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| Erwartungen |
Die UCSF ist in vielen Bereichen eine der führenden Universitäten der USA, darunter auch besonders in der Anästhesie. Schon allein deshalb waren meine Erwartungen sehr hoch.
Meine Erwartungen im Einzelnen:
| • | Kennenlernen der Besonderheiten des US-amerikanischen Gesundheitssystems |
| • | Feststellen von Unterschieden in der Anästhesie zwischen Deutschland und den USA |
| • | Verbesserung der Sprachkenntnisse |
| • | Lehrbegeistertes medizinisches Personal |
| • | Intensive Betreuung |
| • | Einarbeitung und Motivation zur Mitarbeit |
| • | Möglichkeit viele Prozeduren unter Aufsicht selbst durchführen zu können |
| • | Strukturierte Heranführung an anästhesiebezogene Prozeduren. |
| • | Hoffnung, nicht als Ballast wahrgenommen zu werden |

| Organisatorisches |
Sämtliche Einzelheiten zum Bewerbungsablauf, sowie Bewerbungsformulare finden sich sehr detailliert unter:
Zusätzlich wurde von mir im Verlauf noch ein "Personal Statement", also ein Motivationsschreiben angefordert. Ein Sprachzeugnis war hingegen nicht erforderlich.
Wer zudem meint, dass sich ein solches Praktikum lediglich mithilfe von Kontakten bewerkstelligen ließe, der irrt. Eine sorgfältig zusammengestellte Bewerbung erscheint mir vollkommen ausreichend.
| Visum |
Als deutscher Staatsbürger kann man visumfrei über das sogenannte "visa waiver program" einreisen (über die B1 - business - Kategorie), sofern der beabsichtigte Aufenthalt kürzer als 90 Tage ist. Dies geschieht über die B1- (business-) Kategorie. Dazu füllt man im Flugzeug lediglich einen Vordruck aus. Man sollte sich zuvor informieren, ob die Fluggesellschaft am "waiver program" teilnimmt.
Die B1 dürfte für das Gros der Studenten ausreichen, da man im Ausland maximal 12 Wochen Praktikumszeit verbringen darf.
An der Einreisekontrolle am Flughafen sollte man der "Customs and Border Protection" folgende Dokumente zeigen können, um von der B1-Kategorie des "waiver programs" Gebrauch machen zu können:
| • | Den ausgefüllten "visa waiver"-Antragsbogen mit beabsichtigtem Übernachtungsort |
| • | Das Annahmeschreiben der Universität (Ausdruck des per E-Mail erhaltenen Zusagedreizeilers) |
| • | SISS-Dokumente (Services to International Students & Scholars ) |
Welche Dokumente erhalte ich von SISS?
| • | Ein Bestätigungsschreiben des SISS, in dem nochmals betont wird, dass man sich die B1-Kategorie des "visa waiver program" zu Nutze machen kann. |
| • | Ein Schreiben vom "U.S. Department of Homeland Security", das nochmals bestätigt, dass man tatsächlich eingeladen wurde um Praktika an der Uni zu absolvieren. |
| • | Eine Kopie aus dem "Foreign Affairs Manual", in der nachzulesen ist, dass man für unbezahlte klinische Praktika (Clerkships) über das "waiver program" visumfrei einreisen darf. Weiterführende Informationen auch unter: http://saa.ucsf.edu/siss/ |
In meinem Fall wollte der Beamte lediglich das Annahmeschreiben sehen. Zur Sicherheit, denn es gäbe wohl kaum Verheerenderes als in die nächste Auswärtsmaschine gesetzt zu werden, sollte man Folgendes ebenfalls dabeihaben:
| • | Nachweis über ausreichende finanzielle Mittel, also ein Schreiben der Bank, dass man über ausreichende finanzielle Mittel verfügt |
| • | Nachweis über Rück- oder Weiterreise, also Flugtickets |
| Warnung |
Für diejenigen, die sich nun darauf verlassen, dass die Uni-Dokumente (insbesondere vom SISS) schon rechtzeitig ankommen werden - hier nun eine Warnung:
Ich habe letztlich zwei Wochen von meinen ursprünglich geplanten 10 Wochen verloren, da ich zum einen die SISS-Dokumente erst sehr spät erhalten habe. Mein geplanter Abflug war an einem Freitagvormittag, die Dokumentensammlung erhielt ich jedoch erst am Donnerstagnachmittag.
Zum anderen war ich verunsichert, ob ich denn tatsächlich visumfrei in die USA einreisen könne, um Clerkships zu absolvieren.
