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Hammerexamen im Oktober 2006: Erstes Resümee
Mediziner-Examen nach neuer Studienordnung erstmals erfolgreich durchgeführt
Presseerklärung des IMPP von Oktober 2006
Vom 17. bis 19. Oktober 2006 fand der schriftliche Teil des abschließenden Staatsexamens für Ärzte nach der neuen Approbationsordnung von 2002 erstmalig statt.
Übersicht
| Eine Umstellung für Studierende und Universitäten | hoch |
Der Termin war von allen Seiten mit Spannung erwartet worden, weil die Prüfung als wesentliche Neuerung nun die Bearbeitung so genannter Fallstudien vorsieht, bei denen Krankheiten aus den unterschiedlichen Perspektiven mehrer medizinischer Fächer zu bearbeiten sind.
Der neue Prüfungsmodus verlangte von den Universitäten vorbereitend eine Verstärkung der interdisziplinär orientierten Ausbildung, was einige Bereiche zu großen Umstrukturierungen veranlasste. Die Studierenden, die die Prüfung wegen ihrer Stofffülle als "Hammerexamen" bezeichnet hatten, mussten nun unter Beweis stellen, dass sie das medizinische Wissen über die wichtigsten Krankheitsbilder aus den einzelnen Fachgebieten zu einem Gesamtbild zusammenführen können.
Dabei war das Studium der jetzigen Prüfungskohorte durch die Umstellung der Studienordnungen geprägt, denn als die neue Approbationsordnung in Kraft trat, hatten die Prüfungsteilnehmer schon einige Semester nach der früheren Ausbildungsordnung studiert. Die Umstellung war auch für die Universitäten eine große Herausforderung und oft wurden Befürchtungen laut, dass die Umstellung in der vorgegebenen Zeit nicht zu verwirklichen sei.
| Erste vorläufige Auswertung | hoch |
Bei der ersten vorläufigen Auswertung der Prüfung, die am 24. Oktober vom Institut für medizinische und pharmazeutische Prüfungsfragen (IMPP) in Mainz vorgenommen wurde, haben sich solche Befürchtungen nun als gegenstandslos erwiesen. Die Durchführung der Prüfung bei etwa 700 Prüfungskandidaten geschah ohne größere Probleme. Auch wenn das Gros der Studierenden das Examen als schwer einstufte, haben voraussichtlich gut 9% der Teilnehmer die Prüfung nicht bestanden; unter denjenigen, die die Prüfung nach der Mindeststudienzeit von 12 Semestern ablegten, waren es nur etwa 5%.
Der Anteil der Studierenden, die die Prüfung nicht bestanden haben, ist voraussichtlich zwar geringfügig höher als bei den früheren Abschlussprüfungen, aber das ist nach Auffassung des IMPP vor allem darauf zurückzuführen, dass bei der Prüfungsvorbereitung noch nicht auf eine auf den neuen Stoff optimal angepasste Lehrbuchliteratur zugegriffen werden konnte, und auch dadurch, dass die Bearbeitung von Krankheitsbildern anstatt von Einzelaufgaben noch ungewohnt war.
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