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Artikel vom 31. 03. 2008

Mediziner als Consultant bei McKinsey

Medizinstudenten können Praktikum absolvieren

Mathias Roth

Immer wieder taucht unter Medizinstudenten die Frage nach alternativen Berufsfeldern für Mediziner auf. Manch einer kommt mit dem Krankenhausalltag nicht zurecht, anderen wird erst im PJ oder Turnus klar, dass Sie lieber in einem nichtkurativen Bereich arbeiten möchten. Anfang März hat sich McKinsey, eine der größten Beraterfirmen, an der MedUni Wien vorgestellt und den Studierenden eine Alternative aufgezeigt.

Übersicht


McKinsey stellt sich vorNach oben hoch

Unter diesem Motto präsentierten am 5.März DDr. Attila Vegh und Mag. Dr. Volkan Talazoglu das Unternehmen und die Möglichkeit dort als Mediziner zu arbeiten. Die 1926 in Chicago gegründete Firma hat mittlerweile rund 90 Büros weltweit, in denen mehr als 15.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, ein Großteil als Berater, beschäftigt werden. Rund 100 Nationen, mehr als 120 Sprachen sind vertreten. In Deutschland und Österreich sind 1.200 Berater (Consultants), davon rund 130 Partner, in 8 Büros tätig. Die Mehrzahl der 100 größten Industrieunternehmen der Welt sind Kunde bei McKinsey. Von der Automobilindustrie, über den öffentlichen Sektor, bis hin zum Healthcare-Bereich - In fast allen erdenklichen Bereichen ist die Firma als Berater tätig.


Mit jedem neuen Auftrag eine neue RolleNach oben hoch

Diese Zahlen lassen bereits auf den ersten Blick ein höchst vielseitiges Arbeitsumfeld erahnen. Denn als Berater ist man nicht einer Firma, nicht einer Branche fix zugeteilt. Es stellen sich, je nach Projektdauer, im Abstand mehrerer Monate immer neue Herausforderungen und Aufgaben. Jeder neue Auftrag bedeutet für den Berater eine neue Rolle: Innovator, Moderator, Beschleuniger von Prozessen, Vermittler von Wissen. Neben hoher Flexibilität ist auch internationale Mobilität gefragt: Der erste Klient könnte in München sitzen, der nächste in Moskau. All das kann sehr reizvoll sein, dennoch sollte Berwerbern klar sein, dass höchste Leistungen verlangt werden: "Bei uns erwartet Sie viel Arbeit - aber auch viel Gestaltungsspielraum und hohe Eigenverantwortung", steht groß und unmissverständlich auf einem Slide des Vortrags an der MUW.


Die Arbeit: Anspruchsvoll, aber ansprechend. Es wird viel gefordert, im Gegenzug werden Mitarbeiter stark gefördert


Bestmögliche UnterstüzungNach oben hoch

Um optimale Ergebnisse in den Projekten zu erzielen und stetige Weiterbildung zu fördern, bietet McKinsey bestmöglichen Rückhalt und Unterstützung: Berater ohne Wirtschaftshintergrund erhalten ein umfangreiches Training im Rahmen des "Mini-MBA": Professoren renomierter Business-Schools (z.B. Harvard, Kellogg) vermitteln z.B. Medizinern das nötige Know-How. Ausserdem steht ein Mentor für persönliche Fragen zur Seite, eine 24-Stunden Helpline hilft bei Computer Problemen. Weiterbildung und Zusatzqualifikationen (z.B. Promotion) übernimmt ebenfalls die Firma. Wer aber meint er könne sich zurücklehnen, "sich auf den Lorbeeren ausruhen" und nur die "süßen" Möglichkeiten auskosten, der irrt. Denn diese Unterstützung wird niemandem die höchst anspruchsvolle Arbeit abnehmen, sie kann sie höchstens angenehmer und produktiver gestalten.