Meine Empfehlung lautet daher, sich frühestmöglich telefonisch an das SISS zu wenden, damit die dann schnellstmöglich die Sachen abschicken! Mir ist bis heute nicht ganz klargeworden, ob es Nachlässigkeit, oder gar Unwissenheit war, dass mir die Sachen so spät zugeschickt wurden. Noch immer klingen mir die Worte der SISS-Sachbearbeiterin im Ohr, als ich leider erst eine Woche vor meinem geplanten Abflug telefonisch nachhakte: "FedEx is pretty fast - you know?" Dabei wäre mir fast der Hörer aus der Hand gefallen und es fiel mir sehr schwer ruhig und freundlich zu bleiben. Wenn ich da nicht noch angerufen hätte, wären die Sachen wohl nie gekommen. Daher stets nachhaken und zwar telefonisch!

Denjenigen, die sich in Bezug auf Visumangelegenheiten absichern wollen und infolgedessen bei der US-Botschaftshotline (1,86EUR/Minute) anrufen, rate ich zur Vorsicht. In meinem - zugegeben unglücklichen - Fall bekam ich von drei verschiedenen Personen gesagt, dass ich definitiv ein Visum zu beantragen hätte (für meinen geplanten 10-wöchigen Aufenthalt) - dies war und ist jedoch schlichtweg falsch - was ich dann spätestens in der Botschaft in Frankfurt erfahren hatte.
Unzweifelhaft ist jedoch auch, dass es sicherer erscheint sich für die Einreise in die USA dennoch ein B1-Visum ausstellen zu lassen, wenngleich man wie bereits betont für Aufenthalte unter 90 Tagen kein Visum braucht.
Ein Visum reduziert letztlich lediglich das Risiko von den Grenzbehörden abgewiesen zu werden, jedoch bleibt dieses Risiko stets bestehen.
Für Aufenthalte, die 90 Tage und länger andauern werden, muss man auf jeden Fall ein B1-Visum bei der US-Botschaft beantragen.
| Unterkunft |
Brauchbare Unterkünfte lassen sich am Besten vor Ort organisieren. Für die ersten Nächte bietet sich entweder eine Jugendherberge, ein Hostel, Bed & Breakfast, oder gar ein günstiges Hotel an. Die wohl beste lokale Anzeigensammlung findet sich bei www.craigslist.com . Die Mieten sind in San Francisco bemerkenswert hoch. Doch lässt sich mitunter auch eine nette WG in brauchbarer Lage für rund 650 USD finden.Ich fand die Gegend um Outer Richmond/Seacliff ganz nett. Golden Gate Park mitsamt Teichen in der Nähe, nicht allzu weit vom Strand entfernt, keine Obdachlosen auf den Strassen und kein allzu großes Unsicherheitsgefühl bei Dunkelheit.
| Öffentlicher Nahverkehr |
Ich habe mir sagen lassen, dass das Nahverkehrssystem hier in San Francisco zu den besseren in den USA gehört. Nun gut, etwas gewöhnungs- sowie verbesserungsbedürftig ist es dennoch. Neben den nostalgischen Cable Cars bieten sich zumeist die unzähligen Muni-Busse an, die vereinzelten Muni-Strassenbahnen und für weitere Entfernungen, wie etwa nach Berkeley oder Richmond, die BART-Schnellbahnen.
Zumindest kann man sich nicht über die Kosten beklagen. Für eine Muni-Monatsfahrkarte zahlt man nur 45 USD. Diese ist unter anderem an der Kreuzung Market St/Powell St zu erhalten.
| Sicherheit |
Schnell überfliegt man diesen Punkt, doch sollte man diesem meiner Ansicht nach deutlich mehr Beachtung schenken.
Um dem Ganzen etwas mehr Nachdruck zu verleihen: Ich selbst bin unglücklicherweise an einem Nachmittag zwischen 15 und 16 Uhr Zeuge eines Raubüberfalls auf eine Frau geworden. Der Tatort lag lediglich rund 200 Meter vom Mt. Zion Hospital entfernt. Ich selbst stand dabei 100 Meter entfernt an einer Ampel. Spätestens ab diesem Zeitpunkt war ich für Sicherheitsaspekte überaus sensibilisiert!
