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Zuletzt geändert am 28. 04. 2009

Fragen zum Medizinstudium

Traumstudium Humanmedizin? FAQ's für Schüler

Redaktion Via medici online

Uns erreichen immer wieder Email-Anfragen von Schülern, die auf der Suche nach Informationen zum Medizinstudium bei Via medici online "gelandet" sind. Herzlich willkommen! Hier finden Sie unsere "frequently asked questions", die Sie erst einmal durchstöbern können.

Übersicht


Sollte jedoch speziell Ihre Frage hier nicht beantwortet sein, können Sie Ihre Frage in unserem Forum "Schüler fragen Studenten" loswerden. Schauen Sie also gelegentlich dort vorbei, wenn Sie eine Frage ins Forum eingetragen haben. Zum Forum: einfach hier klicken!

Eine weitere Informationsquelle ist das Infopaket Schüler/Medizinstudium. Via medici-Abonneten erhalten das Infopaket kostenlos, Nicht-Abonnenten können es für 10 Euro kaufen.

Linkzum Infopaket Medizinstudium




Fachliche Voraussetzungen für das MedizinstudiumNach oben hoch

Muss ich Latein in der Schule haben, wenn ich Medizin studieren will?

Nein, denn im ersten Semester gibt es für jeden Medizinstudenten einen Terminologie-Kurs, in welchem die nötigen Lateinkenntnisse vermittelt werden. An der Privatuniversität Salzburg (Österreich) wird das kleine Latinum vorausgesetzt, es gibt allerdings die Möglichkeit, dies im ersten Studienjahr nachzuholen.


Nutzt es mir etwas, wenn ich das große Latinum habe?

Es nützt Ihnen auf jeden Fall, denn Sie werden die vielen lateinischen Begriffe vor allem in der Anatomie sicher leichter lernen als andere. Voraussetzung ist das Latinum allerdings nicht.


Brauche ich fundierte Biologie oder Chemiekenntnisse?

Sie sind nicht Voraussetzung für das Medizinstudium, jedoch sind vor allem Kenntnisse in Chemie von großem Vorteil. Denn an vielen Fakultäten ist der Chemie-Kurs im vorklinischen Studienabschnitt sehr schwierig.



Zulassung zum Medizinstudium, Abi-Note, WartezeitNach oben hoch

Kann ich ohne Abitur Medizin studieren?

Nach Informationen der ZVS gibt es einige Bundesländer, die Bewerber auch ohne Abitur zum Medizinstudium zulassen. Um ohne Abitur zugelassen zu werden, benötigt der Bewerber eine fachgebundene Hochschulreife. Um diese zu bekommen, ist in der Regel eine abgeschlossene Ausbildung, Berufserfahrung und ein Einstufungstest notwendig. Die Bestimmungen werden vom Bundesland bzw. der Uni festgelegt und sind jeweils von Land zu Land unterschiedlich.

Die Note des Einstufungstestes ist der Abiturnote äquivalent. Der Bewerber konkurriert nun wie beim normalen Verfahren mit den anderen Bewerbern seines Bundeslandes. Auch hier ist die ZVS verantwortlich. Die Berufausbildung wird nicht als Wartezeit angerechnet, da Wartezeit erst vom Zeitpunkt der Hochschulzugangsberechtigung an gilt.

Für weitere Informationen sollte man nachfragen bei:

 »Wissenschaftsministerien
 »Ministerien für das Hochschulwesen
 »Kultusministerien
 »den jeweiligen Unis

Weitere Infos zu "Medizinstudium ohne Abi

LinkStudieren ohne Abitur

Mehr zur allgemeinen Zulassung der ZVS finden Sie in der Rubrik "Schüler/Zulassung" bzw. unter diesem Link:

LinkZulassung zum Medizinstudium

Die Vergabe der Studienplätze wird über die ZVS geregelt

Die Verteilung der Studienplätze wird in Deutschland durch die ZVS, "die Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen", geregelt. Dabei werden seit dem WS 2005/2006 20% der Plätze nach Abiturnote, 20% über Wartezeit und 60% der Plätze über die Hochschulen vergeben. Allerdings gibt es Vorabquoten und besondere Kriterien (z.B. soziale Faktoren), die unter Umständen nicht nur auf den Studienplatz, sondern auch über den Studienort Einfluss nehmen können. Darüber hinaus wurde in Baden-Württemberg der TMS, also der Test für medizinische Studiengänge 2007 wieder eingeführt.

