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| Foto: Franzion |
| Wie kamst Du auf die Idee ein Benefizfestival dieser Art zu veranstalten? |
Ich wollte Ende 2005 nach 11 Jahren mit dem Musikmachen aufhören, da mich die Musik nicht mehr wirklich erfüllte. Zu dem Zeitpunkt kam dann aber die Single "Gentleman - Send a prayer" auf den Markt. Diese Single war damals der UNESCO oder UNICEF gewidmet, kann mich nicht mehr ganz genau daran erinnern. Ich weiß nur noch, dass die Single eine Benefiz-Single war. Diese Idee, Musik für den guten Zweck zu machen, war für mich ein neuer Ansatzpunkt und bewegte mich dazu, meine Musik schwerpunktmäßig dem guten Zweck zu widmen. Außerdem wollte ich als Künstler ein Zeichen setzen und die Kollegen dazu animieren aktiver zu werden und nicht nur zu reden.
Darum hatte ich an ein Benefizkonzert gedacht, aber aufgrund der hohen Anzahl an Künstlern wurde es letztlich ein Benefizfestival.
| Viele Studenten kennen Dich unter dem Namen"iNaDeM - im Namen der Menschlichkeit"! Wer steckt dahinter? |

Hinter "iNaDeM - im Namen der Menschlichkeit" stehen drei Medizinstudenten: Timo Siepmann, Siamak Sharafi und ich. Außerdem ein Jurastudent - Jacky Chung. Im Mai 2006 veranstalteten wir das erste "iNaDeM"-Benefizfestival im YAAM mit Musikschwerpunkt Reggae, da Siamak und ich aus diesem Bereich kommen. Unterstützt wurden wir von vielen Kommilitonen und Freunden. Das Festival wurde ein großer Erfolg. Knapp 2900 € Spenden konnten wir an dem einen Abend einnehmen. Das Geld ging zu jeweils 50 Prozent an "Ärzte für die Dritte Welt" und an "Gemeinsam für Afrika".
Was als einmalige Sache gedacht war, wurde dann im November 2006 in Dresden mit einem Benefizkonzert weitergeführt, bei dem wir 1000 € an die "Ärzte für die Dritte Welt" spenden konnten.
Parallel zu den Konzerten nahm ich mein Debüt- und Benefizalbum "VolkanikMan & Friends - iNaDeM" auf und veröffentlichte dieses in Berlin im Dezember 2006. Den Erlös von 600 Euro spendeten wir an die zwei bereits genannten Organisationen.
| Wie wurde aus "iNaDeM - im Namen der Menschlichkeit" "CHAR-REGGAE-ITY"? |

Nach dem Konzert im Dezember 2006 trennten sich unsere Wege: Timo und ich wollten aufhören, Siamak und Jacky hatten ein eigenes neues Projekt gegründet.
Mich erreichten aber so viele positive Mails und Anfragen, dass ich mich entschied noch ein Festival zu machen. Ich nannte es diesmal CHAR-REGGAE-ITY. Mit einem fast neuen Team veranstalteten wir das CHAR-REGGAE-ITY-Festival im Mai 2007. Auch dieses Festival wurde ein Erfolg. Nebenbei habe ich als Künstler noch andere Benefizkonzerte und -festivals unterstützt.
| Wer unterstützt dich bei der Organisation der Veranstaltungen? |
Unterstützung haben wir personell von Freunden und Kommilitonen sowie natürlich von den Künstlern bekommen. Leider konnten wir keine Sponsoren gewinnen, die uns finanziell unterstütz hätten. Wir haben höchstens mal hundert Euro für die Flyer erhalten. Dadurch wurde jede Veranstaltung zum Risiko für mich.
Gott sei dank lief aber alles gut. Und die Spenden geben mir immer ein sehr gutes Gefühl. Ich habe recherchiert, dass Sie dort angekommen sind, wo sie hin sollten. Ich weiß, dass wir den Menschen in der Dritten Welt zwar nicht für immer, aber vielleicht für einen Moment Glück geschenkt haben.
Das ist mir wichtig, und ich möchte dies auch den anderen Künstlern und dem Publikum vermitteln: Predigen allein kann nichts bewirken; man muss aktiv werden, nicht nur für Afrika. Es gibt auch genügend Menschen in Deutschland, die auch Hilfe brauchen.
Es geht auch gar nicht darum, das Gewissen zu beruhigen oder sich ins Rampenlicht zu stellen. Ich engagiere mich jedenfalls, weil es mir Spaß macht und meiner Meinung nach notwendig ist.
| Über 11.000 Euro Spenden sind bisher zusammengekommen, was wurde mit dem Geld gemacht? |
Ein Teil des Geldes ging an die Organisation "Ärzte für die Dritte Welt", und zwar an ein Projekt in Nairobi in Kenia. Dort wurde eine Ambulanz aufgebaut, in der täglich bis zu 200 kranke Menschen eine Basis- bzw. Notversorgung bekommen können.
Der andere Teil der Spenden ging an "Gemeinsam für Afrika". Das ist eine gemeinschaftliche Aktion von 30 Hilfsorganisationen und den Kampagnenbotschaftern Anne Will (Moderatorin) und Wolfgang Niedecken (BAP-Sänger), die mehrere Projekte leitet.
| Danke für das Interview und viel Erfolg! |

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