Gefährliche Viertel soll neben Mission vor allem Tenderloin sein.
| Krankenhausalltag allgemein |
Anders als zumindest an meiner Alma Mater sind hier sogenannte Clerkships, Praktika mit jeweiligen Schwerpunktthemen innerhalb der Anästhesie, vorzufinden. Dafür erhält man in der Regel einen Stundenplan. Am Ende eines jeweiligen Clerkships soll man dann Residents (Assistenzärzte) und/oder Attendings (Fachärzte) benennen, mit denen man zusammengearbeitet hat, um sich gegenseitig über eine online-Datenbank zu beurteilen: e-valuenet.com. Auch erhält man Gelegenheit, das jeweilige Clerkship zu bewerten und eventuelle Verbesserungsvorschläge zu machen.
Der eigentliche Hintergedanke die Qualität der Lehre zu verbessern ist toll, doch die Umsetzung ist mitunter leider etwas fragwürdig. Denn zum einen ist man nicht speziellen Personen für einen längeren Zeitraum zugeteilt (dieser Nachteil darf durchaus als Anästhesie-fachspezifisch angesehen werden), mitunter geschieht es jedoch auch, dass man sich nicht mehr an die Studenten erinnert - "not observed" oder gar "limited contact" heißt es dann. Sofern man sich zuvor bemüht hatte, kann das dann durchaus auf die Motivation schlagen.
Zusätzlich gab es für das "Advanced Clinical" sowie für das "Perioperative Care Clerkship" eine schriftliche Ein- sowie Ausgangsprüfung. Die Eingangsprüfung des "Perioperative Care Clerkships" bestand beispielsweise aus 70 MC Fragen. Diese waren meiner Ansicht nach schon recht anspruchsvoll, weshalb sich eine Vorbereitung lohnen dürfte, um einer Bloßstellung zu entgehen. Das wenig lehrreiche an diesen Prüfungen ist jedoch, dass man die Lösungen nicht erhält. Diese Prüfungen haben durchaus den Vorteil den eigenen Ehrgeiz anzuspornen und nebenbei möglichst viel zu lesen, wenngleich sich dieser Punkt eher schwierig gestaltet, wenn man bereits den ganzen Tag in einem Krankenhaus zugebracht hat.
Die allermeisten Leute des Ärzte- wie Pflegepersonals sind sehr aufgeschlossen und freundlich. Anzumerken ist jedoch auch, dass nicht sämtliche Personen insbesondere unter den Faculty mir hinreichend motiviert erschienen, zusätzlich noch einen Studenten zu betreuen. Jedoch empfand ich den Anteil des besonders motivierten Personenkreises hier deutlich größer als zu Hause. Beispielsweise war es mitunter noch nicht einmal nötig von sich aus Fachfragen zu stellen, zumeist begann der Resident damit, etwas zu erläutern, zu zeigen und zu erklären.
Persönlich beeindruckend empfand ich eine Situation, in der ich von einem Attending gefragt wurde, ob ich schon mal etwas über "context sensitive half time" gelesen hätte und ich dies verneinen musste. Wenig später dann händigte dieser mir zwei Veröffentlichungen und ein Vorlesungsscript aus. Besonders dieses Bemühen um Wissensvermittlung hat mich sehr beeindruckt, etwas, das ich mir auch zu Hause an der heimischen Hochschule so manches Mal gewünscht hätte.
Als etwas anstrengend empfand ich, dass man nicht einer konkreten Person, im Idealfall einem Attending zugeteilt war. So musste man sich stets selbst darum bemühen, sich einem Team vorzustellen. Dieses kostete durchaus etwas Überwindung, doch zumeist wurde man dann sehr freundlich aufgenommen. Aufgrund dieser Unkontinuität im Zusammenarbeiten mit dem Personal ergab sich jedoch, dass es auch an der UCSF nicht möglich war, strukturiert aufeinander aufbauend in die Anästhesieabläufe eingeführt zu werden, da man bei einem Teamwechsel praktisch wieder von vorn anfing.
Seine praktischen Fertigkeiten (Viggos, Intubationen, …) kann man am Besten entweder in Zusammenarbeit mit erfahrenen Residents, oder aber den Anästhesiehilfskräften verbessern. Gerade auch Letztere lassen einen viel selbst machen. Weniger erfahrene Residents sind zumeist darum bemüht, ein Gros der Prozeduren selbst durchzuführen.