LinkDas ZVS-Auswahlverfahren zum Medizinstudium

Nach welchen Kriterien suchen die Hochschulen ihre Studenten aus?

60% der Studienplätze werden von den Hochschulen selbst vergeben. Dabei gehen die Universitäten nach folgenden Kriterien vor:

 Sie vergeben ihre Studienplätze wie die ZVS nach der Abiturnote
 Sie fragen in Auswahlgesprächen nach der Motivation der Bewerber
 Sie prüfen die berufliche Qualifikation des Bewerbers, wenn er/sie bereits eine Ausbildung abgeschlossen hat

Wie kann ich Wartezeiten überbrücken?

Wartezeiten kommen in der Regel dann vor, wenn der Bewerber aufgrund seiner Abiturnote nicht gleich einen Studienplatz erhalten hat. Es ist möglich, dann eine Ausbildung zu beginnen, denn diese Zeit wird trotzdem als Wartezeit abgerechnet. Das gilt nicht, wenn der Bewerber ein anderes Hochschulstudium beginnt. Diese Semester werden NICHT als Wartezeit angerechnet!

Die Wartezeit lässt sich zum Beispiel für das vorgeschriebene dreimonatige Pflegepraktikum nutzen. Auch können Sie den Erste-Hilfe-Kurs bereits belegen. Von Vorteil ist, wenn Sie "geistig" nicht völlig abschalten, sondern sich irgendetwas (bspw. Fremdsprache) suchen, wo Sie kontinuierlich (etwas) lernen können bzw. müssen. So kommen Sie nicht ganz aus dem Lernrhythmus heraus und es wird Ihnen vielleicht leichter fallen, gleich von Beginn des Studiums an wieder schnell umfangreiches Wissen zu "pauken". Das lässt sich übrigens gut mit einem Auslandsaufenthalt kombinieren: Für die einen ist es Sprachtraining, für die anderen der längste Urlaub der Welt…

Auch ein freiwilliges soziales Jahr kann man in dieser Zeit machen. Das kann man sich auch auf das Krankenpflegepraktikum anrechnen lassen!

Wenn aufgrund der Abitursnote bereits klar ist, dass sich der Bewerber auf eine Wartezeit einstellen muss, lohnt sich eine Berufsausbildung. In erster Linie bietet sich die Ausbildung zur Krankenschwester/Krankenpfleger an oder zum Rettungssanitäter/Rettungsassistenten. Die Erfahrungen bieten später im Studium einen immensen Vorteil, zudem kann man mit abgeschlossener Berufsausbildung neben dem Studium gut Geld verdienen.


Von was hängt die Dauer der Wartezeit ab?

Die Wartezeit ist abhängig von der Abitursnote und wie dicht diese Note an der Grenze derer lag, die im ersten Durchlauf und im ersten Bewerbungsverfahren einen Platz erhalten haben. Je weiter die Note von dieser Grenze entfernt ist, desto länger dauert die Wartezeit.


Mit welcher Abitursnote kann ich einen Studienplatz erhalten?

Es gibt eine Zulassungsbegrenzung für Medizin, da es mehr Bewerber als Plätze gibt. Der Notendurchschnitt, mit dem man noch einen Platz bekommt, ist von der Anzahl der Bewerber pro Platz abhängig. In den meisten Bundesländern ist eine 1 vor dem Komma notwendig.
Die Schulsysteme der Bundesländer sind unterschiedlich. Daher bekommt jedes Bundesland eine Anzahl an Studienplätzen zugeteilt; um diese Studienplätze konkurrieren alle Abiturienten des entsprechenden Bundeslandes. Sind die angehenden Studenten ermittelt, die einen Platz bekommen sollen, verteilt die ZVS bundesweit alle Studienplatzanwärter auf die einzelnen Studienorte. Hierbei werden dann die Studienortwünsche und soziale Kriterien berücksichtigt.

Bewerber mit deutlich schlechteren Abitursnoten müssen Wartezeiten mit in Kauf nehmen, die ihre Position verbessern.

Da die Grenze der zugelassenen Abitursnoten immer schwankt, lohnt es sich, sich jedes Semester neu zu bewerben!


Meine Abiturnote ist nicht besonders gut. Habe ich im Medizinstudium überhaupt Chancen?

