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| Reise im Auftrag ERASMUS/Sokrates Vertretung Gießen |
Marina Lindenstruth und Michael Büttcher erkundeten die drei medizinischen Fakultäten Olomouc (Tschechei), Kosice und Bratislava (Slowakei) im Auftrag der ERASMUS/Sokrates Vertretung Humanmedizin der Justus Liebig Universität Gießen. Hier berichten sie über ihre erste Station, die
Medizinische Fakultät der Palacký Universität in Olomouc/Tschechien
| Geschichtlicher Rückblick |
Als Tschechoslowakei wurde sie mit der Slowakei eine selbständige Republik nach dem ersten Weltkrieg. Es dauerte aber nur 20 Jahren bis Deutschland die westlichen Gebiete der Tschechei in das damalige Großdeutsche Reich eingliederte. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Tschechoslowakei wieder neu geboren, obwohl sie daraufhin durch die Sowjetunion ab dem Jahre 1948 für 40 Jahre nach kommunistischen Prinzipien regiert wurde. Dies änderte sich aber 1989 wieder. Seit 1993 sind die Wege Tschechiens und der Slowakei wieder getrennt. 1995 wurde Tschechien in die OECD und 1999 in die NATO aufgenommen. Nun erwartet man auch in näherer Zukunft den Eintritt in die EU.
Unter den ehemaligen kommunistischen Staaten ist Tschechien eines der Länder mit einer doch recht stabilen Ökonomie. Weltbekannt sind das Autowerk Skoda, das traditionsreiche Brauwesen, aber auch Schwerindustrie oder Glasproduktion. Nicht zu unterschätzen sind auch die Devisen, durch den immer stärker werdenden Tourismus. In der Tschechischen Republik ist Deutsch neben Tschechisch eine sehr oft gesprochene Sprache.
| Zur Stadt und Universität in Olomouc |
Olomouc liegt im Osten des Landes an der Morava und wird zu Nordmähren gerechnet. Zwischen dem 11. und 17. Jahrhundert war diese Stadt Regierungssitz des gesamten Landes. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Stadt von schwedischen Truppen schwer zerstört. Daraufhin gewann sie nach einigen Jahren ihre alte Pracht wieder. In der Regierungszeit Maria Theresias wurde eine hohe Mauer um die Stadt gebaut, um ein solches Schicksal nicht noch einmal in solch einem Ausmaße davonzutragen. Heute findet man in Olomouc wunderschöne historische Denkmäler und alte Kirchen. Die Stadt hat ungefähr eine Einwohnerzahl von 100.000 Menschen. Außer der Industrie verfügt Olomouc über viele kulturelle Institutionen wie z.B. philharmonisches Orchester, Mährisches Theater, Museen, wissenschaftliche Bibliothek und nicht zu vergessen die Palacky Universität.
Nicht weit entfernt liegen die Metropolen Prag, Wien, Krakau und Bratislava. Die Fakultät entstand 1573 und ist heute eine der 7 medizinischen Schulen im Land. Die Forschungsaktivitäten der Fakultät liegen in Bereichen der Herz- und Gefäßerkrankungen, Onkologie und Transplantationsmedizin. Die Fakultät verfügt über 250 Lehrer, 1200 Vollzeitstudenten, 260 im postgraduellen und 90 Studenten im englischen Studium. Der vorklinische Unterricht und die Praktika werden teilweise im großen, modernen Fakultätskrankenhaus unterrichtet. Nach dem Studium bekommen die Absolventen den Titel MUDr. (Medicinae Universae Doctor). Die Möglichkeit des Medizinstudiums in englischer Sprache wird hier schon seit Jahren angeboten.
| Von Prag nach Olomouc |
Als Anfangspunkt unserer Reise bot sich Prag mit Fluganbindung und Bahnhof als erster zentraler Knotenpunkt in Osteuropa an. Wir fuhren am Freitag morgen nach Olomouc (Ausgesprochen: Olomoutz) Hbf. Dieses kleinere Studentenstädtchen befindet sich ca. 3,5h mit dem Zug vom Prag entfernt.
