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Artikel vom 15. 11. 2007

Famulatur Anästhesie und Intensivmedizin in der Klinik Hirslanden in Zürich

Freundliche Ärzte und schöne Umgebung (August 2007)

Sebastian Blecha

Im August 2007 habe ich eine Famulatur in der Klinik Hirslanden in Zürich absolviert. Dabei hatte ich mich für die Anästhesie und Intensivmedizin entschieden, da dieser Fachbereich mich sehr interessiert. Ich studiere Humanmedizin in Leipzig und bin jetzt im 9. Semester.

Übersicht


AllgemeinNach oben hoch

Um einen Famulaturplatz in der Schweiz zu bekommen, ist es ratsam, sich sehr frühzeitig um einen Platz zu kümmern. Nur mit viel Glück funktioniert das auch kurzfristig, da doch teilweise Stellen zurückgegeben werden. Für meine Stelle im Sommer 2007 hatte ich mich im November 2006 beworben.

Auf die Klinik Hirslanden bin ich im Internet aufmerksam geworden, einerseits durch das Suchen nach Kliniken in Zürich unter Hilfe einer Suchmaschine und andererseits durch die Website www.wsj.de, wo schweizerische und deutsche Medizinstudenten ihre Erfahrungsberichte über Praktika in schweizerischen Kliniken austauschen.

Die Abteilung für Anästhesie der Klinik Hirslanden stellt Praktikanten nur für einen Monat ein, was mir sehr gut passte. Die Klinik ist eine Privatklinik ist, die sehr wirtschaftlich arbeitet. So ist es teilweise schwierig für die Studenten passende Aufgaben zu finden. Außerdem besteht für die Klinik natürlich ein Versicherungsrisiko.


Bewerbung und FormalitätenNach oben hoch

Ich hatte die Anästhesie der Klinik Hirslanden direkt angerufen und nachgefragt, ob es noch freie Stellen gebe. Da dieses bejaht wurde, sendete ich eine Bewerbung mit Lebenslauf per Mail an die Abteilung. Generell lief die gesamte Kommunikation per Mail. Danach erhielt ich einen Personalbogen, den ich dann ausgefüllt zurück gemailt habe. Daraufhin erhielt ich eine feste Zusage.

Kurz vor Beginn meiner Famulatur bekam ich noch eine Mail der Rechnungsstelle, in der meine Kontodaten und meine Personalien angefordert wurden. Die Rechnungsstelle fragte mich außerdem nach der Versicherungskarte AHV-IV, welche ich jedoch nicht besaß. Das war aber kein Problem: Das Krankenhaus kümmerte sich schließlich um alles, und ich bekam die Versicherungskarte im Anschluss an die Famulatur nach Hause zugeschickt. Die gesamte Organisation war für mich also sehr unkompliziert.


VergütungNach oben hoch

In der Klinik erhalten Famulanten für einen Monat eine Vergütung von 1000 Franken. Des Weiteren habe ich das Geld für die Tram-Monatskarte erhalten sowie ein nagelneues Anästhesiebuch.


Unterkunft und VerpflegungNach oben hoch

Ich habe gleich bei der Bewerbung angegeben, dass ich eine Unterkunft benötige. Die Sekretärin der Anästhesie besorgte mir ein Zimmer im Wohnheim direkt am Klinikum. Es kostete 400 Franken und wurde mir direkt vom Gehalt abgezogen. Es handelte sich um ein sehr schönes Zimmer mit Balkon mit Seeblick, Gemeinschaftsküche und -bäder bzw. -toilette. Im Wohnheim lernt man auch einige nette Leute kennen, sehr viele kommen aus Deutschland und sind Krankenschwestern bzw. -pfleger oder Ärzte.
Versorgen musste man sich in der Freizeit selbst. Während des Dienstes im OP bekamen alle Mitarbeiter kostenlos Brot und Aufstrich, sowie Kaffee und Wasser von der Klinik gestellt.


AnreiseNach oben hoch

Ich bin mit dem Flugzeug von Leipzig via Köln nach Zürich gereist. Die ist Klinik an der Ostseite des Zürcher Sees gelegen und sehr einfach zu finden.
Doch es gibt noch eine weitere Möglichkeit, nach Zürich zu reisen: Während meines Aufenthaltes hatte ich Besuch aus der Heimat, welcher mit dem Nachtzug aus Leipzig anreiste, was pro Fahrt etwa 90 Euro gekostet hat.


SpracheNach oben hoch

Anfangs musste ich mich erstmal an das Schwitzerdeutsch gewöhnen, aber mit der Zeit versteht man die Menschen in der Schweiz ganz gut.


Inhalt der FamulaturNach oben hoch

In den ersten beiden Tagen war ich den Anästhesieschwestern zugeteilt, um den Ablauf im OP zu sehen und kennen zu lernen. Anschließend wurde ich immer einem Arzt zugeteilt bzw. hab mir einen ausgesucht, je nachdem welche OP ich sehen und mit welchem Arzt ich arbeiten wollte. Ich bekam schnell heraus, bei wem ich viel selbst machen durfte und bei wem nicht. Mit "machen" meine ich beispielsweise Patienten intubieren oder Spinalanästhesien stechen.

Auch habe ich schnell gemerkt, welche Ärzte ihr Wissen einem Studenten gut vermitteln können. Einige der Ärzte haben mein Wissen durch beiläufige Fragen immer wieder geprüft, was sehr anspornend war.

Im OP habe ich auch andere Famulanten getroffen, insbesondere Famulanten der Chirurgie, aber leider waren diese nicht sehr kommunikativ.


Über die KlinikNach oben hoch

Die Klinik Hirslanden in Zürich ist eine Privatklinik - eine von 13 dieser Gruppe in der Schweiz, welche fast ausschließlich Privatpatienten behandelt. Der Arbeitsablauf im OP ist sehr schnell und gut organisiert, dafür steht auch das entsprechende Personal zur Verfügung.

Die Ärzte der Anästhesie sind noch eine freie Ärztegemeinschaft, welche von der Klinik "gemietet" und bezahlt wird. Ende 2007 sollen die Ärzte aber in die Klinik integriert werden, wenn der neue OP-Trakt, der momentan im Bau ist, fertig gestellt ist.

Die Klinik hat ca. 240 Betten, was für eine Privatklinik sehr viel ist. Operiert wird außer neurochirurgischen Eingriffen alles, auch sehr große Herzoperationen konnte ich sehen.


FazitNach oben hoch

Für meine Famulatur in Zürich hatte ich mich entschieden, da ich schon gute Erfahrungsberichte von anderen Kommilitonen erhalten hatte. Ich muss letztendlich sagen, dass es sich wirklich gelohnt hat. Ich habe sehr viel gelernt, die Ärzte und Pfleger sind extrem freundlich und Zürich als Stadt ist sehr schön. Ich habe viele nette Menschen kennen gelernt, habe Ausflüge in die Umgebung unternommen und habe mir Bern und Luzern angesehen.


KontaktNach oben hoch

Hier noch die Adresse der Klinik:

    Ärztegemeinschaft für Anästhesie und Intensivmedizin
    Klinik Hirslanden Zürich
    Witellikerstraße 40
    CH-8032 Zürich
    Tel.: (0)44 387 38 80
    Fax : (0)44 387 38 85
   E-Mail info@anahir.ch

 
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