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Artikel vom 15. 06. 2010

Lernen leicht(er) gemacht

Klausurstress und Terminchaos müssen nicht sein

Anna Lebsa

Wer kennt das nicht: Eigentlich ist nur ein kurzes Checken der E-Mails geplant und plötzlich löst sich eine ganze Stunde zulasten der Seminarvorbereitung in Luft auf. Diesem und ähnlichen Problemen kann mit kleinen Tricks und minimalen Verhaltensänderungen Abhilfe geschafft werden.

Übersicht


Vollgepackte TageNach oben hoch

Ob für ganz gewöhnliche Klausuren, Physikum oder gar Hammerexamen - das Lernen ist täglicher Begleiter des Medizinstudenten. Da ist am besten dran, wer sich kontinuierlich und strukturiert auf Prüfungen vorbereitet. Allerdings ist das, wie mit so vielen Dingen, leichter gesagt als getan. Der meist volle Stundenplan übernimmt die Gliederung des Tagesablaufs, viele Dozenten empfinden ihr Fach als das einzig wichtige, und dann wäre da noch der Anspruch auf ein kleines bisschen Freizeit. Hier sind Zeitmanagement, Organisationstalent und Disziplin gefragt, um alles unter einen Hut zu bekommen.


Jeder ist andersNach oben hoch

Der eine steht morgens gerne besonders früh auf und lernt bis zur ersten Vorlesung, der nächste sitzt bis spät in die Nacht am Schreibtisch. Besonders beim Lernen ist es wichtig, nicht gegen den eigenen Biorhythmus zu arbeiten. Um die individuell effektiven Tageszeiten herauszufinden, bietet sich ein Lerntagebuch an. Darin schreibt man über einen angemessenen Zeitraum von zumindest einigen Tagen ausführlich den Tagesablauf nieder. Sinnvoll ist es, dabei gleich Notizen zu Lernfortschritt und Pausenverhalten zu machen. So werden individuelle Höchstleistungen, aber auch Ablenkungsmanöver und Vermeidungsverhalten erkennbar.


Manager in eigener SacheNach oben hoch

Ist der Prozess der Selbsterkenntnis abgeschlossen, liegt es nahe, das Wissen um das eigene (Lern-)Verhalten in die Tat umzusetzen. Wer weiß, dass selbst fünf Wecker ihn nicht morgens um sechs Uhr aus dem Bett bringen, tut gut daran, sich an dieser Stelle nicht zu quälen. Viel besser ist es, beeinflusst durch terminlich feste Vorlesungen und andere obligate Veranstaltungen, einen den persönlichen Hochs und Tiefs angepassten Lernplan zu erstellen. Dabei lassen sich auch die zeitfressenden Kleinigkeiten des Alltags, wie Informationsbeschaffung im Internet oder Putzen, in konzentrationsarme Zeiten verlagern. So entsteht eine Struktur im Tagesablauf, die hin und wieder Platz für Spontaneitäten lässt. To-Do-Listen helfen den Kopf freizumachen und die Dinge nacheinander, in sinnvoller Reihenfolge, abzuarbeiten!


Das DrumherumNach oben hoch

Der Einfluss des Ortes, an dem man lernt, darf nicht unterschätzt werden. Selbst Kleinigkeiten wie Bilderrahmen oder das aktuelle Lieblingsbuch auf dem Schreibtisch können ablenken. Zwischen Freizeit und Arbeit für die Uni ist eine strikte Trennung erforderlich, schon alleine um nicht beim Entspannen geistig im Lernstoff zu hängen. Für diese Trennung sorgt eine neutrale Umgebung wie die Bibliothek. Viele lassen sich dort von der Lernstimmung anstecken und können gleichzeitig in den Pausen Kommilitonen treffen. Generell gilt für den Arbeitsplatz: Alle wichtigen Utensilien sollten in unmittelbarer Reicheweite stehen. Und wenn Freunde, Mitbewohner und Familie wissen, wann sie außerhalb der Lernzeiten vorbeikommen können, ist auch die Zahl der Unterbrechungen minimiert.


Heiße PhaseNach oben hoch

Prüfungen lassen sich nicht vermeiden. Um den Schlaf in der Woche vor dem großen Tag nicht völlig streichen zu müssen, bieten sich Lernpläne an. Lernpläne, die viel zu oft revidiert und am Ende doch nicht eingehalten werden. Das Geheimnis liegt darin, sich mit dem Lernstoff auseinanderzusetzen und zu entscheiden, was primär relevant ist und was nicht. Bei akutem Zeitüberfluss am Ende der Vorbereitungsphase lässt sich immer noch der Umfang erhöhen. Außerdem können Puffer den Stress etwas herausnehmen und Zeit für noch nicht Geschafftes liefern. Es ist unheimlich motivierend, das Tagespensum geschafft zu haben. Diese kleinen Teilsiege bieten sich auch hin und wieder für eine Belohnung an. So winkt bei erfülltem Plan vielleicht ein Kinobesuch mit Freunden am Ende der Woche?


DurchatmenNach oben hoch

So wichtig das Lernen, Exzerpieren und Vorbereiten auch ist, Pausen dürfen dabei nicht zu kurz kommen. Erwiesenermaßen ist konzentriertes Arbeiten eine dreiviertel Stunde lang möglich. Danach braucht der Körper eine kurze Pause von etwa fünf bis zehn Minuten, die man ihm auch geben sollte. Wenn Pausen und auch Freizeitaktivitäten fest in den Tagesablauf eingeplant sind, liefern sie ein hohes Maß an Entspannung. Die Vorfreude auf den abendlichen Uni-Sport, den Chor oder das gute Buch, lässt den ganzen Tag viel schneller vergehen.


Es sind die kleine Dinge des Alltags, die das Lernen etwas leichter machen können.

 
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