Mediziner in der WirtschaftNach oben hoch

McKinsey stellt interdisziplinär ein, was bedeutet, dass nur ca. die Hälfte aller Berater Wirtschaftswissenschaftler sind. Techniker, Naturwissenschaftler, Juristen und eben auch Mediziner sind aufgrund ihrer Qualifikation gefragt. Was macht Mediziner für McKinsey attraktiv? Einerseits können sie eine wichtige Rolle bei der Beratung von Firmen spielen, die im Medizin- oder Healthcare-Sektor angesiedelt oder damit verbunden sind. Doch viel interessanter sind die Fähigkeiten, über die Mediziner oder Naturwissenschaftler verfügen und die im Consulting eine große Rolle spielen:

 Analytische Fähigkeiten / Problemlösung: Wie bei einem Patienten, muss bei einem "kranken" Unternehmen oder einem gegebenen Problem zuerst die "Diagnose" gestellt werden, um dann einen "Therapieplan" zu entwickeln bzw. eine Lösung zu finden. Auch die in der medizinischen Forschung nötigen analytischen Fähigkeiten lassen sich so auf die wirtschaftliche Problemlösung übertragen.
 Klientenbeziehung, Teamfähigkeit, Kommunikation: Im Laufe des Studiums werden Mediziner an den verantwortungsvollen Umgang mit Patienten herangeführt. Die gemeinsame Arbeit in Arbeitsgruppen oder im Stationsteam, das Halten von Referaten und Vorträgen, um eigene Ergebnisse oder Patienten vorzustellen, sind ihr täglich Brot.
 Selbstorganisation, Motivation, Zeitmanagment: Ohne diese Kompetenzen wären die meisten Mediziner wohl schon früh im Studium aufgeschmissen!

Was erwartet einen Mediziner bei McKinseyNach oben hoch

Wie oben bereits erwähnt wird ein Mediziner nicht an die Healthcare-Branche (Krankenversicherungen, Krankenhäuser, Pharmaindustrie, Medizinproduktehersteller, andere Organisationen wie z.B. Ärztevertretungen) oder ein derartiges Unternehmen gebunden. Selbstverständlich ist sein spezifisches Wissen sehr hilfreich, wenn es um Projekte in diesem Bereich geht, wie z.B.:

 -Wachstumsstrategie für eine medizinische Hochschule
 -Beurteilung einer Fusion innerhalb eines regionalen Gesundheitssystems
 -Erweiterung des Vermarktungspotenzials eines Blockbuster-Medikaments (Mittel die im Jahr mehr als 1 Milliarde $ Umsatz erzielen)
 -Beratung und Unterstützung beim Aufbau medizinischer Versorgungssysteme
 -etc.

Aus diesem Grund werden die Mediziner auch oft in derartigen Projekten eingesetzt. Genauso kann ein Mediziner aber auch als Berater für ein Messeunternehmen, eine Produkteinführung, oder verschiedene Projekte in der Medien- und Veranstaltungsbranche tätig werden, wie der McKinsey Partner Markus Frerker, selbst Mediziner, auf der Website über seinen eigenen Werdegang schreibt. "Routine ist bei uns ein Fremdwort!", sagt DDr. Attila Vegh an der MUW. Einerseits bietet die Arbeit den Beratern stetige Abwechslung und die Möglichkeit immer neues zu lernen und an der Herausforderung zu wachsen. Andererseits verlangt sie den Beratern ein Höchstmaß an Engagement, Verantwortung und Professionalität ab!


Tips zur BewerbungNach oben hoch

Nach der schriftlichen Bewerbung wird eine weitere Auswahl anhand mehrerer Interviews getroffen. Dabei wird nicht nur auf die Noten, die Studiendauer und Berufserfahrung geachtet. Neben Leistung wird auch sehr großes Augenmerk auf vielseitige Interessen, Kreativität und Motivation gelegt. Auslandserfahrung, Sprachkenntnisse und soziale Kompetenz sind ebenfalls wichtige Kriterien. Interessant für Medizinstudenten ist, dass man sich schon während dem Studium als "Fellow Intern", als Praktikant, bewerben kann. So ist es möglich erste Erfahrungen bei McKinsey zu sammeln und einen Einblick zu gewinnen.


KontaktNach oben hoch

McKinsey Recruiting
Anita Steiner
McKinsey & Company
Herrengasse 1-3
1010 Wien


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   Externer Link Via Medici: Alternative Berufsfelder in der Medizin


Infopakete zu alternativen BerufsfeldernNach oben hoch

Via medici-Abonnenten stehen die Via medici-Infopakete zu alternativen Berufsfeldern und Zusatzqualifikationen kostenlos zur Verfügung!

LinkZu den Infopaketen "Zusatzqualifikationen"

Der Autor Mathias Roth studiert Medizin und ist Via medici online-Lokalredakteur für Wien.

Anmerkung: DDr. Attila Vegh und Mag. Dr. Volkan sind Mediziner mit Zusatzqualifikationen und arbeiten als Berater in verschiedenen Bereichen der Wiener Niederlassung von McKinsey.

 
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