Doktorarbeit während des Medizinstudiums
Welche Arbeit ist die richtige für mich?
Dorothee Oestreicher
Ein hoher Anteil an Studenten absolviert den "Dr. med." bereits während des Studiums. Aber für welches Thema soll ich mich entscheiden und wie lässt sich eine Promotion überhaupt mit dem Studium vereinbaren? In den nächsten Monaten stelle ich einige Kommilitonen vor, die ich zu diesem Thema interviewt habe. Ich hoffe, dass die Berichte anderer Euch helfen sich richtig zu entscheiden.
Karina arbeitet seit eineinhalb Jahren in der Arbeitsgruppe für Zelluläre Immunregulation in der Med.V (Hämatologie und Internistische Onkologie) am experimentellen Teil ihrer Dissertation. Sie stand Dorothee Oestreicher im Interview Rede und Antwort.
| Was für ein Thema bearbeitest Du in Deiner Doktorarbeit? |
In meinem Projekt geht es um die Rolle der NK-Subpopulationen beim T-Zell-Priming. Ziel ist es die vielfältigen Eigenschaften der NK-Subpopulationen zu nutzen, um die zelluläre Immuntherapie bei malignen Erkrankungen zu verbessern.
Bei hämatologischen Neoplasien werden heute Knochenmarks- oder Stammzelltransplantationen (SCT) vorgenommen. Spenderimmunzellen sind neben Radiochemotherapie der wichtigste Therapieansatz. Bei der SCT besteht immer das Risiko einer Graft-versus-host-Erkrankung (GVHD), deswegen wird erforscht, wie dieses Risiko minimiert werden kann. Allerdings sind die Immunzellen nicht nur schädlich - ihnen wird ein erwünschter antitumoraler Effekt nachgesagt - der wiederum bestehen bleiben soll. NK-Zellen haben dabei anscheinend eine Schlüsselrolle. Sie sind für den GVL- Effekt (Graft-versus-Leukämie) verantwortlich, der eine GVHD unterbindet.
| Was hast Du Dir überlegt, bevor Du Dich für eine Doktorarbeit entschieden hast? Welche Kriterien hast Du an deine Doktorarbeit gestellt? |
Ich habe mir zunächst überlegt, welche Art der Doktorarbeit ich machen möchte und mich dabei für eine experimentelle Arbeit entschieden. Wichtig waren mir dabei, wie ich betreut werde und wie hoch der zeitliche Aufwand neben dem Studium ist. Meiner Meinung nach werde ich gut betreut, nur den Zeitaufwand habe ich ein wenig unterschätzt.
| Was hat sich positiv entwickelt und was negativ verglichen mit den Kriterien, die Du an deine Doktorarbeit gestellt hast? |
Nach wie vor positiv ist, wie ich betreut werde und in einem Laborteam zu arbeiten. Als negativ empfinde ich immer noch den hohen zeitlichen Aufwand.
| Wie lange hast Du nach einer Doktorarbeit gesucht und wie viele Angebote hast Du Dir angeschaut? |
Ich habe mich gleich für das erste Doktorarbeit entschieden, die mir damals über den E-Mail-Verteiler angeboten wurde.
| Wie gut schätzt Du das Angebot an der Uni Erlangen ein? |
Das Angebot ist sehr gut, jeder wird fündig.
| Möchtest Du später wissenschaftlich tätig sein und auch Artikel veröffentlichen? |
Nein.
| Was würdest Du denen raten, die eine Doktorarbeit anfertigen möchten? |
Schaut euch genau an, wieviel Zeit ihr investieren müsst. Nicht nur die Dauer, sondern auch die Anzahl der Stunden pro Woche solltet Ihr berücksichtigen.
| Vielen Dank für das Gespräch und weiterhin viel Spaß! |
Zweiter Teil der Interview-Serie: Anne-Christine
Dritter Teil der Interview-Serie: Lisa
Vierter Teil der Interview-Serie: Nadine
Dorothee Oestreicher studiert Medizin in Erlangen und ist Via medici online-Lokalredakteurin.
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