Somit ist auch hier in der Anästhesie der UCSF eine ordentliche Portion Eigeninitiative vom Studenten gefordert, was nun nicht unbedingt negativ ist, da man besonders dadurch auch zwischenmenschliche Fähigkeiten trainieren lernt. Doch wird dies auf Dauer recht anstrengend. Zudem besteht dann das Problem, dass man vorher nicht recht abzuschätzen vermag, welche Person denn nun eher mehr oder weniger Interesse hat zusätzlich einen Studenten zu betreuen, so dass ich zumindest erst ein wenig durchprobieren musste. Doch regelrecht abgewiesen worden bin ich während meiner acht Wochen hier kein einziges mal. Auch war niemand unfreundlich mir gegenüber.
| Advanced Clinical Clerkship |
Das vierwöchige Clerkship legt den Schwerpunkt vor allem auf anästhesiebezogene Tätigkeiten im Operationssaal. Um den Studenten ein möglichst weitgefasstes Bild des Patientenpools zu geben ist es unterteilt in einer Woche am "Veterans Affairs Medical Center" mit vor allem geriatrischen Patienten, einer Woche am "Moffit Long Hospital" und zwei Wochen am "General Hospital", davon zudem eine Woche Nachtdienst bei dem man Einblicke in Versorgung akut verletzter Personen bekommt.

Zusätzlich wird die tolle Möglichkeit eines Simulatortrainings an Puppen gegeben. Darüber hinaus sollen die Studenten einen Anästhesiefall bearbeiten und präsentieren. Außerdem gehört es zum Praktikum, abschließend noch eine Präsentation über ein Thema der eigenen Wahl zu halten, oder aber eine andere eigenständige Leistung zu erbringen - dazu später mehr.
Die Koordination dieses Clerkships war mit Abstand am besten gelungen, wenngleich sich auch hier die bereits angesprochene Problematik der Betreuungszuständigkeit ergab. Zudem kam es bei den Studenten sehr gut an, von dem bemerkenswert engagierten Betreuer, Dr. Brzezinski, abschließend zu Kaffee und Kuchen eingeladen zu werden, diese Geste machte dieses Clerkship nochmals zu etwas Besonderem, zumindest habe ich so etwas zuvor noch nicht erleben dürfen.
Um die Zeit während einer OP möglichst gewinnbringend zu gestalten, ist es einem Studenten im Idealfall möglich, ein bestimmtes Thema zur Besprechung mit einem Resident während des OP-Folgetages vorzubereiten. Doch da man nicht sicher abzuschätzen vermag, inwieweit der jeweilige Resident denn zu so etwas auch motiviert ist, fiel es oft schwer diesen Schritt zu tun. Jedoch fanden sich zumeist doch genügend Gesprächsthemen, die auch zum Wissenszuwachs beitrugen.
| Perioperative Care |
Dieses zweite vierwöchige Clerkship setzte die perioperative Betreuung als Schwerpunktthema. Dazu zählten Aufenthalte in der "Prepare Clinic" des Mt. Zion Hospitals, wobei man im Verlauf des Clerkships Gelegenheit hatte Patienten selbstständig zu anamnestizieren und zu untersuchen. Zusätzlich sichtete man erhobene Untersuchungsbefunde, oder etwa aktuellere Laborbefunde. Nachdem man dann dem Attending den Patienten vorgestellt hatte, wurden die Befunde ausführlich besprochen. Besonders diese Praktikumstätigkeiten empfand ich als besonders lehrreich. Dementsprechend haben sie mir deshalb besonders Spaß gemacht.
Der ideale Ablauf ist, am OP-Vortag ein selbstständiges Patienten-Assessment durchzuführen, den Patienten am Folgetag während der OP zu begleiten, um Ihn dann im weiteren Verlauf etwa auf der ICU (Intensive Care Unit) mitbetreuen zu können. Dies hat bei mir leider dann nicht ganz geklappt, da die OP meines Patienten wenige Stunden vor dem Eingriff abgesagt worden war.
Ein weiterer Bestandteil dieses Clerkships war die Möglichkeit "Pain Rounds", sowohl im Mt. Zion wie auch im Moffit zu begleiten. Nebenbei blieb jedoch nicht viel Zeit, um großartig in die Schmerztherapie eingeführt zu werden. Da man zudem mit den Abläufen nur wenig vertraut war, konnte man sich auch nicht sonderlich nützlich machen, außer indem man vermeidet, im Weg herumzustehen.
Aufenthalte in der "PACU" (Post Anesthesia Care Unit) waren besonders dann überaus lehrreich, wenn man Gelegenheiten hatte bei diversen Regionalanästhesien zu assistieren, oder auch mal in den danebenliegenden PreOP Bereich zu schauen, ob hier und dort noch Zugänge zu legen und Infusionen anzuhängen waren. Die Leerlaufzeit habe ich dann zumeist mit Lesen überbrückt.
