Medizinstudium
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Arzt im Beruf
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| Für das Leben, nicht für die Uni lernen wir - aber stimmt das auch? |
Gerade vor der ersten Famulatur, egal in welchem Fach, kann sich tags zuvor ein mulmiges Gefühl im Magen einstellen. Es drängen sich bohrende Fragen auf: Wie wird das EKG nochmal angelegt? Welche Reflexe kann ich klopfen? Und wie war das mit den Lungengrenzen?
Für "die erste" nach dem 5.Semester sind die meisten Studenten eigentlich gut gerüstet. Untersuchungs-Kurs, Pharmakologie, Pathologie und Mikrobiologie sind Fächer des ersten klinischen Semesters und in den ersten richtigen Semesterferien nach dem Physikum noch frisch im Gedächtnis. Um den U-Kurs mussten die Medizinstudenten im vergangenen Studienjahr noch kämpfen - glücklicherweise fand das Dekanat Klinik dann Mittel und Wege, den Kurs stattfinden zu lassen. Auch in den nächsten Jahren will das Dekanat kontinuierlich daran arbeiten, noch mehr Ärzte als Dozenten ins Boot zu holen und damit noch kleinere Studentengruppen zu ermöglichen.
Wer sich doch noch unsicher fühlt, kann sich zusätzlich zu eigenen Mitschriften und dem U-Kurs-Skript noch Bücher zum Thema Anamnese und Untersuchung besorgen - entweder kompakt und als praktischer Begleiter für die Kitteltasche oder als große ausführliche Lehrbücher eher für den Schreibtisch zuhause. Hier gibts ein paar Rezensionen:
| Rezensionen: Lehrbücher Anamnese und Untersuchung |
| Verantwortung übernehmen:"...und wenn ich mich total lächerlich mache?" |
Am besten ist es, vor der Famulatur einen kühlen Kopf zu bewahren und sich klarzumachen, daß dort keine 30-tägige Dauerprüfung wartet, sondern dass es sich um eine echte Chance handelt, viel zu lernen und zu üben und während dieser Zeit seine Interessen zu überprüfen.
Wer Verantwortung übernimmt, muß auch damit zurechtkommen. Ist es in Ordnung, "mal nen blauen Fleck zu stechen"? Natürlich gilt beim Blutabnehmen vor allem: Übung macht den Meister. Aber bei zuvielen Fehlversuchen sollte man auch mal von einem Pateinten als "Testobjekt" ablassen können, und sowohl sich als auch dem Stationsarzt eingestehen, daß es eben nicht geklappt hat. Auch aus Fehlern kann man lernen, und den Umgang mit ihnen kann man nicht früh genug trainieren.
Wichtig ist, daß die eigene Stimmung nicht in Hoffnungslosigkeit ( "Ich kann das alles eh nicht") umschlägt. Am besten ist es, konsequent weiter zu üben. Das gilt auch für die Situation bei der Visite mit Oberarzt oder Chefarzt, die sich oft in ein Fragespielchen ausweiten kann. Das ist nicht als Schikane gedacht, oft wollen die Ärzte einfach nur den Wissenstand der Studenten ermitteln - natürlich insbesondere an der Uniklinik. Natürlich gibt es Ärzte, die durch ihren "Prüferblick" wenig sympathisch wirken und vielleicht einen Ruf haben, der Angst und Schrecken verbreitet.
Gedanken wie "Weiß ich überhaupt genug? Ich mache mich doch bloß lächerlich" sind trotzdem überflüssig. Auch Ober- oder Chefärzte wissen, daß ein Famulant (vor allem bei der ersten Famulatur) noch gar nicht soviel wissen kann. Die meisten Ärzte genießen es viel zu erklären, und solche Privatvorlesungen können den Studierenden zum Wissenserwerb sehr nützlich sein! Bei Visitenfragen ist es am besten, zu zeigen, daß man aufpasst und mitdenkt. Wenn man mit seinem Basiswissen Zusammenhäge zu erklären versucht, wird der Arzt schon weiter erläutern und fragen, bis die Antwort erarbeitet ist.
| Tip für die Visite: |
| • | bei neuen Begriffen und Zusammenhängen nachfragen |
| • | bei Untersuchungen dem Dozenten auf die Finger schauen |
| • | bei der Aufforderung mitzumachen gleich dabeisein |
| Die Vorgaben des LPA |
Das LPA Baden-Württemberg fordert insgesamt 4 Monate Famulatur, davon zwei in einem Krankenhaus auf Station und eine in einer Ambulanz, einem Rehabilitationskrankenhaus oder einer Praxis (Allgemeinmedizin oder Innere Medizin). Für die verbleibende Zeit kann man sich die Richtung dann als Wahlfamulatur aussuchen. Informationen über die Rahmenbedingungen der Famulatur gibt es hier:
| Warum in die Ferne schweifen - und warum eigentlich nicht? |
Wo die Famulatur gemacht wird, bleibt jedem selbst überlassen. Dass diese nur in den Semesterferien absolviert werden kann, bringt viele Studierende auf die Idee, die Zeit zu nutzen, um gleichzeitig noch ein anderes Land kennenzulernen. Die bekannteste Anlaufstelle für die Auslandsfamulatur ist die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (bvmd, ehemals Deutscher Famulanten Austausch (dfa). Natürlich kann man auch versuchen, eine Famulatur auf eigene Faust zu organisieren. Wer mit diesem Gedanken spielt, sollte sich vorher unbedingt beim zuständigen LPA über die Anerkennung von Famulaturen im jeweiligen Land erkundigen.