Ein herzlicher Empfang und Besichtigung der Theoretischen Institute
Wir wurden von der dortigen Erasmus Koordinatorin Bibiana am Bahnhof mit einem kleinen Schild "Students from Giessen" abgeholt. Der Fahrer der Uniklinik brachte uns mit Sack und Pack zum Hauptgebäude der medizinischen Fakultät. Während der Fahrt berichtete Bibiana uns ein wenig über die Stadt und fügte schon erste einführende Worte über die medizinische Fakultät hinzu. Ferner trug Sie uns das Tagesprogramm vor, wir wollten ja in der kurzen Zeit die wir hatten möglichst viel von der Uni und der Fakultät sehen. Dort angekommen, luden wir unser Reisegepäck in Ihrem Büro erst einmal ab und nach einer kurzen Erfrischung ging es dann auch schon weiter auf unsere Erkundungstour.
Bibiana übt die Beschäftigung als Koordinatorin ehrenamtlich aus und arbeitet hauptsächlich im Departement für Biophysik. Forschung und Lehre zählen zu Ihren Hauptaufgaben. Unsere Tour startete in der Chemie, dann Biochemie und dort wurden wir ebenfalls wieder sehr herzlich vom Leiter und Vizedekan empfangen, der uns über die Lehre und Forschung und die Fakultät allgemein bereitwillig in einwandfreiem Englisch Auskunft gab. Er zeigte uns stolz die Lehrräume sowie die neuesten Errungenschaften in seinen einzelnen Forschungslabors. Die Hauptforschungsgebiete in diesen Instituten liegen der Bereich der Allergologie und Zytokine. Eine wichtige Rolle spielt die Candida albicans Allergieforschung.
Wir durften in einen sogenannten physiologischen Präparationkurs hineinschnuppern. Dieser Kurs war für Studenten im ersten Jahr organisiert worden als Vorbereitung für die großen Fächer der Physiologie und Biochemie. Die Studenten sollten sich in dem Kurs die theoretischen Hintergründe für klinische Untersuchungen wie Sonographie und EKG aneignen. Beim anschließenden Rundgang über das restliche Klinikumsgelände bekamen wir einen recht guten Eindruck über die doch sehr übersichtliche und eng beieinander liegenden klinischen Fakultäten. Es war interessant zu sehen, dass sie schon fast mit dem Bau eines nagelneuen und absolut auf westeuropäischen Standard basierenden Operationstrakt fertig waren, wo sich in Zukunft die Chirurgischen Fächer austoben sollten.
| Abstecher in das Urologie Departement |
Wir hatten einen Termin beim Urologie Departement mit dem Oberarzt, der uns sofort nach einer herzlichen Begrüßung und kurzem Gespräch, mitteilte, daß er einen Teil seiner Ausbildung in Deutschland genossen hatte.
Ein Untersuchungsraum
Er führte uns in einen Behandlungsraum zu einer sonographischen Untersuchung, bei der uns der jedesmal demonstrierte, was er augenblicklich gerade am Patienten untersuchte. Dabei wies er uns stolz auf das neue 4-D Sonographiegerät hin, das sie kürzlich erworben hatten.
Ferner hatten wir die Möglichkeit, an einer Lecture für Studenten aus dem 5. Jahr teilzunehmen, die noch am Ende der Unterrichtsstunde ein kleines Examen schreiben mussten, das ihnen der Dozent via Computer vorgab. Jeder Student saß an einem Computersitzplatz in der Urologiebibliothek. Bei Bestehen der Prüfung bekamen die Studenten eine Signatur in ihr "Curriculumsbüchlein", welches sie seit Anfang des Studiums als ständigen Wegbegleiter mit sich führten.
Lecture und Testat
Als diese alles beendet hatten, opferte der Dozent für uns ein wenig Zeit, um uns zu zeigen, daß die parallelen englischsprachigen Studiengangbeleger dieselbe Unterrichtseinheit nur in Englisch erhalten und die gleiche MC computerbasierte Prüfung schreiben.
Wir besichtigten noch die Abteilungen der Allgemeinen- und Kinderurologie und warfen einen Blick in die neue Bibliothek mit Rechnerplätzen.
Lesesaal und Rechnerplätze
Dieser große Raum war der neuste Stolz der Universität und dementsprechend wurden uns seine Inhalte bis auf das Kleinste demonstriert. Es war doch sehr interessant zu sehen, dass auch viele englische und deutsche medizinische Lehrbücher ausgeliehen werden konnten. Alles auf dem neuesten Stand!
