Medizinstudium
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Arzt im Beruf
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| Einige Informationen vorab |
Das Krankenpflegepraktikum ist obligatorisch für jeden Medizinstudenten. 90 Tage müssen in einer pflegerischen Anstalt abgeleistet werden, die jedoch in Abschnitte zu je mindestens 30 Tagen aufgeteilt werden können. Solltet Ihr noch nicht mit dem Studium begonnen haben, empfiehlt es sich, so viele Tage wie möglich schon vor dem Studium abzuleisten. Es gilt jedoch zu beachten: Praktika vor dem Abitur werden nicht angerechnet.
Die Fachrichtung könnt Ihr selbst wählen - aber aufgepasst: Es gibt verschiedene Rahmenbedingungen, die eingehalten werden müssen. So ist zum Beispiel die Intensivstation tabu.
Gearbeitet wird im Schichtdienst, wobei die Studenten nicht nachts eingeteilt werden. Ich selbst habe mein Praktikum kürzlich abgeschlossen. Da ich für extreme Schichten eingeteilt war, hatte ich wenig Zeit zum Schlafen. Bei Dienstbeginn um 6.00 Uhr hieß es für mich um 5.00 Uhr aufzustehen. Und das am besten noch nach der Spätschicht des Vortages, nach welcher ich, ohnehin nicht sofort Schlaf fand, da ich zu aufgewühlt war.
Genaueres zu den Rahmenbedingungen findet Ihr hier:
| Was gibt's zu tun als Praktikant? |
Als Praktikant steht Ihr ziemlich weit unten in der großen Krankenhaushierarchie. Das heißt, Euer Tag wird dominiert sein von Essen austeilen und wieder einsammeln sowie verschiedenen Lauf- und Putzjobs. Auch das Auffüllen der Pflegeschränke oder ähnliches gehört dazu.
Das ist der eine Aspekt; andererseits lernt Ihr auch wirklich Wichtiges - wie peinlich wäre es denn, sich Medizinstudent eines höheren Semesters zu nennen, aber noch nie eine Blutdruckmanschette in der Hand gehalten zu haben? Auch Fieber- und Blutzuckermessen sowie der Umgang mit den sogenannten "Kardexen" und "Kurven" mag gelernt sein.
Außerdem wird es später sicher mal heißen "Frau Doktor, können Sie sich mal den Stuhlgang des Patienten X anschauen?" Ein Arzt sollte nicht empfindlich sein, was Gerüche und Körperausscheidungen anbelangt. Alle empfindlichen Studenten haben im Krankenpflegepraktikum die Chance sich abzuhärten, denn Kontakt zu Bettpfannen und Nachtstühlen gibt es genügend.
Auch anderen Berührungsängsten wird vorgebeugt, denn das Waschen der Patienten und das Wechseln der Verbände wird ebenfalls gelernt.
| Warum eigentlich ein Krankenpflegepraktikum absolvieren? |
Diese Frage stellt sich fast jeder Medizinstudent gelegentlich. Für manchen Studenten bedeutet das Krankenpflegepraktikum den ersten Kontakt mit der Krankenhausmedizin und auch die erste Erfahrung, in welcher sie nicht als Patient mit der Medizin konfrontiert sind, sondern selbst betreuen.
Der Umgang mit Patienten ist wichtig, aber kein Lehrbuch der Welt kann Euch ein Patentrezept dafür vermitteln. Frei nach dem Motto "Learning by doing" ist es Erfahrungssache, in verschiedenen Situationen richtig zu handeln.
Im Krankenpflegepraktikum kann jeder angehende Mediziner für sich selbst entscheiden, ob der manchmal rauhe Ton ein Problem für ihn darstellt, ob er kein Blut sehen kann oder ob er die Medizin doch nicht so interessant findet.