Die Abiturnote ist nicht unbedingt entscheidend. Sicher schneiden die Studenten mit sehr guten Abiturnoten auch in den großen Staatsexamina oft gut ab, das haben Untersuchungen ergeben. Dennoch muss das nichts heißen. Entscheidend ist, ob man bereit ist, sehr, sehr viel zu lernen und ob man Durchhaltevermögen hat. Man sollte in der Lage sein, sich Wissen selbstständig anzueignen. Und es muss einem klar sein, dass man sechs Jahre studiert und später als viele andere ins Berufsleben einsteigt.

Wartezeit verbessert die Chance auf einen Studienplatz – zudem suchen manche Unis einen Teil ihrer Studenten selbst aus. Zu diesen Auswahlgesprächen kommen Bewerber, die über Wartezeit und Durchschnittsnote keinen Platz bekommen konnten. Auch hier entscheidet die Durchschnittsnote. Die Unis haben wiederum eigene Auswahlkriterien, die nicht von der Note abhängen müssen.

LinkDas ZVS-Auswahlverfahren zum Medizinstudium


StudienplatztauschNach oben hoch

Kann man während des Studiums den Ort problemlos wechseln?

Diese Frage ist für diejenigen wichtig, die ihren Wunschplatz nicht bekommen haben, dieses befürchten oder sich verändern möchten. Es ist zum Einen möglich, sich direkt an der Wunsch-Uni zu bewerben, wenn man einen Studienplatz hat und nach den Möglichkeiten eines Quereinstiegs zu fragen. Dann gibt es zahlreiche Tauschbörsen, über die man einen Tauschpartner finden kann. Der Tauschpartner sollte sich im gleichen Semester befinden.

Nach Ansicht vieler Studenten ist die beste Zeit für den Tausch nach dem Physikum, denn bis zu diesem Zeitpunkt haben alle Tauschpartner dieselben Scheine (für Kurse und Praktika) gemacht.

Folgender Artikel beantwortet die Frage im Detail - hier finden Sie auch einige wichtige Tauschbörsen für Mediziner im Internet:

LinkStudienplatztausch


Pflegepraktikum und Erste Hilfe-KursNach oben hoch

Kann ich das Pflegepraktikum bereits in den Schulsommerferien machen?

Das ist von Bundesland zu Bundesland verschieden. In Baden-Württemberg ist dies zum Beispiel möglich, hier gibt es auch kein "Verfallsdatum". Von anderen Bundesländern ist wiederum zu hören, dass Krankenhäuser gar keine Praktikanten nehmen, die nicht bereits ein Studium oder eine Ausbildung begonnen haben. Zuständig für die Anerkennung des Praktikums sind die Landesprüfungsämter (LPA) für Heilberufe des jeweiligen Bundeslandes. Es lohnt sich, dort vorher anzurufen und nachzufragen, ob das Praktikum auch angerechnet wird, wenn noch keine Zulassung zum Medizinstudium vorliegt.

Als Praktikum anerkannt wird auch der Zivildienst, sofern er im Krankenhaus auf einer "normalen" Station abgeleistet wird, also nicht nur im OP oder im Transportdienst des Krankenhauses. Ebenfalls anerkannt wird eine Ausbildung zur/zum Krankenschwester /-pfleger.

Die Adressen aller Landesprüfungsämter finden Sie hier:

LinkDie Adressen aller Landesprüfungsämter

Bei den Landesprüfungsämtern können Sie auch erfahren, ob ein Pflegepraktikum im Ausland anerkannt wird.

Vorgeschrieben sind für das Praktikum 3 Monate (ein Monat geht zum Beispiel vom 3. März bis 2. April). Ob man das Pflegepraktikum auch splitten kann, müssen Sie ebenfalls beim zuständigen LPA erfragen.

LinkNäheres zu den außeruniversitären Praktika des Medizinstudiums

Kann ich den erste Hilfe-Kurs bereits während der Schulzeit machen?

In der Regel ist das möglich. Der Kurs muss 8 Doppelstunden (Achtung, Führerscheinkurs reicht nicht aus!) umfassen und muss bescheinigt werden. Diesen Schein gibt man dann mit der Anmeldung zur Prüfung am Ende des Grundlagenstudiums (= Physikum) nach vier Semestern ab. Es ist aber sinnvoll, rechtzeitig beim Landesprüfungsamt nachzufragen, ob der Kurs anerkannt wird, wenn er schon während der Schulzeit absolviert wurde. Denn auch hier können die Regelungen in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich sein. Zudem sollten die Kenntnisse des Erste Hilfe-Kurses immer wieder aufgefrischt werden, darauf weist das Rote Kreuz hin. Das gilt auch für Medizinstudenten!