Auf dem Weg zurück zu Bibianas Büro zeigte Sie uns einen Mikroskopiersaal, in dem einige Studenten die Gelegenheit nutzten, sich für die bevorstehende Histologieprüfung vorzubereiten sowie zu den Vorlesungssälen, die jedoch, da es ein Freitag war und am folgenden Dienstag politischer Feiertag war, wie leer gefegt waren.
Die Mensa
Dieser bisher für uns sehr interessante Vormittag sollte daraufhin mit einem Gang zur Klinikumsmensa und dortiger Verköstigung enden. Wir betraten eine große Mensa, die von den Klinikumsangestellten und auch teilweise von den Studenten in den klinischen Semestern genutzt werden konnte. Man musste sein Menü schon ca. 2-3 Tage vorher auswählen, damit sich das Küchenpersonal auf Andrang oder Leerlauf einstellen konnte. Auch musste man sich mit Besteck "bewaffnen", da dieses leider aus sicherlich nicht unbedachtem Grund nicht von der Küche gestellt wurden. Bibiana lud uns zum Mahl, an der SB Theke mit reichhaltiger Auswahl ein und von Ihren Teamkollegen im Institut wurden uns Besteck und Abtrockenhandtuch freundlicherweise geliehen. Wasser oder Eistee als Getränke waren gratis. Nachdem wir wieder gestärkt waren, wurden wir freundlicherweise von dem Fakultätsfahrer zum Studentenwohnheim gebracht.
| Das Studentenwohnheim |
Wir waren sehr beeindruckt, dass schon alles für unsere Ankunft vorbereitet war und wir nur noch mit Vorlage unserer Persos ein paar Daten hinzufügen mussten. Danach wurden uns die Zimmer gezeigt, in denen Bettwäsche und Handtücher schon bereit lagen. Die Unterkunft sah folgendermaßen aus:
Man ging in eine Wohnung mit 2 getrennten großen Zimmern, die sich eine große Schrankzeile, Kühlschank und Bad jedoch teilten. In jedem der Zimmer standen 2 Betten, Schreibtische, Stühle. Es war also auch möglich zu zweit in einem Zimmer zu leben. Dies haben auch einige der Studenten, die wir in der kurzen Zeit kennengelernt haben, wahrgenommen, um noch günstiger durch den Monat zu kommen. Die Küche befand sich auf dem Flur und wurde von mehreren Studierenden genutzt. Wir waren auf dem Internationalen Fluruntergebracht, auf dem alle [Erasmus-]Programmstudenten wohnten. Die Atmosphäre war super!
Das kontaktfreudige Treiben auf diesen Fluren erleichterte uns das Kennenlernen in der neuen Umgebung. Mein Wohnungsnachbar kam aus England und war für ein Jahr in Olomouc um Slavistik zu studieren. Marinas Nachbarin war Spanierin und genoss Olomouc auf Grund einer Teilnahme an einem Research Projekt. Wir lernten in der wirklich kurzen Zeit sehr viele Leute kennen, da einige Kontinente des Globus vertreten waren: Australier, Holländer, Spanier, Portugiesen, Amerikaner und Neuseeländer.
Die tschechischen Studenten waren in anderen Fluren untergebracht, weil sie sich über die "Party- Freudigkeit" der Internationalen verständlicherweise "eingeschüchtert" fühlten und sich dann doch lieber konstanter auf Studium und Karriere vorbereiten wollten. Als wir uns nach "Englisch-Course" Medizinstudenten erkundigten, bekamen wir Hilfe von einem Araber, der eine Engländerin kannte, die wiederum in Olomouc im vierten Jahr Medizin studierte.
| English-Course-Students |
Wir hatten daraufhin die Möglichkeit uns mit ihr eine Weile am Telefon zu unterhalten und erfuhren, dass sie damals auch aus finanziellen Gründen nach Olomouc gekommen war und ihr bisheriges Studium schon allein von der nahezu individuellen Betreuung sehr genossen hatte. Die Sprache hatte Sie nach ca. 2 Jahren begleitenden Unterricht recht gut gelernt, berichtete aber auch, daß die Englisch sprechenden Ärzte auch immer bereit waren (und sind ) in den klinischen Kursen den Studenten mit Übersetzung und Patientenumgang zu helfen. Im Vergleich zu England sei das Studium doch immer noch sehr auf die Theorie konzentriert, aber man konnte mit dem Einsatz von Interesse und Eigeninitiative hier schon recht viel selbständig machen und klinisch arbeiten.
