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Artikel vom 04. 10. 2004

Anatomie, Histologie, Embryologie

Von Kopf bis Fuß im Medizinstudium

Redaktion Via medici online

Die Anatomie ist das schönste, größte und wichtigste Fach im vorklinischen Teil des Medizinstudiums. Sie ist auch traditionell der Schrecken aller Studenten. Muss aber nicht sein: mit der richtigen Vorbereitung und ein paar Tipps kommen Sie bestimmt durch alle Testate.

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Foto: Tobias Braun, Frankfurt

Übersicht


Eine der wichtigsten VorlesungenNach oben hoch

In diesem Fach werden Sie alles über den Aufbau des menschlichen Körpers lernen - auf lateinisch. Dass das besonderen Spaß macht, ist ja klar. Wer sagt nicht gerne "Processus coracoideus"?

Zunächst finden Sie sich meist an einer Leiche im Präpariersaal wieder. Hier sind Ihre praktischen Fähigkeiten mit dem Skalpell gefragt. Vielleicht stellt sich für manche nun schon ein "chirurgisches" Interesse ein.

Neben dem Präparieren ist die Vorlesung sicher eine der wichtigsten und spannendsten Veranstaltungen im vorklinischen Studienabschnitt. Der Besuch der Vorlesung lohnt sich, denn die Studenten erhalten einen Überblick über das gesamte anatomische Spektrum und auch erste Hinweise darauf, welche Erkrankungen und pathologische Veränderungen ihre Grundlage in der Anatomie haben.


Makroskopische AnatomieNach oben hoch
© Georg Thieme Verlag 2004
© Georg Thieme Verlag 2004

Angefangen wird am Rumpf und an den Extremitäten, dann geht es bald ins Innere des Körpers zu Herz und Nieren. Auch der Bereich Kopf/Hals bietet noch eine Fülle an anatomischen Details.

Ein weiterer wichtiger Teil ist die Neuroanatomie, die Lehre von Gehirn und Rückenmark. Diese Bereiche fallen in den Komplex der "makroskopischen Anatomie".

Lange Tage am Präpariertisch prägen dieses Semester. Doch das Wissen müssen Sie zum Physikum wieder parat haben! Gar nicht leicht, wenn dazwischen so viele andere Fächer liegen.


Mikroskopische AnatomieNach oben hoch

Die mikroskopische Anatomie ist dagegen die Lehre von den Zellen und Geweben.

© Georg Thieme Verlag 2004
© Georg Thieme Verlag 2004

Dieses Fach nennt sich die "Histologie". Hier wird meist ausgiebig am Mikroskop gearbeitet und gezeichnet. Das kann sehr künstlerisch und kreativ werden! Später, nach dem Physikum, werden Sie dieses Wissen gut gebrauchen können, wenn es darum geht in der Histopathologie gesundes von krankem Gewebe zu unterscheiden.

Für das Erkennen der Strukturen gilt, noch mehr als bei der makroskopischen Anatomie, das Wort: "Man sieht nur, was man weiß!". Bereiten Sie daher das jeweilige Thema des Kurses gut vor, so wird es viel leichter und effizienter!

Ein paar Tipps für den Histokurs aus Ulm:

LinkSo kommen Medizinstudenten gut durch den Histologie-Kurs

EmbryologieNach oben hoch
© Georg ThiemeVerlag 2004
© Georg Thieme
Verlag 2004

Die Embryologie zeigt die Entwicklung des Körpers in ihren kleinsten Anfängen. Sie erstreckt sich von der befruchteten Eizelle bis zum reifen Fötus. Eine abenteuerliche Reise in Prozesse jenseits des räumlichen Vorstellungsvermögens. "Klein aber oho!" ist hier das Motto und nicht jeder kommt auf Anhieb durch die Prüfung.

Gelehrt wird das Fach meist im Rahmen des ersten Semesters parallel zur makroskopischen Anatomie. Die Inhalte der Embryologie werden in den Testaten an der Leiche oft gleich mit abgefragt. Zuerst erklären Sie dann beispielsweise den Aufbau des Auges und die Funktion der Augenmuskeln, dann, wenn aus der 2 eine 1 werden soll, dürfen Sie noch die Embryonalentwicklung des Auges zusammenfassen. Viel Erfolg!


GegenstandskatalogNach oben hoch

Der Gegenstandskatalog ist spätestens für das schriftliche Physikum von Relevanz. Er kann Ihnen jedoch auch schon vorher gute Dienste leisten! Auf der Homepage des IMPP finden Sie pdf-Dateien, in denen die Lernziele definiert sind. Das gibt einen guten Überblick über die Lernfortschritte und die verbleibenden Lücken. Klicken Sie hier, um zur Seite des IMPP zu kommen:

   Externer Link zum GK1


Lern- und PrüfungstippsNach oben hoch

Wo fange ich an? Das fragt sich wohl jeder Student zunächst, wenn er ahnungslos vor dem dicken Anatomiebuch sitzt. Am besten, Sie lernen die einfachen Dinge zuerst, also Knochen und Gelenke. An manchen Universitäten beginnt der Kurs gleich mit einem "Knochentestat". Dann werden Sie schon gut vorbereitet sein müssen!

