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Chemie

Bild Mortimer, C.E.; Müller, U.
Thieme Verlag
ca. 64.95 EUR
766 S., 395 Abb., 520 Formeln
9. Aufl.2007
ISBN 9783134843095

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4 Punkte von Dominic Geßler, 4. vorklinisches Semester Heidelberg


Kurzbeschreibung

Der „Mortimer“, wie er im Allgemeinen genannt wird, umfasst den ganzen Stoff für die vorklinische Chemie. Dabei liegt das Hauptaugenmerk auf der Anorganik – aber auch die Inhalte der Organik sind für die Vorklinik völlig ausreichend. Besondere Stärken liegen in der sehr guten Gliederung und der farbigen Gestaltung der einzelnen Kapitel (900 Abbildungen). Den hervorragenden Gesamteindruck runden die vielen Übungsaufgaben am Ende jedes Kapitels ab.


Zielgruppe

Das Lehrbuch „Chemie“ richtet sich nicht ausschließlich an Medizinstudenten. Vielmehr eignet sich dieses Buch ganz allgemein für Studenten der Natur- und Ingenieurwissenschaften, die Chemie als Nebenfach zu belegen haben. Folglich richten sich auch die Gliederung sowie der Inhalt nicht nach dem Gegenstandskatalog. Dennoch ist der „Mortimer“ für Medizinstudenten geeignet, besonders für solche, die ein Verständnis für die Chemie entwickeln und nicht nur auswendig lernen möchten.


Inhalt

In 35 Kapiteln handelt der Mortimer mehr Wissen ab, als für den Medizinstudenten nötig ist. Dabei werden zu Beginn eher grundlegende Themen wie Atomtheorie, chemische Bindungen, Gase, Säure und Basen und Ähnliches besprochen.

Im weiteren Verlauf wird dann, anders als in „Chemie für Mediziner“-Büchern, in einzelnen Kapiteln auf die Elemente der Hauptgruppen eingegangen.

Besonders für Medizinstudenten interessant sind die Kapitel der organischen Chemie und das Kapitel über Naturstoffe und Biochemie. Hier wird unter anderem Wissenswertes zum Hämoglobin behandelt, sodass man schon mal einen interessanten Ausblick auf die Biochemie erhält.

Insgesamt erfreut sich der Leser an einer guten Balance zwischen inhaltlichem Tiefgang und dennoch übersichtlicher Darstellung.


Didaktik/Aufbau

In dieser Hinsicht gehört der „Mortimer“ sicherlich zu den besten Büchern: Prinzipiell ist jede Seite in zwei Spalten angelegt. Dabei umfasst die Hauptspalte den fortlaufenden Text, Graphiken und Formeln, die Randspalte stellt einzelne Formeln und Graphiken nochmals heraus oder bietet Tabellen mit Schlüsselwörtern, die dann gleich in der englischen Übersetzung mit angegeben werden. Auch werden Definitionen bestimmter Begriffe oder wichtige Formeln in grünen Kästen in der Randspalte abgedruckt. Hingegen sind in gelben Kästen Zusammenfassungen bestimmter wichtiger Abschnitte dargestellt, diese sind allerdings nicht in jedem Kapitel zu finden.

Die Kapitel beginnen jeweils mit einer farbig hinterlegten Zusammenfassung in der Hauptspalte und mit einem Kapitelfahrplan in der Randspalte. Außerdem werden, wie in den sehr guten amerikanischen und englischen Lehrbüchern, alle im nachfolgenden Kapitel erwähnten Schlüsselworte aufgelistet. Diese Schlüsselworte können auch nochmals im Glossar am Ende des Buches in ihrer Bedeutung nachgeschlagen werden.

Die Attraktivität der einzelnen Kapitel wird außerdem dadurch erhöht, dass Graphiken, Tabellen usw. stets farbig gehalten sind. Außerdem werden wichtige Begriffe im Text fett gedruckt und damit hervorgehoben. So kann man beim schnellen Überfliegen eines Unterkapitels gleich den Abschnitt finden, den man vielleicht gerade nachlesen möchte.

Am Ende jedes Kapitels gibt es noch eine Reihe von Übungsaufgaben, die nach den einzelnen Unterkapiteln zusammengefasst sind. Somit können Aufgaben leicht nur zu einem bestimmten Kapitelabschnitt ausgewählt werden.

Fallbeispiele, wie sie von der neuen AO gefordert werden, sind im Mortimer keine vorhanden. Dies wird aber durch die meiner Meinung nach wichtigeren Übungen und Rechenaufgaben kompensiert.

Die letzten 91 Seiten bestehen aus einem Anhang, der z.B. Tabellen der Normalpotenziale, Dissoziationskonstanten usw. enthält. Danach folgen die Lösungen der Übungsaufgaben der einzelnen Kapitel und das Glossar. Diese Seiten sind am Rand in blau bzw. rot markiert, sodass ein schnelles Zugreifen darauf möglich ist. Die letzten Seiten bilden schließlich ein sehr ausführliches Sachverzeichnis.

Das ganze Buch ist durchweg flüssig zu lesen. Auch verhindert die klare Gliederung, dass es zu unnötigen Wiederholungen kommt.

Wer das Semester über in Chemie mitgelernt hat und den Mortimer zur Hand hatte, kann sich mit diesem Buch auch problemlos auf eine Prüfung vorbereiten. Für einen einwöchigen Crashkurs vor der Prüfung, bietet sich aber eher ein Kurzlehrbuch an.


Relevanz für die örtliche Uni

Eine direkte Empfehlung gibt es nicht. Alle als relevant eingestuften Bücher tragen die Zielgruppe „Mediziner“ auch im Titel.


Preis

Der Inhalt und die gesamte Aufmachung dieses Buches rechtfertigen den Preis von 59,95 €, der aber in Anbetracht der vielen für ein Studium nötigen Bücher nicht gerade Freude aufkommen lässt.

Speziell für Medizinstudenten gibt es eine Reihe billigerer und ebenfalls ausreichender Alternativen, die allerdings die Chemie nicht mit einem so tiefen Verständnis vermitteln, wie dies der Mortimer tut.


Fazit

Der „Mortimer“ ist ein sehr gutes Chemiebuch für all diejenigen, die ein tiefes Verständnis für dieses interessante Fach entwickeln wollen. Dabei werden genauso alle Themengebiete abgehandelt, wie in Chemiebüchern, die sich speziell an Medizinstudenten richten. Einziges Manko hierbei sind die fehlenden klinischen Bezüge. Darüber kann man meiner Meinung nach hinwegsehen; deshalb ist der „Mortimer“ ein absolut zu empfehlendes Buch für die Vorklinik – gerade auch wegen des sehr guten didaktischen Konzeptes.Schmerzlich ist nur der Preis, der bei den meisten „Chemie für Mediziner“-Büchern nur die Hälfe beträgt.


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