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Artikel vom 21. 03. 2005

Die vier Typen einer medizinischen Doktorarbeit

Experimentell versus statistisch

Dr. med. Felicitas Witte

Übersicht


Experimentelle ArbeitNach oben hoch

Der Doktorand führt Experimente im Labor durch. Die Arbeiten sind prospektiv, die Daten werden also erst noch erhoben. Experimentelle Arbeiten kann man in fast allen Bereichen der Medizin machen: Meistens sind es Arbeiten für die Grundlagenforschung. Häufig werden die Versuche an Tieren durchgeführt. Es geht aber auch ohne Tierversuche, zum Beispiel, wenn man mit Tumormaterial forscht.

+ Werden die Experimente sorgfältig durchgeführt, winken gute Noten: cum laude oder summa cum laude sind nicht selten. Ein Muss für den, der in die Forschung will oder eine Unikarriere plant.

- In die Arbeitstechnik muss man sich erst mühsam einarbeiten. Wenn die Versuche mal nicht klappen, kann dies sehr frustrierend sein. Eine experimentelle Arbeit dauert meist zwei bis drei Jahre.


Klinische ArbeitNach oben hoch

Bei einer prospektiven klinischen Studie erhebt der Doktorand für seine Fragestellung Daten direkt am Patienten (z.B. Blutwerte, Blutdruck, EKG oder subjektive Werte mittels Fragebögen). Ein typisches Studiendesign dafür ist eine Kohorten- oder Interventionsstudie. Gewinnt er seine Daten aus bereits existierenden Informationen (z.B. aus Patientenakten), spricht man von einer retrospektiven Studie. Hierbei handelt es sich häufig um eine Fall-Kontroll-Studie.

+ Bei prospektiven Studien gibt’s meist gute Noten. Die Arbeit mit den Patienten macht vielen mehr Spaß, als einsam im Labor vor sich hin zu pipettieren.

- Eine gute klinische Studie braucht ihre Zeit – meist zwei bis drei Jahre. Bei retrospektiven Studien muss man damit rechnen, dass Daten fehlen oder die Qualität des Materials schlecht ist. Wichtig bei jeder klinischen Studie: Benötigte Fallzahlen mit dem Statistiker besprechen!


Theoretische ArbeitNach oben hoch

Der Doktorand bearbeitet ein Thema aus der Geschichte, Theorie oder Ethik der Medizin, medizinischen Informatik oder Biometrie.

+ Man blickt ein wenig „über den Tellerrand“, da man in einem anderen Fachgebiet arbeitet. Häufig ist die Arbeit zeitlich überschaubar. Man ist nicht auf Patienten oder Experimente angewiesen.

- Man muss sich in spezielle Methoden einarbeiten (z.B. statistische Methoden, Methoden im Bereich der Geschichte und Ethik). Eine theoretische Arbeit kann auch mehrere Jahre dauern.


Statistische ArbeitNach oben hoch

Der Doktorand analysiert Daten, die nicht von ihm selbst, sondern schon vorher in der Klinik oder in anderen Studien erhoben wurden. Diese vergleicht er mit Daten aus der Literatur.

+ Man ist nicht von Patienten oder Labortechniken abhängig. Die Arbeit ist meist überschaubar.

- Häufig nicht so gute Noten wie bei experimentellen Arbeiten oder klinisch prospektiven Studien. Nichts für den, der später in die Wissenschaft möchte.

Link Zu den Literaturtipps für angehende Doktoranden
Link Zu den Studientypen


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Literaturtipp aus dem Georg Thieme Verlag
Christel Weiß, Axel Bauer: Promotion
 
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