| Abend in der Altstadt |
Am späten Nachmittag holte uns Bibiana wieder ab und wir trafen daraufhin zwei Medizinstudenten, Peter und Marta aus jeweils dem vierten und fünften Ausbildungsjahr. Sie waren interessiert uns kennenzulernen und Erfahrungen auszutauschen. Beide waren schon ein wenig in der Weltgeschichte herumgekommen und sprachen Deutsch und Englisch. Bibiana verabschiedete sich sehr herzlich nach kürzerer Zeit von uns, da das Wochenende nahte und sie noch nach Hause fahren wollte. Wir konnten Sie nicht mehr am kommenden Montag treffen, da sie sich für diesen Tag Urlaub genommen hatte.
Peter und Marta begleiteten uns in die Innenstadt und wir bekamen die gemütliche und inzwischen schon nahezu vollständig restaurierte Altstadt von Olomouc präsentiert. Nach einem gemütlichen Abendessen in einer Pizzeria klönten wir noch ein wenig über Gießen, Olomouc, dem Medizinstudium vor Ort und begaben uns schließlich getrennter Wege zu unserer Herberge zurück, wo wir müde und voller neuer Eindrücke in die Betten fielen.
| Eine historische Führung |
Der Samstag und Sonntag lag vor uns und wir konnten diese Zeit, in der in der Fakultät keine Veranstaltungen stattfanden, ein wenig nutzen um noch in Ruhe die Stadt und Leute kennenzulernen. Am Samstagmittag holte uns Karl, ein Historiker, von dem Wohnheim ab und machte mit uns eine historisch untermalte Stadtführung durch den alten Kern von Olomouc.
Wir erfuhren eine Menge über die Geschichte des Landes und natürlich ganz speziell der Stadt. Karl vermittelte uns einen sehr guten Überblick über die Stadt, wir besuchten in Museum, ein ehemaliges Kloster und alte Gewölbe. Zudem gab er uns gute Tipps bezüglich kulturellen und musikalischen Veranstaltungen und zu guter letzt Empfehlungen bezüglich beliebter Studentenkneipen. Die Tour endete in einem Außenbezirk der Stadt in einem kleinen gemütlichen Biergarten mit Blick auf das alte Mönchskloster, in welchem sich heutzutage ein Veteranen Hospital befindet.
Im Großen und Ganzen waren wir begeistert von der schönen Altstadt mit ihren architektonisch wertvollen Bauten, zum Teil aus der Gründerzeit, teilweise auch noch Jahrhunderte zuvor.
| Internetfähige PC's im Wohnheim |
Als wir gegen Abend wieder zum Wohnheim zurückliefen, (die örtlichen Verkehrsmittel, die sehr preiswert und effektiv die Stadt abdecken, haben wir während unseres Aufenthalts selten genutzt, da man zu Fuß mühelos auch von A nach B gelangen konnte), trafen wir Peter, der uns den Vorschlag machte, am Abend eine der örtlichen Discos zu besuchen, wovon wir natürlich begeistert waren. Vor diesem Termin zeigte uns eine der Spanierinnen auf unserem internationalen Flur die Wohnheim PCs, die natürlich internetfähig waren. Hier fanden wir einen modern eingerichteten Raum mit guten leistungsfähigen Rechnern, an denen man "nur" unter Vorlage seines ISIC’s (Int. Student ID Card) arbeiten durfte. Ein Passwort oder eine Gebühr war nicht nötig! Auf dem Gelände zwischen den Wohnheimen gab es mehrere Sportplätze, auf denen Volleyball, Basketball und Fußball gespielt werden konnte.
Ferner waren die Wohnheime mit kleinen Cafeterias und Snack- Bars mit Pool- und Tischtennisspielmöglichkeiten ausgestattet. Morgens konnte man sich dort frisches Brot und Gebäck besorgen, sowie die nötigsten Lebensmittel. Einer der Wohnblocks hatte auch eine Disco im Keller. Des Weiteren lag der Studenten-Campus unmittelbar an einem Fluss, an dessen Ufer sich die Studenten bei schönem Wetter sonnten oder sportlichen Tätigkeiten wie Kanu fahren nachgingen.