Ich persönlich finde, dass das Praktikum wichtig ist. Auch wenn die allermeisten Medizinstudenten später einmal nicht in der Pflege arbeiten werden, so ist es doch unabdinglich, die Arbeit zu kennen, schätzen zu können und zu wissen, von welch elementarer Bedeutung sie für ein Krankenhaus und die Betreuung der Patienten ist.
Jedoch denke ich, dass drei Monate für ein Pflegepraktikum schlichtweg zu lang sind. Diejenigen Studenten zum Beispiel, die sich nebenbei noch etwas zu ihrem Lebensunterhalt dazuverdienen müssen, haben es wirklich nicht leicht. Natürlich kann gesagt werden: "Es gibt ja BAföG!" - Aber nicht jeder Student bekommt es.
| Krankenpflegepraktikum in Ulm |
Die Ulmer Unikliniken sind auf den vier Bergen Safran-, Michels-, Esels- und Kuhberg verteilt.
Besonders begehrt sind die großen Fächer Chirurgie und Innere. Die Chirurgie befindet sich wie auch die Psychiatrie auf dem Safranberg, bis 2012 der Neubau Chirurgie auf dem Eselsberg fertig gestellt wird. Eben dort sind auch die Innere Medizin sowie die Universitäts- und Rehabilitationskliniken Ulm und das Bundeswehrkrankenhaus lokalisiert.
Auf dem Michelsberg dreht sich in der Gynäkologie und Pädiatrie alles um Frau und Kind. Auch die Urologie, Hals-Nasen-Ohren- und die Augenklinik befinden sich hier.
Zu guter Letzt gibt es auf dem Kuhberg noch die Psychosomatische Klinik.
Für welche Fachbereiche sich die Pflegepraktikanten entscheiden und welche vom Landesprüfungsamt in Stuttgart anerkannt werden, lässt sich leicht herausfinden. Solltet Ihr Euch also für einen bestimmten Praktikumsplatz interessieren und nicht sicher sein, ob dieser anerkannt wird, dann scheut Euch nicht, das Telefon zu schnappen und nachzufragen. Manchmal eröffnen sich unerwartete Möglichkeiten.
Weitere Informationen und Telefonnummern der einzelnen Kliniken und Stationen findet Ihr hier:
| Erfahrungen aus meinem Krankenpflegepraktikum |
Ich selbst habe mein Krankenpflegepraktikum in zwei Abschnitte zu je sechs Wochen aufgeteilt.
Die erste Hälfte absolvierte ich direkt nach dem Abitur auf einer unfallchirurgisch-orthopädischen Station eines Kreiskrankenhauses, auf welcher ich vornehmlich mit älteren Patienten zu tun hatte; die zweite Hälfte auf einer neonatologischen Station in der Kinderklinik. Obwohl ich von vornherein wusste, dass ich nicht in der Pädiatrie arbeiten möchte, wollte ich doch den Umgang mit den kleinsten der Kleinen kennenlernen und meinen eigenen Horizont erweitern.
Auch die Krankheitsbilder der beiden Fachbereiche sind komplett verschieden. Während ich in der Chirurgie viele Hüft-, Knietotalendoprotesen und Frakturen sah, lernte ich auf der Neonatologie zum Beispiel die Risiken von Frühgeborenen kennen und sah komplett andere Krankheitsbilder wie verschiedene Infektionen, Syndrome und typische Neugeborenenerkrankungen. Auch die frühkindlichen Reflexe lernte ich kennen. Mein Motiv war, mich vielfältig weiterzubilden.
Vielleicht habt Ihr jedoch ganz andere Kriterien. Es ist natürlich auch möglich, das ganze Pflegepraktikum auf derselben Station abzuleisten, wenn Ihr Euch zum Beispiel im entsprechenden Team besonders wohlfühlt.
Mein Rat an Euch ist jedenfalls: Seid offen für Neues und lernbereit - denn aus dem Pflegepraktikum nehmt Ihr meist unbewusst Dinge mit, die Euch später, nicht nur karrieretechnisch, von Nutzen sein werden.
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