Erfahrungsberichte von Auslandsfamulaturen findet ihr auf den Viamedici-online Seiten:
oder hier:
| ...das Gute liegt so nah - Famulatur in "Good Old Germany" |
Manchmal ist es aber auch sehr reizvoll, das eigene Land etwas genauer kennenzulernen, zum Beispiel bei einer Famulatur in Städten, die man vielleicht auch nur als Tourist im eigenen Land kennt, man denke an Großstädte wie Hamburg oder Berlin. Nicht wenige Studenten haben vielleicht auch Interesse, ländliche Gegenden kenne zu lernen und in einer Klinik am Bodensee oder im Sauerland zu famulieren. Der Feierabend wird durch die richtige, den Interessen entsprechende Auswahl des innerländischen Krankenhauses versüßt. Doch auch der ursprüngliche Heimatort kann eine echte Alternative für die Famulaturzeit darstellen. Hier ist das preiswerte "Hotel Mama", und mancher will in den Semesterferien vielleicht auch seine Familie und alte Freunde wiedertreffen.
Und natürlich kann man die Famulatur auch im schönen Freiburg ableisten. Vorteil ist hier, daß die Visite oft mit dem "Prof" des jeweiligen Fachs stattfindet, wenn man im Universitätsklinikum famuliert. Man kann sich auf dessen Prüfungsfragen einstellen und erlebt seine Dozenten im Klinikalltag.
Ob Studierende in einem Uniklinikum oder doch lieber in einem peripheren ( städtisch oder kirchlich getragenem) Krankenhaus famulieren möchten, bleibt jedem selbst überlassen.
Im UKL sind eher seltenere Krankheiten zu finden, dafür kann man hier gut in Forschungsabteilungen "reinschnuppern". Oberärzte sind selbst Dozenten und oft Prüfer, wissen gut über den Gegenstandskatalog Bescheid und geben auch mal Tips zur Prüfungsrelevanz einzelner Themen.
Dafür ist ein peripheres Krankenhaus weniger überfüllt mit Famulanten. Hier kann es vorkommen, dass man alleine mit einem Stationsarzt die Visite macht, was natürlich eine bessere Betreuung garantiert als die "weiße Wolke" im UKL.
Hilfe bei der Entscheidung geben verschiedene Internetforen. Fündig wird man zum Beispiel im Medilearn-Forum. Eine Alternative ist die direkte Information z.B. über die Internetseite der Wunschklinik.
| Von ganz klein bis ganz groß- welche Abteilung soll es sein? |
Mit der Wahl der Abteilung verhält es sich ähnlich wie mit dem Ort: Jeder sollte nach seinen eigenen Neigungen gehen. Manche wünschen sich nach der langen Theorie-Durststrecke der Vorklinik nun endlich, in ihrem Wunschfach zu famulieren, auch wenn es klein und sehr spezialisiert ist. Anderen ist es bei der ersten Famulatur wichtiger, zuerst einmal allgemeine Grundlagen zu trainieren und in Blutabnehmen, Braunülenlegen, Anamnese und Untersuchung richtig routiniert zu sein, bevor es an das endgültige Wunschfach geht. Und wieder andere gehen einfach nach ihrem momentanen Interesse und möchten in jedes Fach einmal "hineinschnuppern" um herauszufinden, was ihnen am meisten liegt.
| 4 Famulanten im Interview |
Ich habe vier Freiburger Medizinstudierende interviewt, die im Herbst 2005 das Physikum ablegten und dann im März 2006 ihre erste Famulatur wagten. Alle vier verschlug es in verschiedene Städte und Abteilungen. Natürlich ist dies nur eine kleine Auswahl aller Möglichkeiten! Vielleicht findet der eine oder andere aber auch in dieser Tabelle schon etwas Passendes für sich:
| Fazit |
Macht Euch selbst ein Bild! Ob via Internet, Hörensagen von Kommilitonen oder "die Stimme aus dem Bauch": Als Famulus oder Famula kann man zuhause bleiben oder nebenher die Welt entdecken, sich in ein Lieblingsfach richtig einarbeiten oder sich erstmal einen Überblick über die ganze Bandbreite der Medizin verschaffen.
Für die erste Famulatur sind Medizinstudenten aus Freiburg nach dem ersten klinischen Semester gut gerüstet, der Ausblick auf den Stationsalltag ist also eher Grund zur Freunde als Grund zur Panik. Aller Anfang ist oft schwer, aber auch das Einarbeiten in ein neues Fach ist keine Hexerei und bringt einen hohen Lerneffekt - nicht nur auf fachlicher, sondern auch auf menschlicher Ebene!
Und zum Schluß: Nach beendeter Famulatur auch an die Generationen von Medizinstudenten nach Euch denken und einen Famulaturbericht verfassen. Für diese kleine Mühe gibt's neben dem guten Gefühl der Solidarität auch eine Prämie wie z.B. einen Büchergutschein!
| In diesem Sinne: Eine spannende, erfahrungsreiche Famulatur und "May the force be with you!" |
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