Bemerkenswert bei diesem Clerkships war die fehlende Einführung und der nur etwa 5-sekündige Wortwechsel mit einem der beiden Betreuer Dr. Chen, als dieser mir nämlich den sehr überholungswürdigen Ordner mit Vorbereitungsmaterial in die Hand drückte. Zum Abschluss dieses Praktikums jedoch gab es noch eine positiv anzumerkende Abschlussbesprechung mit dem zweiten Koordinator Dr. Sullivan.
| Geriatric Anesthesia |
"This Clerkship is dying"; Kein Stundenplan; 32 Stunden Patientenkontakt angedacht, mit Aufenthalten im PreOP Bereich, der PACU, ICU und dem OR.
Am ersten Tag stellte mich der Leiter einigen möglichen Ansprechpersonen vor und ich wurde sodann mir selbst überlassen. Er stellte mir frei zu entscheiden, wofür ich die Zeit nutzen wolle. Da ich im vorhergehenden Clerkship ("Perioperative Care") bereits einige Einblicke in die anästhesiebezogenen Abläufe außerhalb des OPs hab sammeln können und sich mein Anästhesietertial dem Ende zuneigte, versuchte ich mir noch einige speziellere Dinge herauszupicken, die ich bislang noch nicht ausreichend hatte sehen können, zum Beispiel das Legen eines Pulmonaliskatheter, um dann die übrige Zeit mit Selbststudium zu verbringen und den theoretischen Teil aufzuarbeiten, der in den Wochen zuvor deutlich zu kurz gekommen war.
Von daher war ich froh über diese Freiheit in den letzten 2 Wochen.
| Fazit |
Wem sich die Möglichkeit bietet einen Abschnitt seines Studiums im Ausland zu absolvieren, sollte diese Chance auf jeden Fall nutzen. Man trainiert nicht nur Organisationsvermögen, sondern auch Flexibilität, Anpassungsfähigkeit, Toleranz und wird nicht zuletzt viel offener für neue Erfahrungen und Denkweisen. Wenngleich man natürlich das Risiko eingeht sich einem Kulturschock auszusetzen, der sich jedoch zumeist mit reichlich Humor und Gelassenheit meistern lässt. Dieses sind natürlich nur einige der Benefits eines solchen Praktikums.
Landschaftlich ist die Gegend in und um San Francisco wunderschön. Unschön hingegen sind Konfrontationen mit den z.T. schwerwiegenden sozialen Problemen in den USA gewesen. Da ich zuvor noch nie dort gewesen war und ich sämtliche Informationen nur aus Zeitung, Funk und Fernsehen hatte, war ich anfangs schon schockiert, besonders über die unzähligen Obdachlosen.
Die Ansprüche, die man hier in der Anästhesie an der UCSF um den namhaften Chef Dr. Ronald Miller auch an die Studenten stellt, sind hoch. Das Bemühen, sich stets in sämtlichen Bereichen verbessern zu wollen, ist allgegenwärtig spürbar. Ich habe hier mitunter beeindruckende Persönlichkeiten antreffen können, die wirklich darum bemüht waren, auch mich als "visiting student" zu fördern. Aber wie bereits beschrieben ist auch hier nicht alles perfekt, aber das ist meiner Ansicht nach wohl nur eine Frage der Zeit.
Es war für mich eine großartige Erfahrung hier an einer Niederlassung der Universität Kaliforniens in San Francisco acht Wochen meines Anästhesietertials verbringen zu können. Anstrengend war es mitunter, doch insgesamt überaus lehrreich.
Exakt dieses selbst wahrzunehmen, zu erleben, etwas über Anästhesie zu lernen und eventuell besser abschätzen zu können, ob man in den USA selbst dauerhaft leben könnte, sollten genügend Anreize darstellen nach San Francisco an die UCSF zu gehen.
Mein besonderer Dank gilt Dr. Marek Brzezinski, dem Betreuer des "Advanced Clinical Clerkships", im Rahmen dessen dieser Erfahrungsbericht angefertigt worden ist.

| Kontakt |
Daten
Aufenthalt (von - bis): 13.08.07 - 05.10.07
Praktikumsort:
The University of California San Francisco (UCSF):
Moffit Long Hospital, Mount Zion Hospital, Veterans Affairs Medical Center.
Ansprechperson:
Ms Marie Lim
clerkships@anesthesia.ucsf.edu
(415) 476-2851
Bei Fragen könnt Ihr Euch gerne an mich wenden:
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