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| Allgemeines zum Reiseland |
Ein paar Sätze möchte ich vorab über den Oman und Muscat verlieren.
Muscat, die Hauptstadt von Oman
Das Krankenhaus liegt ein wenig außerhalb der Stadt, so dass man mit dem Bus etwa eine Viertelstunde bis in ein etwas belebteres Viertel benötigt. Die 450.000 Einwohner zählende Stadt ist allerdings nicht vergleichbar mit anderen mondänen Hauptstädten und man darf hier keine kilometerlangen Kneipenmeilen erwarten. Bier gibt es nur in den westlichen Hotelketten und ist sehr teuer. Auch mit den ansonsten so quirligen anderen Städten der arabischen Halbinsel ist Muscat nicht zu vergleichen.
Zwischen einem sehr schmalen Streifen, der auf der einen Seite vom arabischen Golf und auf der anderen Seite von einer wüsten Mondlandschaft begrenzt wird, zieht sich ein circa 60 km langer Strand die gesamte Stadt entlang. Ohne eine separate Süßwasserversorgung für jede Pflanze wächst hier nichts, dennoch gibt es überall Grünanlagen und Parks - vielleicht ein Zeichen für den Aufbruch und den Wohlstand der Region?
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Vor allem in den großen Hotels kann man sich an den Wochenenden gut entspannen - hier ist man ungestört in einem Garten, kann im Meer baden und die Sonne am Pool genießen.
Dubei, Hong Kong des Orients
Dubai ist circa 4h Autostunden von Muscat entfernt und einen Trip dorthin sollte man nicht versäumen (Vorsicht - vorher nach den Road Permits erkundigen). Dubai stellt das Gegenteil von Muscat dar, eine nie schlafende Businessstadt, das orientalische Hong Kong.
Hier ist man nie allein
Ein Aufenthalt im Royal Hospital eignet sich auf jeden Fall eher für mind. zwei befreundeten Praktikanten. Man schließt allerdings sehr schnell Kontakt zu den hier arbeitenden Ärzten und anderem Personal. Nach einem gewissen Zeitraum bekommt man Schwierigkeiten, die diversen Einladungen zu Abendessen, Kinobesuchen und Tagesausflügen zeitlich zu koordinieren. Deutsche sind hier besonders beliebt, was manchmal zu peinlichen Situationen führt, wenn Ausländer einen größeren Patriotismus haben als man selber.
Atemberaubende Landschaften
Was ich landschaftlich in der kurzen Zeit mitbekommen habe war hingegen häufig atemberaubend, trotz der teilweise 40 - 50 Grad im Sommer. Der Süden und der Küstenstreifen sollen gerade in der Winterzeit sehr schön sein.
Mit dem Bus kann man einiges von der Landschaft entdecken und in die größeren Städte gelangen. Der Lonely Planet ist ein Muss für Reisende, er enthält, wie stets, verlässliche Tipps. Mit mehreren Leuten kann man sich auch ein Auto mieten, sollte sich aber vorher bei den Betreuern im Krankenhaus erkundigen, da diese meist noch weitere Geheimtipps kennen.
| Die Unterbringung |
Die Unterbringung erfolgte im krankenhauseigenen Wohnkomplex. Für ca. 150 Euro konnte ich dort einen Monat lang wohnen. Die einzelnen klimatisierten Zimmer haben ein kleines Bad, Kühlschrank, einen Gemeinschaftsraum und -küche. Die Krankenhauskantine ist 24 Stunden geöffnet und serviert für circa 2,50 Euro ein gutes Mittagessen (besser als in den meisten deutschen Kantinen).
Insgesamt benötigt man für Nebenkosten circa 80-100 Euro pro Woche. Dem fleißigen Studenten steht auch eine Bibliothek zur Verfügung, in der man sehr entspannt lesen und lernen kann. Ein Recreationclub mit Pool, Tennisplätzen und einer klimatisierten Badmintonhalle gehören ebenfalls zur Krankenhausausstattung.
| Das Visum |
Ein Visum kann bei der omanischen Botschaft für 25 Euro (bzw. 50 Euro), je nach Aufenthaltsdauer, beantragt werden. Die Bestimmungen hierzu ändern sich aber von Zeit zu Zeit und man kann den aktuellen Stand auf der Homepage des Auswärtigen Amtes einsehen.
Auf meinem Flug in den Oman lernte ich zufällig den Leiter der Deutschen Botschaft im Oman und dessen Familie kennen. Die Familie hat mir während meines Aufenthaltes stets zur Seite gestanden und ich konnte mich jederzeit auch an die Botschaft wenden. Bei bedarf kann ich gerne auch den Kontakt dorthin herstellen.
| Rücksprache mit dem Prüfungsamt einholen! |
Das Pflegepraktikum ist in Deutschland anerkannt, ich empfehle aber die vorherige Rücksprache mit dem jeweiligen Prüfungsamt.
Ein ausführliches Zeugnis wurde mir auf Wunsch gerne erstellt. Für das Pflegepraktikum bekommt man eine Bestätigung. Im Curriculum für die Vorklinik findet man einen Vordruck, den man sich einfach ausfüllen lässt. Ansonsten kann man im Landesprüfungsamt auch noch einen Vordruck bekommen.
| Verwöhnt wie ein Sultan - eine kleine Anekdote |
Als Anekdote bei meiner Anreise sei hier eingefügt, dass ich auf meinem Hinflug als Medizinstudent im zweiten Semester meinen ersten Einsatz hatte; circa eine Stunde nach meinem Abflug in Frankfurt wurde über die Lautsprecheranlage nach einem Arzt gefragt, nachdem sich keiner meldete, wurde ich als Student vorgeschlagen und zu einer Patientin geführt. Die ältere Dame war allerdings nur etwas unterzuckert und dies war selbst für mich noch ein recht einfacher Fall. Schön war allerdings, dass mich die Lufthansa Crew in die First Class upgegradet hatte und ich dort, wie ein Sultan verwöhnt wurde. Diese Art zu reisen kann ich nur empfehlen, vielleicht habt ihr ja Glück.
| Das Royal Hospital |
Mit seinen 630 Betten zählt das 1987 erbaute königliche Krankenhaus neben der Sultan Quaboos Universitätsklinik zu einem der größten maximalversorgenden Hospitäler des Landes. Mit über zweitausend Mitarbeitern werden Patienten aus nahezu allen medizinischen Fachbereichen mit modernen Methoden behandelt.

