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Literaturrecherche für Medizinstudierende

Medpilot, Medline und Co.

Urs-Vito Albrecht

Übersicht


Neue Informationsquellen erschließenNach oben hoch

Irgendwann sieht sich jeder Studi mal der Situation gegenüber, etwas recherchieren zu müssen. Sei es im Rahmen einer Doktorarbeit oder aufgrund einer anderen Fragestellung wie: Oma möchte jetzt genau und in Ruhe erklärt bekommen, was die "Albinosäuren" und "Kohlehydranten" mit ihrem "Zucker" zu tun haben! Spätestens dann, wenn Erinnerung und Lehrbuch nichts mehr hergeben, müssen andere Quellen angebohrt werden. Natürlich kann man jemanden fragen, der sich damit auskennt. Doch ob der Professor nun so bereitwillig Auskunft geben möchte oder kann ist nicht immer klar. Es bleibt dann nur noch die eigene Recherche:


Durch den Dschungel der InformationenNach oben hoch

Viele Wege der Erkenntnis stehen offen. Information gibt es im Überfluss und die Antwort ist bestimmt irgendwo niedergeschrieben. Das "Finden" ist jetzt das eigentliche Problem! Um im Dschungel aus mehr oder weniger relevanter Information nun gerade das zu entdecken, was von besonderem Interesse ist, bedarf es gewisser Taktiken, die erlernt sein wollen. Die Bibliothek bietet da hinreichend Möglichkeiten des Gedankenaustauschs. Kompetentester Ansprechpartner ist dort das Fachpersonal.


Am Anfang jeder Suche steht das "Was".Nach oben hoch

Der Suchende muss sich im Klaren darüber sein, was das wichtige, zentrale Thema seiner Suche sein soll. Er muss jetzt aus seiner im Kopf umherschwirrenden Frage die Schlag- und Stichworte extrahieren, die größte Relevanz aufweisen. Es empfiehlt sich jetzt schon zusätzlich in übergeordneten Kategorien, aber gleichzeitig auch in sehr spezifischen Aussagen zu denken. Das klingt sehr konfus, hat aber durchaus Sinn, denn selten finden sich Artikel, die sich genau mit der meiner Fragestellung auseinander setzen. Meistens sind die für mich relevanten Informationen Beiwerk irgendwelcher Artikel mit ganz anderem Themenschwerpunkt.


Schlag- und Stichworte bildenNach oben hoch

Zunächst bedeutet das, die Frage genau zu definieren und passende Schlagwörter zum Thema zu suchen. Im nächsten Schritt muss ich mir übergeordnete Kategorien und entsprechende Synonyme dazu überlegen. So entsteht eine Art Filter, durch den ich die ganze feilgebotene Information schicken kann. Letztendlich ist das Prinzip dem Online-Studi bekannt. Nichts anderes macht er, wenn das Internet bemüht. Der Sucherfolg ist stark von der konzentrierten und vernetzten Fragestellung abhängig.


Wo und wie soll ich suchen?Nach oben hoch

Das richtet sich nach der Art der Information, die ich finden möchte. Bei alten Schriften des medizinischen Bereichs bietet sich die Suche im "Index Medikus" an. Diese zu Papier gebrachte Datenbank erfasst sämtliche Veröffentlichungen seit 1850. Des weiteren finden sich Veröffentlichungen auch auf diversen Mikrofiches. Der doch sehr zeitaufwendigen und manchmal nervtötenden Suche in diesen Informationspools steht der komfortablere elektronische Weg über das Internet zu Verfügung.

Index Medicus versus MedLine

Eine Online-Recherche ist besonders für jüngere Veröffentlichungen geeignet. Die Datenbank "Medline" z.B. ist das vollelektronische Gegenstück zum Index. Es finden sich allerdings erst Eingänge ab 1966. Der Vorteil von MedLine liegt darin, dass es schneller geht und man seine Suche bündeln kann. Über Benutzeroberflächen ist es möglich nach mehren Stich- oder Schlagwörtern gleichzeitig suchen zu lassen. Themenstichwort, Autor und Erscheinungsjahr (wenn bekannt) kann man als komplexe Suchmöglichkeit eingeben. Mit Kombinatoren wie and, or und nor können mehrere Themenstichworte gleichzeitig verwendet werden. Der Phantasie zur Kombination sind nur wenig Grenzen gesetzt. Es liegt aber an dem Suchenden, diese auch anzuwenden. Der Erfolg hängt doch stark davon ab, wie kreativ der Anwender ist und wie erfahren man mit dem Verfahren ist. Nicht verzagen. Der Erfolg stellt sich schneller ein als gedacht!