Normalerweise ist es am leichtesten, wenn Sie eine bestimmte Reihenfolge einhalten: Knochen, Gelenke, Muskeln. Damit wissen Sie schon, wie die Bewegung abläuft. Lernen Sie dann, welcher Nerv die Bewegung steuert und wie dessen Lage und Verlauf aussieht. Denken Sie an die Ausfallerscheinungen! Zuletzt kommt noch die arterielle und venöse Versorgung und die Lage der Lymphbahnen hinzu. Noch etwas Haut und Hautnerven darüber und schon sind Sie mit dieser Region fertig!

Im Kurs werden Sie vielleicht eine Region bekommen, die Sie allein präparieren dürfen. Lernen Sie diese also zunächst ganz genau, damit Sie beim Präparieren alles richtig machen! Die Vorgehensweise müssen Sie dafür etwas ändern: nicht von Innen nach Außen, sondern von der Haut und den Nerven zu den Gefäßen und den Muskeln. Zum Schluss, wenn Sie alles freipräpariert haben, sehen Sie sich die Knochen an.

In der Prüfung müssen Sie nicht alles wissen! Das wäre beinahe verrückt. Lernen Sie die Grundlagen und vor allem die klinische Relevanz. Dazu gehören Ausfallerscheinungen der Nerven, Verläufe der Nerven und Gefäße (Punktionen!) und die räumliche Beziehung der Strukturen zueinander. Lernen Sie, wie Bewegungsabläufe funktionieren und warum manche Gelenke mehr Freiheit haben, als andere (wegen der Bänder, u.a.). Üben Sie das Abfragen doch mit einem Lernpartner, dann lassen sich auch aufkommende Verständnisschwierigkeiten leichter lösen.

Einige Studenten lernen die Begriffe und Strukturen stur auswendig (nicht sinnvoll), andere lernen die Funktion und die physiologischen Hintergründe gleich mit (sehr sinnvoll) und wieder andere denken sich Eselsbrücken aus (zumindest lustig). Hier finden Sie einige der besten Merkhilfen für die Anatomie:

LinkEselsbrücken für die Anatomie
Linkund für die Histologie

Zeitplanung im schriftlichen ExamenNach oben hoch

Für die Anatomie sollten Sie in Ihrer Vorbereitung auf das schriftliche Physikum etwa 21 Tage reservieren (bzw. etwa 30% der Zeit). Von den 320 Fragen entfallen etwa 80 auf den Bereich Anatomie (mit Histologie und Embryologie).

Wichtige Themen in der Histologie sind die Grundlagen zum Thema Epithelgewebe und allgemeine Gewebelehre. Im makroskopischen Teil sind die Gefäße des Bauch- und Beckenraumes, die Lunge, die Hirnnerven und das Auge (Kopf und Hals) und das ZNS echte "Dauerbrenner". Vergessen Sie nicht einige embryologische Details!

Schauen Sie sich die Prüfungsfragen im Original an:

Linkdie original IMPP-Fragen

Anatomie-BücherNach oben hoch

Anatomie-, Embryologie- und Histologiebücher aus dem Georg Thieme Verlag:

   Externer Link Anatomie und Embryologie

   Externer Link Histologie

Auf dieser Seite können Sie Buchrezensionen von Medizinstudenten zu vielen Lehrbüchern der Anatomie lesen:

LinkRezensionen der Anatomie-Bücher

Linkliste AnatomieNach oben hoch

Die ganze Linkliste für Anatomie finden Sie hier:

Linkzur Linkliste Anatomie

Die 3 besten Linktipps daraus:

   Externer Link MakroTutor der Uni Tübingen

   Externer Link 3-D Präparate (Universität des Saarlandes)

   Externer Link HistoNet 2000


Berichte über den PräpkursNach oben hoch

Bei Via medici online finden Sie spannende Berichte von Medizinstudenten über die Anatomie und den Präpkurs.

LinkDer Präparierkurs - ein Fundament der Medizin
LinkWas macht ein Prosektor?
LinkEine nachdenkliche Betrachtung
LinkDer Kurs in Frankfurt (mit schönen Fotos!)
LinkDer Präpkurs - Schrecken oder Chance?

Ein Leben für die Anatomie - Interview mit einem Ulmer ProfessorNach oben hoch

Von Innovationen in Lehre und Forschung: Professor Stefan Britsch, Direktor des Instituts für Molekulare und Zelluläre Anatomie, forscht und lehrt an der Uni Ulm. Engagierte Doktoranden finden hier sehr gute Bedingungen und können im Rahmen eines Praktikums auch einfach einmal in die Forschungsarbeit hineinschnuppern. Eleni Sturm sprach mit Professor Britsch über seine Arbeit an der Ulmer Universität.

LinkInterview mit Professor Britsch

Viel Erfolg für die Anatomie!


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