Vortragsblöcken ermöglichten uns Studenten, bei Kaffee und Gipfli mit den Dozenten ins Gespräch zu kommen.

Lehrbuchwissen zu konsumieren, ohne es zu hinterfragen - diese Vorgehensweise ist mancher von der Uni gewohnt. Beim Seminar "Differentialdiagnose Innerer Erkrankungen" mussten alle mitdenken! Spannende internistische Fälle wurden schrittweise - vom Symptom zur Diagnose - und in Gemeinschaftsarbeit der Seminarteilnehmer erarbeitet. Professor Siegenthaler ermunterte uns während der Seminare immer wieder zur Teilnahme an der Diskussion.
| Die "offiziellen Highlights" der Woche |
Wann würde es stattfinden und vor allem wo? Nichts beschäftigte uns zu Beginn der Woche so sehr wie das schon legendäre Käsefondue-Essen, zu dem Professor Siegenthaler alljährlich die Thieme-Gewinner einlädt. Der Ort: ein netter Gasthof außerhalb von Davos - soviel sei künftigen Teilnehmern verraten. Professor Siegenthaler wurde von seinen Kollegen und Weggefährten Professor Blum aus Freiburg sowie Professor Schöni aus Bern begleitet.
Es wurde ein unterhaltsamer Abend. Professor Siegenthaler erzählte von seinem beruflichen Werdegang, und betonte dabei auch sein Engagement für den medizinischen Nachwuchs.

Auf kulinarisch hohem Niveau ging es zwei Tage später gleich weiter: Im Anschluss an die Verleihung des Walther Siegenthaler Awards waren wir im Hotel Steigenberger Belvedere zum Nachtessen eingeladen - und wurden "standesgemäß" vom Chauffeur der Luxusherberge nach Hause gefahren.
| Die "inoffiziellen Highlights" der Woche |
Neben dem Seminarprogramm blieb ausreichend Zeit, Davos und seine Hausberge zu erkunden: Bergtouren auf Jakobshorn und Parsenn lockten ebenso wie ein Besuch im Kirchner-Museum oder in einem der unzähligen schicken Cafès. Auch die ein oder andere Grillparty haben wir gefeiert...

| Trotz Urlaubsstimmung herrschte Disziplin... |
Sollte einer der Referenden die Redezeit überschritten haben, wurde er schon mal von Professor Siegenthaler persönlich in seinem Rededrang gebremst und der Vortrag mit Beifall für beendet erklärt. Ebenso wurde morgendliches zu spät Kommen missbilligend kommentiert.
| Gelernt haben wir also jede Menge... |
...und nicht nur Prof. Mumenthalers "Spruch des Tages":
| • | Was charakterisiert einen guten Vortrag: - Ein beeindruckender Beginn - Ein geniales Ende - Und nichts dazwischen! |
| • | Medizinisches: Vorträge zu vielen Bereichen der Medizin. Besonders lehrreich waren die internistischen Falldemonstrationen. |
| • | Lebenspraktische Dinge beim längst legendären Fondue-Essen: "Zuerst müssen sie sich ein Depot anlegen" (auf gut Deutsch: Weißbrotstücke auf dem Teller anhäufen). |
| • | Die Schweiz ist teuer, das wussten wir schon vorher. Aber 7 Schweizer Franken für ein Bier sind definitiv zu viel! |
| • | Unterassistent in Davos zu sein, das heißt: Skifahren in der ausgedehnten Mittagspause im Winter, baden im Davossee im Sommer. |
Wohl niemand von uns hat es bereut, an der Sommer-Seminar-Woche in Davos teilgenommen zu haben. Am liebsten wären wir auch im nächsten Jahr wieder dabei...
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