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Als Pflege-Aushilfe auf einer Intensivstation
Ungeschriebene Gesetze und Regeln
Jennifer Jaensch
Der neue Job als Pflege-Aushilfe auf Intensivstation ist das Beste, was mir passieren konnte. Ich verdiene Geld und hatte in einer Woche mehr gelernt als in manchem Untersuchungs- oder Innere-Kurs. Zudem waren die Kolleginnen und Kollegen sehr nett und erklärten mir mit einer Engelsgeduld alles, was man als Anfänger auf der Intensivstation wissen sollte. Aber auch für Privates blieb trotz "intensiver" Arbeit Zeit: Ein Dienst war sogar derart ruhig, dass meine Kollegen mir Skat beigebracht haben, auch dies natürlich mit unendlicher Geduld...
Übersicht
| Verwirrug in Dienst- und Patientenzimmer | hoch |
Montagmorgen: um 5.00 Uhr klingelte der Wecker, der Dienst beginnt um 6.00 Uhr. Nachdem der Nachtdienst die Übergabe gemachte hat, nimmt mich ein Kollege "an die Hand" und zeigt mir zunächst die Station und die Patientenzimmer. Auf den ersten Blick scheint alles recht verwirrend. Große Schränke mit wilden Beschriftungen, unzähligen Medikamenten und Infusionen. Und die Patientenzimmer sind noch verwirrender: Perfusoren und Infusomate, Schläuche, Zugänge.... Nach einer Weile gewöhne ich mich aber daran und entdecke das schlaue System hinter den Apparaturen.
Die Patientenzimmer befinden sich hier auf der rechten Seite der Station, das gesamte medizinische Zubehör auf der linken Seite davon. Alle Schränke sind ordentlich beschriftet; eigentlich kann hier kein Fehler passieren. Im Zimmer der Patienten befindet sich eine Anordnung aus Perfusoren und Infusomaten, daneben ein Monitor, der alle Vitalparameter aufzeichnet und dazwischen Ständer für Infusionen sowie einen O2-Zugang und Maske und Brille. Die Vitalparameter müssen in regelmäßigen Abständen notiert werden, am besten jede Stunde, ebenso Urin und Füllmenge der Drainagen, falls welche vorhanden sind.
| Wie eine Kurve richtig geschrieben wird | hoch |
Überwacht werden bei jedem Patienten Blutdruck, Herzfrequenz, EKG, Temperatur. Die Temperatur sollte jede Stunde gemessen werden. Nun muss man wissen, wie dies in der Kurve notiert wird und vor allem, in welcher Farbe! Die Herzfrequenz wird rot, der Blutdruck grün und die Temperatur blau in die Kurve eingetragen. Medikamente werden ebenfalls in blau geschrieben, deren Fördermenge jedoch in rot-gestrichelten Linien. Ganz wichtig ist es, die Urinmenge jede Stunde zu notieren. Dazu muss der Inhalt der Flasche notiert werden, der Inhalt der Flasche in den anhängenden Beutel gekippt und zu dem Wert der vorherigen Stunde addiert werden. Ein bisschen Kopfrechnen zu beherrschen, ist also gar nicht schlecht.
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