Medizinstudium
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| Was ist das Physikum? |
Das Physikum ist der erste Abschnitt der ärztlichen Prüfung und das erste große Examen während des Medizinstudiums. Es steht nach vier Semestern Studium zum Ende der Vorklinik vor der Tür. Antreten darf, wer alle bis dahin angefallenen Prüfungen bestanden, sowie drei Monate Pflegepraktikum und einen Erste-Hilfe-Kurs abgeleistet hat.
| Wie läuft die Prüfung ab? |
Das Physikum gliedert sich in einen schriftlichen und einen mündlichen Teil. Dabei wird das schriftliche Examen deutschlandweit am gleichen Tag zur selben Zeit mit den gleichen Prüfungsfragen durchgeführt. Die Fragen werden vom Institut für medizinische und pharmazeutische Prüfungsfragen (IMPP) vorgegeben. Es müssen 320 Multiple-Choice-Fragen in zwei Tagen beantwortet werden. Jeden Tag hat der Student vier Stunden für das Kreuzen der Fragebögen Zeit. Danach werden die Antworten zentral ausgewertet und etwa einen Monat danach werden die Ergebnisse per Post verschickt.
Die mündliche Prüfung wird an der eigenen Universität durchgeführt. Hier werden zumeist Vierer-Gruppen gebildet, die dann in etwa vier Stunden gemeinsam abgefragt werden. Ob dabei der einzelne Student alle Fächer am Stück durchläuft oder eine Rotation stattfindet, ist abhängig von den jeweiligen Professoren.
Die endgültige Note berechnet sich schlussendlich aus der mündlichen und schriftlichen Prüfung in gleichen Teilen.
| Was wird geprüft? |
Im schriftlichen Teil des Physikums werden am ersten Tag Physiologie, Physik, Biochemie und Chemie geprüft. Am zweiten Tag folgen dann die Fächer Anatomie, Biologie und Medizinische Psychologie und Soziologie. Den Hauptanteil der Fragen stellen dabei die großen Fächer: Anatomie, Biochemie, Physiologie und Medizinische Psychologie und Soziologie.
In der mündlichen Prüfung werden nur die drei Hauptfächer der Vorklinik abgefragt, das sind Anatomie, Biochemie und Physiologie. Häufig wird dabei die Anatomie anhand von mikroskopischen oder makroanatomischen Präparaten geprüft. Des Weiteren erhält jeder Student eine praktische Aufgabe, die zum Beispiel einen Versuchsaufbau der Physiologie oder Biochemie beinhalten kann, oder ein zusätzliches Präparat in der Anatomie.
| Tipps fürs Physikum |
1.) WICHTIG: Lass dich nicht von deinen Kommilitonen und den höheren Semestern verrückt machen!
2.) Fange frühzeitig mit der Vorbereitung auf das Physikum an, etwa vier Monate vorher! Stelle dir einen Lernplan zusammen, an dem du dich orientieren kannst! Baue Puffertage ein! Nutze diese dann, um nicht geschaffte Themen zu lernen oder schwierige Zusammenhänge nachzulesen!
3.) Plane feste Pausen ein! Belohne dich regelmäßig! Nimm dir auch ganze Tage frei, um einen Ausflug zu machen oder Familie und Freunde zu treffen!
4.) Lerne die großen Fächer mithilfe von Lehrbüchern, mit denen du gut zu Recht kommst und die an deiner Universität benötigt werden! Für die kleinen Fächer: Biologie, Chemie und Physik reicht es, wenn du ausführlich kreuzt und bei den falsch gekreuzten Fragen die Kommentare durchliest. Aber auch bei den großen Fächern solltest du ausreichend Zeit zum Kreuzen einplanen. Hilfreich ist es dabei, falsch gekreuzte Fragen wiederholt zu kreuzen!
5.) Lies das Prüfungsprotokoll der mündlichen Prüfung deiner Universität durch! So lernst du die Lieblingsthemen und -fragen deiner Dozenten kennen und kannst Themen herausfiltern, die du noch vertiefen solltest.
| Hilfreiche Links |
| Kommentar einer Absolventin |
Ich habe mein Physikum vor drei Semestern bestanden, aber jedesmal wenn ich höre, dass es wiedereinmal soweit ist, dann ist es auf einmal wieder ganz nah da: Das PHYSIKUM, dieses Damoklesschwert das einen die ganze Vorklinik begleitet, das einen, egal welches Fach man gerade hat, irgendwie immer wieder einholt, auch wenn man es gerade mal wieder erfolgreich verdrängt hat. Fakt ist, dass darin alle Fächer der Vorklinik geprüft werden, also Anatomie, Physiologie, Biochemie als die drei großen Fächer. Und natürlich auch die ganzen kleinen Fächer wie Chemie, Physik, Biologie und Psychologie/Soziolgie. Fakt ist, dass es echt super anstrengend ist, vor allem die letzte Zeit vor der Prüfung. Fakt ist, dass es ein Leben neben dem Physikum geben muss. Fakt ist aber auch, irgendwann ist es vorbei. Bei mir war die Zeit vor dem Physikum meine bisher lernintensivste und wenn ich ehrlich bin, war ich auch das ein oder andere Mal davor zu sagen: Ich höre auf, ich kann und will nicht mehr. Aber wie gesagt, es geht vorbei. Ein Assistenzarzt hat einmal zu mir gesagt, dass man sich nicht vor einer Prüfung Gedanken dazu machen soll, ob es das alles wirklich lohnt, immer erst danach. Ich hab mich dran gehalten, irgendwann war es dann einfach da.
Schriftlich habe ich als sehr angenehm empfunden, im Vergleich zu anderen Prüfungen. Der Fragemodus war klar und den hatte ich davor mit einer CD oft genug geübt. Mündlich war dann nochmal ein bisschen anders, da wir zu dritt dann vor drei Prüfern saßen. Natürlich kann man immer die Fragen der anderen beantworten und tut sich dann mit den eigenen schwer, was sie Sache auch nicht einfacher macht. Aber es geht tatsächlich vorbei und in der Klink wird es besser. Die Prüfungen sind eher spezifisch auf das Fach ausgerichtet, die Dozenten haben nicht das Bestreben einen Durchfallen zu lassen, oder Dir anderweitig blöd zu kommen. Fazit: Wenn mich jemand fragt, ob sich das Studium lohnt? Ja, auf jedenfall, aber die ersten vier Semester heißt es einfach nur Durchhalten. Würdest du es nochmal machen? Jein, ich kann mir nichts anderes vorstellen, aber es war schon nicht ohne, an den Punkt zu kommen an dem ich jetzt stehe. Wenn man nicht wirklich davon überzeugt ist, dass es das ist, was man will, dann sollte man es wirklich bleiben lassen. Da gibt es andere Fächer, die sich mit weniger Aufwand studieren lassen und mehr Freizeit garantieren als Medizin.
Caro
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