Für Besucher aus Deutschland ist die kulturelle Vielfalt am Arbeitsplatz eine durchaus neue Erfahrung. Das Personal besteht zu 58% aus Nicht-Omanis; auch einige Deutsche finden sich unter den ständigen Mitarbeitern. Die Kommunikation erfolgt in arabischer oder in englischer Sprache. Mein Schulenglisch reichte in der Zeit meines Praktikums für die tägliche Arbeit aus, da zum Pflegepersonal und den Ärzten vor allem Inder und Phillipiner zählen, die mit ihren arabischen Kollegen vorwiegend Englisch sprechen.
Das Krankenhaus dient der Universität als Lehrkrankenhaus. An der Universität ist die Unterrichtssprache ausschließlich Englisch, und somit kam ich recht schnell auch mit omanischen Studienkollegen in Kontakt.
Die ärztliche Versorgung der omanischen Bevölkerung ist kostenfrei, für Ausländer gilt dies nicht, ihnen werden die Behandlungskosten in Rechnung gestellt. Das Krankenhaus ist nach dem Vorbild des anglikanischen Systems hierarchisch gegliedert. An seiner Spitze steht der Director General, ihm folgend die Abteilungsleiter, Chefärzte etc.. Meine erste Kontaktaufnahme erfolgte über den Director General, der, wie sich herausstellte, selbst in Deutschland studiert hatte. Er ist Gastroenterologe und spricht brillant Deutsch.
Es soll hier erwähnt werden, dass von allen Anfragen, die ich weltweit versendet habe, der Oman mir prompt mit einer sehr ehrlich gemeinten, freundlichen und herzlichen Einladung geantwortet hat. Bewerbungsadressen habe ich unter folgender Web Adresse gefunden: http://adams.mgh.harvard.edu/hospitalwebworld.html. Hier sind eine ganze Reihe von Krankenhäusern aufgeführt, an die interessantesten Häuser habe ich Anfragen per Emails geschickt.
Das Krankenhaus trägt das Siegel des Sultans, drei gekreuzte Säbel, es hat allerdings mit solcher Symbolik wenig zu tun, wie überall werden auch hier nur in der Chirurgie die Messer gewetzt.

Das Krankenhaus entsendet selbst regelmäßig Ärzte zum Erfahrungsaustausch nach Deutschland, ebenso werden auch viele Patienten nach Deutschland überwiesen, da Deutschland im Oman einen sehr guten Ruf in der medizinischen Versorgung zu haben scheint. Der Träger des Krankenhauses ist das omanische Gesundheitsministerium, über das auch die offizielle Einladung abgewickelt wurde.

| Zum Teil 2: Arbeit in der Chirurgie, Pädiatrie und im OP |
Ob Pädiatrie, Chirurgie oder OP-Abteilung, jede Station war lehrreich
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