Die Kursbescheinigung darf nicht älter als 3 Jahre (zum Zeitpunkt der Anmeldung zum Physikum) sein.



Beginn und Aufbau des StudiumsNach oben hoch

Sollte ich schon während der letzten Sommerferien anfangen, für Anatomie oder ein anderes Fach zu lernen?

Schaden kann das sicher nicht, aber es ist auch nicht unbedingt notwendig. Der Anatomiekurs ist nicht an allen Unis gleich im ersten Semester, so dass Sie bis zum Kurs wieder vieles vergessen haben werden. Genießen Sie lieber noch die letzen Ferien, denn in zukünftigen Semesterferien gibt es oft genug noch etwas zu lernen!


Welche Fächer werde ich in den ersten vier Semestern haben?

Da sind zum einen die Grundlagenfächer Biologie, Physik, Chemie, Physiologie und Biochemie. Dann haben die Anatomie und die mikroskopische Anatomie, genannt Histologie einen großen Anteil. Zudem ist ein Terminologie-Kurs (=Latein), medizinische Psychologie und ein Praktikum "Berufsfelderkundung" vorgeschrieben.


Wie lange dauert das Studium insgesamt?

Das Studium dauert mindestens 12 Semester (6 Jahre) und 3 Monate. Davon werden Sie

 2 Jahre in Grundlagen ausgebildet (Vorklinik),
 3 Jahre in der "echten" Medizin (Klinik) und anschließend folgt ein sogenanntes
 "Praktisches Jahr" (PJ)

Das PJ verbringen Sie komplett im Krankenhaus, es zählt aber noch zum Studium. Die Studierenden arbeiten ganztags im Krankenhaus, verdienen allerdings kein Geld. An manchen Lehrkrankenhäusern ist wenigstens das Mittagessen umsonst.

LinkAufbau des Medizinstudiums im Einzelnen

Hat man auch mal Freizeit oder lernt man sich zu Tode?

Das Studium ist schon anstrengend, aber man sich den Stress auch selber machen. Ich habe es bis jetzt (10. Semester) auch mit Freizeit und Feten geschafft und mache noch eine ganze Menege Sachen nebenher (z. B. für Via medici online schreiben). Es gibt natürlich auch Leute, die Tag und Nacht über ihren Büchern sitzen und lernen. Ob die dann die besseren Klausuren schreiben, geschweige denn die besseren Ärzte werden, das sei mal dahin gestellt... (Student im 10. Semester)



Qualitäten als Mediziner/inNach oben hoch

Welche Qualitäten brauche ich als zukünftiger Mediziner?

Wünschenswert ist natürlich, dass Sie sich in andere Menschen hineinversetzen können, ganz allgemein gesagt ist eine gute Menschenkenntnis wichtig. Einfühlungsvermögen für das Leid der Patienten hört sich ziemlich abgefahren an, letztlich ist es aber eine der wünschenswertesten Eigenschaften, die Sie mitbringen können. Das heißt nicht, dass Sie sich alles wahnsinnig zu Herzen nehmen sollen (denn dann wird es schwierig, die oft ausweglosen Krankheiten ansehen zu müssen).

Dazu zählt aber zum Beispiel das Gespür, einschätzen zu können, wann blöde Sprüche fehl am Platze sind. Nicht der coolste, den das alles nichts angeht, wird der beste Arzt!

Sie sollten körperlich einigermaßen belastbar sein und eine gute Auffassungsgabe haben. Zu Anfang des Studiums ist es gerade für Anatomie sehr hilfreich, wenn Sie ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen haben. Das brauchen Sie auch später noch, beispielsweise bei der Beurteilung von Röntgen- oder CT-Bildern.

Kaugummi kauende, mit ungepflegten Fingernägeln herumlaufende und mit einem alle fünf Minuten klingelnden Handy bewaffnete Leute wird es (leider!!!) auch bei Ihnen geben – umso schöner, wenn Sie nicht dazu gehören. Anders ausgedrückt, etwas Höflichkeit ein einigermaßen gepflegtes Äußeres und die sogenannte "gute Kinderstube" können nicht schaden. Wer glaubt, das Äußere sei heute doch nicht mehr wichtig, allein die Fähigkeiten zählen, der irrt. Versetzen Sie sich doch mal in die Lage, als heute Achtzigjähriger von einem Arzt in den Notaufnahme untersucht zu werden, der grüne Haare und zwei Nasen - sowie fünf Ohrringe trägt. Wie soll ein Patient Vertrauen zu diesem Arzt haben?

 
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