Medline/PubMedNach oben hoch
Die U.S. National Library of Medicine stellt die Datenbank Medline mit Abstracts aus über 4.000 internationalen medizinischen Fachzeitschriften kostenlos zur Verfügung.
Tipps für die Suche:
  • Sie können die Suchbegriffe mit AND, OR, NOT und Klammern verknüpfen.
  • Diese Operatoren müssen GROSS geschrieben werden.
    Beispiel: hypertension AND (diabetes mellitus)
  • Die Anfrage kann nur mit englischen Begriffen durchgeführt werden.
  • In dem Fenster, das sich öffnet, können Sie Ihre Anfrage weiter verfeinern und z.B. das Datum der Publikation einschränken.
  • Klicken Sie auf die Autorennamen, um zu sehen, welche Arbeiten diese veröffentlicht haben. Die älteren Professoren stehen immer ganz hinten, der Erstautor ist meist der jüngere Forscher.
  • Halten Sie Ausschau nach guten Schlüsselwörtern, mit denen Sie dann immer weitersuchen können.
Hinweis: Die Informationen unterliegen dem Copyright und werden zur Verfügung gestellt von:

National Center for Biotechnology Information
National Library of Medicine
National Institutes of Health


MedpilotNach oben hoch

MedPilot - die Virtuelle Fachbibliothek Medizin - vereinfacht medizinische Recherchen und Literaturbestellungen. Mit nur einer Suchanfrage wird simultan in mehreren relevanten medizinischen Datenbanken (u.a. Medline) recherchiert.

Startseite ist eine einfache Suchoberfläche. Hier reicht es Stichwörter einzugeben. Sofort werden die Ergebnisse aus mehreren Datenbanken angezeigt. Für speziellere Suchen empfiehlt sich die “Profi-Recherche“. Hier können mehrere Eingabefelder (Autor, Titel usw.) miteinander verknüpft und die einzubeziehenden Datenbanken ausgewählt werden.

Wer den Volltext zu einem Dokument benötigt, kann diesen bei Verfügbarkeit direkt anschließend an die Recherche bestellen.

MedPilot ist ein Angebot von ZBMed (Deutsche Zentralbibliothek für Medizin) und DIMDI (Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information) und wird im Rahmen der Virtuellen Fachbibliotheken von der DFG (Deutsche Forschungsgemeinschaft) gefördert.

MEDPILOT.DE

LesertippsNach oben hoch

Worauf man sich bei der Literatursuche vorher einstellen sollte....

Sicher ist es gut, alle Adressen zu kennen, wo man nach geeignetem Literaturmaterial suchen kann. Doch auch mit einer Fülle von Adressen kann es ziemlich schnell frustrierende Ausmaße annehmen. Um dem etwas vorzubeugen, sollte man neben dem Thema "Stichwortsuche" vor allem in Erfahrung bringen, was man über die Heimatbibliothek überhaupt beziehen kann. Hier war z.B. das Problem das unsere Bibliothek nicht als Empfangsbibliothek für georderte Artikel z.B. aus medline fungiert. Daher also besser vorher die ID-Nummer einer Bibliothek besorgen, die diesen Service anbietet (z.B. Mediz. ZB Köln). Allerdings muss man für die Zusendung der Daten je nach Art und Umfang ein Entgelt zahlen.

Ansonsten ist es günstig, bei den hiesigen Medizinjournalen im Netz nach Artikeln zu schauen. Oft geben die ihre Artikel 6 Monate nach Erscheinen frei zum downloaden. Sonst hat man zwar eine Menge Artikel, die dann aber i.d.R. als Abstract. Und das reicht nicht immer aus.

Nadine Feyer

 
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