Die Disco in der Innenstadt muss man sich wie eine Diskothek in Deutschland vorstellen, nur dass der Eintritt und die Getränke mindestens um die Hälfte günstiger sind. Bei aktuellen Hits und guter Stimmung verbrachte man die meiste Zeit auf der Tanzfläche.
Auf eigene Faust
Am Sonntag hatten wir keine festen Termine und konnten uns selbst in Ruhe bestimmte Punkte in der urigen und gemütlichen Altstadt ansehen. Durch den wunderschönen Stadtpark und anliegenden Botanischen Garten, der die Altstadtmauer umgibt, wirkt Olomouc wie eine kleine Festung, die über die Jahrhunderte vielen Belagerungen und Kämpfen standgehalten hat. Heute genießt man den Schatten unter den alten ehrwürdigen Bäumen in der Mittagshitze, um ein wenig zu verweilen und zu entspannen.
Direkt neben dem Park, der übrigens nur wenige Meter von den Wohnheimen entfernt liegt, gibt es private Tennisplätze, die für einen geringen Semesterbetrag von den Studenten der Uni genutzt werden können. Den späten Nachmittag verbrachten wir in einer kleinen orientalischen Tee- und Kaffebar mit Blick auf den Stadtpark. Der Abend sollte in einer gemütlichen Kellerkneipe mit einigen Studenten aus unserem Flur ausklingen. Es war an diesem Abend interessant zu hören, was sie schon alles erlebt hatten und wie sie die Lage hier betrachteten.
Gemütliches Beisammensein
Der Grundton war deutlich: Alle von ihnen würden diese Erfahrung, die Ihnen Olomouc bisher geboten hatte, nicht missen wollen. Zusammenfassend können wir von Ihnen berichten, dass die Sprachbarriere sich als kein Problem darstellte, da einem anfangs immer von den lokalen Studenten geholfen wird. Die tschechischen Studenten seien an internationalen Studenten interessiert und würden sich mit ihren doch sehr beachtlichen Deutsch oder Englischkenntnissen oft bei Ihnen erkundigen.
| Epidemiology Lecture bei den English course Studenten im fünften Jahr |
Der Montag sollte wieder etwas terminreicher werden, da wir uns vorgenommen hatten, noch ein paar Institute und Kurse anzuschauen und gegebenenfalls auch an diesen teilzunehmen. Dieses bot sich an, als uns Peter den Tipp gab in die englische Epidemiologievorlesung zu gehen und dort teilzunehmen. Es war beeindruckend, unter welch traumhaften Bedingungen die English-course Studenten diese "Lecture" genossen. Sie wurden nicht in einem riesigen Hörsaal gehalten, sondern in einer sehr privaten und angenehmen Atmosphäre in der Institutsbibliothek mit ca. 10 Personen! Einer der Studenten erzählte uns vorher, dass so auch die klinischen Kursen ablaufen würden!
Mit dem Oberarzt der Kinderintensiv
Nach dieser Lehrstunde besuchten wir noch das Institut für Kinderheilkunde, wo wir sehr herzlich von dem dortigen Oberarzt der Kinderintensivstation empfangen wurden. Wir sahen die gesamte Station und erhielten in manchen Zimmern auch kurze Bedside-Teachings. Von Meningitis, subduralen Hämatomen, Epilepsie, Muskeldystrophie bei Neugeborenen bis hin zu apallischen Leiden nach Unfällen bot sich uns eine große Bandbreite verschiedener Krankheitsbilder, über deren Verlaufsformen und Therapiemaßnahmen wir ebenfalls in Kenntnis gesetzt wurden.
Go far far East
Leider sollte nach diesem Besuch unsere Erkundungstour an diesem Vormittag ein Ende nehmen, da uns noch eine lange Reise mit dem Zug nach Kosice bevorstand. Wir fuhren mit dem Bus wieder Richtung Studentenwohnheim, ca. 15 min entfernt, um unsere Sachen zu packen und unsere Zimmer wieder abzugeben. Der Abschied von dem internationalen Flur fiel uns nicht leicht.
Die Reise in das fast 700 km entfernte Kosice im Osten der Slowakei sollte mit dem tschechischen IC- Zug "nur" 6,5 Stunden dauern. Wir genossen die Zugfahrt durch die hohen Tatraausläufer und vorbei an großen Seen und bewunderten die wilde und weite Natur. Der Zug zeigte westeuropäischen Standard und der Preis pro Person für diese lange Fahrt lag bei 25 DM.
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