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Der Gute Doktor
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Damon Galgut Goldmann 2005, 280 Seiten, ISBN 3442545676, EUR 19,90
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| 1 Punkt von Peter Vomhof, 3. klin. Semester in Münster |
Die Handlung des Buches spielt sich in einem verlassenen Krankenhaus tief in einem ehemaligen Homeland Südafrikas ab. Hier arbeitet und lebt Dr. Frank Eloff, den es auf der Flucht vor seiner zerrütteten Ehe hier her verschlagen hat. Doch Arbeit gibt es nicht viel. Die "Stadt" ist verlassen und aus den vielen umliegenden Dörfern im Busch verirren sich nur selten Patienten ins Krankenhaus. Frank Eloff und seine wenigen Kollegen haben sich in einen lethargischen Zustand der Resignation sinken lassen, so dass es auch nicht weiter stört, wenn viele Gebäude der Klinik leer stehen und dort alles was nicht niet- und nagelfest ist, von Unbekannten aus der Umgebung geplündert wird. Als dann eines Tages ein junger Arzt, Laurence Waters, vor der Tür steht, ist die erste Reaktion von Frank: "Der macht’s nicht lange". Und tatsächlich: Laurence, der seinen Sozialdienst ableisten muss, scheint mit völlig falschen Erwartungen gekommen zu sein. Doch ist er voll von Optimismus, moralischen Prinzipien und Wertvorstellungen und möchte "etwas bewegen".Schnell wird deutlich, dass damit Konflikte vorprogrammiert sind – haben sich doch alle andern – allen voran Frank – mit der hoffnungslosen Situation arrangiert. Doch Laurence schafft es tatsächlich, Bewegung in das Krankenhaus zu bringen. Dabei setzt er jedoch Ereignisse in Gang, die irgendwann keiner mehr kontrollieren kann…Mehr möchte ich hier jetzt nicht verraten. Falls doch noch jemand dieses Buch lesen möchte, dann sollte er hier nicht mehr weiterlesen! Denn ich muss sagen, dass es mit Abstand die langweiligste Literatur war, mit der ich mich jemals befasst habe.Während der 280 Seiten-Lektüre wurde grade mal stellenweise ein Hauch von Spannung aufgebaut. Auch einfaches Interesse am Fortgang der Geschichte konnte nicht geweckt werden. So wurde das Buch leider schon sehr früh zur Pflichtlektüre (ich musste hier ja etwas niederschreiben und die Hoffnung auf ein zündendes Ereignis war ja auch noch da…).Ich hatte mich fehlleiten lassen von der Inhaltsangabe des Verlags. Ich dachte, ich bekäme einen spannenden Ärzteroman, noch dazu in ungewohnter Umgebung (Südafrika) zu lesen! Aber leider ist das Medizinische in diesem Buch nur eine relativ unwesentliche Rahmenhandlung. Auch die Andeutungen zur politischen Geschichte der Homelands sind bruchstückhaft und schwer nachvollziehbar (mit der durchschnittlichen Geschichtsbildung eines Gymnasiasten). Einmal bekommt man den Hinweis, dass auch lange nach dem Ende der Apartheid noch immer zwischen Schwarz und Weiß unterschieden wird. Aber ist das eine neue Erkenntnis?Der Großteil der Story dreht sich eigentlich um die psychischen Probleme und Konflikte von Frank Eloff. Er hatte ein schlimmes Erlebnis in seiner Armeezeit, in der er erstmals seine Mutlosigkeit unter Beweis stellte. Vielleicht liegen seine Probleme hier begründet. Vielleicht aber auch darin, dass sein Vater ein von den Medien und den Menschen geliebter Arzt und Star ist, wobei Vater und Sohn wissen, dass Frank selbst niemals Gleiches erreichen wird.Von daher ist es nachvollziehbar, dass Frank Probleme hat, wenn sein neuer junger Kollege ihm und allen andern zeigt, dass man selbst hier in der Einöde noch etwas bewegen kann. Das Ende dieser Probleme und auch des Buches ist dann aber sehr einfach, vor allem aber unbefriedigend. Eigentlich hat sich nichts verändert, für einige ist es sogar schlechter geworden. Man soll wohl in einen pessimistischen Zustand der Resignation verfallen. Dafür konnte das Buch aber zuvor zu wenig fesseln…Fazit: Der Autor versucht, Politik und Geschichte, Liebe und Romantik, Abenteuer und Krimi, Medizin und Psychologie – einfach viel zu viele Ansätze unter einen Hut zu bringen. Alles wird angerissen, nichts richtig zu Ende gebracht. Das Leseerlebnis ist unbefriedigend und langweilig. Nachher ist man genauso schlau wie vorher und weiß nur, dass man seine Zeit besser hätte nutzen können.
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