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Arzt im Beruf
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| Organisation, VISA, Unterkunft: |
Die Famulatur wurde mir durch meinem Doktorvater ermöglicht. Er kooperiert eng mit der Nephrologie-Abteilung der OHSU in Portland und konnte für mich dadurch mit dem Krankenhausdirektor eine Famulatur in der Notfallmedizin arrangieren. So genoss ich den enormen Vorteil, dass für mich die Studiengebühren entfielen.

Wie ich später erfahren habe, hat die Universität nur aufgrund der Kooperation für mich eine Ausnahme gemacht und ich war damit anscheinend auch der erste deutsche Famulus in Portland. Die Bürokratie allerdings blieb mir nicht erspart:
Vor der Anreise musste ich folgende Online-Kurse absolvieren: zum Thema Schweigepflicht, Hygiene und Diskriminierung, außerdem muss man eine sehr ausgiebige Versicherung abschließen, wofür ich die Allianz mit einem Gruppenvertrag wählte.
Auch eine Reihe von Impfungen und das J1-Visum musste ich mir besorgen. Nur bei PJ-lern ist das B1-Visum ausreichend, bei Famulaturen ist damit nur ein Observership möglich.
Für die Suche nach der Unterkunft empfehle ich die
dort findet man alle Wohnungen online. Es ist empfehlenswert, bei seiner Ankunft bereits ein Schreiben über die zukünftige Wohnung vorzeigen zu können, da die Flughafen-Grenzbehörde es manchmal verlangt.
| Das Krankenhaus |
Die OHSU ist das größte Krankenhaus in Portland. Viele namhafte Persönlichkeiten aus der Medizin arbeiten dort sowohl in der Forschung als auch in der Klinik. Die Nephrologie des OHSU hat ziemlichen Vorzeigecharakter, der Chef der Nephrologie ist im Vorstand der US-Gesellschaft für Nephrologie und gehört zu den besten Nephrologen weltweit.

Das Krankenhaus liegt mitten im Zentrum der Stadt auf einem hohen Berg und ist schnell mit dem Bus oder der Seilbahn erreichbar. Das OHSU ist ein privater und damit hochmoderner Maximalversorger, der eng mit dem Veteranen Hospital Portland zusammen arbeitet.
| Auf der Nephrologie-Station |
Ich wurde einem Team zugeordnet, welches aus 2-3 Assistenzärzten, 2-3 Fachärzten und einem Chefarzt bestand. Ich wurde stets freundlich in die Gruppe integriert und mir wurden einzelne komplizierte Fälle ausführlich erklärt. Ich hatte also nie das Gefühl, seitens der Ärzte oder Schwestern unerwünscht zu sein.
Hauptsächlich arbeitete ich auf der Intensivstation und betreute nephrologische Patienten. Mein typischer Tag sah dabei folgendermaßen aus:
| 8:00-9:00 Uhr: Besuch eines Vortrags über ein spezifisches internistisches Thema oder Case Conference 9:00-10:30 Uhr: Visite mit Assistenz- und Fachärzten 10:30-12:00 Uhr: Dem Chefarzt die Patienten vorstellen 12:00-13 Uhr: Wieder ein Vortrag über ein internistisches Thema (z.T. mit kostenloser Verpflegung) 13:00-17:00 Uhr: Konsile/Stationsarbeit |
Ärzte, und vor allem Nephrologen lieben Abkürzungen, daher sollten Sie sich unbedingt vorher schlau machen, bevor Sie in den USA ein PJ oder eine Famulatur antreten. Sonst verbringt man einen Großteil seiner Famulatur damit, erst die medizinischen Abkürzungen zu lernen und hat so weniger Zeit für die eigentlichen Aufgaben im Krankenhaus.
| Bei der Notfallmedizin |
Meine bisher lehrreichste und intensivste Ausbildungszeit fand in der dortigen Notfallmedizin statt. Da zufällig in meinem geplanten Zeitraum auch die "Rotations" der amerikanischen Studenten stattfanden, wurden ich zusammen mit sieben anderen Studenten mit den Dienstplänen für vier Wochen ausgerüstet.
Damit hatte ich das große Glück, stets mit vorinformierten Chefärzten die Notfallschicht (auch Wochenende und Nächte) zu absolvieren und assistierte den Paramedics bei ihren 12-Stunden Schichten, die bei den Einsätzen mit ihren Fahrzeugen durch die Straßen rasten.
Ein weiterer Stop war das Poison-Center, wo ich an einem Notfalltelefon Anrufe entgegennahm. Dort gab ich Ärzten und Patienten, die anriefen, Auskunft über Tiergifte, Medikamentenintoxikationen und Nebenwirkungen. Außerdem nahm ich im Krankenhaus an Gips-, Naht-, und Ultraschallkursen sowie studentenorientierten Seminaren teil.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich eine sehr effektive Mischung aus Lehre und Praxis erhalten habe.
| Die Stadt |
Portland befindet sich im Nordwesten der Staaten und ist eine fortschrittliche, liberale, umweltbewusste und sportliche Stadt. Das Bus-und Bahnnetzsystem ist sehr gut ausgebaut, so dass man in Portland problemlos ohne Auto von Ort zu Ort kommt. Laut Umfragen gehört Portland zu den lebenswertesten Städten der USA.

Auch ist Oregon einer der wenigen Staaten, die keine Mehrwertsteuer erheben, was zum Beispiel die ohnehin schon niedrigen Kleidungspreise noch günstiger macht.
Seattle befindet sich mit der Bahn 3,5 Stunden entfernt. Da es in Portland sehr häufig regnet, ist Oregon ein Paradies für Naturliebhaber. Viele Wasserfälle verstecken sich in der grünen Landschaft des Staates Oregon, die diesmal jedoch mit dem Auto leichter zu erreichen sind.
| Fazit |
Eine Famulatur, die ich nie bereuen werde. Ich genoss immer eine super Betreuung, war stets auf dem aktuellsten Stand der Medizin, und die Stadt ist einfach nur sauber und wunderschön!

Da ich allerdings das große Glück hatte, über meinen Doktorvater an die Famulaturstelle zu geraten, weiß ich leider nicht, wie einfach es für Interessierte wird, sich ebenfalls eine Famulatur am OHSU zu organisieren. Mein Tipp: einfach probieren über die OHSU-Homepage.
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